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	Kommentare zu: Polizeideutsch: Die Polizeiperson befuhr die Straßenkrümme	</title>
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		<title>
		Von: Obstkorb		</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/#comment-69632</link>

		<dc:creator><![CDATA[Obstkorb]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Dec 2017 09:06:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[A propos Anglismen: *Amtssprache* gibt es nicht nur bei uns - So wurde aus dem *RTA* = *road traffic accident* im Laufe der letzten Jahre die *RTC* = *road traffic collision*. Begründung: Ein *accident* = *Unfall* sei ein zufälliges Ereignis, dem nicht immer eine exakte Ursache zugeordnet werden könne, während dies bei einer *collision* üblicherweise möglich ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>A propos Anglismen: *Amtssprache* gibt es nicht nur bei uns &#8211; So wurde aus dem *RTA* = *road traffic accident* im Laufe der letzten Jahre die *RTC* = *road traffic collision*. Begründung: Ein *accident* = *Unfall* sei ein zufälliges Ereignis, dem nicht immer eine exakte Ursache zugeordnet werden könne, während dies bei einer *collision* üblicherweise möglich ist.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
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		<title>
		Von: Andreas		</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/#comment-18947</link>

		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Oct 2014 14:45:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Bitteschön :-) Toller Artikel übrigens, war mal überfällig.

Einen hab ich mir noch aufgehoben:

Wie würde ein Polizist zu einer Gruppe von Menschen sagen, die sich (wozu auch immer (Demo??) __friedlich__ zusammengefunden haben und bei denen sogar ein paar Migranten drunter sind:

Is&#039; doch klar:

&quot;Ansammlung von männlichen und weiblichen Personen deutscher sowie nichtdeutscher Herkunft ohne Aggressionspotential&quot;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bitteschön :-) Toller Artikel übrigens, war mal überfällig.</p>
<p>Einen hab ich mir noch aufgehoben:</p>
<p>Wie würde ein Polizist zu einer Gruppe von Menschen sagen, die sich (wozu auch immer (Demo??) __friedlich__ zusammengefunden haben und bei denen sogar ein paar Migranten drunter sind:</p>
<p>Is&#8216; doch klar:</p>
<p>&#8222;Ansammlung von männlichen und weiblichen Personen deutscher sowie nichtdeutscher Herkunft ohne Aggressionspotential&#8220;</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Susanne		</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/#comment-18946</link>

		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Oct 2014 14:36:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/#comment-18945&quot;&gt;Andreas&lt;/a&gt;.

Das sind ja wunderbare Beispiele. Vielen Dank dafür.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/#comment-18945">Andreas</a>.</p>
<p>Das sind ja wunderbare Beispiele. Vielen Dank dafür.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Andreas		</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/#comment-18945</link>

		<dc:creator><![CDATA[Andreas]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Oct 2014 14:31:36 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Okay, ich darf auch mal:

- &quot;Tatörtlichkeit&quot;
Die Polizei kennt ZWEIERLEI: den Tatort und die Tatörtlichkeit. Der  Tatort ist rein geographisch mit optionaler Zeitangabe (X-Straße in .....Y, aa:bb Uhr), während die Tatörtlichkeit z. B. die 3. Bank in der Südseite eines Parkes bezeichnet.

- &quot;Lichtzeichenanlage / Lichtsignalanlage&quot;
Ja, bei der P. schaltet niemals eine Ampel auf rot, sondern die Lichtzeichenanlage wechselt von Gelblicht auf Rotlicht.
*ABER* Liebe Polizisten, das sehe ich gerade noch als Anglizismus an, denn &quot;she ran a red light&quot; heißt im Englischen dass sie &quot;bei Rot&quot; gefahren ist. &quot;He received a red-light ticket&quot; - das ist kein cooles neuartiges Ticket mit eingebauten LEDs, sondern ein Strafzettel wegen Fahrens bei Rot.

&quot;Kontrolldelikt&quot;
Darauf kommt ihr nie. Wer diese Straftat begeht, ist i. d. R. wegen Korruption negativ aufgefallen.

&quot;visuelle Fahndungshilfe&quot;
Nix anderes as ein - im Regelfall - vom Polizeizeichner in-house gemaltes (Phantom-)bild. :)

&quot;samt Inhalt zur Verwertung&quot;
Dieses Schicksal können z. B. herrenlose auf öffentlichen Flächen ewig abgestellte Autos (Entschuldigung: &quot;vierrädrige Motorfahrzeuge&quot; ;)) erleiden. Ich muss zugeben, dass die &quot;vierrädrigen Motorfahrzeuge&quot; hier sogar keine schlechte Wahl sind, denn sie schließen auch Quads ein ;-) 

&quot;szenetypische Päckchen mit Anhaftungen von BTM&quot;
= nix anderes als kleine Briefchen mit Hasch, Marihuana oder Heroin. BTM = Betäubungsmittel. (Welcher Polizist würde jemals ein primitives Wort wie &quot;Drogen&quot; in den Mund nehmen??!)

&quot;Sistierung&quot;
(Fachsprache.) Häufig svw. &quot;Verlegung&quot;. Z. B. wenn einer von München-Nord aus der U-Haft in die von München-Süd &quot;verbracht&quot; wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Okay, ich darf auch mal:</p>
<p>&#8211; &#8222;Tatörtlichkeit&#8220;<br />
Die Polizei kennt ZWEIERLEI: den Tatort und die Tatörtlichkeit. Der  Tatort ist rein geographisch mit optionaler Zeitangabe (X-Straße in &#8230;..Y, aa:bb Uhr), während die Tatörtlichkeit z. B. die 3. Bank in der Südseite eines Parkes bezeichnet.</p>
<p>&#8211; &#8222;Lichtzeichenanlage / Lichtsignalanlage&#8220;<br />
Ja, bei der P. schaltet niemals eine Ampel auf rot, sondern die Lichtzeichenanlage wechselt von Gelblicht auf Rotlicht.<br />
*ABER* Liebe Polizisten, das sehe ich gerade noch als Anglizismus an, denn &#8222;she ran a red light&#8220; heißt im Englischen dass sie &#8222;bei Rot&#8220; gefahren ist. &#8222;He received a red-light ticket&#8220; &#8211; das ist kein cooles neuartiges Ticket mit eingebauten LEDs, sondern ein Strafzettel wegen Fahrens bei Rot.</p>
<p>&#8222;Kontrolldelikt&#8220;<br />
Darauf kommt ihr nie. Wer diese Straftat begeht, ist i. d. R. wegen Korruption negativ aufgefallen.</p>
<p>&#8222;visuelle Fahndungshilfe&#8220;<br />
Nix anderes as ein &#8211; im Regelfall &#8211; vom Polizeizeichner in-house gemaltes (Phantom-)bild. :)</p>
<p>&#8222;samt Inhalt zur Verwertung&#8220;<br />
Dieses Schicksal können z. B. herrenlose auf öffentlichen Flächen ewig abgestellte Autos (Entschuldigung: &#8222;vierrädrige Motorfahrzeuge&#8220; ;)) erleiden. Ich muss zugeben, dass die &#8222;vierrädrigen Motorfahrzeuge&#8220; hier sogar keine schlechte Wahl sind, denn sie schließen auch Quads ein ;-) </p>
<p>&#8222;szenetypische Päckchen mit Anhaftungen von BTM&#8220;<br />
= nix anderes als kleine Briefchen mit Hasch, Marihuana oder Heroin. BTM = Betäubungsmittel. (Welcher Polizist würde jemals ein primitives Wort wie &#8222;Drogen&#8220; in den Mund nehmen??!)</p>
<p>&#8222;Sistierung&#8220;<br />
(Fachsprache.) Häufig svw. &#8222;Verlegung&#8220;. Z. B. wenn einer von München-Nord aus der U-Haft in die von München-Süd &#8222;verbracht&#8220; wird.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Jörn		</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/#comment-18694</link>

		<dc:creator><![CDATA[Jörn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Apr 2014 09:13:11 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&quot;Sein Auto stark beschädigt vor fand ein 34-jähriger Einwohner von X-Stadt am gestrigen Donnerstag in der Y-Straße.&quot;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Sein Auto stark beschädigt vor fand ein 34-jähriger Einwohner von X-Stadt am gestrigen Donnerstag in der Y-Straße.&#8220;</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Susanne		</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/#comment-14673</link>

		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jan 2014 15:15:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Einspruch, Euer Ehren, aber nur halb:
Sicher ist es gut und wünschenswert, wenn Polizeibeamte so sprechen wie die Bürger auch, eben wegen der Verständlichkeit. Aber genau davon sind sie mit ihrem Jargon weit entfernt. Ich nehme nur mal den Fahrzeugführer, die Lichtzeichenanlage oder das Tötungsdelikt. So spricht kein normaler Mensch.
Ich gebe Dir aber Recht, dass das Tötungsdelikt ein Begriff mit einer juristischen Bedeutung ist, was ich weder beim Fahrzeugführer noch bei der Fahrerlaubnis oder der Lichtzeichenanlage sehe. Wegen der juristischen Spitzfindigkeiten zwischen Mord und Totschlag kann ich das Tötungsdelikt deshalb durchaus in einer Polizeimeldung aktzeptieren, würde es aber nie in der Zeitung schreiben. Es gibt ja noch mehr Möglichkeiten: ist gewaltsam ums Leben gekommen, wurde umgebracht, etc. 
Bei der Person dagegen sehe ich nicht, was daran falsch sei, Mann, Frau oder Kind zu schreiben. Das ist immer noch etwas anderes als Blondine, es bezeichnet nur eine Tatsache. Warum also nicht so konkret sein wie möglich, ohne in eine juristische Falle zu tappen?
Übrigens geht es auch in Pressetexten, wenn sie Nachrichtentexte sind, nicht um schöne, sondern um präzise Sprache. Da macht es für mich einen Unterschied, ob es heißt &quot;im Bereich der Hauptstraße&quot; oder &quot;in der Hauptstraße&quot;. Der Bereich sind nämlich nach meinem Verständnis auch die Straßen drumherum. Für die Polizei sind  Bereich und konkreter Ort dasselbe. Das ist so eine typische Berufssprachen-Marotte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einspruch, Euer Ehren, aber nur halb:<br />
Sicher ist es gut und wünschenswert, wenn Polizeibeamte so sprechen wie die Bürger auch, eben wegen der Verständlichkeit. Aber genau davon sind sie mit ihrem Jargon weit entfernt. Ich nehme nur mal den Fahrzeugführer, die Lichtzeichenanlage oder das Tötungsdelikt. So spricht kein normaler Mensch.<br />
Ich gebe Dir aber Recht, dass das Tötungsdelikt ein Begriff mit einer juristischen Bedeutung ist, was ich weder beim Fahrzeugführer noch bei der Fahrerlaubnis oder der Lichtzeichenanlage sehe. Wegen der juristischen Spitzfindigkeiten zwischen Mord und Totschlag kann ich das Tötungsdelikt deshalb durchaus in einer Polizeimeldung aktzeptieren, würde es aber nie in der Zeitung schreiben. Es gibt ja noch mehr Möglichkeiten: ist gewaltsam ums Leben gekommen, wurde umgebracht, etc.<br />
Bei der Person dagegen sehe ich nicht, was daran falsch sei, Mann, Frau oder Kind zu schreiben. Das ist immer noch etwas anderes als Blondine, es bezeichnet nur eine Tatsache. Warum also nicht so konkret sein wie möglich, ohne in eine juristische Falle zu tappen?<br />
Übrigens geht es auch in Pressetexten, wenn sie Nachrichtentexte sind, nicht um schöne, sondern um präzise Sprache. Da macht es für mich einen Unterschied, ob es heißt &#8222;im Bereich der Hauptstraße&#8220; oder &#8222;in der Hauptstraße&#8220;. Der Bereich sind nämlich nach meinem Verständnis auch die Straßen drumherum. Für die Polizei sind  Bereich und konkreter Ort dasselbe. Das ist so eine typische Berufssprachen-Marotte.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: dubberle		</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/#comment-14671</link>

		<dc:creator><![CDATA[dubberle]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jan 2014 14:21:40 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.pyrolim.de/?p=1165#comment-14671</guid>

					<description><![CDATA[Ich verstehe Deine Kritik aus sprachlicher Sicht durchaus, und ich möchte eigentlich in die gleiche Kerbe schlagen. Trotzdem will ich hier eine andere, im Grunde von der Idee der Unschuldsvermutung getriebene Sicht auf solche Formulierungen präsentieren und damit eine Lanze für solche Formulierungen brechen:

Es ist sicherlich ein Fakt, daß viele Leute, wenn nicht gar die Mehrheit unserer Mitmenschen, eben nicht über eine solch ausgeprägte sprachliche Bildung verfügen, wie sie Dich für Deinen Beruf qualifiziert. Dies trifft dann natürlich insbesondere auch auf viele Polizisten zu, denn die Polizisten rekrutieren sich ja aus dem Durchschnitt der Bevölkerung. Im Grunde ist das auch gut so: wenn Polizisten und die Bürger, auf die sie treffen, auf sprachlich ähnlichem Niveau kommunizieren, gibt es weniger Mißverständnisse, und die Bürger fassen schneller Vertrauen zu den Polizisten, denn dadurch werden die Polizisten als &quot;einer von uns&quot; (nur eben in Uniform) erkannt.

Nun schreiben Polizisten aber auch Berichte, Pressemitteilungen, Protokolle und was weiß ich noch nicht alles - lauter Texte, deren Inhalt in der Regel durchaus das Potential hat auf die juristische Goldwaage gelegt zu werden. Gibt ein Polizei-Pressesprecher eine Information heraus, muß diese stets absolut korrekt und in ihren Formulierungen juristisch wasserdicht sein, sie muß absolut neutral gehalten sein und darf deshalb keine Wertungen enthalten. Andernfalls drohen schnell Verleumdungsklagen oder ähnliches. Ich beneide deshalb Polizisten (die in der Regel kein juristisches Studium absolviert haben) schon deshalb nicht um ihren Job, weil ihre im Dienst gewählten Formulierungen mitunter juristischen Maßstäben standhaltenn müssen. Damit sitzen sie eigentlich immer auf einer tickenden Zeitbombe. 

Ich finde es daher grundsätzlich besser, wenn allgemein von einem &quot;Tötungsdelikt&quot; gesprochen wird - denn dieser Begriff beinhaltet eben genau keine juristische Wertung, beschreibt aber die Sachlage präzise und emotionslos: Es wurde jemand getötet, was selbstverständlich ein Delikt ist – welches auch immer. Verwendet der Polizist solch einen Begriff, kann ihm (oder auch ganz abstrakt der Polizei an sich) später niemand eine Vorverurteilung oder – noch schlimmer – daraus abgeleitet eine Befangenheit vorgeworfen werden. Aus ähnlichen Gründen finde ich persönlich es dann auch besser, wenn ich in der Zeitung ebenso von einem Tötungsdelikt lese.

Ebenso finde ich extrem abstrakte Formulierungen, wie etwa &quot;Person&quot; richtig. Je konkreter die Formulierung wird (z.B. Mann, Frau, Junge, Mädchen, Seniorin oder gar Blondine) wird, desto mehr Emotionen schwingen beim Leser wie beim Schreiber mit. Um der Objektivität (und damit der Gerechtigkeit) Willen müssen Emotionen in solchen Kontexten aber soweit als möglich vermieden werden, solange der Sachverhalt nicht rechtskräftig geklärt ist. Der Gebrauch abstrakter Formulierungen hilft insofern der Gerechtigkeit und kann übrigens auch emotional labileren Mitmenschen helfen an sich schreckliche Informationen zu verkraften, auch wenn dabei natürlich extrem &quot;unschöne&quot; Texte herauskommen. Es geht bei Polizeiberichten aber auch nicht um sprachliche Schönheit. Vielleicht ist ein unschöner Text einer unschönen Tatsache (z.B. einem Tötungsdelikt) sogar insgesamt angemessener.

Ich plädiere also dafür, derlei abstrakte, emotionslose Begriffe in allen Meldungen beizubehalten, in denen die Sachlage selbst noch nicht juristisch rechtskräftig gewertet ist. Ein Bericht über eine Verurteilung eines Straftäters kann und sollte dann entsprechend die Wertung des Gerichts nennen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich verstehe Deine Kritik aus sprachlicher Sicht durchaus, und ich möchte eigentlich in die gleiche Kerbe schlagen. Trotzdem will ich hier eine andere, im Grunde von der Idee der Unschuldsvermutung getriebene Sicht auf solche Formulierungen präsentieren und damit eine Lanze für solche Formulierungen brechen:</p>
<p>Es ist sicherlich ein Fakt, daß viele Leute, wenn nicht gar die Mehrheit unserer Mitmenschen, eben nicht über eine solch ausgeprägte sprachliche Bildung verfügen, wie sie Dich für Deinen Beruf qualifiziert. Dies trifft dann natürlich insbesondere auch auf viele Polizisten zu, denn die Polizisten rekrutieren sich ja aus dem Durchschnitt der Bevölkerung. Im Grunde ist das auch gut so: wenn Polizisten und die Bürger, auf die sie treffen, auf sprachlich ähnlichem Niveau kommunizieren, gibt es weniger Mißverständnisse, und die Bürger fassen schneller Vertrauen zu den Polizisten, denn dadurch werden die Polizisten als &#8222;einer von uns&#8220; (nur eben in Uniform) erkannt.</p>
<p>Nun schreiben Polizisten aber auch Berichte, Pressemitteilungen, Protokolle und was weiß ich noch nicht alles &#8211; lauter Texte, deren Inhalt in der Regel durchaus das Potential hat auf die juristische Goldwaage gelegt zu werden. Gibt ein Polizei-Pressesprecher eine Information heraus, muß diese stets absolut korrekt und in ihren Formulierungen juristisch wasserdicht sein, sie muß absolut neutral gehalten sein und darf deshalb keine Wertungen enthalten. Andernfalls drohen schnell Verleumdungsklagen oder ähnliches. Ich beneide deshalb Polizisten (die in der Regel kein juristisches Studium absolviert haben) schon deshalb nicht um ihren Job, weil ihre im Dienst gewählten Formulierungen mitunter juristischen Maßstäben standhaltenn müssen. Damit sitzen sie eigentlich immer auf einer tickenden Zeitbombe. </p>
<p>Ich finde es daher grundsätzlich besser, wenn allgemein von einem &#8222;Tötungsdelikt&#8220; gesprochen wird &#8211; denn dieser Begriff beinhaltet eben genau keine juristische Wertung, beschreibt aber die Sachlage präzise und emotionslos: Es wurde jemand getötet, was selbstverständlich ein Delikt ist – welches auch immer. Verwendet der Polizist solch einen Begriff, kann ihm (oder auch ganz abstrakt der Polizei an sich) später niemand eine Vorverurteilung oder – noch schlimmer – daraus abgeleitet eine Befangenheit vorgeworfen werden. Aus ähnlichen Gründen finde ich persönlich es dann auch besser, wenn ich in der Zeitung ebenso von einem Tötungsdelikt lese.</p>
<p>Ebenso finde ich extrem abstrakte Formulierungen, wie etwa &#8222;Person&#8220; richtig. Je konkreter die Formulierung wird (z.B. Mann, Frau, Junge, Mädchen, Seniorin oder gar Blondine) wird, desto mehr Emotionen schwingen beim Leser wie beim Schreiber mit. Um der Objektivität (und damit der Gerechtigkeit) Willen müssen Emotionen in solchen Kontexten aber soweit als möglich vermieden werden, solange der Sachverhalt nicht rechtskräftig geklärt ist. Der Gebrauch abstrakter Formulierungen hilft insofern der Gerechtigkeit und kann übrigens auch emotional labileren Mitmenschen helfen an sich schreckliche Informationen zu verkraften, auch wenn dabei natürlich extrem &#8222;unschöne&#8220; Texte herauskommen. Es geht bei Polizeiberichten aber auch nicht um sprachliche Schönheit. Vielleicht ist ein unschöner Text einer unschönen Tatsache (z.B. einem Tötungsdelikt) sogar insgesamt angemessener.</p>
<p>Ich plädiere also dafür, derlei abstrakte, emotionslose Begriffe in allen Meldungen beizubehalten, in denen die Sachlage selbst noch nicht juristisch rechtskräftig gewertet ist. Ein Bericht über eine Verurteilung eines Straftäters kann und sollte dann entsprechend die Wertung des Gerichts nennen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Ania Dornheim		</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/#comment-1942</link>

		<dc:creator><![CDATA[Ania Dornheim]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 May 2012 14:41:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Sehr nett ...  Und so wahr!
In der Süddeutschen stand auch mal eine lustige Polizei-Sprech-Variante:

http://www.textwende.de/tipps/beamtendeutsch/entdeckung/]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr nett &#8230;  Und so wahr!<br />
In der Süddeutschen stand auch mal eine lustige Polizei-Sprech-Variante:</p>
<p><a href="http://www.textwende.de/tipps/beamtendeutsch/entdeckung/" rel="nofollow ugc">http://www.textwende.de/tipps/beamtendeutsch/entdeckung/</a></p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Pyrolim		</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/#comment-657</link>

		<dc:creator><![CDATA[Pyrolim]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 20:20:15 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.pyrolim.de/?p=1165#comment-657</guid>

					<description><![CDATA[Lieber Herr Muhtz, vielen Dank fuer diesen Kommentar, der adelt diesen Beitrag. Ich lege aber Wert auf die Feststellung, dass Sie besser schreiben als hier beschrieben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Herr Muhtz, vielen Dank fuer diesen Kommentar, der adelt diesen Beitrag. Ich lege aber Wert auf die Feststellung, dass Sie besser schreiben als hier beschrieben.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Stefan Muhtz		</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/#comment-656</link>

		<dc:creator><![CDATA[Stefan Muhtz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 19:23:01 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.pyrolim.de/?p=1165#comment-656</guid>

					<description><![CDATA[Herrlich, ich erkenne mich wieder als Pressesprecher und Textverfasser. Nun lockt aber der Schalk - ich sollte die &quot;Un&quot;worte häufiger benutzen, damit diese schöne Seite weiterlebt und gefüllt wird.
Ach ja und in Sachen Kinderwagen:
§ 24 Besondere Fortbewegungsmittel
(1) Schiebe- und Greifreifenrollstühle, Rodelschlitten, Kinderwagen, Roller, Kinderfahrräder, Inline-Skates, Rollschuhe und ähnliche nicht motorbetriebene Fortbewegungsmittel sind nicht Fahrzeuge im Sinne dieser Verordnung. Für den Verkehr mit diesen Fortbewegungsmitteln gelten die Vorschriften für den Fußgängerverkehr entsprechend.
Augenzwinker ;-)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Herrlich, ich erkenne mich wieder als Pressesprecher und Textverfasser. Nun lockt aber der Schalk &#8211; ich sollte die &#8222;Un&#8220;worte häufiger benutzen, damit diese schöne Seite weiterlebt und gefüllt wird.<br />
Ach ja und in Sachen Kinderwagen:<br />
§ 24 Besondere Fortbewegungsmittel<br />
(1) Schiebe- und Greifreifenrollstühle, Rodelschlitten, Kinderwagen, Roller, Kinderfahrräder, Inline-Skates, Rollschuhe und ähnliche nicht motorbetriebene Fortbewegungsmittel sind nicht Fahrzeuge im Sinne dieser Verordnung. Für den Verkehr mit diesen Fortbewegungsmitteln gelten die Vorschriften für den Fußgängerverkehr entsprechend.<br />
Augenzwinker ;-)</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
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