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	<title>Afrika Archive - Pyrolirium</title>
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		<title>Menschen im Tschad: Eine Fotoausstellung von Walter Zürcher</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Jul 2025 17:13:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gesehen]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="531" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/tschadtitel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Zwei Frauen im Tschad, fotografiert von Walter Zürcher" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" fetchpriority="high" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/tschadtitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/tschadtitel-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/tschadtitel-768x510.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Walter Zürcher ist 2010 in den Tschad gereist und hat dort fotografiert. Eine durchaus gefährliche Angelegenheit. Die Fotos sind jetzt im Stadtmuseum Schleswig ausgestellt und demnächst in Kiel zu sehen. Walter Zürcher ist ein ambitionierter Hobbyfotograf mit einer Vorliebe für Architektur, klare Linien und eine minimalistische Bildsprache. Der Schweizer, der vor vier Jahren nach Schleswig-Holstein ausgewandert ist, ist Mitglied im Fotoclub Schleswig. Der zeigt gerade Fotos von Walter Zürcher, die nichts, aber auch gar nichts mit Architektur und Minimalismus zu tun haben. Und die beeindruckend und anrührend sind. Zürcher ist 2010 mit zwei Kameras im Gepäck in den Tschad gereist, wohin er familiäre Verbindungen in die Hilfsorganisation Assemblées Chretiennes au Tchad (ACT) hat. Zunächst konnte er die Kameras nicht benutzen. &#8222;In N&#8217;Djaména ist fotografieren nicht erlaubt, da wirst du gekillt. Es wimmelt von Geheimpolizei&#8220;, berichtet Zürcher. Der Tschad ist bis heute eine Diktatur. Anders in Koyom, einem Dorf 300 Kilometer südlich der Hauptstadt. Dort kamen die Kameras zum Einsatz. Das Leben im Tschad in Bildern festgehalten In Koyom erlaubten die Stammesführer der Halbnomaden Walter Zürcher das Fotografieren. Auch wenn die Erwachsenen nicht abgelichtet werden wollten, so wollten es doch die Kinder. Und am Ende waren auch Frauen und Männer auf den Fotos, die Zürcher in der Ausstellung zeigt. Es ist ihm gelungen, das alltägliche Leben der Menschen, ihre Armut, aber auch ihr Improvisationsgeschick und die Art, wie sie ihr hartes Leben meistern, einzufangen. Er zeigt mit seinen Fotos zudem eindrücklich, wie ungerecht die Gesellschaft im Tschad ist. Frauen schleppen schwere Lasten, holen Wasser, kümmern sich um Kinder und Kranke. Männer lassen sich auf der Ladefläche eines Pickups an ihr Ziel fahren, während ihre schwer bepackten Frauen zu Fuß hinterhergehen. &#8222;Ich habe fast nur arbeitende Frauen gesehen&#8220;, berichtet Zürcher. Besonders angerührt hat den Fotografen das Leben der Kinder. Wie sie ohne Hefte, ohne Stifte, in der Schule sitzen. &#8222;Die durchschnittliche Schuldauer sind zweieinhalb Jahre. Nur 22 Prozent der Kinder haben einen Schulabschluss.&#8220; Walter Zürcher fotografierte im Buschkrankenhaus Ein weiterer Schwerpunkt seiner Fotografie im Tschad lag auf dem örtlichen Krankenhaus, dem Buschspital von Koyom. Dort werden Patienten mit teils sehr primitiven Mitteln behandelt. Ein Arzt kam 2010 auf 135.000 Menschen. Zürcher: &#8222;Ich war der erste und angeblich der letzte Fotograf, der im Hospital fotografieren durfte.&#8220; Drei Operationen hat er dokumentiert. Dabei achtete der darauf, die Würde der Patienten nicht zu verletzen. Sie sind nicht erkennbar. Auf einem eindrucksvollen Foto sind es die Füße der Operateure und Pfleger unter dem OP-Tisch, die mehr sagen als jedes Detailfoto eines medizinischen Vorgangs. Ich habe auch einmal in einem afrikanischen Krankenhaus fotografiert, das ist sehr eindrucksvoll. 55 Fotos hat Walter Zürcher für seine Ausstellung im Stadtmuseum in Schleswig, organisiert vom Fotoclub Schleswig, ausgewählt. Sie sind auf zwei Stockwerken zu sehen und thematisch angeordnet. Die Ausstellung ist bis 7. September dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr zu sehen. Führungen gibt es am Samstag, 2. August 2025, am Donnerstag, 14. August 2025 sowie am Dienstag, 26. August, jeweils um 14 Uhr. Vom 11. September bis 11. Dezember sind die Fotos aus dem Tschad im Bürgerhaus Mettenhof-Kiel zu sehen. Es ist eine Schau der Pixelschubser Kiel. Das Stadtmuseum Schleswig steht übrigens ein wenig im Schatten des anderen großen Museums der Stadt: Schloss Gottorf. Dabei muss sich das kleinere Stadtmuseum gar nicht verstecken. Neben der Tschad-Ausstellung läuft dort gerade noch eine faszinierende Fotoausstellung mit Bildern des Unterwasserfotografen Henley Spiers.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/menschen-im-tschad-eine-fotoausstellung-von-walter-zuercher/">Menschen im Tschad: Eine Fotoausstellung von Walter Zürcher</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="531" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/tschadtitel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Zwei Frauen im Tschad, fotografiert von Walter Zürcher" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/tschadtitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/tschadtitel-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/tschadtitel-768x510.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Walter Zürcher ist 2010 in den Tschad gereist und hat dort fotografiert. Eine durchaus gefährliche Angelegenheit. Die Fotos sind jetzt im Stadtmuseum Schleswig ausgestellt und demnächst in Kiel zu sehen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Walter Zürcher ist ein <a href="https://www.fotocommunity.de/fotograf/walterzuercher/2579462" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ambitionierter Hobbyfotograf</a> mit einer Vorliebe für Architektur, klare Linien und eine minimalistische Bildsprache. Der Schweizer, der vor vier Jahren nach Schleswig-Holstein ausgewandert ist, ist Mitglied im <a href="https://www.fotoclub-schleswig.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Fotoclub Schleswig</a>. Der zeigt gerade Fotos von Walter Zürcher, die nichts, aber auch gar nichts mit Architektur und Minimalismus zu tun haben. Und die beeindruckend und anrührend sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zürcher ist 2010 mit zwei Kameras im Gepäck in den Tschad gereist, wohin er familiäre Verbindungen in die Hilfsorganisation Assemblées Chretiennes au Tchad (ACT) hat. Zunächst konnte er die Kameras nicht benutzen. &#8222;In N&#8217;Djaména ist fotografieren nicht erlaubt, da wirst du gekillt. Es wimmelt von Geheimpolizei&#8220;, berichtet Zürcher. Der Tschad ist bis heute <a href="https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/176525/tschad/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">eine Diktatur</a>. Anders in Koyom, einem Dorf 300 Kilometer südlich der Hauptstadt. Dort kamen die Kameras zum Einsatz.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="800" height="431" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Walti1-klein.jpg" alt="Walter Zürcher mit seiner Kamera im Tschad. " class="wp-image-14247" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Walti1-klein.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Walti1-klein-150x81.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Walti1-klein-768x414.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Walter Zürcher mit seiner Kamera im Tschad.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Das Leben im Tschad in Bildern festgehalten </h2>



<p class="wp-block-paragraph">In Koyom erlaubten die Stammesführer der Halbnomaden Walter Zürcher das Fotografieren. Auch wenn die Erwachsenen nicht abgelichtet werden wollten, so wollten es doch die Kinder. Und am Ende waren auch Frauen und Männer auf den Fotos, die Zürcher in der Ausstellung zeigt. Es ist ihm gelungen, das alltägliche Leben der Menschen, ihre Armut, aber auch ihr Improvisationsgeschick und die Art, wie sie ihr hartes Leben meistern, einzufangen. Er zeigt mit seinen Fotos zudem eindrücklich, wie ungerecht die Gesellschaft im Tschad ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frauen schleppen schwere Lasten, holen Wasser, kümmern sich um Kinder und Kranke. Männer lassen sich auf der Ladefläche eines Pickups an ihr Ziel fahren, während ihre schwer bepackten Frauen zu Fuß hinterhergehen. &#8222;Ich habe fast nur arbeitende Frauen gesehen&#8220;, berichtet Zürcher. Besonders angerührt hat den Fotografen das Leben der Kinder. Wie sie ohne Hefte, ohne Stifte, in der Schule sitzen. &#8222;Die durchschnittliche Schuldauer sind zweieinhalb Jahre. Nur 22 Prozent der Kinder haben einen Schulabschluss.&#8220;</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="800" height="531" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/tschadklasse.jpg" alt="Unterricht im Tschad, fotografiert von Walter Zürcher. " class="wp-image-14248" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/tschadklasse.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/tschadklasse-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/tschadklasse-768x510.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Unterricht im Tschad, fotografiert von Walter Zürcher.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Walter Zürcher fotografierte im Buschkrankenhaus</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Schwerpunkt seiner Fotografie im Tschad lag auf dem örtlichen Krankenhaus, dem <a href="https://www.kantonsspitalbaden.ch/wissen/koyom-buschspital-im-suedlichen-tschad" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Buschspital von Koyom</a>. Dort werden Patienten mit teils sehr primitiven Mitteln behandelt. Ein Arzt kam 2010 auf 135.000 Menschen. Zürcher: &#8222;Ich war der erste und angeblich der letzte Fotograf, der im Hospital fotografieren durfte.&#8220; Drei Operationen hat er dokumentiert. Dabei achtete der darauf, die Würde der Patienten nicht zu verletzen. Sie sind nicht erkennbar. Auf einem eindrucksvollen Foto sind es die Füße der Operateure und Pfleger unter dem OP-Tisch, die mehr sagen als jedes Detailfoto eines medizinischen Vorgangs. Ich habe <a href="https://pyrolim.de/pyropro/die-wiederkehr-des-augenlichtes/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">auch einmal in einem afrikanischen Krankenhaus fotografiert</a>, das ist sehr eindrucksvoll.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="540" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/tschadwalter.jpg" alt="Walter Zürcher in der Schleswiger Ausstellung. Auf dem Foto am Eingang ist Laborant Timothé vom Buschspital Koyom an seinem Arbeitsplatz zu sehen." class="wp-image-14250" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/tschadwalter.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/tschadwalter-150x101.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/tschadwalter-768x518.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Walter Zürcher in der Schleswiger Ausstellung. Auf dem Foto am Eingang ist Laborant Timothé vom Buschspital Koyom an seinem Arbeitsplatz zu sehen.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">55 Fotos hat Walter Zürcher für seine Ausstellung im <a href="https://www.stadtmuseum-schleswig.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stadtmuseum in Schleswig</a>, organisiert vom Fotoclub Schleswig, ausgewählt. Sie sind auf zwei Stockwerken zu sehen und thematisch angeordnet. Die Ausstellung ist bis 7. September dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr zu sehen. Führungen gibt es am Samstag, 2. August 2025, am Donnerstag, 14. August 2025 sowie am Dienstag, 26. August, jeweils um 14 Uhr. Vom 11. September bis 11. Dezember sind die Fotos aus dem Tschad im Bürgerhaus Mettenhof-Kiel zu sehen. Es ist eine Schau der <a href="https://www.kieler-pixelschubser.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pixelschubser Kiel</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Stadtmuseum Schleswig steht übrigens ein wenig im Schatten des anderen großen Museums der Stadt: <a href="https://pyrolim.de/pyropro/gottorf-ein-museum-voller-geschichte/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schloss Gottorf</a>. Dabei muss sich das kleinere Stadtmuseum gar nicht verstecken. Neben der Tschad-Ausstellung läuft dort gerade noch eine faszinierende Fotoausstellung mit <a href="https://www.stadtmuseum-schleswig.de/aktuell/jahresprogramm/434-life-underwater-fotografien-von-henley-spiers" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bildern des Unterwasserfotografen Henley Spiers</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/menschen-im-tschad-eine-fotoausstellung-von-walter-zuercher/">Menschen im Tschad: Eine Fotoausstellung von Walter Zürcher</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Die  Wiederkehr des Augenlichtes</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Jul 2011 21:45:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[erlebt]]></category>
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		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
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		<category><![CDATA[Christoffel Blindenmission]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="566" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Ago01.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Ago01.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Ago01-300x212.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Über 35 Millionen Menschen auf der Welt sind blind. 90 Prozent von ihnen leben in Entwicklungsländern. Viele können nach einer Operation wieder sehen, denn sie leiden unter dem grauen Star (Katarakt), einer Trübung der Linse. Doch oft fehlen Wissen und Geld, um diese Krankheit zu heilen. Hinzu kommt, dass Hospitäler und Fachärzte für die Landbevölkerung in Entwicklungsländern kaum erreichbar sind. Die Christoffel Blindenmission (CBM), eine freie Dienstgemeinschaft von Christen unterschiedlichen Glaubens, hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen Menschen zu helfen. Mitten im ghanaischen Busch, in Agogo, macht ein deutscher Augenarzt Blinde wieder sehend. Afia Birago (63) kann wieder sehen. Zweieinhalb Monate lang war die Bäuerin blind, konnte nur hell und dunkel unterscheiden. Einzelheiten ihrer Umgebung blieben ihr verborgen. Die Farmerin aus der Brong-Ahafo-Region in Ghana konnte ihre Felder nicht mehr bestellen, nicht mehr kochen, keine weiten Wege mehr gehen. Eine Katastrophe in einem Land, in dem die Mehrheit der Menschen von dem lebt, was auf Feldern wächst, die weit entfernt von ihrem Zuhause liegen. Afia Birago, Mutter von acht Kindern, leidet am grauen Star. Der deutsche Augenarzt Klaus Ellendorff hat ihr das Augenlicht zurückgegeben. Afia Biragos Tochter Akna Adowaa (42) hat ihre Mutter ins Hospital von Agogo (25 000 Einwohner) gebracht. Das vor über 60 Jahren von den Baseler Missionaren gegründete Krankenhaus, drei Stunden von der Hauptstadt Accra entfernt, ist im ganzen Land und über die Grenzen Ghanas hinaus berühmt. Wegen seiner gut ausgestatteten Augenabteilung, an der seit 1964 europäische Augenärzte arbeiten. Finanziert wird der Einsatz des Arztes von der Christoffel Blindenmission, Betreiber des Krankenhauses ist die Presbyterian Church of Ghana. Wie Afira Birago kommen täglich rund 100 Kranke in die Augensprechstunde des Agogo Hospitals. Die Menschen hier leiden unter Grauem Star oder Glaukom, hohem Augeninnendruck, der die Sehnerven bis zur Blindheit zerstört, auch Grüner Star genannt. Tumore kommen ebenso vor und Flussblindheit, ausgelöst durch den Stich der Kriebelmücke, die an schnell fließenden Gewässern lebt. Anders als in Europa oder Nordamerika kommen die Menschen in Ghana erst zum Arzt, wenn es gar nicht mehr anders geht. Kein Wunder, sind doch die Ansprüche an das Sehen in den Entwicklungsländern längst nicht so hoch. Kaum jemand liest &#8211; 40 Prozent der Menschen sind Analphabeten – oder sieht gar fern. Die wenigsten Dörfer sind bisher an das Stromnetz angeschlossen. Im Gegensatz zum Glaukom, bei dem der Arzt nur retten kann, was noch nicht zerstört ist, gelingt es Ellendorff und seinem Team bei den Katarakten, den Menschen ihr verlorenes Augenlicht wiederzugeben. Bei Afia Birago hat der Arzt Grauen Star an beiden Augen festgestellt. Sogar mit bloßem Auge lassen sich die weißen, eingetrübten Pupillen in ihren braunen Augen erkennen. Gleich für den nächsten Morgen wird die Patientin auf die Operationsliste gesetzt. Was der Operateur zu tun hat, klingt simpel, ist aber kompliziert. Das Auge wird am Rand der Hornhaut eröffnet, die getrübte Linse mit einem vereisten Stäbchen angefroren und herausgezogen. Danach wird wieder zugenäht. Eine filigrane Arbeit, die viel Fingerspitzengefühl und eine ruhige Hand erfordert. Operiert wird unter dem Mikroskop. Bei Afia Birago wird zunächst die getrübte Linse eines Auges entfernt. Drei Tage später: Der Optiker des Krankenhauses passt Afia Birago ihre neue Brille an, die er aus Rohlingsgläsern und Brillengestellen selber herstellt. Dicke Gläser mit über zehn Dioptren ersetzen die entfernte Linse. Afia Birago kann wieder sehen. Zunächst nur auf einem Auge, beide Augen operieren zu lassen, war ihr zu teuer, denn die Operation muss aus eigener Tasche bezahlt werden. Eine Krankenversicherung gibt es in Ghana nicht. Erst wenn die Operation des ersten Auges gelungen ist, die Patienten den Erfolg im wahrsten Sinne des Wortes sehen können, entschließen sich viele, auch das zweite Auge operieren zu lassen. Diese OP ist etwas teurer. „Weil die Menschen dann nicht mehr blind sind“, erläutert Ellendorff. Afia Birago hat das Krankenhaus nach zehn Tagen verlassen. Ohne fremde Hilfe. Sie hat ihren Weg wieder klar vor Augen. Anmerkung: Dieser Artikel ist 1994 erschienen. Dr. Klaus Ellendorff praktiziert inzwischen als niedergelassener Augenarzt in Lüneburg. Seinen Platz in Agogo haben andere Augenärzte eingenommen. Außerdem hat er während seiner Zeit in Ghana einheimische Ärzte ausgebildet, die seine Arbeit fortführen. Seit vier Jahren gibt es eine Krankenversicherung in Ghana, die etwa 40 Prozentder Bevölkerung haben und die für einen Großteil der Behandlung zahlt. Die Patienten in Afrika erhalten mittlerweile statt dicker Brillen Kunstlinsen, wie es in Europa und Nordamerika schon lange üblich ist. Weitere Informationen über die Arbeit der Christoffel Blindenmission: www.cbm.de Das Agogo Presbytarian Hospital http://www.agogopresbyhospital.org/?q=node/21</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/die-wiederkehr-des-augenlichtes/">Die  Wiederkehr des Augenlichtes</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="566" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Ago01.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Ago01.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Ago01-300x212.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Über 35 Millionen Menschen auf der Welt sind blind. 90 Prozent von ihnen leben in Entwicklungsländern. Viele können nach einer Operation wieder sehen, denn sie leiden unter dem grauen Star (Katarakt), einer Trübung der Linse. Doch oft fehlen Wissen und Geld, um diese Krankheit zu heilen. Hinzu kommt, dass Hospitäler und Fachärzte für die Landbevölkerung in Entwicklungsländern kaum erreichbar sind. Die Christoffel Blindenmission (CBM), eine freie Dienstgemeinschaft von Christen unterschiedlichen Glaubens, hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen Menschen zu helfen. Mitten im ghanaischen Busch, in Agogo, macht ein deutscher Augenarzt Blinde wieder sehend.</p>
<p>Afia Birago (63) kann wieder sehen. Zweieinhalb Monate lang war die Bäuerin blind, konnte nur hell und dunkel unterscheiden. Einzelheiten ihrer Umgebung blieben ihr verborgen. Die Farmerin aus der Brong-Ahafo-Region in Ghana konnte ihre Felder nicht mehr bestellen, nicht mehr kochen, keine weiten Wege mehr gehen. Eine Katastrophe in einem Land, in dem die Mehrheit der Menschen von dem lebt, was auf Feldern wächst, die weit entfernt von ihrem Zuhause liegen. Afia Birago, Mutter von acht Kindern, leidet am grauen Star. Der deutsche Augenarzt Klaus Ellendorff hat ihr das Augenlicht zurückgegeben.</p>
<p>Afia Biragos Tochter Akna Adowaa (42) hat ihre Mutter ins Hospital von Agogo (25 000 Einwohner) gebracht. Das vor über 60 Jahren von den Baseler Missionaren gegründete Krankenhaus, drei Stunden von der Hauptstadt Accra entfernt, ist im ganzen Land und über die Grenzen Ghanas hinaus berühmt. Wegen seiner gut ausgestatteten Augenabteilung, an der seit 1964 europäische Augenärzte arbeiten. Finanziert wird der Einsatz des Arztes von der Christoffel Blindenmission, Betreiber des Krankenhauses ist die Presbyterian Church of Ghana.</p>
<p>Wie Afira Birago kommen täglich rund 100 Kranke in die Augensprechstunde des Agogo Hospitals. Die Menschen hier leiden unter Grauem Star oder Glaukom, hohem Augeninnendruck, der die Sehnerven bis zur Blindheit zerstört, auch Grüner Star genannt. Tumore kommen ebenso vor und Flussblindheit, ausgelöst durch den Stich der Kriebelmücke, die an schnell fließenden Gewässern lebt.</p>
<p>Anders als in Europa oder Nordamerika kommen die Menschen in Ghana erst zum Arzt, wenn es gar nicht mehr anders geht. Kein Wunder, sind doch die Ansprüche an das Sehen in den Entwicklungsländern längst nicht so hoch. Kaum jemand liest &#8211; 40 Prozent der Menschen sind Analphabeten – oder sieht gar fern. Die wenigsten Dörfer sind bisher an das Stromnetz angeschlossen.</p>
<p>Im Gegensatz zum Glaukom, bei dem der Arzt nur retten kann, was noch nicht zerstört ist, gelingt es Ellendorff und seinem Team bei den Katarakten, den Menschen ihr verlorenes Augenlicht wiederzugeben. Bei Afia Birago hat der Arzt Grauen Star an beiden Augen festgestellt. Sogar mit bloßem Auge lassen sich die weißen, eingetrübten Pupillen in ihren braunen Augen erkennen. Gleich für den nächsten Morgen wird die Patientin auf die Operationsliste gesetzt.</p>
<p>Was der Operateur zu tun hat, klingt simpel, ist aber kompliziert. Das Auge wird am Rand der Hornhaut eröffnet, die getrübte Linse mit einem vereisten Stäbchen angefroren und herausgezogen. Danach wird wieder zugenäht. Eine filigrane Arbeit, die viel Fingerspitzengefühl und eine ruhige Hand erfordert. Operiert wird unter dem Mikroskop. Bei Afia Birago wird zunächst die getrübte Linse eines Auges entfernt.</p>
<p>Drei Tage später: Der Optiker des Krankenhauses passt Afia Birago ihre neue Brille an, die er aus Rohlingsgläsern und Brillengestellen selber herstellt. Dicke Gläser mit über zehn Dioptren ersetzen die entfernte Linse. Afia Birago kann wieder sehen. Zunächst nur auf einem Auge, beide Augen operieren zu lassen, war ihr zu teuer, denn die Operation muss aus eigener Tasche bezahlt werden. Eine Krankenversicherung gibt es in Ghana nicht.</p>
<p><figure id="attachment_3955" aria-describedby="caption-attachment-3955" style="width: 228px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Agoklein+.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-3955" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Agoklein+.jpg" alt="Deutlich ist die getrübte Linse zu erkennen." width="228" height="398" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Agoklein+.jpg 228w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Agoklein+-171x300.jpg 171w" sizes="auto, (max-width: 228px) 100vw, 228px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3955" class="wp-caption-text">Deutlich ist die getrübte Linse zu erkennen.</figcaption></figure></p>
<p>Erst wenn die Operation des ersten Auges gelungen ist, die Patienten den Erfolg im wahrsten Sinne des Wortes sehen können, entschließen sich viele, auch das zweite Auge operieren zu lassen. Diese OP ist etwas teurer. „Weil die Menschen dann nicht mehr blind sind“, erläutert Ellendorff.</p>
<p>Afia Birago hat das Krankenhaus nach zehn Tagen verlassen. Ohne fremde Hilfe. Sie hat ihren Weg wieder klar vor Augen.</p>
<p><figure id="attachment_3956" aria-describedby="caption-attachment-3956" style="width: 513px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Ago03.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-3956" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Ago03.jpg" alt="Afia Birago und ihre Tochter Akna Adowaa (links)                                  " width="513" height="800" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Ago03.jpg 513w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Ago03-192x300.jpg 192w" sizes="auto, (max-width: 513px) 100vw, 513px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3956" class="wp-caption-text">Afia Birago und ihre Tochter Akna Adowaa (links)</figcaption></figure></p>
<p><figure id="attachment_3958" aria-describedby="caption-attachment-3958" style="width: 571px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Ago02.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-3958" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Ago02.jpg" alt="Die Operation erfolgt unter dem Mikroskop." width="571" height="800" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Ago02.jpg 571w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Ago02-214x300.jpg 214w" sizes="auto, (max-width: 571px) 100vw, 571px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3958" class="wp-caption-text">Die Operation erfolgt unter dem Mikroskop.</figcaption></figure></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg09.met.vgwort.de/na/cb7ae3e1a060436b8a6dbe9b795f807d" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><em>Anmerkung: Dieser Artikel ist 1994 erschienen. Dr. Klaus Ellendorff praktiziert inzwischen als niedergelassener Augenarzt in Lüneburg. Seinen Platz in Agogo haben andere Augenärzte eingenommen. Außerdem hat er während seiner Zeit in Ghana einheimische Ärzte ausgebildet, die seine Arbeit fortführen.</em></p>
<p><em><br />
Seit vier Jahren gibt es eine Krankenversicherung in Ghana, die etwa 40 Prozentder Bevölkerung haben und die für einen Großteil der Behandlung zahlt.</em></p>
<p><em><br />
Die Patienten in Afrika erhalten mittlerweile statt dicker Brillen Kunstlinsen, wie es in Europa und Nordamerika schon lange üblich ist.</em></p>
<p>Weitere Informationen über die Arbeit der Christoffel Blindenmission:<br />
<a href="https://www.cbm.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.cbm.de</a><br />
Das Agogo Presbytarian Hospital<br />
<a href="http://www.agogopresbyhospital.org/?q=node/21" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.agogopresbyhospital.org/?q=node/21</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/die-wiederkehr-des-augenlichtes/">Die  Wiederkehr des Augenlichtes</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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