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	<title>Pressestelle Archive - Pyrolirium</title>
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	<title>Pressestelle Archive - Pyrolirium</title>
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		<title>Polizeideutsch: Die Polizeiperson befuhr die Straßenkrümme</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 20:40:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Polizeideutsch &#8211; eine besondere Spielart der Sprache Das schönste Beispiel von Polizeideutsch ist nicht aus unserer Region, ich habe es hier noch nie gehört. Aber ich will es niemandem vorenthalten: Straßenkrümme = Kurve. Ich weiß nicht, wer so redet, aber ich weiß aus meiner täglichen Arbeit, dass Pressemeldungen der Polizei nur so von teilweise abstrusen Begriffen strotzen. Deshalb habe ich die schönsten und häufigsten Begriffe aufgeschrieben. Tötungsdelikt: Mord oder Totschlag oder fahrlässige Tötung oder was auch immer das Strafgesetzbuch an Tötungsdelikten hergibt. Angesichts der Unklarheit, was am Ende juristisch dabei herauskommt, ziehen sich Polizei und Staatsanwaltschaft gern auf den Begriff Tötungsdelikt zurück. Lässt sich auch gut durch die Worte Bluttat (wenn Blut geflossen ist) oder schlicht Mord ersetzen. Wenn&#8217;s hinterher doch nur Totschlag ist, umso besser für das Strafmaß das Täters. Person: Retter und Polizisten kennen rein sprachlich betrachtet weder Männer noch Frauen. Alles, was auf zwei Beinen herumläuft und kein Vogel ist, firmiert bei ihnen unter dem Begriff &#8222;Person&#8220;. Zwecks Geschlechtsbestimmung gern mit dem Zusatz männliche oder weibliche Person verwendet. Verunfallt: Seltsame Beugung eines Substantives, kommt bei Polizei und Feuerwehr immer wieder vor. Die &#8222;verunfallte Person&#8220; ist eine unausrottbare Polizei-Marotte. Dass auch Verben verdreht werden, zeigt der tatsächlich einst von einer Pressestelle so verbreitete Satz: &#8222;das Kleinkind, das in einer Karre aufhältig war&#8220;. Tatverdächtiger, unbekannter: Ein Täter ist so lange ein mutmaßlicher Täter oder ein Verdächtiger, bis er rechtskräftig verurteilt ist. Ein unbekannter Täter aber ist immer ein Täter und nie ein Tatverdächtiger, weil die Tat ja noch niemandem angelastet wird. Oder, schlicht ausgedrückt: Wenn ein Unbekannter ein Opfer ausraubt, ist dieser Unbekannte der Täter, denn dass da einer eine Tat begangen hat, ist unstrittig. Nur wenn zwei Menschen auf ein Opfer einschlagen und das Opfer nicht sagen kann, von wem die Faust kam, ist jeder von beiden der Tat verdächtig, aber einen von beiden der Täter. So weit klar? Schadenfeuer: So redet kein Mensch, doch der Begriff kommt immer wieder in Polizeimeldungen vor. Es gibt tatsächlich eine Erklärung dafür: ein Schadenfeuer ist eines, das Schaden anrichtet. Ein Osterfeuer, ein Gartenfeuer, ein Grillfeuer ist kein Schadenfeuer, sondern ein Spaßfeuer oder ein nützliches Feuer. Darüber aber schreiben Polizeipressestellen keine Meldungen. Fahrzeugführer: Polizeibegriff für Autofahrer. Das muss man nicht kommentieren, das muss man nur konsequent ersetzen. Am besten mit der Funktion Suche-Tausche. Fahrzeug: Alles was auf Rädern unterwegs ist. Lässt sich nicht so einfach in Auto übersetzen, denn es könnte ja auch ein Motorrad, ein Fahrrad oder ein Lastwagen sein. Merke: Ein Kinderwagen hat zwar auch Räder, ist aber kein Fahrzeug. Auch wenn man damit das Baby spazieren fährt. Widerständler: Wenn sich jemand der Festnahme zu entziehen versucht, entweder in dem er schlägt, spuckt, um sich tritt oder sich windet, leistet er Widerstand gegen die Staatsgewalt. Dann ist er ein Widerständler, was nichts, aber auch gar nichts mit einem Widerstandskämpfer zu tun hat. Ich jedenfalls leiste heftigen Widerstand gegen die Verwendung des Wortes. Verbale Auseinandersetzung/körperliche Auseinandersetzung: Meistens folgt beides knapp hintereinander. Der verbalen folgt die körperliche Auseinandersetzung. Klein Fritzchen würde sagen, erst haben sie sich angeschrien und dann haben sie sich gekloppt. Etwas feiner ausgedrückt: Sie haben gestritten, und dann sind sie mit Fäusten aufeinander losgegangen/hat der eine dem anderen einen Kinnhaken verpasst/haben sie sich geprügelt/wälzten sie sich am Boden oder, oder, oder. Die Möglichkeiten, eine Auseinandersetzung, ob verbal oder körperlich, zu beschreiben, sind unbegrenzt. Die alarmierten Rettungskräfte: Das sind die, die immer am Unfallort oder am Tatort eintreffen. Wenn sie alarmiert werden. Wenn sie nicht alarmiert werden, treffen sie auch nicht ein, es sei denn, sie kommen zufällig vorbei. Dann sind sie aber keine Rettungskräfte, sondern Ersthelfer oder Zeugen. Sollten Rettungskräfte kommen, die nicht alarmiert wurden, können es nur Hellseher sein. Im Bereich: Andere Leute definieren Orte nach Straßen oder Plätzen, Polizisten leben in Bereichen. Die Übersetzung ist ganz einfach: Im Bereich der Dorfstraße heißt schlicht in der Dorfstraße. Bereiche lassen sich einfach ersatzlos streichen, ohne dass der Sinn in den Bereich der Ungenauigkeit abgleitet. Befahren: Andere Leute fahren auf Straßen, in Polizeimeldungen werden Straßen befahren. Da gibt es Meldungen wie &#8222;Fahrradfahrerin befuhr Radweg auf der falschen Seite&#8220; oder &#8222;Das Fahrzeug befuhr die Straße in Richtung X-Stadt.&#8220; Grundsätzlich ist befahren zwar nicht falsch, etwa in dem Satz: &#8222;Die A 100 in Berlin ist die am stärksten befahrene Autobahn in Deutschland.&#8220; Aber im oben genannten Zusammenhang wäre &#8222;Radfahrerin fuhr auf der falschen Seite des Radwegs&#8220; nach meinem Empfinden einfach das bessere Deutsch. Die Liste ließe sich sicher noch verlängern. Kennt Ihr gute Beispiele für schlechtes Deutsch aus Polizeimeldungen? Immer her damit. Merken</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/">Polizeideutsch: Die Polizeiperson befuhr die Straßenkrümme</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Polizeideutsch &#8211; eine besondere Spielart der Sprache</h2>
<p>Das schönste Beispiel von Polizeideutsch ist nicht aus unserer Region, ich habe es hier noch nie gehört. Aber ich will es niemandem vorenthalten: Straßenkrümme = Kurve. Ich weiß nicht, wer so redet, aber ich weiß aus meiner täglichen Arbeit, dass Pressemeldungen der Polizei nur so von teilweise abstrusen Begriffen strotzen. Deshalb habe ich die schönsten und häufigsten Begriffe aufgeschrieben.<br />
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<p><strong>Tötungsdelikt:</strong><br />
Mord oder Totschlag oder fahrlässige Tötung oder was auch immer das Strafgesetzbuch an Tötungsdelikten hergibt. Angesichts der Unklarheit, was am Ende juristisch dabei herauskommt, ziehen sich Polizei und Staatsanwaltschaft gern auf den Begriff Tötungsdelikt zurück. Lässt sich auch gut durch die Worte Bluttat (wenn Blut geflossen ist) oder schlicht Mord ersetzen. Wenn&#8217;s hinterher doch nur Totschlag ist, umso besser für das Strafmaß das Täters.</p>
<p><strong>Person:</strong><br />
Retter und Polizisten kennen rein sprachlich betrachtet weder Männer noch Frauen. Alles, was auf zwei Beinen herumläuft und kein Vogel ist, firmiert bei ihnen unter dem Begriff &#8222;Person&#8220;. Zwecks Geschlechtsbestimmung gern mit dem Zusatz männliche oder weibliche Person verwendet.</p>
<p><strong>Verunfallt:</strong><br />
Seltsame Beugung eines Substantives, kommt bei Polizei und Feuerwehr immer wieder vor. Die &#8222;verunfallte Person&#8220; ist eine unausrottbare Polizei-Marotte. Dass auch Verben verdreht werden, zeigt der tatsächlich einst von einer Pressestelle so verbreitete Satz: &#8222;das Kleinkind, das in einer Karre aufhältig war&#8220;.</p>
<p><strong>Tatverdächtiger, unbekannter:</strong><br />
Ein Täter ist so lange ein mutmaßlicher Täter oder ein Verdächtiger, bis er rechtskräftig verurteilt ist. Ein unbekannter Täter aber ist immer ein Täter und nie ein Tatverdächtiger, weil die Tat ja noch niemandem angelastet wird. Oder, schlicht ausgedrückt: Wenn ein Unbekannter ein Opfer ausraubt, ist dieser Unbekannte der Täter, denn dass da einer eine Tat begangen hat, ist unstrittig. Nur wenn zwei Menschen auf ein Opfer einschlagen und das Opfer nicht sagen kann, von wem die Faust kam, ist jeder von beiden der Tat verdächtig, aber einen von beiden der Täter. So weit klar?</p>
<p><strong>Schadenfeuer:</strong><br />
So redet kein Mensch, doch der Begriff kommt immer wieder in Polizeimeldungen vor. Es gibt tatsächlich eine Erklärung dafür: ein Schadenfeuer ist eines, das Schaden anrichtet. Ein Osterfeuer, ein Gartenfeuer, ein Grillfeuer ist kein Schadenfeuer, sondern ein Spaßfeuer oder ein nützliches Feuer. Darüber aber schreiben Polizeipressestellen keine Meldungen.</p>
<p><strong>Fahrzeugführer:</strong><br />
Polizeibegriff für Autofahrer. Das muss man nicht kommentieren, das muss man nur konsequent ersetzen. Am besten mit der Funktion Suche-Tausche.</p>
<p><strong>Fahrzeug:</strong><br />
Alles was auf Rädern unterwegs ist. Lässt sich nicht so einfach in Auto übersetzen, denn es könnte ja auch ein Motorrad, ein Fahrrad oder ein Lastwagen sein. Merke: Ein Kinderwagen hat zwar auch Räder, ist aber kein Fahrzeug. Auch wenn man damit das Baby spazieren fährt.</p>
<p><strong>Widerständler:</strong><br />
Wenn sich jemand der Festnahme zu entziehen versucht, entweder in dem er schlägt, spuckt, um sich tritt oder sich windet, leistet er Widerstand gegen die Staatsgewalt. Dann ist er ein Widerständler, was nichts, aber auch gar nichts mit einem Widerstandskämpfer zu tun hat. Ich jedenfalls leiste heftigen Widerstand gegen die Verwendung des Wortes.</p>
<p><strong>Verbale Auseinandersetzung/körperliche Auseinandersetzung:</strong><br />
Meistens folgt beides knapp hintereinander. Der verbalen folgt die körperliche Auseinandersetzung. Klein Fritzchen würde sagen, erst haben sie sich angeschrien und dann haben sie sich gekloppt. Etwas feiner ausgedrückt: Sie haben gestritten, und dann sind sie mit Fäusten aufeinander losgegangen/hat der eine dem anderen einen Kinnhaken verpasst/haben sie sich geprügelt/wälzten sie sich am Boden oder, oder, oder. Die Möglichkeiten, eine Auseinandersetzung, ob verbal oder körperlich, zu beschreiben, sind unbegrenzt.</p>
<p><strong>Die alarmierten Rettungskräfte:</strong><br />
Das sind die, die immer am Unfallort oder am Tatort eintreffen. Wenn sie alarmiert werden. Wenn sie nicht alarmiert werden, treffen sie auch nicht ein, es sei denn, sie kommen zufällig vorbei. Dann sind sie aber keine Rettungskräfte, sondern Ersthelfer oder Zeugen. Sollten Rettungskräfte kommen, die nicht alarmiert wurden, können es nur Hellseher sein.</p>
<p><strong>Im Bereich:</strong><br />
Andere Leute definieren Orte nach Straßen oder Plätzen, Polizisten leben in Bereichen. Die Übersetzung ist ganz einfach: Im Bereich der Dorfstraße heißt schlicht in der Dorfstraße. Bereiche lassen sich einfach ersatzlos streichen, ohne dass der Sinn in den Bereich der Ungenauigkeit abgleitet.</p>
<p><strong>Befahren:</strong><br />
Andere Leute fahren auf Straßen, in Polizeimeldungen werden Straßen befahren. Da gibt es Meldungen wie &#8222;Fahrradfahrerin befuhr Radweg auf der falschen Seite&#8220; oder &#8222;Das Fahrzeug befuhr die Straße in Richtung X-Stadt.&#8220; Grundsätzlich ist befahren zwar nicht falsch, etwa in dem Satz: &#8222;Die A 100 in Berlin ist die am stärksten befahrene Autobahn in Deutschland.&#8220; Aber im oben genannten Zusammenhang wäre &#8222;Radfahrerin fuhr auf der falschen Seite des Radwegs&#8220; nach meinem Empfinden einfach das bessere Deutsch.</p>
<p>Die Liste ließe sich sicher noch verlängern. Kennt Ihr gute Beispiele für schlechtes Deutsch aus Polizeimeldungen? Immer her damit.</p>
<p><img decoding="async" src="http://vg09.met.vgwort.de/na/0c6be79850b74ff582a2a5e18bb33e89" alt="" width="1" height="1" /></p>
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