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	<title>Polizeideutsch Archive - Pyrolirium</title>
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	<title>Polizeideutsch Archive - Pyrolirium</title>
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		<title>Wie aus einer Polizeimeldung ein Nachrichtentext wird</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jan 2024 17:21:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="600" height="393" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Pause für die Sprach-Polizei. Wenn es um Unwörter geht, ist sie nicht gefragt." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" fetchpriority="high" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei.jpg 600w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei-150x98.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei-350x230.jpg 350w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><p>Die Polizeipressestellen der Polizeidirektionen geben regelmäßig Medieninformationen über Straftaten, Unfälle oder bemerkenswerte Vorfälle heraus. Oft genug mit dem Wunsch, Zeugen zu finden. Aber da die Autoren Polizisten und keine Journalisten sind, schreiben sie keine journalistischen Texte. Deshalb kommt hier die Verwandlung einer Polizeimeldung in einen Nachrichtentext. Das Beispiel ist eine reale Pressemitteilung der Polizei, die allerdings bereits ein paar Jahre alt ist. Ich habe sie natürlich anonymisiert, wie ich es schon bei dem Beispiel vom langen und vom kurzen Grünkohl gemacht habe. Es geht ja nur darum, das Prinzip zu erkenne. Ich stelle allerdings seit ein, zwei Jahren fest, dass die Texte aus den Polizeipressestellen mittlerweile online-konformer geworden sind. Zunächst wird ein Teaser formuliert, dessen Inhalt dann genauer ausgeführt wird. Genauso wie es Redaktionen halten. Hier die Original-Polizeimeldung Am Montagnachmittag, 21.03.20xx, wurden die Polizeidienststellen in X-Stadt und Y-Dorf durch Steinwürfe beschädigt. Vor dem Hintergrund der eingeleiteten Ermittlungen wegen des Verdachts der Sachbeschädigung werden Zeugen gesucht, die Angaben zum weiteren Tatgeschehen machen können. Nach derzeitigem Sachstand ereignete sich die Tat in&#160;Y-Dorf zwischen 13:30 Uhr und 16:55 Uhr. Unbekannte hatten ein Fenster der Polizeistation in der C-Straße mit einem Stein beworfen. Dadurch wurden ein Fenster und Mobiliar im Innenraum des Gebäudes beschädigt. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich die Beamten nicht in dem Dienstgebäude, der Schaden wurde bei ihrer Rückkehr zur Dienststelle von der Präsenzstreife festgestellt. Im Rahmen der Ermittlungen werden Zeugen gesucht, die während der Tatzeit verdächtige Personen in der C-Straße nahe der Polizeistation festgestellt haben. Wenige Stunden später ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall beim Polizeirevier von X-Stadt in der Q-Straße. Um 18.53 Uhr bemerkten mehrere im Gebäude anwesende Beamte kurz hintereinander zwei laute Geräusche. Schnell wurde festgestellt, dass sowohl die Verglasung der Eingangstür als auch die Scheibe eines daneben befindlichen Fensters stark beschädigt waren. Direkt vor den beschädigten Verglasungen befand sich jeweils ein größerer Naturstein. Außerdem stellten die Beamten vor dem Eingangsbereich einen 62-jährigen Mann fest, der sich augenscheinlich in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Er steht im Verdacht, die Sachbeschädigung in X-Stadt unter Zuhilfenahme von Steinen begangen zu haben. Gegen den Mann wurde ein Verfahren wegen des Verdachts der Sachbeschädigung eingeleitet. Aufgrund seines psychischen Ausnahmezustandes wurde der Mann zur weiteren Behandlung in eine Fachklinik gebracht. Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht, wird jetzt im Zuge der Ermittlungen geprüft. Die Höhe des Gesamtsachschadens steht zurzeit noch nicht fest. Sachdienliche Hinweise zu beiden Taten nimmt die Polizei usw., usw. entgegen. Kleine Anmerkungen zu typischen Formulierungen Bevor jetzt die umgeschriebene und so von der Redaktion veröffentlichte Version kommt, zunächst ein paar Anmerkungen zu den verwendeten Formulierungen. Die Polizei stellt in fest jeder Polizeimeldung etwas fest. Anders können die Beamten sprachlich gar nicht. In diesem Fall stellten sie die Beschädigungen fest &#8211; das mag ja noch angehen &#8211; und sie stellten den mutmaßlichen Täter fest. Feststellen ist eines der Lieblingswörter der Verfasser von Polizeimeldungen. Ein weiteres Lieblingswort ist das Tatgeschehen. Was würde sich an dem Inhalt ändern, wenn nur von der Tat geschrieben oder gesprochen würde? Gar nichts. Bei den sachdienlichen Hinweisen gilt dasselbe. Warum nicht einfach Hinweise schreiben? Ob sie sachdienlich sind, muss sich erst noch herausstellen. Und ein Zeuge wird das gar nicht einschätzen können. Ebenso überflüssig sind die &#8222;eingeleiteten Ermittlungen&#8220;. Ermittlungen reicht völlig. Polizeideutsch ist schon eine spezielle Art des Schreibens. Die Version der Redaktion Unbekannte haben am Montagnachmittag Steine auf die Polizeidienststellen in X-Stadt und in Y-Dorf geworfen. Beide Gebäude wurden dabei beschädigt. Die Beamten der Polizeistation X-Stadt ermitteln wegen Sachbeschädigung und suchen Zeugen. Die Tat in Y-Dorf ereignete sich zwischen 13.30 Uhr und 16.55 Uhr. In dieser Zeit war das Revier in der C-Straße nicht besetzt. Erst als die Polizeibeamten von ihrer Streifenfahrt zurückkamen, bemerkten sie den Schaden. Der oder die Täter hatten ein Fenster der Polizeistation mit einem Stein beworfen. Dadurch wurden das Fenster und das Mobiliar im Innenraum des Gebäudes beschädigt. Wenige Stunden später ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall beim Polizeirevier in X-Stadt in der Q-Straße. Um 18.53 Uhr hörten mehrere im Gebäude anwesende Beamte kurz hintereinander zwei laute Geräusche. Schnell entdeckten sie, dass sowohl die Verglasung der Eingangstür als auch die Scheibe eines benachbarten Fensters stark beschädigt waren. Direkt vor den beschädigten Verglasungen lag jeweils ein größerer Naturstein. Vor dem Eingang stand ein 62-jähriger Mann, der sich offenbar in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Die Beamten verdächtigen ihn, die Steine geworfen zu haben. Gegen den Mann ermittelt die Polizei jetzt wegen des Verdachts der Sachbeschädigung. Wegen seines psychischen Zustands wurde er in eine Fachklinik gebracht. Im Fall von Y-Dorf sucht die Polizei Zeugen, die am Montagnachmittag verdächtige Personen in der Q-Straße nahe der Polizeistation gesehen haben. Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht, wird noch geprüft. Die Höhe des gesamten Sachschadens steht noch nicht fest. Hinweise zu beiden Taten nimmt die Polizei usw., usw. entgegen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/wie-aus-einer-polizeimeldung-ein-nachrichtentext-wird/">Wie aus einer Polizeimeldung ein Nachrichtentext wird</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="600" height="393" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Pause für die Sprach-Polizei. Wenn es um Unwörter geht, ist sie nicht gefragt." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei.jpg 600w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei-150x98.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei-350x230.jpg 350w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" />
<p class="wp-block-paragraph">Die Polizeipressestellen der Polizeidirektionen geben regelmäßig Medieninformationen über Straftaten, Unfälle oder bemerkenswerte Vorfälle heraus. Oft genug mit dem Wunsch, Zeugen zu finden. Aber da die Autoren Polizisten und keine Journalisten sind, schreiben sie keine journalistischen Texte. Deshalb kommt hier die Verwandlung einer Polizeimeldung in einen Nachrichtentext.</p>



<span id="more-13400"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Das Beispiel ist eine reale Pressemitteilung der Polizei, die allerdings bereits ein paar Jahre alt ist. Ich habe sie natürlich anonymisiert, wie ich es schon bei dem Beispiel <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/der-lange-und-der-kurze-gruenkohl-einem-text-die-luft-rauslassen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">vom langen und vom kurzen Grünkohl</a> gemacht habe. Es geht ja nur darum, das Prinzip zu erkenne. Ich stelle allerdings seit ein, zwei Jahren fest, dass die Texte aus den Polizeipressestellen mittlerweile online-konformer geworden sind. Zunächst wird ein Teaser formuliert, dessen Inhalt dann genauer ausgeführt wird. Genauso wie es Redaktionen halten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hier die Original-Polizeimeldung </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Montagnachmittag, 21.03.20xx, wurden die Polizeidienststellen in X-Stadt und Y-Dorf durch Steinwürfe beschädigt. Vor dem Hintergrund der eingeleiteten Ermittlungen wegen des Verdachts der Sachbeschädigung werden Zeugen gesucht, die Angaben zum weiteren Tatgeschehen machen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach derzeitigem Sachstand ereignete sich die Tat in&nbsp;Y-Dorf zwischen 13:30 Uhr und 16:55 Uhr. Unbekannte hatten ein Fenster der Polizeistation in der C-Straße mit einem Stein beworfen. Dadurch wurden ein Fenster und Mobiliar im Innenraum des Gebäudes beschädigt. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich die Beamten nicht in dem Dienstgebäude, der Schaden wurde bei ihrer Rückkehr zur Dienststelle von der Präsenzstreife festgestellt. Im Rahmen der Ermittlungen werden Zeugen gesucht, die während der Tatzeit verdächtige Personen in der C-Straße nahe der Polizeistation festgestellt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenige Stunden später ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall beim Polizeirevier von X-Stadt in der Q-Straße. Um 18.53 Uhr bemerkten mehrere im Gebäude anwesende Beamte kurz hintereinander zwei laute Geräusche. Schnell wurde festgestellt, dass sowohl die Verglasung der Eingangstür als auch die Scheibe eines daneben befindlichen Fensters stark beschädigt waren. Direkt vor den beschädigten Verglasungen befand sich jeweils ein größerer Naturstein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem stellten die Beamten vor dem Eingangsbereich einen 62-jährigen Mann fest, der sich augenscheinlich in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Er steht im Verdacht, die Sachbeschädigung in X-Stadt unter Zuhilfenahme von Steinen begangen zu haben. Gegen den Mann wurde ein Verfahren wegen des Verdachts der Sachbeschädigung eingeleitet. Aufgrund seines psychischen Ausnahmezustandes wurde der Mann zur weiteren Behandlung in eine Fachklinik gebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht, wird jetzt im Zuge der Ermittlungen geprüft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Höhe des Gesamtsachschadens steht zurzeit noch nicht fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sachdienliche Hinweise zu beiden Taten nimmt die Polizei usw., usw. entgegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kleine Anmerkungen zu typischen Formulierungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor jetzt die umgeschriebene und so von der Redaktion veröffentlichte Version kommt, zunächst ein paar Anmerkungen zu den verwendeten Formulierungen. Die Polizei stellt in fest jeder Polizeimeldung etwas fest. Anders können die Beamten sprachlich gar nicht. In diesem Fall stellten sie die Beschädigungen fest &#8211; das mag ja noch angehen &#8211; und sie stellten den mutmaßlichen Täter fest. Feststellen ist eines der Lieblingswörter der Verfasser von Polizeimeldungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Lieblingswort ist das Tatgeschehen. Was würde sich an dem Inhalt ändern, wenn nur von der Tat geschrieben oder gesprochen würde? Gar nichts. Bei den sachdienlichen Hinweisen gilt dasselbe. Warum nicht einfach Hinweise schreiben? Ob sie sachdienlich sind, muss sich erst noch herausstellen. Und ein Zeuge wird das gar nicht einschätzen können. Ebenso überflüssig sind die &#8222;eingeleiteten Ermittlungen&#8220;. Ermittlungen reicht völlig. <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Polizeideutsch</a> ist schon eine spezielle Art des Schreibens.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Version der Redaktion</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unbekannte haben am Montagnachmittag Steine auf die Polizeidienststellen in X-Stadt und in Y-Dorf  geworfen. Beide Gebäude wurden dabei beschädigt. Die Beamten der Polizeistation X-Stadt ermitteln wegen Sachbeschädigung und suchen Zeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tat in Y-Dorf ereignete sich zwischen 13.30 Uhr und 16.55 Uhr. In dieser Zeit war das Revier in der C-Straße nicht besetzt. Erst als die Polizeibeamten von ihrer Streifenfahrt zurückkamen, bemerkten sie den Schaden. Der oder die Täter hatten ein Fenster der Polizeistation mit einem Stein beworfen. Dadurch wurden das Fenster und das Mobiliar im Innenraum des Gebäudes beschädigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenige Stunden später ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall beim Polizeirevier in X-Stadt in der Q-Straße. Um 18.53 Uhr hörten mehrere im Gebäude anwesende Beamte kurz hintereinander zwei laute Geräusche. Schnell entdeckten sie, dass sowohl die Verglasung der Eingangstür als auch die Scheibe eines benachbarten Fensters stark beschädigt waren. Direkt vor den beschädigten Verglasungen lag jeweils ein größerer Naturstein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor dem Eingang stand ein 62-jähriger Mann, der sich offenbar in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Die Beamten verdächtigen ihn, die Steine geworfen zu haben. Gegen den Mann ermittelt die Polizei jetzt wegen des Verdachts der Sachbeschädigung. Wegen seines psychischen Zustands wurde er in eine Fachklinik gebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Fall von Y-Dorf sucht die Polizei Zeugen, die am Montagnachmittag verdächtige Personen in der Q-Straße nahe der Polizeistation gesehen haben. Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht, wird noch geprüft. Die Höhe des gesamten Sachschadens steht noch nicht fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinweise zu beiden Taten nimmt die Polizei usw., usw. entgegen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/wie-aus-einer-polizeimeldung-ein-nachrichtentext-wird/">Wie aus einer Polizeimeldung ein Nachrichtentext wird</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Stilblüten bei der Polizei und aus anderen Quellen</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/stilblueten-bei-der-polizei-und-aus-anderen-quellen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Aug 2018 07:34:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Über Jahre habe ich Stilblüten gesammelt. Viele kommen von den Polizeipressestellen. Das liegt vielleicht daran, dass die gesamte Polizei viele Pressemitteilungen schickt und dass die „Polizisten und keine Journalisten“ sind, wie es eine Kollegin mal formulierte. Aber auch andere steuern schöne Stilblüten bei. Fliegender Döner In der Nacht zum Dienstag hatten es Polizeibeamte im Stadtteil Xxx mit einer pfiffigen 47-Jährigen zu tun. Streitigkeiten mit einer lautstarken Personengruppe erledigte sie kurzerhand selbst &#8211; mit einem randvoll gefüllten Wassereimer! Gegen vier Uhr fühlte sich die resolute Dame durch mehrere Personen, die lauthals grölten, in ihrer Nachtruhe gestört. Nachdem Sie ihr Fenster im ersten Stock geöffnet und die Unruhestifter um etwas Rücksicht gebeten hatte, kam als Antwort ein Döner Kebab durchs offene Fenster geflogen. Die 47-Jähriger fackelte nicht lange und zahlte es dem Unbekannten heim, indem sie von oben einen Eimer voll Wasser auf die Personen kippte. Die begossenen Pudel suchten daraufhin das Weite. Besoffener Daimler Am frühen Mittwochmorgen, 04.20 Uhr, wurde im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle bei einem Daimler-Benz deutlicher Atemalkoholgeruch festgestellt. Weg der Besserung So mancher Autor in Uniform wächst förmlich über sich hinaus, so wie der, der von einem Mann berichtete, der hilflos und unterkühlt in kalter Winternacht am Straßenrand lag. Das Drama nahm aber ein gutes Ende: &#8222;Auf dem Weg zur Besserung wurde der Mann ins Klinikum gebracht&#8220;, ließ die Polizei wissen. Dass der Einfluss von Verona Feldbusch bis in hiesige Polizeistellen reicht, bewies ein anderer Beamter, der mitteilte: &#8222;Er wurde von zwei Passanten geholfen . . .&#8220; Flottes Boot Dass Rechtschreibung bei der Polizei nicht an erster Stelle steht, beweist die Meldung von einer &#8222;Verfolgungsjacht&#8220; zwischen zwei Orten. Reinster Polizeijargon floss dagegen in diese Meldung ein: &#8222;UT warfen mit einem Stein beim abgeparkten Fahrzeug die Heckscheibe ein.&#8220; UT steht für unbekannte Täter. Und noch ein Highlight von der Autobahnpolizei: &#8222;Der 0.1 (so werden die Unfallbeteiligten gezählt) befuhr die für BMW vorgesehene linke Fahrspur der Autobahn.&#8220; Angeflanscht Nun will ich aber nicht verschweigen, dass auch andere nicht immer firm sind in verständlicher Sprache und mich mitunter mit verschlungenen Sätzen beglücken. Etwa das Straßenbauamt: &#8222;Der Überbau besteht aus einem Stahltragwerk, Längs- und Querträger mit Verbänden, mit einer Betonplatte im Verbund auf den oberen Flanschen der Längs- und Querträger.&#8220; Alles klar? Nicht schlecht auch das Statistische Landesamt, das vor Jahren über die Todesursachen der Schleswig-Holsteiner meldete: &#8222;An Verletzungen, Vergiftungen und bestimmten anderen Folgen äußerer Ursachen starben 1368 Personen, darunter 420 an vorsätzlicher Selbstbeschädigung und 26 an einem tätlichen Angriff.&#8220; Lappen erleben Dass Vereine Behörden in nichts nachstehen, beweist ein Männerchor, der mit dieser Feststellung überraschte: &#8222;Da die Mitglieder eines Chores immer und überall bereit zum Singen sind, konnte niemand verhindern, dass das neue Lieblingslied des Chores vorgetragen wurde.&#8220; Grandiosen Sprachwitz beweist dagegen der Autor einer Ankündigung für einen bunten Markt: &#8222;Im Lappenzelt kann man das Leben der Lappen miterleben.&#8220; Dass auch Schlagzeilen ihren Reiz haben, beweist das Mitteilungsblatt eines SPD-Ortsverbands. Dort hieß es auf der ersten Seite: &#8222;Die Franzosen kommen und die Finnen morgen.&#8220; Das Blatt enthält seinen Lesern auch nicht vor, wie ein toter Jungstorch vom Nestrand entfernt wurde: &#8222;Dieser erbärmliche Anblick wurde mit Hilfe einer Leiter und eines langen Stockes beendet.&#8220; Klassische Stilblüten Ein letzter noch aus der Polizeiabteilung: Gegen 21.45 Uhr tankte ein weinroter Opel Vectra an der BP-Tankstelle, zapfte rund 50 Liter Super, stieg in sein Auto und fuhr weg.&#8220; Falsche Bezüge sind die Klassiker, die uns die schönsten Stilblüten bescheren. Wer weiterlesen möchte: Der schöne Twitteraccount @polizeiprosa präsentiert regelmäßig Schönes aus Polizeimeldungen. Über Polizeideutsch habe ich auch schon geschrieben.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/stilblueten-bei-der-polizei-und-aus-anderen-quellen/">Stilblüten bei der Polizei und aus anderen Quellen</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Über Jahre habe ich Stilblüten gesammelt. Viele kommen von den Polizeipressestellen. Das liegt vielleicht daran, dass die gesamte Polizei viele Pressemitteilungen schickt und dass die „Polizisten und keine Journalisten“ sind, wie es eine Kollegin mal formulierte. Aber auch andere steuern schöne Stilblüten bei.<br />
<span id="more-9004"></span></p>
<h2>Fliegender Döner</h2>
<p>In der Nacht zum Dienstag hatten es Polizeibeamte im Stadtteil Xxx mit einer pfiffigen 47-Jährigen zu tun. Streitigkeiten mit einer lautstarken Personengruppe erledigte sie kurzerhand selbst &#8211; mit einem randvoll gefüllten Wassereimer! Gegen vier Uhr fühlte sich die resolute Dame durch mehrere Personen, die lauthals grölten, in ihrer Nachtruhe gestört. Nachdem Sie ihr Fenster im ersten Stock geöffnet und die Unruhestifter um etwas Rücksicht gebeten hatte, kam als Antwort ein Döner Kebab durchs offene Fenster geflogen. Die 47-Jähriger fackelte nicht lange und zahlte es dem Unbekannten heim, indem sie von oben einen Eimer voll Wasser auf die Personen kippte. Die begossenen Pudel suchten daraufhin das Weite.</p>
<h2>Besoffener Daimler</h2>
<p>Am frühen Mittwochmorgen, 04.20 Uhr, wurde im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle bei einem Daimler-Benz deutlicher Atemalkoholgeruch festgestellt.</p>
<h2>Weg der Besserung</h2>
<p>So mancher Autor in Uniform wächst förmlich über sich hinaus, so wie der, der von einem Mann berichtete, der hilflos und unterkühlt in kalter Winternacht am Straßenrand lag. Das Drama nahm aber ein gutes Ende: &#8222;Auf dem Weg zur Besserung wurde der Mann ins Klinikum gebracht&#8220;, ließ die Polizei wissen. Dass der Einfluss von Verona Feldbusch bis in hiesige Polizeistellen reicht, bewies ein anderer Beamter, der mitteilte: &#8222;Er wurde von zwei Passanten geholfen . . .&#8220;</p>
<h2>Flottes Boot</h2>
<p>Dass Rechtschreibung bei der Polizei nicht an erster Stelle steht, beweist die Meldung von einer &#8222;Verfolgungsjacht&#8220; zwischen zwei Orten. Reinster <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/2012/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/">Polizeijargon</a> floss dagegen in diese Meldung ein: &#8222;UT warfen mit einem Stein beim abgeparkten Fahrzeug die Heckscheibe ein.&#8220; UT steht für unbekannte Täter. Und noch ein Highlight von der Autobahnpolizei: &#8222;Der 0.1 (so werden die Unfallbeteiligten gezählt) befuhr die für BMW vorgesehene linke Fahrspur der Autobahn.&#8220;</p>
<h2>Angeflanscht</h2>
<p>Nun will ich aber nicht verschweigen, dass auch andere nicht immer firm sind in verständlicher Sprache und mich mitunter mit verschlungenen Sätzen beglücken. Etwa das <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/2014/vielschichtige-woerter-fuer-viele-strassenschichten/">Straßenbauamt</a>: &#8222;Der Überbau besteht aus einem Stahltragwerk, Längs- und Querträger mit Verbänden, mit einer Betonplatte im Verbund auf den oberen Flanschen der Längs- und Querträger.&#8220; Alles klar? Nicht schlecht auch das Statistische Landesamt, das vor Jahren über die Todesursachen der Schleswig-Holsteiner meldete: &#8222;An Verletzungen, Vergiftungen und bestimmten anderen Folgen äußerer Ursachen starben 1368 Personen, darunter 420 an vorsätzlicher Selbstbeschädigung und 26 an einem tätlichen Angriff.&#8220;</p>
<h2>Lappen erleben</h2>
<p>Dass Vereine Behörden in nichts nachstehen, beweist ein Männerchor, der mit dieser Feststellung überraschte: &#8222;Da die Mitglieder eines Chores immer und überall bereit zum Singen sind, konnte niemand verhindern, dass das neue Lieblingslied des Chores vorgetragen wurde.&#8220; Grandiosen Sprachwitz beweist dagegen der Autor einer Ankündigung für einen bunten Markt: &#8222;Im Lappenzelt kann man das Leben der Lappen miterleben.&#8220; Dass auch Schlagzeilen ihren Reiz haben, beweist das Mitteilungsblatt eines SPD-Ortsverbands. Dort hieß es auf der ersten Seite: &#8222;Die Franzosen kommen und die Finnen morgen.&#8220; Das Blatt enthält seinen Lesern auch nicht vor, wie ein toter Jungstorch vom Nestrand entfernt wurde: &#8222;Dieser erbärmliche Anblick wurde mit Hilfe einer Leiter und eines langen Stockes beendet.&#8220;</p>
<h2>Klassische Stilblüten</h2>
<p>Ein letzter noch aus der Polizeiabteilung: Gegen 21.45 Uhr tankte ein weinroter Opel Vectra an der BP-Tankstelle, zapfte rund 50 Liter Super, stieg in sein Auto und fuhr weg.&#8220; Falsche Bezüge sind die Klassiker, die uns die schönsten Stilblüten bescheren.</p>
<p>Wer weiterlesen möchte: Der schöne Twitteraccount <a href="https://twitter.com/polizeiprosa" target="_blank" rel="noopener">@polizeiprosa</a> präsentiert regelmäßig Schönes aus Polizeimeldungen. Über <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/2013/liebe-polizei-gib-mich-tuete-deutsch/">Polizeideutsch</a> habe ich auch schon geschrieben.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/stilblueten-bei-der-polizei-und-aus-anderen-quellen/">Stilblüten bei der Polizei und aus anderen Quellen</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Mein Handtaschenraub</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jul 2017 08:16:09 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Polizeideutsch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich habe alte E-Mails aussortiert. Ab und zu muss man mal durch das Mailarchiv gucken und überholten und unnützen Kram rauswerfen. Dabei bin ich auf eine berufliche Mail von der Polizei gestoßen, die ich aus gutem Grund aufgehoben habe. Es war die OTS-Meldung über meinen Handtaschenraub und die Dokumentation darüber, dass ich ein einziges Mal in meinem Leben auf offener Straße die Contenance verloren habe. Der Vorfall liegt bereits 13 Jahre zurück. Und nein, ich habe kein Trauma zurückbehalten. Ich weiß aber noch genau, was passiert ist. Es geschah vormittags auf dem Weg vom Parkplatz zur Redaktion. Die Handtasche hatte ich auf der rechten Schulter hängen. Plötzlich riss von hinten jemand daran. Ich habe eisern festgehalten und geschrien: „Lass los, Du Arsch.“ Wir haben ein bisschen hin- und hergezogen, dann ließ er los und rannte davon. Ich habe mein Handy herausgeholt, sofort die Polizei informiert und bin dann auf Bitten des Beamten sofort zur nahen Wache gegangen. Überraschung: Am Eingang sagte mir der Polizist, der Verdächtige säße schon hinten im Vernehmungsraum. Der Handtaschenräuber war auf seiner Flucht in Richtung Wache gerannt und direkt vor die Motorhaube des Streifenwagens, der auf meinen Anruf hin losgefahren war. So schnell kann&#8217;s gehen. Ich habe meine Aussage gemacht und mich ein bisschen geschämt für den Spruch, den ich dem jungen Mann auf der Straße entgegengeschleudert habe. Das war&#8217;s. Ich habe nie wieder etwas davon gehört, bin nie bei einer Gerichtsverhandlung gewesen, habe lediglich die am Trageriemen ausgerissene Tasche beim Schuhmacher reparieren lassen. Ach ja, und im Laufe des Tages habe ich noch die Polizeimeldung über den Vorfall bearbeitet und ins Blatt gehoben. Wer darf schon über seinen eigenen Überfall berichten. Hier kommt sie nun, meine Heldenmeldung von der Polizei: Handtaschenräuber gefasst Richtiges Verhalten der Geschädigten und der schnelle Einsatz der Polizei wurden einem 17jährigen Handtaschenräuber zum Verhängnis. Am 20.2.04, gegen 10.44 Uhr, versuchte der Täter einer Frau in der H.-Straße von hinten die Handtasche zu entreißen. Die resolute Frau hielt die Handtasche fest und schrie laut. Daraufhin gab der Jugendliche sein Vorhaben auf und entfernte sich in Richtung Ehrenfriedhof. Die Überfallene rief sofort über Handy die Polizei, gab eine detaillierte Beschreibung durch und löste damit eine Fahndung aus. Im Rahmen dieser Fahndung sichteten zwei Beamte der Zentralstation einen Verdächtigen auf dem Wanderweg in der Nähe Berliner Ring. Da die Beschreibung passte, wurde der Jugendliche zur Personenfeststellung und weiterer Überprüfung zur Wache verbracht. Zunächst sperrte er sich und leistete etwas Widerstand, gab dann jedoch auf und gestand die Tat. Bei seiner Durchsuchung fanden die Beamten ein Mobiltelefon, das vor kurzem in einer Schule entwendet worden war. Der wohnungslose Hamburger wird zur Zeit vernommen. Es steht noch nicht fest, ob er nach der Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt werden kann oder dem Haftrichter vorgeführt wird. Ein paar sprachliche Anmerkungen dazu. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal „eine Geschädigte“ werden würde. Ich war in dem Moment ein Opfer, aber eine Geschädigte? Dieses bürokratische Wortmonster würde ich nie sagen oder schreiben. Dass sich der Jugendliche von mir „entfernt“ hat, kann man so schreiben. Muss man aber nicht. Es geht konkreter. Der ist weggerannt. Aber wie sagt eine Kollegin von mir immer über die Polizeisprecher: Die sind Polizisten und keine Journalisten. Dafür, das Polizeideutsch in vernünftige Sprache zu übersetzen, sind wir Redakteure da. Merken Merken</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/mein-handtaschenraub/">Mein Handtaschenraub</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe alte E-Mails aussortiert. Ab und zu muss man mal durch das Mailarchiv gucken und überholten und unnützen Kram rauswerfen. Dabei bin ich auf eine berufliche Mail von der Polizei gestoßen, die ich aus gutem Grund aufgehoben habe. Es war die OTS-Meldung über meinen Handtaschenraub und die Dokumentation darüber, dass ich ein einziges Mal in meinem Leben auf offener Straße die Contenance verloren habe.<br />
<span id="more-8448"></span></p>
<p>Der Vorfall liegt bereits 13 Jahre zurück. Und nein, ich habe kein Trauma zurückbehalten. Ich weiß aber noch genau, was passiert ist. Es geschah vormittags auf dem Weg vom Parkplatz zur Redaktion. Die Handtasche hatte ich auf der rechten Schulter hängen. Plötzlich riss von hinten jemand daran. Ich habe eisern festgehalten und geschrien: „Lass los, Du Arsch.“ Wir haben ein bisschen hin- und hergezogen, dann ließ er los und rannte davon.</p>
<p>Ich habe mein Handy herausgeholt, sofort die Polizei informiert und bin dann auf Bitten des Beamten sofort zur nahen Wache gegangen. Überraschung: Am Eingang sagte mir der Polizist, der Verdächtige säße schon hinten im Vernehmungsraum. Der Handtaschenräuber war auf seiner Flucht in Richtung Wache gerannt und direkt vor die Motorhaube des Streifenwagens, der auf meinen Anruf hin losgefahren war. So schnell kann&#8217;s gehen. Ich habe meine Aussage gemacht und mich ein bisschen geschämt für den Spruch, den ich dem jungen Mann auf der Straße entgegengeschleudert habe.</p>
<p>Das war&#8217;s. Ich habe nie wieder etwas davon gehört, bin nie bei einer Gerichtsverhandlung gewesen, habe lediglich die am Trageriemen ausgerissene Tasche beim Schuhmacher reparieren lassen. Ach ja, und im Laufe des Tages habe ich noch die Polizeimeldung über den Vorfall bearbeitet und ins Blatt gehoben. Wer darf schon über seinen eigenen Überfall berichten.</p>
<p>Hier kommt sie nun, meine Heldenmeldung von der Polizei:</p>
<p><em>Handtaschenräuber gefasst</em></p>
<p><em>Richtiges Verhalten der Geschädigten und der schnelle Einsatz der Polizei wurden einem 17jährigen Handtaschenräuber zum Verhängnis.</em></p>
<p><em>Am 20.2.04, gegen 10.44 Uhr, versuchte der Täter einer Frau in der H.-Straße von hinten die Handtasche zu entreißen. Die resolute Frau hielt die Handtasche fest und schrie laut. Daraufhin gab der Jugendliche sein Vorhaben auf und entfernte sich in Richtung Ehrenfriedhof. Die Überfallene rief sofort über Handy die Polizei, gab eine detaillierte Beschreibung durch und löste damit eine Fahndung aus.</em></p>
<p><em>Im Rahmen dieser Fahndung sichteten zwei Beamte der Zentralstation einen Verdächtigen auf dem Wanderweg in der Nähe Berliner Ring. Da die Beschreibung passte, wurde der Jugendliche zur Personenfeststellung und weiterer Überprüfung zur Wache verbracht.</em></p>
<p><em>Zunächst sperrte er sich und leistete etwas Widerstand, gab dann jedoch auf und gestand die Tat. Bei seiner Durchsuchung fanden die Beamten ein Mobiltelefon, das vor kurzem in einer Schule entwendet worden war. Der wohnungslose Hamburger wird zur Zeit vernommen. Es steht noch nicht fest, ob er nach der Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt werden kann oder dem Haftrichter vorgeführt wird.</em></p>
<p>Ein paar sprachliche Anmerkungen dazu. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal „eine Geschädigte“ werden würde. Ich war in dem Moment ein Opfer, aber eine Geschädigte? Dieses bürokratische Wortmonster würde ich nie sagen oder schreiben. Dass sich der Jugendliche von mir „entfernt“ hat, kann man so schreiben. Muss man aber nicht. Es geht konkreter. Der ist weggerannt.</p>
<p>Aber wie sagt eine Kollegin von mir immer über die Polizeisprecher: Die sind Polizisten und keine Journalisten. Dafür, das <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/2012/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/">Polizeideutsch</a> in vernünftige Sprache zu übersetzen, sind wir Redakteure da.</p>
<p><span style="border-radius: 2px; text-indent: 20px; width: auto; padding: 0px 4px 0px 0px; text-align: center; font: bold 11px/20px 'Helvetica Neue',Helvetica,sans-serif; color: #ffffff; background: #bd081c no-repeat scroll 3px 50% / 14px 14px; position: absolute; opacity: 1; z-index: 8675309; display: none; cursor: pointer;">Merken</span></p>
<p><span style="border-radius: 2px; text-indent: 20px; width: auto; padding: 0px 4px 0px 0px; text-align: center; font: bold 11px/20px 'Helvetica Neue',Helvetica,sans-serif; color: #ffffff; background: #bd081c  no-repeat scroll 3px 50% / 14px 14px; position: absolute; opacity: 1; z-index: 8675309; display: none; cursor: pointer;">Merken</span></p>
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		<title>Sehr seltsam: Unfall genau gegen 21.43 Uhr</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/sehr-seltsam-unfall-genau-gegen-21-43-uhr/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Aug 2016 14:30:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Pyrocontra]]></category>
		<category><![CDATA[Polizeideutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Glaubt man der Polizei, lässt sich der Zeitpunkt von Unfällen stets ungefähr auf genau eine bestimmte Minute festlegen. Ungefähr &#8211; genau? Ganz genau. Die typische Polizeimeldung lautet: &#8222;Zum Unfallzeitpunkt gegen 10.45 Uhr . . . &#8220; oder auch &#8222;Gegen 21.43 Uhr ereignete sich auf der Sowiesostraße ein schwerer Verkehrsunfall.&#8220; Hinter dem Durcheinander von ungefähr und genau steckt ein typischer Ablauf, der aber offenbar von den Polizeipressestellen &#8211; von Ausnahmen abgesehen &#8211; nicht erkannt oder nicht klar formuliert wird. Ich selbst bearbeite seit Jahren Pressemeldungen der Polizei. Auf das Paradoxon in den gängigen Formulierungen hat mich aber erst jemand mit der Nase stoßen müssen. So circa, also ganz, ganz grob gegen 21:43 Uhr muss das gewesen sein.90 Sekunden vor Viertelvor, sozusagen. https://t.co/pDIICBmgrH @Pyrolim — Stephan Dirks (@radirks) 12. August 2016 Stellen wir uns mal vor, zwei Autos stoßen auf einer Straße zusammen. Entweder es fährt jemand hinter einem von ihnen oder hinter beiden her und beobachtet, was passiert. Oder ein anderer Autofahrer kommt kurz drauf dazu. Dann passiert das, was wir alle in der Fahrschule gelernt haben und was wir noch wissen müssten. Die Rettungskette setzt sich in Gang: Unfallstelle absichern Notruf wählen Erste Hilfe leisten Rettungsdienst trifft ein Krankenhaus Läuft alles nach Plan und Lehrbuch, klingelt also ein paar Minuten nach dem Unfall beim Rettungsdienst (112) das Telefon, der seinerseits die Polizei informiert. Oder aber der Anrufer wählt die 110 und der Notruf erreicht die Polizei. Wie auch immer es abläuft, zu einem bestimmten Zeitpunkt ist die Einsatzleitstelle der Polizei informiert. Dieser Anruf wird wie alle anderen dokumentiert, also aufgezeichnet. In unserem Beispiel ist nunmehr aktenkundig, dass der Notruf um 21.43 Uhr einging. Mit dieser Information geht der Pressesprecher später daran, seine Meldung an die Medien zu formulieren. Er schreibt: &#8222;Gegen 21.43 Uhr ereignete sich auf der Sowiesostraße ein schwerer Verkehrsunfall.&#8220; Und wir Journalisten fallen seit Jahren darauf herein und übernehmen genau diese Formulierungen, obwohl wir es besser wissen müssen. Dass es auch anders geht, beweist die Polizei Bochum. Sie teilte gestern mit: &#8222;Heute Mittag (12.8.), gegen 11.55 Uhr, erhielt die Polizei Kenntnis von einem Unfall auf dem Gelände der Cranger Kirmes.&#8220; Gut, das Wörtchen &#8222;gegen&#8220; hätte sich der Autor der Pressemitteilung an dieser Stelle sparen können. Aber sonst hat er die Sache mit der Minutengenauigkeit blendend erfasst.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/sehr-seltsam-unfall-genau-gegen-21-43-uhr/">Sehr seltsam: Unfall genau gegen 21.43 Uhr</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Glaubt man der Polizei, lässt sich der Zeitpunkt von Unfällen stets ungefähr auf genau eine bestimmte Minute festlegen. Ungefähr &#8211; genau? Ganz genau. Die typische Polizeimeldung lautet: &#8222;Zum Unfallzeitpunkt gegen 10.45 Uhr . . . &#8220; oder auch &#8222;Gegen 21.43 Uhr ereignete sich auf der Sowiesostraße ein schwerer Verkehrsunfall.&#8220; Hinter dem Durcheinander von ungefähr und genau steckt ein typischer Ablauf, der aber offenbar von den Polizeipressestellen &#8211; von Ausnahmen abgesehen &#8211; nicht erkannt oder nicht klar formuliert wird.<br />
<span id="more-7862"></span></p>
<p>Ich selbst bearbeite seit Jahren Pressemeldungen der Polizei. Auf das Paradoxon in den gängigen Formulierungen hat mich aber erst jemand mit der Nase stoßen müssen.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" data-lang="de">
<p dir="ltr" lang="de">So circa, also ganz, ganz grob gegen 21:43 Uhr muss das gewesen sein.90 Sekunden vor Viertelvor, sozusagen. <a href="https://t.co/pDIICBmgrH">https://t.co/pDIICBmgrH</a> <a href="https://twitter.com/Pyrolim">@Pyrolim</a></p>
<p>— Stephan Dirks (@radirks) <a href="https://twitter.com/radirks/status/764037110135418880">12. August 2016</a></p></blockquote>
<p><script src="//platform.twitter.com/widgets.js" async="" charset="utf-8"></script></p>
<p>Stellen wir uns mal vor, zwei Autos stoßen auf einer Straße zusammen. Entweder es fährt jemand hinter einem von ihnen oder hinter beiden her und beobachtet, was passiert. Oder ein anderer Autofahrer kommt kurz drauf dazu. Dann passiert das, was wir alle in der Fahrschule gelernt haben und was wir noch wissen müssten. Die Rettungskette setzt sich in Gang:</p>
<ul>
<li>Unfallstelle absichern</li>
<li>Notruf wählen</li>
<li>Erste Hilfe leisten</li>
<li>Rettungsdienst trifft ein</li>
<li>Krankenhaus</li>
</ul>
<p>Läuft alles nach Plan und Lehrbuch, klingelt also ein paar Minuten nach dem Unfall beim Rettungsdienst (112) das Telefon, der seinerseits die Polizei informiert. Oder aber der Anrufer wählt die 110 und der Notruf erreicht die Polizei. Wie auch immer es abläuft, zu einem bestimmten Zeitpunkt ist die Einsatzleitstelle der Polizei informiert. Dieser Anruf wird wie alle anderen dokumentiert, also aufgezeichnet. In unserem Beispiel ist nunmehr aktenkundig, dass der Notruf um 21.43 Uhr einging.</p>
<p>Mit dieser Information geht der Pressesprecher später daran, seine Meldung an die Medien zu formulieren. Er schreibt: &#8222;Gegen 21.43 Uhr ereignete sich auf der Sowiesostraße ein schwerer Verkehrsunfall.&#8220;</p>
<p>Und wir Journalisten fallen seit Jahren darauf herein und übernehmen genau diese Formulierungen, obwohl wir es besser wissen müssen.</p>
<p>Dass es auch anders geht, beweist die Polizei Bochum. Sie teilte gestern mit: &#8222;Heute Mittag (12.8.), gegen 11.55 Uhr, erhielt die Polizei Kenntnis von einem Unfall auf dem Gelände der Cranger Kirmes.&#8220; Gut, das Wörtchen &#8222;gegen&#8220; hätte sich der Autor der Pressemitteilung an dieser Stelle sparen können. Aber sonst hat er die Sache mit der Minutengenauigkeit blendend erfasst.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/sehr-seltsam-unfall-genau-gegen-21-43-uhr/">Sehr seltsam: Unfall genau gegen 21.43 Uhr</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<item>
		<title>Gefunden oder aufgefunden: Ich finde keine Antwort</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/gefunden-oder-aufgefunden-ich-finde-keine-antwort/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Dec 2015 17:21:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Pyrocontra]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Polizeideutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aufgefunden ist ein seltsames Wort. Verwendet wird es offenbar nur bei Toten. Wer die Formen des Verbs finden genauer beobachtet, dem wird es auffallen. Eine Google-Suche bestätigt meinen Eindruck. Die ersten Einträge beschäftigen sich alle mit tot aufgefundenen Menschen, meistens Vermissten. Ganz unten auf der ersten Suchseite wird dann noch in einem Google+-Eintrag von Markus aus Lübeck ein Seeadler tot aufgefunden. Ganz selten wird mal jemand bewusstlos aufgefunden. Aber das ist eine Ausnahme. Warum Tote nicht gefunden, sondern aufgefunden werden, selbst wenn sie zuvor als Vermisste gesucht werden, ist mir schleierhaft. Ich habe keine Erklärung dafür, warum das Wort aufgefunden in fast allen Fällen nur in diesem Zusammenhang verwendet wird, alle andere verlorenen Dinge aber gefunden und nicht aufgefunden werden. Verlegte Schlüssel, Dinosaurierskelette oder Geld werden nie aufgefunden, sondern immer gefunden oder &#8211; beim Dinosaurierskelett &#8211; entdeckt. Eine Erklärung könnte sein, dass das Wort aufgefunden dem Polizeideutsch entsprungen ist und sich deshalb für Todesfälle eingebürgert hat. Aber das ist nur eine Vermutung, die durch nichts belegt ist. Ergo: Ich habe keine Lösung dafür aufgefunden, warum Tote nie gefunden werden. Jedenfalls sprachlich nicht.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/gefunden-oder-aufgefunden-ich-finde-keine-antwort/">Gefunden oder aufgefunden: Ich finde keine Antwort</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Aufgefunden ist ein seltsames Wort. Verwendet wird es offenbar nur bei Toten. Wer die Formen des Verbs finden genauer beobachtet, dem wird es auffallen.<br />
<span id="more-7450"></span></p>
<p>Eine Google-Suche bestätigt meinen Eindruck. Die ersten Einträge beschäftigen sich alle mit tot aufgefundenen Menschen, meistens Vermissten. Ganz unten auf der ersten Suchseite wird dann noch in einem <a href="https://plus.google.com/111012938963581893708/posts/hpUfp5gdKR7" target="_blank">Google+-Eintrag</a> von Markus aus Lübeck ein Seeadler tot aufgefunden. Ganz selten wird mal jemand bewusstlos aufgefunden. Aber das ist eine Ausnahme.</p>
<p>Warum Tote nicht gefunden, sondern aufgefunden werden, selbst wenn sie zuvor als Vermisste gesucht werden, ist mir schleierhaft. Ich habe keine Erklärung dafür, warum das Wort aufgefunden in fast allen Fällen nur in diesem Zusammenhang verwendet wird, alle andere verlorenen Dinge aber gefunden und nicht aufgefunden werden. Verlegte Schlüssel, Dinosaurierskelette oder Geld werden nie aufgefunden, sondern immer gefunden oder &#8211; beim Dinosaurierskelett &#8211; entdeckt.</p>
<p>Eine Erklärung könnte sein, dass das Wort aufgefunden dem <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/2012/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/" target="_blank">Polizeideutsch</a> entsprungen ist und sich deshalb für Todesfälle eingebürgert hat. Aber das ist nur eine Vermutung, die durch nichts belegt ist. Ergo: Ich habe keine Lösung dafür aufgefunden, warum Tote nie gefunden werden. Jedenfalls sprachlich nicht.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/gefunden-oder-aufgefunden-ich-finde-keine-antwort/">Gefunden oder aufgefunden: Ich finde keine Antwort</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Liebe Polizei, gib mich Tüte Deutsch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Sep 2013 17:05:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Pyrocontra]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Polizeideutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist mal wieder höchste Zeit für eine hübsche Polizeideutsch-Sammlung. Jeden Tag schicken Landes- und Bundespolizei aktuelle Pressemeldungen in mein Redaktionspostfach. Meine Pressesprecher der Herzen &#8211; sie werden wissen, dass sie gemeint sind &#8211; habe ich schon einigermaßen erzogen. Der Strom bemerkenswerter Formulierungen aus Polizeipressestelle ist damit aber kein bisschen dünner geworden. Vor allem die Bundespolizei glänzt durch besondere Sprachkreativität. Hier gibt es ohne Ansehen der Dienststelle die schönsten Fundstücke der vergangenen Wochen: Fahndungsmäßige Überprüfung Da gucken wir doch mal, ob wir den Kerl da nicht auf irgendeiner Fahndungsliste finden. Tatrelevanten Zeit Fortsetzung der Tatzeit mit anderen sprachlichen Mitteln. Zwei Fälle von Leistungserschleichung beanzeigt Sprachvolte im Doppelpack, wobei beanzeigt die höhere B-Note bekommt. Vergangenes Wochenende kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung, bei der ein Mann offenbar lebensgefährlich verletzt wurde. Körperliche Auseinandersetzung habe ich schon einmal angeprangert. Die Autofahrerin erlitt einen Schock und wurde vor Ort erst versorgt. Erst wurde sie versorgt und dann erstversorgt. Beides ist sprachlich nicht schön, aber medizinisch notwendig. Das Auto war im Frontbereich beschädigt und wurde eingeschleppt. Eingeschleppt oder ausgeschleppt oder abgeschleppt &#8211; eh alles irgendwie eins. Hinweise auf ein Fremdverschulden konnten nicht erlangt werden. Wurde danach denn auch gesucht? Das Fahrzeug brach allein beteiligt in der lang gezogenen Rechtskurve aus. Wenn an einem Unfall nur ein Auto beteiligt ist, ist es halt alleinbeteiligt. Das Fahrzeug prallte frontal mit der Fahrerseite gegen einen am rechten Straßenrand stehenden Alleebaum. Wo bitte ist bei der Fahrerseite die Front? Das Fahrzeug kollidierte mittig mit einem Alleenbaum. Damit ist das Szenario trefflich beschrieben. Die Erstversorgung der verunfallten Person. Verunfallt &#8211; ein unausrottbarer Begriff. Eine Hand wurde am Fundort festgestellt und ebenfalls der Polizei übergeben. Na sowas: Festgestellte Hand, und das ganz ohne Handschellen. (Zur Beruhigung aller Leser: Es war eine hölzerne Hand.)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/liebe-polizei-gib-mich-tuete-deutsch/">Liebe Polizei, gib mich Tüte Deutsch</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist mal wieder höchste Zeit für eine hübsche Polizeideutsch-Sammlung. Jeden Tag schicken Landes- und Bundespolizei aktuelle Pressemeldungen in mein Redaktionspostfach. Meine Pressesprecher der Herzen &#8211; sie werden wissen, dass sie gemeint sind &#8211; habe ich schon einigermaßen erzogen. Der Strom bemerkenswerter Formulierungen aus Polizeipressestelle ist damit aber kein bisschen dünner geworden. Vor allem die Bundespolizei glänzt durch besondere Sprachkreativität. Hier gibt es ohne Ansehen der Dienststelle die schönsten Fundstücke der vergangenen Wochen:<br />
<span id="more-4918"></span><br />
<em>Fahndungsmäßige Überprüfung</em><br />
Da gucken wir doch mal, ob wir den Kerl da nicht auf irgendeiner Fahndungsliste finden.</p>
<p><em>Tatrelevanten Zeit</em><br />
Fortsetzung der Tatzeit mit anderen sprachlichen Mitteln.</p>
<p><em>Zwei Fälle von Leistungserschleichung beanzeigt</em><br />
Sprachvolte im Doppelpack, wobei beanzeigt die höhere B-Note bekommt.</p>
<p><em>Vergangenes Wochenende kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung, bei der ein Mann offenbar lebensgefährlich verletzt wurde.</em><br />
<a title="Die Polizeiperson befuhr die Straßenkrümme" href="https://pyrolim.de/pyrocontra/2012/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/" target="_blank">Körperliche Auseinandersetzung</a> habe ich schon einmal angeprangert.</p>
<p><em>Die Autofahrerin erlitt einen Schock und wurde vor Ort erst versorgt.</em><br />
Erst wurde sie versorgt und dann erstversorgt. Beides ist sprachlich nicht schön, aber medizinisch notwendig.</p>
<p><em>Das Auto war im Frontbereich beschädigt und wurde eingeschleppt.</em><br />
Eingeschleppt oder ausgeschleppt oder abgeschleppt &#8211; eh alles irgendwie eins.</p>
<p><em>Hinweise auf ein Fremdverschulden konnten nicht erlangt werden.</em><br />
Wurde danach denn auch gesucht?</p>
<p><em>Das Fahrzeug brach allein beteiligt in der lang gezogenen Rechtskurve aus.</em><br />
Wenn an einem Unfall nur ein Auto beteiligt ist, ist es halt alleinbeteiligt.</p>
<p><em>Das Fahrzeug prallte frontal mit der Fahrerseite gegen einen am rechten Straßenrand stehenden Alleebaum.</em><br />
Wo bitte ist bei der Fahrerseite die Front?</p>
<p><em>Das Fahrzeug kollidierte mittig mit einem Alleenbaum.</em><br />
Damit ist das Szenario trefflich beschrieben.</p>
<p><em>Die Erstversorgung der verunfallten Person.</em><br />
Verunfallt &#8211; ein unausrottbarer Begriff.</p>
<p><em>Eine Hand wurde am Fundort festgestellt und ebenfalls der Polizei übergeben.</em><br />
Na sowas: Festgestellte Hand, und das ganz ohne Handschellen. (Zur Beruhigung aller Leser: Es war eine hölzerne Hand.)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/liebe-polizei-gib-mich-tuete-deutsch/">Liebe Polizei, gib mich Tüte Deutsch</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Polizeikürzel-Quiz: Eine harte Nuss</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyropro/polizeikuerzel-quiz-eine-harte-nuss/</link>
					<comments>https://pyrolim.de/pyropro/polizeikuerzel-quiz-eine-harte-nuss/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Feb 2013 17:25:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Polizeideutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.pyrolim.de/?p=3646</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ich gebe ja zu, es war nicht ganz einfach. Ein paar Abkürzungen haben sich schnell erschlossen, andere hatten es sich durchaus in sich bei meinem Polizeikürzel-Quiz. Für alle kommt jetzt hier die Auflösung: Verkehrskontrolle durch Polizeibezirksrevier tödlicher Verkehrsunfall Verkehrsunfall mit Personenschaden Sachbeschädigung an Pkw, Zeugen gesucht Dieseldiebstahl, Tatverächtiger festgenommen Verkehrsunfallflucht mit Trunkenheit Pkw Daimler-Benz CLK brennt Pkw in Brand nach technischem Defekt Pressemeldung Polizeiinspektion Wismar vom 4. 2.13 über vermisste V. H. (Abkürzung Name von mir) Einbruchdiebstahl in Schule, zwei Tatverdächtige festgenommen Vermisste Person von Diensthund aufgefunden Einbruchdiebstähle geklärt, Tatverdächtige festgenommen Das Büchlein mit den Stilblüten hat sich Vanessa mehr als verdient. Bis auf einem kleinen Flüchtigkeitsfehler hat sie alles gewusst. Bei Nr. 4 fehlte ihr das Wörtchen gesucht. Es war keine Sachbeschädigung mit Zeugen, sondern eine, für die Zeugen gesucht werden. Das gesucht spart sich die Polizei immer.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gebe ja zu, es war nicht ganz einfach. Ein paar Abkürzungen haben sich schnell erschlossen, andere hatten es sich durchaus in sich bei meinem <a title="Das Quiz der Polizei-Abkürzungen" href="https://pyrolim.de/pyropro/2013/das-quiz-der-polizei-abkuerzungen/" target="_blank">Polizeikürzel-Quiz</a>. Für alle kommt jetzt hier die Auflösung:</p>
<ol>
<li>Verkehrskontrolle durch Polizeibezirksrevier</li>
<li>tödlicher Verkehrsunfall</li>
<li>Verkehrsunfall mit Personenschaden</li>
<li>Sachbeschädigung an Pkw, Zeugen gesucht</li>
<li>Dieseldiebstahl, Tatverächtiger festgenommen</li>
<li>Verkehrsunfallflucht mit Trunkenheit</li>
<li>Pkw Daimler-Benz CLK brennt</li>
<li>Pkw in Brand nach technischem Defekt</li>
<li>Pressemeldung Polizeiinspektion Wismar vom 4. 2.13 über vermisste V. H. (Abkürzung Name von mir)</li>
<li>Einbruchdiebstahl in Schule, zwei Tatverdächtige festgenommen</li>
<li>Vermisste Person von Diensthund aufgefunden</li>
<li>Einbruchdiebstähle geklärt, Tatverdächtige festgenommen</li>
</ol>
<p>Das Büchlein mit den Stilblüten hat sich Vanessa mehr als verdient. Bis auf einem kleinen Flüchtigkeitsfehler hat sie alles gewusst. Bei Nr. 4 fehlte ihr das Wörtchen gesucht. Es war keine Sachbeschädigung mit Zeugen, sondern eine, für die Zeugen gesucht werden. Das gesucht spart sich die Polizei immer.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/polizeikuerzel-quiz-eine-harte-nuss/">Polizeikürzel-Quiz: Eine harte Nuss</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Das Quiz der Polizei-Abkürzungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Feb 2013 17:20:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gelernt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Polizeideutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Polizeimeldungen sind für Sprachliebhaber ein Quell vieler Freuden. Über die teils krausen Formulierungen, die in Revieren und Kommissariaten geschrieben werden, habe ich hier schon einmal berichtet. Ein anderer Teil der polizeiinternen Kommunikation dringt eher selten an die Öffentlichkeit. Hier ist unserer Polizeipressestelle zu danken, die uns mit den Betreffs in ihren Mails an den seltsamen Abkürzungen teilhaben lässt, die speziell in der Einsatzleitstelle gern und oft verwendet werden. Ich habe über sie über Wochen gesammelt und zusammengestellt. Viel Spaß beim Rätseln, die Auflösung folgt am Freitag. Also was bedeutet das hier alles? Antworten gern in den Kommentaren. VK durch PBR VUTödl VUP SB Pkw_Zeugen Dieb_Diesel_TV &#8211; VUFL_Trunk PKW_DB CLK_brennt Feuer_PKW_technDefekt PM-PIHWI-04-02-2013-vermisste V.H. (V.H. ist abgekürzter Name) ED Schule_2 TV VP durch DH aufgefunden EDs geklärt TV Von der Teilnahme ausgeschlossen sind Polizeibeamte jeder Art, denn die haben ja einen Wettbewerbsvorteil. Für alle anderen: Viel Spaß beim Entschlüsseln dieser kryptischen Zeichen. Dem Gewinner winkt &#8211; nein, kein halbes Schwein &#8211; sondern ein Büchlein mit schönen Stilblüten. Gibt es mehrere richtige Einsendungen, entscheidet das Los.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Polizeimeldungen sind für Sprachliebhaber ein Quell vieler Freuden. Über die teils krausen Formulierungen, die in Revieren und Kommissariaten geschrieben werden, habe ich <a title="Die Polizeiperson befuhr die Straßenkrümme" href="https://pyrolim.de/pyrocontra/2012/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/" target="_blank">hier</a> schon einmal berichtet. Ein anderer Teil der polizeiinternen Kommunikation dringt eher selten an die Öffentlichkeit. Hier ist unserer Polizeipressestelle zu danken, die uns mit den Betreffs in ihren Mails an den seltsamen Abkürzungen teilhaben lässt, die speziell in der Einsatzleitstelle gern und oft verwendet werden. Ich habe über sie über Wochen gesammelt und zusammengestellt. Viel Spaß beim Rätseln, die Auflösung folgt am Freitag.<br />
<span id="more-3633"></span><br />
Also was bedeutet das hier alles? Antworten gern in den Kommentaren.</p>
<ol>
<li>VK durch PBR</li>
<li>VUTödl</li>
<li>VUP</li>
<li>SB Pkw_Zeugen</li>
<li>Dieb_Diesel_TV &#8211;</li>
<li>VUFL_Trunk</li>
<li>PKW_DB CLK_brennt</li>
<li>Feuer_PKW_technDefekt</li>
<li>PM-PIHWI-04-02-2013-vermisste V.H. (V.H. ist abgekürzter Name)</li>
<li>ED Schule_2 TV</li>
<li>VP durch DH aufgefunden</li>
<li>EDs geklärt TV</li>
</ol>
<p>Von der Teilnahme ausgeschlossen sind Polizeibeamte jeder Art, denn die haben ja einen Wettbewerbsvorteil. Für alle anderen: Viel Spaß beim Entschlüsseln dieser kryptischen Zeichen. Dem Gewinner winkt &#8211; nein, kein halbes Schwein &#8211; sondern ein Büchlein mit schönen Stilblüten. Gibt es mehrere richtige Einsendungen, entscheidet das Los.</p>
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		<title>Polizeideutsch: Die Polizeiperson befuhr die Straßenkrümme</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 20:40:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[genervt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyrocontra]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Polizeideutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Pressemeldung]]></category>
		<category><![CDATA[Pressestelle]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Polizeideutsch &#8211; eine besondere Spielart der Sprache Das schönste Beispiel von Polizeideutsch ist nicht aus unserer Region, ich habe es hier noch nie gehört. Aber ich will es niemandem vorenthalten: Straßenkrümme = Kurve. Ich weiß nicht, wer so redet, aber ich weiß aus meiner täglichen Arbeit, dass Pressemeldungen der Polizei nur so von teilweise abstrusen Begriffen strotzen. Deshalb habe ich die schönsten und häufigsten Begriffe aufgeschrieben. Tötungsdelikt: Mord oder Totschlag oder fahrlässige Tötung oder was auch immer das Strafgesetzbuch an Tötungsdelikten hergibt. Angesichts der Unklarheit, was am Ende juristisch dabei herauskommt, ziehen sich Polizei und Staatsanwaltschaft gern auf den Begriff Tötungsdelikt zurück. Lässt sich auch gut durch die Worte Bluttat (wenn Blut geflossen ist) oder schlicht Mord ersetzen. Wenn&#8217;s hinterher doch nur Totschlag ist, umso besser für das Strafmaß das Täters. Person: Retter und Polizisten kennen rein sprachlich betrachtet weder Männer noch Frauen. Alles, was auf zwei Beinen herumläuft und kein Vogel ist, firmiert bei ihnen unter dem Begriff &#8222;Person&#8220;. Zwecks Geschlechtsbestimmung gern mit dem Zusatz männliche oder weibliche Person verwendet. Verunfallt: Seltsame Beugung eines Substantives, kommt bei Polizei und Feuerwehr immer wieder vor. Die &#8222;verunfallte Person&#8220; ist eine unausrottbare Polizei-Marotte. Dass auch Verben verdreht werden, zeigt der tatsächlich einst von einer Pressestelle so verbreitete Satz: &#8222;das Kleinkind, das in einer Karre aufhältig war&#8220;. Tatverdächtiger, unbekannter: Ein Täter ist so lange ein mutmaßlicher Täter oder ein Verdächtiger, bis er rechtskräftig verurteilt ist. Ein unbekannter Täter aber ist immer ein Täter und nie ein Tatverdächtiger, weil die Tat ja noch niemandem angelastet wird. Oder, schlicht ausgedrückt: Wenn ein Unbekannter ein Opfer ausraubt, ist dieser Unbekannte der Täter, denn dass da einer eine Tat begangen hat, ist unstrittig. Nur wenn zwei Menschen auf ein Opfer einschlagen und das Opfer nicht sagen kann, von wem die Faust kam, ist jeder von beiden der Tat verdächtig, aber einen von beiden der Täter. So weit klar? Schadenfeuer: So redet kein Mensch, doch der Begriff kommt immer wieder in Polizeimeldungen vor. Es gibt tatsächlich eine Erklärung dafür: ein Schadenfeuer ist eines, das Schaden anrichtet. Ein Osterfeuer, ein Gartenfeuer, ein Grillfeuer ist kein Schadenfeuer, sondern ein Spaßfeuer oder ein nützliches Feuer. Darüber aber schreiben Polizeipressestellen keine Meldungen. Fahrzeugführer: Polizeibegriff für Autofahrer. Das muss man nicht kommentieren, das muss man nur konsequent ersetzen. Am besten mit der Funktion Suche-Tausche. Fahrzeug: Alles was auf Rädern unterwegs ist. Lässt sich nicht so einfach in Auto übersetzen, denn es könnte ja auch ein Motorrad, ein Fahrrad oder ein Lastwagen sein. Merke: Ein Kinderwagen hat zwar auch Räder, ist aber kein Fahrzeug. Auch wenn man damit das Baby spazieren fährt. Widerständler: Wenn sich jemand der Festnahme zu entziehen versucht, entweder in dem er schlägt, spuckt, um sich tritt oder sich windet, leistet er Widerstand gegen die Staatsgewalt. Dann ist er ein Widerständler, was nichts, aber auch gar nichts mit einem Widerstandskämpfer zu tun hat. Ich jedenfalls leiste heftigen Widerstand gegen die Verwendung des Wortes. Verbale Auseinandersetzung/körperliche Auseinandersetzung: Meistens folgt beides knapp hintereinander. Der verbalen folgt die körperliche Auseinandersetzung. Klein Fritzchen würde sagen, erst haben sie sich angeschrien und dann haben sie sich gekloppt. Etwas feiner ausgedrückt: Sie haben gestritten, und dann sind sie mit Fäusten aufeinander losgegangen/hat der eine dem anderen einen Kinnhaken verpasst/haben sie sich geprügelt/wälzten sie sich am Boden oder, oder, oder. Die Möglichkeiten, eine Auseinandersetzung, ob verbal oder körperlich, zu beschreiben, sind unbegrenzt. Die alarmierten Rettungskräfte: Das sind die, die immer am Unfallort oder am Tatort eintreffen. Wenn sie alarmiert werden. Wenn sie nicht alarmiert werden, treffen sie auch nicht ein, es sei denn, sie kommen zufällig vorbei. Dann sind sie aber keine Rettungskräfte, sondern Ersthelfer oder Zeugen. Sollten Rettungskräfte kommen, die nicht alarmiert wurden, können es nur Hellseher sein. Im Bereich: Andere Leute definieren Orte nach Straßen oder Plätzen, Polizisten leben in Bereichen. Die Übersetzung ist ganz einfach: Im Bereich der Dorfstraße heißt schlicht in der Dorfstraße. Bereiche lassen sich einfach ersatzlos streichen, ohne dass der Sinn in den Bereich der Ungenauigkeit abgleitet. Befahren: Andere Leute fahren auf Straßen, in Polizeimeldungen werden Straßen befahren. Da gibt es Meldungen wie &#8222;Fahrradfahrerin befuhr Radweg auf der falschen Seite&#8220; oder &#8222;Das Fahrzeug befuhr die Straße in Richtung X-Stadt.&#8220; Grundsätzlich ist befahren zwar nicht falsch, etwa in dem Satz: &#8222;Die A 100 in Berlin ist die am stärksten befahrene Autobahn in Deutschland.&#8220; Aber im oben genannten Zusammenhang wäre &#8222;Radfahrerin fuhr auf der falschen Seite des Radwegs&#8220; nach meinem Empfinden einfach das bessere Deutsch. Die Liste ließe sich sicher noch verlängern. Kennt Ihr gute Beispiele für schlechtes Deutsch aus Polizeimeldungen? Immer her damit. Merken</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/">Polizeideutsch: Die Polizeiperson befuhr die Straßenkrümme</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Polizeideutsch &#8211; eine besondere Spielart der Sprache</h2>
<p>Das schönste Beispiel von Polizeideutsch ist nicht aus unserer Region, ich habe es hier noch nie gehört. Aber ich will es niemandem vorenthalten: Straßenkrümme = Kurve. Ich weiß nicht, wer so redet, aber ich weiß aus meiner täglichen Arbeit, dass Pressemeldungen der Polizei nur so von teilweise abstrusen Begriffen strotzen. Deshalb habe ich die schönsten und häufigsten Begriffe aufgeschrieben.<br />
<span id="more-1165"></span></p>
<p><strong>Tötungsdelikt:</strong><br />
Mord oder Totschlag oder fahrlässige Tötung oder was auch immer das Strafgesetzbuch an Tötungsdelikten hergibt. Angesichts der Unklarheit, was am Ende juristisch dabei herauskommt, ziehen sich Polizei und Staatsanwaltschaft gern auf den Begriff Tötungsdelikt zurück. Lässt sich auch gut durch die Worte Bluttat (wenn Blut geflossen ist) oder schlicht Mord ersetzen. Wenn&#8217;s hinterher doch nur Totschlag ist, umso besser für das Strafmaß das Täters.</p>
<p><strong>Person:</strong><br />
Retter und Polizisten kennen rein sprachlich betrachtet weder Männer noch Frauen. Alles, was auf zwei Beinen herumläuft und kein Vogel ist, firmiert bei ihnen unter dem Begriff &#8222;Person&#8220;. Zwecks Geschlechtsbestimmung gern mit dem Zusatz männliche oder weibliche Person verwendet.</p>
<p><strong>Verunfallt:</strong><br />
Seltsame Beugung eines Substantives, kommt bei Polizei und Feuerwehr immer wieder vor. Die &#8222;verunfallte Person&#8220; ist eine unausrottbare Polizei-Marotte. Dass auch Verben verdreht werden, zeigt der tatsächlich einst von einer Pressestelle so verbreitete Satz: &#8222;das Kleinkind, das in einer Karre aufhältig war&#8220;.</p>
<p><strong>Tatverdächtiger, unbekannter:</strong><br />
Ein Täter ist so lange ein mutmaßlicher Täter oder ein Verdächtiger, bis er rechtskräftig verurteilt ist. Ein unbekannter Täter aber ist immer ein Täter und nie ein Tatverdächtiger, weil die Tat ja noch niemandem angelastet wird. Oder, schlicht ausgedrückt: Wenn ein Unbekannter ein Opfer ausraubt, ist dieser Unbekannte der Täter, denn dass da einer eine Tat begangen hat, ist unstrittig. Nur wenn zwei Menschen auf ein Opfer einschlagen und das Opfer nicht sagen kann, von wem die Faust kam, ist jeder von beiden der Tat verdächtig, aber einen von beiden der Täter. So weit klar?</p>
<p><strong>Schadenfeuer:</strong><br />
So redet kein Mensch, doch der Begriff kommt immer wieder in Polizeimeldungen vor. Es gibt tatsächlich eine Erklärung dafür: ein Schadenfeuer ist eines, das Schaden anrichtet. Ein Osterfeuer, ein Gartenfeuer, ein Grillfeuer ist kein Schadenfeuer, sondern ein Spaßfeuer oder ein nützliches Feuer. Darüber aber schreiben Polizeipressestellen keine Meldungen.</p>
<p><strong>Fahrzeugführer:</strong><br />
Polizeibegriff für Autofahrer. Das muss man nicht kommentieren, das muss man nur konsequent ersetzen. Am besten mit der Funktion Suche-Tausche.</p>
<p><strong>Fahrzeug:</strong><br />
Alles was auf Rädern unterwegs ist. Lässt sich nicht so einfach in Auto übersetzen, denn es könnte ja auch ein Motorrad, ein Fahrrad oder ein Lastwagen sein. Merke: Ein Kinderwagen hat zwar auch Räder, ist aber kein Fahrzeug. Auch wenn man damit das Baby spazieren fährt.</p>
<p><strong>Widerständler:</strong><br />
Wenn sich jemand der Festnahme zu entziehen versucht, entweder in dem er schlägt, spuckt, um sich tritt oder sich windet, leistet er Widerstand gegen die Staatsgewalt. Dann ist er ein Widerständler, was nichts, aber auch gar nichts mit einem Widerstandskämpfer zu tun hat. Ich jedenfalls leiste heftigen Widerstand gegen die Verwendung des Wortes.</p>
<p><strong>Verbale Auseinandersetzung/körperliche Auseinandersetzung:</strong><br />
Meistens folgt beides knapp hintereinander. Der verbalen folgt die körperliche Auseinandersetzung. Klein Fritzchen würde sagen, erst haben sie sich angeschrien und dann haben sie sich gekloppt. Etwas feiner ausgedrückt: Sie haben gestritten, und dann sind sie mit Fäusten aufeinander losgegangen/hat der eine dem anderen einen Kinnhaken verpasst/haben sie sich geprügelt/wälzten sie sich am Boden oder, oder, oder. Die Möglichkeiten, eine Auseinandersetzung, ob verbal oder körperlich, zu beschreiben, sind unbegrenzt.</p>
<p><strong>Die alarmierten Rettungskräfte:</strong><br />
Das sind die, die immer am Unfallort oder am Tatort eintreffen. Wenn sie alarmiert werden. Wenn sie nicht alarmiert werden, treffen sie auch nicht ein, es sei denn, sie kommen zufällig vorbei. Dann sind sie aber keine Rettungskräfte, sondern Ersthelfer oder Zeugen. Sollten Rettungskräfte kommen, die nicht alarmiert wurden, können es nur Hellseher sein.</p>
<p><strong>Im Bereich:</strong><br />
Andere Leute definieren Orte nach Straßen oder Plätzen, Polizisten leben in Bereichen. Die Übersetzung ist ganz einfach: Im Bereich der Dorfstraße heißt schlicht in der Dorfstraße. Bereiche lassen sich einfach ersatzlos streichen, ohne dass der Sinn in den Bereich der Ungenauigkeit abgleitet.</p>
<p><strong>Befahren:</strong><br />
Andere Leute fahren auf Straßen, in Polizeimeldungen werden Straßen befahren. Da gibt es Meldungen wie &#8222;Fahrradfahrerin befuhr Radweg auf der falschen Seite&#8220; oder &#8222;Das Fahrzeug befuhr die Straße in Richtung X-Stadt.&#8220; Grundsätzlich ist befahren zwar nicht falsch, etwa in dem Satz: &#8222;Die A 100 in Berlin ist die am stärksten befahrene Autobahn in Deutschland.&#8220; Aber im oben genannten Zusammenhang wäre &#8222;Radfahrerin fuhr auf der falschen Seite des Radwegs&#8220; nach meinem Empfinden einfach das bessere Deutsch.</p>
<p>Die Liste ließe sich sicher noch verlängern. Kennt Ihr gute Beispiele für schlechtes Deutsch aus Polizeimeldungen? Immer her damit.</p>
<p><img decoding="async" src="http://vg09.met.vgwort.de/na/0c6be79850b74ff582a2a5e18bb33e89" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><span style="border-radius: 2px; text-indent: 20px; width: auto; padding: 0px 4px 0px 0px; text-align: center; font: bold 11px/20px 'Helvetica Neue',Helvetica,sans-serif; color: #ffffff; background: #bd081c no-repeat scroll 3px 50% / 14px 14px; position: absolute; opacity: 1; z-index: 8675309; display: none; cursor: pointer;">Merken</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/">Polizeideutsch: Die Polizeiperson befuhr die Straßenkrümme</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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