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	<title>Polizei Archive - Pyrolirium</title>
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		<title>Wie aus einer Polizeimeldung ein Nachrichtentext wird</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jan 2024 17:21:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="600" height="393" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Pause für die Sprach-Polizei. Wenn es um Unwörter geht, ist sie nicht gefragt." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" fetchpriority="high" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei.jpg 600w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei-150x98.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei-350x230.jpg 350w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><p>Die Polizeipressestellen der Polizeidirektionen geben regelmäßig Medieninformationen über Straftaten, Unfälle oder bemerkenswerte Vorfälle heraus. Oft genug mit dem Wunsch, Zeugen zu finden. Aber da die Autoren Polizisten und keine Journalisten sind, schreiben sie keine journalistischen Texte. Deshalb kommt hier die Verwandlung einer Polizeimeldung in einen Nachrichtentext. Das Beispiel ist eine reale Pressemitteilung der Polizei, die allerdings bereits ein paar Jahre alt ist. Ich habe sie natürlich anonymisiert, wie ich es schon bei dem Beispiel vom langen und vom kurzen Grünkohl gemacht habe. Es geht ja nur darum, das Prinzip zu erkenne. Ich stelle allerdings seit ein, zwei Jahren fest, dass die Texte aus den Polizeipressestellen mittlerweile online-konformer geworden sind. Zunächst wird ein Teaser formuliert, dessen Inhalt dann genauer ausgeführt wird. Genauso wie es Redaktionen halten. Hier die Original-Polizeimeldung Am Montagnachmittag, 21.03.20xx, wurden die Polizeidienststellen in X-Stadt und Y-Dorf durch Steinwürfe beschädigt. Vor dem Hintergrund der eingeleiteten Ermittlungen wegen des Verdachts der Sachbeschädigung werden Zeugen gesucht, die Angaben zum weiteren Tatgeschehen machen können. Nach derzeitigem Sachstand ereignete sich die Tat in&#160;Y-Dorf zwischen 13:30 Uhr und 16:55 Uhr. Unbekannte hatten ein Fenster der Polizeistation in der C-Straße mit einem Stein beworfen. Dadurch wurden ein Fenster und Mobiliar im Innenraum des Gebäudes beschädigt. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich die Beamten nicht in dem Dienstgebäude, der Schaden wurde bei ihrer Rückkehr zur Dienststelle von der Präsenzstreife festgestellt. Im Rahmen der Ermittlungen werden Zeugen gesucht, die während der Tatzeit verdächtige Personen in der C-Straße nahe der Polizeistation festgestellt haben. Wenige Stunden später ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall beim Polizeirevier von X-Stadt in der Q-Straße. Um 18.53 Uhr bemerkten mehrere im Gebäude anwesende Beamte kurz hintereinander zwei laute Geräusche. Schnell wurde festgestellt, dass sowohl die Verglasung der Eingangstür als auch die Scheibe eines daneben befindlichen Fensters stark beschädigt waren. Direkt vor den beschädigten Verglasungen befand sich jeweils ein größerer Naturstein. Außerdem stellten die Beamten vor dem Eingangsbereich einen 62-jährigen Mann fest, der sich augenscheinlich in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Er steht im Verdacht, die Sachbeschädigung in X-Stadt unter Zuhilfenahme von Steinen begangen zu haben. Gegen den Mann wurde ein Verfahren wegen des Verdachts der Sachbeschädigung eingeleitet. Aufgrund seines psychischen Ausnahmezustandes wurde der Mann zur weiteren Behandlung in eine Fachklinik gebracht. Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht, wird jetzt im Zuge der Ermittlungen geprüft. Die Höhe des Gesamtsachschadens steht zurzeit noch nicht fest. Sachdienliche Hinweise zu beiden Taten nimmt die Polizei usw., usw. entgegen. Kleine Anmerkungen zu typischen Formulierungen Bevor jetzt die umgeschriebene und so von der Redaktion veröffentlichte Version kommt, zunächst ein paar Anmerkungen zu den verwendeten Formulierungen. Die Polizei stellt in fest jeder Polizeimeldung etwas fest. Anders können die Beamten sprachlich gar nicht. In diesem Fall stellten sie die Beschädigungen fest &#8211; das mag ja noch angehen &#8211; und sie stellten den mutmaßlichen Täter fest. Feststellen ist eines der Lieblingswörter der Verfasser von Polizeimeldungen. Ein weiteres Lieblingswort ist das Tatgeschehen. Was würde sich an dem Inhalt ändern, wenn nur von der Tat geschrieben oder gesprochen würde? Gar nichts. Bei den sachdienlichen Hinweisen gilt dasselbe. Warum nicht einfach Hinweise schreiben? Ob sie sachdienlich sind, muss sich erst noch herausstellen. Und ein Zeuge wird das gar nicht einschätzen können. Ebenso überflüssig sind die &#8222;eingeleiteten Ermittlungen&#8220;. Ermittlungen reicht völlig. Polizeideutsch ist schon eine spezielle Art des Schreibens. Die Version der Redaktion Unbekannte haben am Montagnachmittag Steine auf die Polizeidienststellen in X-Stadt und in Y-Dorf geworfen. Beide Gebäude wurden dabei beschädigt. Die Beamten der Polizeistation X-Stadt ermitteln wegen Sachbeschädigung und suchen Zeugen. Die Tat in Y-Dorf ereignete sich zwischen 13.30 Uhr und 16.55 Uhr. In dieser Zeit war das Revier in der C-Straße nicht besetzt. Erst als die Polizeibeamten von ihrer Streifenfahrt zurückkamen, bemerkten sie den Schaden. Der oder die Täter hatten ein Fenster der Polizeistation mit einem Stein beworfen. Dadurch wurden das Fenster und das Mobiliar im Innenraum des Gebäudes beschädigt. Wenige Stunden später ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall beim Polizeirevier in X-Stadt in der Q-Straße. Um 18.53 Uhr hörten mehrere im Gebäude anwesende Beamte kurz hintereinander zwei laute Geräusche. Schnell entdeckten sie, dass sowohl die Verglasung der Eingangstür als auch die Scheibe eines benachbarten Fensters stark beschädigt waren. Direkt vor den beschädigten Verglasungen lag jeweils ein größerer Naturstein. Vor dem Eingang stand ein 62-jähriger Mann, der sich offenbar in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Die Beamten verdächtigen ihn, die Steine geworfen zu haben. Gegen den Mann ermittelt die Polizei jetzt wegen des Verdachts der Sachbeschädigung. Wegen seines psychischen Zustands wurde er in eine Fachklinik gebracht. Im Fall von Y-Dorf sucht die Polizei Zeugen, die am Montagnachmittag verdächtige Personen in der Q-Straße nahe der Polizeistation gesehen haben. Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht, wird noch geprüft. Die Höhe des gesamten Sachschadens steht noch nicht fest. Hinweise zu beiden Taten nimmt die Polizei usw., usw. entgegen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/wie-aus-einer-polizeimeldung-ein-nachrichtentext-wird/">Wie aus einer Polizeimeldung ein Nachrichtentext wird</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="600" height="393" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Pause für die Sprach-Polizei. Wenn es um Unwörter geht, ist sie nicht gefragt." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei.jpg 600w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei-150x98.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Polizei-350x230.jpg 350w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" />
<p class="wp-block-paragraph">Die Polizeipressestellen der Polizeidirektionen geben regelmäßig Medieninformationen über Straftaten, Unfälle oder bemerkenswerte Vorfälle heraus. Oft genug mit dem Wunsch, Zeugen zu finden. Aber da die Autoren Polizisten und keine Journalisten sind, schreiben sie keine journalistischen Texte. Deshalb kommt hier die Verwandlung einer Polizeimeldung in einen Nachrichtentext.</p>



<span id="more-13400"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Das Beispiel ist eine reale Pressemitteilung der Polizei, die allerdings bereits ein paar Jahre alt ist. Ich habe sie natürlich anonymisiert, wie ich es schon bei dem Beispiel <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/der-lange-und-der-kurze-gruenkohl-einem-text-die-luft-rauslassen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">vom langen und vom kurzen Grünkohl</a> gemacht habe. Es geht ja nur darum, das Prinzip zu erkenne. Ich stelle allerdings seit ein, zwei Jahren fest, dass die Texte aus den Polizeipressestellen mittlerweile online-konformer geworden sind. Zunächst wird ein Teaser formuliert, dessen Inhalt dann genauer ausgeführt wird. Genauso wie es Redaktionen halten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hier die Original-Polizeimeldung </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Am Montagnachmittag, 21.03.20xx, wurden die Polizeidienststellen in X-Stadt und Y-Dorf durch Steinwürfe beschädigt. Vor dem Hintergrund der eingeleiteten Ermittlungen wegen des Verdachts der Sachbeschädigung werden Zeugen gesucht, die Angaben zum weiteren Tatgeschehen machen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach derzeitigem Sachstand ereignete sich die Tat in&nbsp;Y-Dorf zwischen 13:30 Uhr und 16:55 Uhr. Unbekannte hatten ein Fenster der Polizeistation in der C-Straße mit einem Stein beworfen. Dadurch wurden ein Fenster und Mobiliar im Innenraum des Gebäudes beschädigt. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich die Beamten nicht in dem Dienstgebäude, der Schaden wurde bei ihrer Rückkehr zur Dienststelle von der Präsenzstreife festgestellt. Im Rahmen der Ermittlungen werden Zeugen gesucht, die während der Tatzeit verdächtige Personen in der C-Straße nahe der Polizeistation festgestellt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenige Stunden später ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall beim Polizeirevier von X-Stadt in der Q-Straße. Um 18.53 Uhr bemerkten mehrere im Gebäude anwesende Beamte kurz hintereinander zwei laute Geräusche. Schnell wurde festgestellt, dass sowohl die Verglasung der Eingangstür als auch die Scheibe eines daneben befindlichen Fensters stark beschädigt waren. Direkt vor den beschädigten Verglasungen befand sich jeweils ein größerer Naturstein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Außerdem stellten die Beamten vor dem Eingangsbereich einen 62-jährigen Mann fest, der sich augenscheinlich in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Er steht im Verdacht, die Sachbeschädigung in X-Stadt unter Zuhilfenahme von Steinen begangen zu haben. Gegen den Mann wurde ein Verfahren wegen des Verdachts der Sachbeschädigung eingeleitet. Aufgrund seines psychischen Ausnahmezustandes wurde der Mann zur weiteren Behandlung in eine Fachklinik gebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht, wird jetzt im Zuge der Ermittlungen geprüft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Höhe des Gesamtsachschadens steht zurzeit noch nicht fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sachdienliche Hinweise zu beiden Taten nimmt die Polizei usw., usw. entgegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kleine Anmerkungen zu typischen Formulierungen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor jetzt die umgeschriebene und so von der Redaktion veröffentlichte Version kommt, zunächst ein paar Anmerkungen zu den verwendeten Formulierungen. Die Polizei stellt in fest jeder Polizeimeldung etwas fest. Anders können die Beamten sprachlich gar nicht. In diesem Fall stellten sie die Beschädigungen fest &#8211; das mag ja noch angehen &#8211; und sie stellten den mutmaßlichen Täter fest. Feststellen ist eines der Lieblingswörter der Verfasser von Polizeimeldungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Lieblingswort ist das Tatgeschehen. Was würde sich an dem Inhalt ändern, wenn nur von der Tat geschrieben oder gesprochen würde? Gar nichts. Bei den sachdienlichen Hinweisen gilt dasselbe. Warum nicht einfach Hinweise schreiben? Ob sie sachdienlich sind, muss sich erst noch herausstellen. Und ein Zeuge wird das gar nicht einschätzen können. Ebenso überflüssig sind die &#8222;eingeleiteten Ermittlungen&#8220;. Ermittlungen reicht völlig. <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Polizeideutsch</a> ist schon eine spezielle Art des Schreibens.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Version der Redaktion</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unbekannte haben am Montagnachmittag Steine auf die Polizeidienststellen in X-Stadt und in Y-Dorf  geworfen. Beide Gebäude wurden dabei beschädigt. Die Beamten der Polizeistation X-Stadt ermitteln wegen Sachbeschädigung und suchen Zeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tat in Y-Dorf ereignete sich zwischen 13.30 Uhr und 16.55 Uhr. In dieser Zeit war das Revier in der C-Straße nicht besetzt. Erst als die Polizeibeamten von ihrer Streifenfahrt zurückkamen, bemerkten sie den Schaden. Der oder die Täter hatten ein Fenster der Polizeistation mit einem Stein beworfen. Dadurch wurden das Fenster und das Mobiliar im Innenraum des Gebäudes beschädigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenige Stunden später ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall beim Polizeirevier in X-Stadt in der Q-Straße. Um 18.53 Uhr hörten mehrere im Gebäude anwesende Beamte kurz hintereinander zwei laute Geräusche. Schnell entdeckten sie, dass sowohl die Verglasung der Eingangstür als auch die Scheibe eines benachbarten Fensters stark beschädigt waren. Direkt vor den beschädigten Verglasungen lag jeweils ein größerer Naturstein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor dem Eingang stand ein 62-jähriger Mann, der sich offenbar in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Die Beamten verdächtigen ihn, die Steine geworfen zu haben. Gegen den Mann ermittelt die Polizei jetzt wegen des Verdachts der Sachbeschädigung. Wegen seines psychischen Zustands wurde er in eine Fachklinik gebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Fall von Y-Dorf sucht die Polizei Zeugen, die am Montagnachmittag verdächtige Personen in der Q-Straße nahe der Polizeistation gesehen haben. Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht, wird noch geprüft. Die Höhe des gesamten Sachschadens steht noch nicht fest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinweise zu beiden Taten nimmt die Polizei usw., usw. entgegen.</p>
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		<title>Struktur und strukturelle Probleme &#8211; Das Überall-Wort</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyropro/gedacht/struktur-und-strukturelle-probleme-das-ueberall-wort/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Aug 2020 16:48:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Pyrocontra]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="316" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/BFE-5.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/BFE-5.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/BFE-5-150x59.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/BFE-5-768x303.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Wir haben es, das ist unzweifelhaft, mit so vielen strukturellen Probleme zu tun, dass wir strukturell schon völlig überstrukturiert sind (Ironie off). Wer sich auf Social Media umguckt, der kann nicht umhin festzustellen, dass strukturelle Probleme eine der größten Herausforderungen sind. So viel strukturell Böses, das gibt&#8217;s doch gar nicht. Was so alles unter dem Oberbegriff strukturelle Probleme zusammengefasst wird: strukturelle Polizeigewalt (gerade am häufigsten beklagtes Strukturproblem), strukturelles Patriarchat (der Dauerbrenner), strukturelle Diskriminierung (werden hier die Strukturen diskriminiert?), strukturelle Gewaltmonopole (gern auch in urdemokratischen Staaten wie unserem beklagt) und zur Lösung all dieser Dinge am besten noch strukturelle Konsequenzen. Dann wäre da noch die strukturell sexistische patriarchale Gesellschaft. Gewalt von Männern an Frauen soll grundsätzlich strukturell bedingt sein. Ich dachte immer, Männer, die ihre Frauen schlagen, sind Arschlöcher, nichts anderes. Aber vermutlich bin ich nur zu dumm um zu verstehen, dass einzig die Gesellschaft sie zu diesen Arschlöchern gemacht haben soll. Ein Wort macht Karriere Wann hat das Wort strukturell begonnen, eine so steile Karriere zu machen? Strukturell ist zunächst nichts anderes, als etwas, das eine Struktur aufweist. Struktur lässt sich kurz und knapp als Gefüge oder innerer Aufbau übersetzen. Eines der Gegenteile von strukturell wäre interaktionell, also aus Interaktionen heraus begründet. Dann ist es nicht die Gesellschaft, die schlägt oder diskriminiert, sondern der einzelne, der seinem Gegenüber eine runterhaut oder es abwertet. Die Vertreter der Struktur-These beklagen dagegen, dass Motive viel zu oft individualisiert werden. Aber sind sie das nicht meistens? Und ist das Berufen auf Strukturen nicht auch eine Methode, einzelne zu entlasten? Auf das Individuum zu schauen ist aber gerade nicht in Mode. Damit, finde ich, machen es sich viele zu einfach. Schnell wird ein strukturelles Problem angeführt, wenn etwas schief läuft. Macht die Sache doch so einfach: Sollen sich doch die drum kümmern, in deren Reihen das vorgekommen ist. Schönes Beispiel ist gerade die Polizei. Ja, es gibt Polizeigewalt, aber es gibt weit mehr, sogar die ganz große Mehrheit der Polizeibeamten, die ihre Dienst so ausfüllen, wie es sein soll und wie wir es als Gesellschaft erwarten. Aber dem Polizeiapparat wird vorgehalten, die Probleme seien strukturell und deshalb einzig von ihm selbst zu verantworten und zu lösen. Ohnmacht der Institution Vielleicht lässt sich aber selbst in einer noch so gut strukturierten Organisation nicht verhindern, dass einzelne ausscheren, sich daneben benehmen, rassistisch reagieren, überzogene Gewalt anwenden. In jedem Betrieb, jeder Organsiationen arbeiten Menschen, und Menschen sind fehlbar. Dann jedes Mal wie ein Mantra zu rufen, dass es keine Einzelfälle sind, sondern dass strukturelle Gewalt (wahlweise Diskriminierung, Sexismus, Rassismus) der Grund ist, ist mittlerweile ein Reflex. Was ändert sich dadurch? Nichts. Vielleicht müssen wir den Blick etwas weiten. Sind es nicht immer mehrere Ursachen, die zu Gewalt, Diskriminierung, Sexismus führen? Ja, es können die Strukturen sein. Aber das ist es nicht zwangsläufig. Jede Gruppe hat ihre Arschlochquote. Die wird es immer geben, und ihr Prozentsatz soll, so hat es mir mal ein Fachmann erklärte, immer um die sieben, acht Prozent liegen. Egal, welche Maßnahmen gegen das Verhalten dieser Menschen ergriffen werden, ob Druck oder Beratung oder Therapie. Vielleicht ist die These vom Einzelfall eben doch nicht so abwegig. Das will aber gerade keiner hören. Schieben wir doch lieber alles auf die struktuellen Strukturen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/gedacht/struktur-und-strukturelle-probleme-das-ueberall-wort/">Struktur und strukturelle Probleme &#8211; Das Überall-Wort</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="316" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/BFE-5.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/BFE-5.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/BFE-5-150x59.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/BFE-5-768x303.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Wir haben es, das ist unzweifelhaft, mit so vielen strukturellen Probleme zu tun, dass wir strukturell schon völlig überstrukturiert sind (Ironie off). Wer sich auf Social Media umguckt, der kann nicht umhin festzustellen, dass strukturelle Probleme eine der größten Herausforderungen sind. So viel strukturell Böses, das gibt&#8217;s doch gar nicht.</p>



<span id="more-11199"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Was so alles unter dem Oberbegriff strukturelle Probleme zusammengefasst wird: <a href="https://twitter.com/search?q=strukturelle%20Polizeigewalt&amp;src=typed_query" target="_blank" rel="noreferrer noopener">strukturelle Polizeigewalt</a> (gerade am häufigsten beklagtes Strukturproblem), <a href="https://www.spitzenfrauen-bw.de/karrierewissen/blog1/blogartikel0/?no_cache=1&amp;uid_single=837&amp;cHash=1ce5da2e2635be1709085ce4873304c9" target="_blank" rel="noreferrer noopener">strukturelles Patriarchat</a> (der Dauerbrenner), <a href="https://www.br.de/mediathek/video/erklaervideo-was-ist-strukturelle-diskriminierung-av:5da7148f0f30eb001a569b5f" target="_blank" rel="noreferrer noopener">strukturelle Diskriminierung</a> (werden hier die Strukturen diskriminiert?), strukturelle Gewaltmonopole (gern auch in urdemokratischen Staaten wie unserem beklagt) und zur Lösung all dieser Dinge am besten noch strukturelle Konsequenzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann wäre da noch die strukturell sexistische patriarchale Gesellschaft. Gewalt von Männern an Frauen soll grundsätzlich strukturell bedingt sein. Ich dachte immer, Männer, die ihre Frauen schlagen, sind Arschlöcher, nichts anderes. Aber vermutlich bin ich nur zu dumm um zu verstehen, dass einzig die Gesellschaft sie zu diesen Arschlöchern gemacht haben soll.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Wort macht Karriere</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wann hat das Wort strukturell begonnen, eine so steile Karriere zu machen? Strukturell ist zunächst nichts anderes, als etwas, das eine Struktur aufweist. Struktur lässt sich kurz und knapp als Gefüge oder innerer Aufbau übersetzen. Eines der Gegenteile von strukturell wäre interaktionell, also aus Interaktionen heraus begründet. Dann ist es nicht die Gesellschaft, die schlägt oder diskriminiert, sondern der einzelne, der seinem Gegenüber eine runterhaut oder es abwertet. Die Vertreter der Struktur-These beklagen dagegen, dass Motive viel zu oft individualisiert werden. Aber sind sie das nicht meistens? Und ist das Berufen auf Strukturen nicht auch eine Methode, einzelne zu entlasten?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf das Individuum zu schauen ist aber gerade nicht in Mode. Damit, finde ich, machen es sich viele zu einfach. Schnell wird ein strukturelles Problem angeführt, wenn etwas schief läuft. Macht die Sache doch so einfach: Sollen sich doch die drum kümmern, in deren Reihen das vorgekommen ist. Schönes Beispiel ist gerade die <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Polizei</a>. Ja, es gibt Polizeigewalt, aber es gibt weit mehr, sogar die ganz große Mehrheit der  Polizeibeamten, die ihre Dienst so ausfüllen, wie es sein soll und wie wir es als Gesellschaft erwarten. Aber dem Polizeiapparat wird vorgehalten, die Probleme seien strukturell und deshalb einzig von ihm selbst zu verantworten und zu lösen. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Ohnmacht der Institution</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht lässt sich aber selbst in einer noch so gut strukturierten Organisation nicht verhindern, dass einzelne ausscheren, sich daneben benehmen, rassistisch reagieren, überzogene Gewalt anwenden. In jedem Betrieb, jeder Organsiationen arbeiten Menschen, und Menschen sind fehlbar. Dann jedes Mal wie ein Mantra zu rufen, dass es keine Einzelfälle sind, sondern dass strukturelle Gewalt (wahlweise Diskriminierung, Sexismus, Rassismus) der Grund ist, ist mittlerweile ein Reflex. Was ändert sich dadurch? Nichts. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht müssen wir den Blick etwas weiten. Sind es nicht immer mehrere Ursachen, die zu Gewalt, Diskriminierung, Sexismus führen? Ja, es können die Strukturen sein. Aber das ist es nicht zwangsläufig. Jede Gruppe hat ihre Arschlochquote. Die wird es immer geben, und ihr Prozentsatz soll, so hat es mir mal ein Fachmann erklärte, immer um die sieben, acht Prozent liegen. Egal, welche Maßnahmen gegen das Verhalten dieser Menschen ergriffen werden, ob Druck oder Beratung oder Therapie. Vielleicht ist die These vom Einzelfall eben doch nicht so abwegig. Das will aber gerade keiner hören. Schieben wir doch lieber alles auf die struktuellen Strukturen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/gedacht/struktur-und-strukturelle-probleme-das-ueberall-wort/">Struktur und strukturelle Probleme &#8211; Das Überall-Wort</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Stilblüten bei der Polizei und aus anderen Quellen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Aug 2018 07:34:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Polizeideutsch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Über Jahre habe ich Stilblüten gesammelt. Viele kommen von den Polizeipressestellen. Das liegt vielleicht daran, dass die gesamte Polizei viele Pressemitteilungen schickt und dass die „Polizisten und keine Journalisten“ sind, wie es eine Kollegin mal formulierte. Aber auch andere steuern schöne Stilblüten bei. Fliegender Döner In der Nacht zum Dienstag hatten es Polizeibeamte im Stadtteil Xxx mit einer pfiffigen 47-Jährigen zu tun. Streitigkeiten mit einer lautstarken Personengruppe erledigte sie kurzerhand selbst &#8211; mit einem randvoll gefüllten Wassereimer! Gegen vier Uhr fühlte sich die resolute Dame durch mehrere Personen, die lauthals grölten, in ihrer Nachtruhe gestört. Nachdem Sie ihr Fenster im ersten Stock geöffnet und die Unruhestifter um etwas Rücksicht gebeten hatte, kam als Antwort ein Döner Kebab durchs offene Fenster geflogen. Die 47-Jähriger fackelte nicht lange und zahlte es dem Unbekannten heim, indem sie von oben einen Eimer voll Wasser auf die Personen kippte. Die begossenen Pudel suchten daraufhin das Weite. Besoffener Daimler Am frühen Mittwochmorgen, 04.20 Uhr, wurde im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle bei einem Daimler-Benz deutlicher Atemalkoholgeruch festgestellt. Weg der Besserung So mancher Autor in Uniform wächst förmlich über sich hinaus, so wie der, der von einem Mann berichtete, der hilflos und unterkühlt in kalter Winternacht am Straßenrand lag. Das Drama nahm aber ein gutes Ende: &#8222;Auf dem Weg zur Besserung wurde der Mann ins Klinikum gebracht&#8220;, ließ die Polizei wissen. Dass der Einfluss von Verona Feldbusch bis in hiesige Polizeistellen reicht, bewies ein anderer Beamter, der mitteilte: &#8222;Er wurde von zwei Passanten geholfen . . .&#8220; Flottes Boot Dass Rechtschreibung bei der Polizei nicht an erster Stelle steht, beweist die Meldung von einer &#8222;Verfolgungsjacht&#8220; zwischen zwei Orten. Reinster Polizeijargon floss dagegen in diese Meldung ein: &#8222;UT warfen mit einem Stein beim abgeparkten Fahrzeug die Heckscheibe ein.&#8220; UT steht für unbekannte Täter. Und noch ein Highlight von der Autobahnpolizei: &#8222;Der 0.1 (so werden die Unfallbeteiligten gezählt) befuhr die für BMW vorgesehene linke Fahrspur der Autobahn.&#8220; Angeflanscht Nun will ich aber nicht verschweigen, dass auch andere nicht immer firm sind in verständlicher Sprache und mich mitunter mit verschlungenen Sätzen beglücken. Etwa das Straßenbauamt: &#8222;Der Überbau besteht aus einem Stahltragwerk, Längs- und Querträger mit Verbänden, mit einer Betonplatte im Verbund auf den oberen Flanschen der Längs- und Querträger.&#8220; Alles klar? Nicht schlecht auch das Statistische Landesamt, das vor Jahren über die Todesursachen der Schleswig-Holsteiner meldete: &#8222;An Verletzungen, Vergiftungen und bestimmten anderen Folgen äußerer Ursachen starben 1368 Personen, darunter 420 an vorsätzlicher Selbstbeschädigung und 26 an einem tätlichen Angriff.&#8220; Lappen erleben Dass Vereine Behörden in nichts nachstehen, beweist ein Männerchor, der mit dieser Feststellung überraschte: &#8222;Da die Mitglieder eines Chores immer und überall bereit zum Singen sind, konnte niemand verhindern, dass das neue Lieblingslied des Chores vorgetragen wurde.&#8220; Grandiosen Sprachwitz beweist dagegen der Autor einer Ankündigung für einen bunten Markt: &#8222;Im Lappenzelt kann man das Leben der Lappen miterleben.&#8220; Dass auch Schlagzeilen ihren Reiz haben, beweist das Mitteilungsblatt eines SPD-Ortsverbands. Dort hieß es auf der ersten Seite: &#8222;Die Franzosen kommen und die Finnen morgen.&#8220; Das Blatt enthält seinen Lesern auch nicht vor, wie ein toter Jungstorch vom Nestrand entfernt wurde: &#8222;Dieser erbärmliche Anblick wurde mit Hilfe einer Leiter und eines langen Stockes beendet.&#8220; Klassische Stilblüten Ein letzter noch aus der Polizeiabteilung: Gegen 21.45 Uhr tankte ein weinroter Opel Vectra an der BP-Tankstelle, zapfte rund 50 Liter Super, stieg in sein Auto und fuhr weg.&#8220; Falsche Bezüge sind die Klassiker, die uns die schönsten Stilblüten bescheren. Wer weiterlesen möchte: Der schöne Twitteraccount @polizeiprosa präsentiert regelmäßig Schönes aus Polizeimeldungen. Über Polizeideutsch habe ich auch schon geschrieben.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/stilblueten-bei-der-polizei-und-aus-anderen-quellen/">Stilblüten bei der Polizei und aus anderen Quellen</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Über Jahre habe ich Stilblüten gesammelt. Viele kommen von den Polizeipressestellen. Das liegt vielleicht daran, dass die gesamte Polizei viele Pressemitteilungen schickt und dass die „Polizisten und keine Journalisten“ sind, wie es eine Kollegin mal formulierte. Aber auch andere steuern schöne Stilblüten bei.<br />
<span id="more-9004"></span></p>
<h2>Fliegender Döner</h2>
<p>In der Nacht zum Dienstag hatten es Polizeibeamte im Stadtteil Xxx mit einer pfiffigen 47-Jährigen zu tun. Streitigkeiten mit einer lautstarken Personengruppe erledigte sie kurzerhand selbst &#8211; mit einem randvoll gefüllten Wassereimer! Gegen vier Uhr fühlte sich die resolute Dame durch mehrere Personen, die lauthals grölten, in ihrer Nachtruhe gestört. Nachdem Sie ihr Fenster im ersten Stock geöffnet und die Unruhestifter um etwas Rücksicht gebeten hatte, kam als Antwort ein Döner Kebab durchs offene Fenster geflogen. Die 47-Jähriger fackelte nicht lange und zahlte es dem Unbekannten heim, indem sie von oben einen Eimer voll Wasser auf die Personen kippte. Die begossenen Pudel suchten daraufhin das Weite.</p>
<h2>Besoffener Daimler</h2>
<p>Am frühen Mittwochmorgen, 04.20 Uhr, wurde im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle bei einem Daimler-Benz deutlicher Atemalkoholgeruch festgestellt.</p>
<h2>Weg der Besserung</h2>
<p>So mancher Autor in Uniform wächst förmlich über sich hinaus, so wie der, der von einem Mann berichtete, der hilflos und unterkühlt in kalter Winternacht am Straßenrand lag. Das Drama nahm aber ein gutes Ende: &#8222;Auf dem Weg zur Besserung wurde der Mann ins Klinikum gebracht&#8220;, ließ die Polizei wissen. Dass der Einfluss von Verona Feldbusch bis in hiesige Polizeistellen reicht, bewies ein anderer Beamter, der mitteilte: &#8222;Er wurde von zwei Passanten geholfen . . .&#8220;</p>
<h2>Flottes Boot</h2>
<p>Dass Rechtschreibung bei der Polizei nicht an erster Stelle steht, beweist die Meldung von einer &#8222;Verfolgungsjacht&#8220; zwischen zwei Orten. Reinster <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/2012/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/">Polizeijargon</a> floss dagegen in diese Meldung ein: &#8222;UT warfen mit einem Stein beim abgeparkten Fahrzeug die Heckscheibe ein.&#8220; UT steht für unbekannte Täter. Und noch ein Highlight von der Autobahnpolizei: &#8222;Der 0.1 (so werden die Unfallbeteiligten gezählt) befuhr die für BMW vorgesehene linke Fahrspur der Autobahn.&#8220;</p>
<h2>Angeflanscht</h2>
<p>Nun will ich aber nicht verschweigen, dass auch andere nicht immer firm sind in verständlicher Sprache und mich mitunter mit verschlungenen Sätzen beglücken. Etwa das <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/2014/vielschichtige-woerter-fuer-viele-strassenschichten/">Straßenbauamt</a>: &#8222;Der Überbau besteht aus einem Stahltragwerk, Längs- und Querträger mit Verbänden, mit einer Betonplatte im Verbund auf den oberen Flanschen der Längs- und Querträger.&#8220; Alles klar? Nicht schlecht auch das Statistische Landesamt, das vor Jahren über die Todesursachen der Schleswig-Holsteiner meldete: &#8222;An Verletzungen, Vergiftungen und bestimmten anderen Folgen äußerer Ursachen starben 1368 Personen, darunter 420 an vorsätzlicher Selbstbeschädigung und 26 an einem tätlichen Angriff.&#8220;</p>
<h2>Lappen erleben</h2>
<p>Dass Vereine Behörden in nichts nachstehen, beweist ein Männerchor, der mit dieser Feststellung überraschte: &#8222;Da die Mitglieder eines Chores immer und überall bereit zum Singen sind, konnte niemand verhindern, dass das neue Lieblingslied des Chores vorgetragen wurde.&#8220; Grandiosen Sprachwitz beweist dagegen der Autor einer Ankündigung für einen bunten Markt: &#8222;Im Lappenzelt kann man das Leben der Lappen miterleben.&#8220; Dass auch Schlagzeilen ihren Reiz haben, beweist das Mitteilungsblatt eines SPD-Ortsverbands. Dort hieß es auf der ersten Seite: &#8222;Die Franzosen kommen und die Finnen morgen.&#8220; Das Blatt enthält seinen Lesern auch nicht vor, wie ein toter Jungstorch vom Nestrand entfernt wurde: &#8222;Dieser erbärmliche Anblick wurde mit Hilfe einer Leiter und eines langen Stockes beendet.&#8220;</p>
<h2>Klassische Stilblüten</h2>
<p>Ein letzter noch aus der Polizeiabteilung: Gegen 21.45 Uhr tankte ein weinroter Opel Vectra an der BP-Tankstelle, zapfte rund 50 Liter Super, stieg in sein Auto und fuhr weg.&#8220; Falsche Bezüge sind die Klassiker, die uns die schönsten Stilblüten bescheren.</p>
<p>Wer weiterlesen möchte: Der schöne Twitteraccount <a href="https://twitter.com/polizeiprosa" target="_blank" rel="noopener">@polizeiprosa</a> präsentiert regelmäßig Schönes aus Polizeimeldungen. Über <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/2013/liebe-polizei-gib-mich-tuete-deutsch/">Polizeideutsch</a> habe ich auch schon geschrieben.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/stilblueten-bei-der-polizei-und-aus-anderen-quellen/">Stilblüten bei der Polizei und aus anderen Quellen</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Der überflüssige Rettungswagen</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/der-ueberfluessige-rettungswagen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Dec 2017 15:11:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Pyrocontra]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mein Polizeipressesprecher der Herzen hat sich mal wieder einen Rüffel von mir eingefangen. Ich habe den Klugscheißermodus angeschmissen und ihm auf eine seiner PM-Mails eine kleine Korrektur zurückgemailt. Er kann das ab, er kennt mich. Es ging, so der Betreff, um den „Unfall mit beteiligtem Rettungswagen“. Pflücken wir das mal auseinander. Es gab einen Unfall. Eines der beteiligten Fahrzeuge war ein Rettungswagen. Nun ist der Gedanke durchaus richtig, dass bei vielen Unfällen ein Rettungswagen dabei ist, nicht als Unfallauto, sondern um die Rettungsassistenten und ihre Geräte zum Unfallort zu bringen und einen Verletzten aufzunehmen. Insofern hätte der Satz „Unfall mit Rettungswagen“ tatsächlich das Potential zu Missverständnissen. Andererseits ist ein solcher Satz bei Unfällen, an denen kein Rettungswagen als Unfallbeteiligter dabei war, aber in seiner Funktion als Rettungswagen, nie zu hören. Oder noch spitzfindiger: Natürlich ist an Unfällen mit Personenschäden immer ein Rettungswagen beteiligt, aber eben nicht als Unfallfahrzeug. Alles klar? Bei „Unfall mit Rettungswagen“ hätte jeder sofort gewusst, dass hier ein Rettungswagen einen Unfall hatte. „Zusammenstoß mit Rettungswagen“ wäre auch eine denkbare Betreffzeile gewesen. Deshalb habe ich geklugscheißert, dass das Wort „beteiligtem“ in diesem Fall völlig überflüssig war. Genauso überflüssig wie die alarmierten Feuerwehrleute oder Rettungskräfte. Ich muss meinem Polizeipressesprecher der Herzen aber zugute halten, dass er manchmal echte Geistesblitze bei seinen Mail-Betreffzeilen hat. Ich sage nur: Yippie-Ya-Yeah. Das stand in der Mail, in der es darum ging, dass Polizeibeamte ein ausgebüxtes Rindviech (Tier) eingefangen haben. Ich habe herzlich gelacht. Als Rechtfertigung für den „Unfall mit beteiligtem Rettungswagen“ hat er sich damit verteidigt, er wolle in diesem Jahr noch einmal hier im Blog erscheinen. Der Wunsch sei ihm erfüllt, schließlich hat er heute Geburtstag.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/der-ueberfluessige-rettungswagen/">Der überflüssige Rettungswagen</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Polizeipressesprecher der Herzen hat sich mal wieder einen Rüffel von mir eingefangen. Ich habe den Klugscheißermodus angeschmissen und ihm auf eine seiner PM-Mails eine kleine Korrektur zurückgemailt. Er kann das ab, er kennt mich. Es ging, so der Betreff, um den „Unfall mit beteiligtem Rettungswagen“.<br />
<span id="more-8653"></span></p>
<p>Pflücken wir das mal auseinander. Es gab einen Unfall. Eines der beteiligten Fahrzeuge war ein Rettungswagen. Nun ist der Gedanke durchaus richtig, dass bei vielen Unfällen ein Rettungswagen dabei ist, nicht als Unfallauto, sondern um die Rettungsassistenten und ihre Geräte zum Unfallort zu bringen und einen Verletzten aufzunehmen. Insofern hätte der Satz „Unfall mit Rettungswagen“ tatsächlich das Potential zu Missverständnissen. Andererseits ist ein solcher Satz bei Unfällen, an denen kein Rettungswagen als Unfallbeteiligter dabei war, aber in seiner Funktion als Rettungswagen, nie zu hören. Oder noch spitzfindiger: Natürlich ist an Unfällen mit Personenschäden immer ein Rettungswagen beteiligt, aber eben nicht als Unfallfahrzeug. Alles klar?</p>
<p>Bei „Unfall mit Rettungswagen“ hätte jeder sofort gewusst, dass hier ein Rettungswagen einen Unfall hatte. „Zusammenstoß mit Rettungswagen“ wäre auch eine denkbare Betreffzeile gewesen. Deshalb habe ich geklugscheißert, dass das Wort „beteiligtem“ in diesem Fall völlig überflüssig war. Genauso überflüssig wie die<a href="https://pyrolim.de/pyropro/2012/kein-einsatz-ohne-alarm/"> alarmierten Feuerwehrleute oder Rettungskräfte</a>.</p>
<p>Ich muss meinem Polizeipressesprecher der Herzen aber zugute halten, dass er manchmal echte Geistesblitze bei seinen Mail-Betreffzeilen hat. Ich sage nur: Yippie-Ya-Yeah. Das stand in der Mail, in der es darum ging, dass Polizeibeamte ein ausgebüxtes Rindviech (Tier) eingefangen haben. Ich habe herzlich gelacht.</p>
<p>Als Rechtfertigung für den „Unfall mit beteiligtem Rettungswagen“ hat er sich damit verteidigt, er wolle in diesem Jahr noch einmal hier im Blog erscheinen. Der Wunsch sei ihm erfüllt, schließlich hat er heute Geburtstag.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/der-ueberfluessige-rettungswagen/">Der überflüssige Rettungswagen</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Mein Handtaschenraub</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jul 2017 08:16:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyrocontra]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Polizeideutsch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich habe alte E-Mails aussortiert. Ab und zu muss man mal durch das Mailarchiv gucken und überholten und unnützen Kram rauswerfen. Dabei bin ich auf eine berufliche Mail von der Polizei gestoßen, die ich aus gutem Grund aufgehoben habe. Es war die OTS-Meldung über meinen Handtaschenraub und die Dokumentation darüber, dass ich ein einziges Mal in meinem Leben auf offener Straße die Contenance verloren habe. Der Vorfall liegt bereits 13 Jahre zurück. Und nein, ich habe kein Trauma zurückbehalten. Ich weiß aber noch genau, was passiert ist. Es geschah vormittags auf dem Weg vom Parkplatz zur Redaktion. Die Handtasche hatte ich auf der rechten Schulter hängen. Plötzlich riss von hinten jemand daran. Ich habe eisern festgehalten und geschrien: „Lass los, Du Arsch.“ Wir haben ein bisschen hin- und hergezogen, dann ließ er los und rannte davon. Ich habe mein Handy herausgeholt, sofort die Polizei informiert und bin dann auf Bitten des Beamten sofort zur nahen Wache gegangen. Überraschung: Am Eingang sagte mir der Polizist, der Verdächtige säße schon hinten im Vernehmungsraum. Der Handtaschenräuber war auf seiner Flucht in Richtung Wache gerannt und direkt vor die Motorhaube des Streifenwagens, der auf meinen Anruf hin losgefahren war. So schnell kann&#8217;s gehen. Ich habe meine Aussage gemacht und mich ein bisschen geschämt für den Spruch, den ich dem jungen Mann auf der Straße entgegengeschleudert habe. Das war&#8217;s. Ich habe nie wieder etwas davon gehört, bin nie bei einer Gerichtsverhandlung gewesen, habe lediglich die am Trageriemen ausgerissene Tasche beim Schuhmacher reparieren lassen. Ach ja, und im Laufe des Tages habe ich noch die Polizeimeldung über den Vorfall bearbeitet und ins Blatt gehoben. Wer darf schon über seinen eigenen Überfall berichten. Hier kommt sie nun, meine Heldenmeldung von der Polizei: Handtaschenräuber gefasst Richtiges Verhalten der Geschädigten und der schnelle Einsatz der Polizei wurden einem 17jährigen Handtaschenräuber zum Verhängnis. Am 20.2.04, gegen 10.44 Uhr, versuchte der Täter einer Frau in der H.-Straße von hinten die Handtasche zu entreißen. Die resolute Frau hielt die Handtasche fest und schrie laut. Daraufhin gab der Jugendliche sein Vorhaben auf und entfernte sich in Richtung Ehrenfriedhof. Die Überfallene rief sofort über Handy die Polizei, gab eine detaillierte Beschreibung durch und löste damit eine Fahndung aus. Im Rahmen dieser Fahndung sichteten zwei Beamte der Zentralstation einen Verdächtigen auf dem Wanderweg in der Nähe Berliner Ring. Da die Beschreibung passte, wurde der Jugendliche zur Personenfeststellung und weiterer Überprüfung zur Wache verbracht. Zunächst sperrte er sich und leistete etwas Widerstand, gab dann jedoch auf und gestand die Tat. Bei seiner Durchsuchung fanden die Beamten ein Mobiltelefon, das vor kurzem in einer Schule entwendet worden war. Der wohnungslose Hamburger wird zur Zeit vernommen. Es steht noch nicht fest, ob er nach der Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt werden kann oder dem Haftrichter vorgeführt wird. Ein paar sprachliche Anmerkungen dazu. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal „eine Geschädigte“ werden würde. Ich war in dem Moment ein Opfer, aber eine Geschädigte? Dieses bürokratische Wortmonster würde ich nie sagen oder schreiben. Dass sich der Jugendliche von mir „entfernt“ hat, kann man so schreiben. Muss man aber nicht. Es geht konkreter. Der ist weggerannt. Aber wie sagt eine Kollegin von mir immer über die Polizeisprecher: Die sind Polizisten und keine Journalisten. Dafür, das Polizeideutsch in vernünftige Sprache zu übersetzen, sind wir Redakteure da. Merken Merken</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/mein-handtaschenraub/">Mein Handtaschenraub</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe alte E-Mails aussortiert. Ab und zu muss man mal durch das Mailarchiv gucken und überholten und unnützen Kram rauswerfen. Dabei bin ich auf eine berufliche Mail von der Polizei gestoßen, die ich aus gutem Grund aufgehoben habe. Es war die OTS-Meldung über meinen Handtaschenraub und die Dokumentation darüber, dass ich ein einziges Mal in meinem Leben auf offener Straße die Contenance verloren habe.<br />
<span id="more-8448"></span></p>
<p>Der Vorfall liegt bereits 13 Jahre zurück. Und nein, ich habe kein Trauma zurückbehalten. Ich weiß aber noch genau, was passiert ist. Es geschah vormittags auf dem Weg vom Parkplatz zur Redaktion. Die Handtasche hatte ich auf der rechten Schulter hängen. Plötzlich riss von hinten jemand daran. Ich habe eisern festgehalten und geschrien: „Lass los, Du Arsch.“ Wir haben ein bisschen hin- und hergezogen, dann ließ er los und rannte davon.</p>
<p>Ich habe mein Handy herausgeholt, sofort die Polizei informiert und bin dann auf Bitten des Beamten sofort zur nahen Wache gegangen. Überraschung: Am Eingang sagte mir der Polizist, der Verdächtige säße schon hinten im Vernehmungsraum. Der Handtaschenräuber war auf seiner Flucht in Richtung Wache gerannt und direkt vor die Motorhaube des Streifenwagens, der auf meinen Anruf hin losgefahren war. So schnell kann&#8217;s gehen. Ich habe meine Aussage gemacht und mich ein bisschen geschämt für den Spruch, den ich dem jungen Mann auf der Straße entgegengeschleudert habe.</p>
<p>Das war&#8217;s. Ich habe nie wieder etwas davon gehört, bin nie bei einer Gerichtsverhandlung gewesen, habe lediglich die am Trageriemen ausgerissene Tasche beim Schuhmacher reparieren lassen. Ach ja, und im Laufe des Tages habe ich noch die Polizeimeldung über den Vorfall bearbeitet und ins Blatt gehoben. Wer darf schon über seinen eigenen Überfall berichten.</p>
<p>Hier kommt sie nun, meine Heldenmeldung von der Polizei:</p>
<p><em>Handtaschenräuber gefasst</em></p>
<p><em>Richtiges Verhalten der Geschädigten und der schnelle Einsatz der Polizei wurden einem 17jährigen Handtaschenräuber zum Verhängnis.</em></p>
<p><em>Am 20.2.04, gegen 10.44 Uhr, versuchte der Täter einer Frau in der H.-Straße von hinten die Handtasche zu entreißen. Die resolute Frau hielt die Handtasche fest und schrie laut. Daraufhin gab der Jugendliche sein Vorhaben auf und entfernte sich in Richtung Ehrenfriedhof. Die Überfallene rief sofort über Handy die Polizei, gab eine detaillierte Beschreibung durch und löste damit eine Fahndung aus.</em></p>
<p><em>Im Rahmen dieser Fahndung sichteten zwei Beamte der Zentralstation einen Verdächtigen auf dem Wanderweg in der Nähe Berliner Ring. Da die Beschreibung passte, wurde der Jugendliche zur Personenfeststellung und weiterer Überprüfung zur Wache verbracht.</em></p>
<p><em>Zunächst sperrte er sich und leistete etwas Widerstand, gab dann jedoch auf und gestand die Tat. Bei seiner Durchsuchung fanden die Beamten ein Mobiltelefon, das vor kurzem in einer Schule entwendet worden war. Der wohnungslose Hamburger wird zur Zeit vernommen. Es steht noch nicht fest, ob er nach der Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt werden kann oder dem Haftrichter vorgeführt wird.</em></p>
<p>Ein paar sprachliche Anmerkungen dazu. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal „eine Geschädigte“ werden würde. Ich war in dem Moment ein Opfer, aber eine Geschädigte? Dieses bürokratische Wortmonster würde ich nie sagen oder schreiben. Dass sich der Jugendliche von mir „entfernt“ hat, kann man so schreiben. Muss man aber nicht. Es geht konkreter. Der ist weggerannt.</p>
<p>Aber wie sagt eine Kollegin von mir immer über die Polizeisprecher: Die sind Polizisten und keine Journalisten. Dafür, das <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/2012/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/">Polizeideutsch</a> in vernünftige Sprache zu übersetzen, sind wir Redakteure da.</p>
<p><span style="border-radius: 2px; text-indent: 20px; width: auto; padding: 0px 4px 0px 0px; text-align: center; font: bold 11px/20px 'Helvetica Neue',Helvetica,sans-serif; color: #ffffff; background: #bd081c no-repeat scroll 3px 50% / 14px 14px; position: absolute; opacity: 1; z-index: 8675309; display: none; cursor: pointer;">Merken</span></p>
<p><span style="border-radius: 2px; text-indent: 20px; width: auto; padding: 0px 4px 0px 0px; text-align: center; font: bold 11px/20px 'Helvetica Neue',Helvetica,sans-serif; color: #ffffff; background: #bd081c  no-repeat scroll 3px 50% / 14px 14px; position: absolute; opacity: 1; z-index: 8675309; display: none; cursor: pointer;">Merken</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/mein-handtaschenraub/">Mein Handtaschenraub</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Ich Angsthase und die Helden vom Rettungsdienst</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyropro/ich-angsthase-und-die-helden-vom-rettungsdienst/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Jan 2017 16:40:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Feuerwehr]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich war heute viel mit dem Auto unterwegs. Taxi Mama halt. Mein Weg führte mich unter anderem über die A1 zwischen dem Kreuz Bargteheide und Bad Oldesloe, wo sich heute Nachmittag eine schreckliche Massenkarambolage ereignet hat. Ich bin nicht hineingeraten, musste vorher abfahren nach Bad Oldesloe. Aber ich habe die vielen Rettungsdienst- und Polizeifahrzeuge gesehen, die an mir vorbeigerast sind, hin zur nahen Autobahn. Heute ist ein Glatteis-Tag. Es ist nicht immer genau zu erkennen, wo es rutschig ist und wo nicht. Ich bin was glatte Straßen angeht ein Angsthase, eher langsamer als zu schnell unterwegs. Das passt vielen meiner Mitautofahrer nicht, oft werde ich überholt, es wird dicht aufgefahren, gedrängelt. Das halte ich aus. Und jetzt stellen wir uns alle mal vor, wir fahren einen Rettungswagen, einen Streifenwagen oder ein Feuerwehrfahrzeug. Wir sind mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs, wir wissen, dass Menschen schreckliche Schmerzen leiden, schwer verletzt sind, dringend auf unsere Hilfe warten. Aber es ist glatt auf den Straßen. Einerseits müssen wir vorsichtig sein, weil es niemandem nützt, wenn wir nicht ankommen. Wer nicht da ist, kann nicht helfen. Andererseits ist höchste Eile geboten, es könnte um Menschenleben gehen, Minuten könnten über Leben und Tod entscheiden. Ich Glatteis-Angsthase habe allerhöchsten Respekt vor den Menschen, die die Blaulicht-Autos fahren. Die mit dem Zeitdruck im Nacken auf glatten Straßen unterwegs sind, abwägen müssen zwischen dem, was gerade noch geht an Tempo, und dem, was sie nicht mehr riskieren können, wenn sie ankommen und helfen wollen. Welche Anspannung steckt da drin. Wir können froh sein, dass es Menschen gibt, die diese schwere Aufgabe auf sich nehmen, beruflich oder ehrenamtlich. Ich möchte nicht in ihrer Haut stecken. Wenn sie dann heile am Unfallort angekommen sind, arbeiten sie auch noch stundenlang bei Kälte, auf rutschigem Untergrund und unter psychischer Belastung. Was für eine Leistung! Merken</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/ich-angsthase-und-die-helden-vom-rettungsdienst/">Ich Angsthase und die Helden vom Rettungsdienst</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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<p>Ich war heute viel mit dem Auto unterwegs. Taxi Mama halt. Mein Weg führte mich unter anderem über die A1 zwischen dem Kreuz Bargteheide und Bad Oldesloe, wo sich heute Nachmittag eine <a href="http://www.ln-online.de/Lokales/Stormarn/Massenkarambolage-Unfall-mit-33-Autos-auf-A-1" target="_blank">schreckliche Massenkarambolage</a> ereignet hat. Ich bin nicht hineingeraten, musste vorher abfahren nach Bad Oldesloe. Aber ich habe die vielen Rettungsdienst- und Polizeifahrzeuge gesehen, die an mir vorbeigerast sind, hin zur nahen Autobahn.<br />
<span id="more-8122"></span></p>
<p>Heute ist ein Glatteis-Tag. Es ist nicht immer genau zu erkennen, wo es rutschig ist und wo nicht. Ich bin was glatte Straßen angeht ein Angsthase, eher langsamer als zu schnell unterwegs. Das passt vielen meiner Mitautofahrer nicht, oft werde ich überholt, es wird dicht aufgefahren, gedrängelt. Das halte ich aus.</p>
<p>Und jetzt stellen wir uns alle mal vor, wir fahren einen Rettungswagen, einen Streifenwagen oder ein Feuerwehrfahrzeug. Wir sind mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs, wir wissen, dass Menschen schreckliche Schmerzen leiden, schwer verletzt sind, dringend auf unsere Hilfe warten. Aber es ist glatt auf den Straßen. Einerseits müssen wir vorsichtig sein, weil es niemandem nützt, wenn wir nicht ankommen. Wer nicht da ist, kann nicht helfen. Andererseits ist höchste Eile geboten, es könnte um Menschenleben gehen, Minuten könnten über Leben und Tod entscheiden.</p>
<p>Ich Glatteis-Angsthase habe allerhöchsten Respekt vor den Menschen, die die Blaulicht-Autos fahren. Die mit dem Zeitdruck im Nacken auf glatten Straßen unterwegs sind, abwägen müssen zwischen dem, was gerade noch geht an Tempo, und dem, was sie nicht mehr riskieren können, wenn sie ankommen und helfen wollen. Welche Anspannung steckt da drin.</p>
<p>Wir können froh sein, dass es Menschen gibt, die diese schwere Aufgabe auf sich nehmen, beruflich oder ehrenamtlich. Ich möchte nicht in ihrer Haut stecken. Wenn sie dann heile am Unfallort angekommen sind, arbeiten sie auch noch stundenlang bei Kälte, auf rutschigem Untergrund und unter psychischer Belastung. Was für eine Leistung!</p>
<p><span style="border-radius: 2px; text-indent: 20px; width: auto; padding: 0px 4px 0px 0px; text-align: center; font: bold 11px/20px 'Helvetica Neue',Helvetica,sans-serif; color: #ffffff; background: #bd081c  no-repeat scroll 3px 50% / 14px 14px; position: absolute; opacity: 1; z-index: 8675309; display: none; cursor: pointer;">Merken</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/ich-angsthase-und-die-helden-vom-rettungsdienst/">Ich Angsthase und die Helden vom Rettungsdienst</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Gefunden oder aufgefunden: Ich finde keine Antwort</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/gefunden-oder-aufgefunden-ich-finde-keine-antwort/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Dec 2015 17:21:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Pyrocontra]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Polizeideutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aufgefunden ist ein seltsames Wort. Verwendet wird es offenbar nur bei Toten. Wer die Formen des Verbs finden genauer beobachtet, dem wird es auffallen. Eine Google-Suche bestätigt meinen Eindruck. Die ersten Einträge beschäftigen sich alle mit tot aufgefundenen Menschen, meistens Vermissten. Ganz unten auf der ersten Suchseite wird dann noch in einem Google+-Eintrag von Markus aus Lübeck ein Seeadler tot aufgefunden. Ganz selten wird mal jemand bewusstlos aufgefunden. Aber das ist eine Ausnahme. Warum Tote nicht gefunden, sondern aufgefunden werden, selbst wenn sie zuvor als Vermisste gesucht werden, ist mir schleierhaft. Ich habe keine Erklärung dafür, warum das Wort aufgefunden in fast allen Fällen nur in diesem Zusammenhang verwendet wird, alle andere verlorenen Dinge aber gefunden und nicht aufgefunden werden. Verlegte Schlüssel, Dinosaurierskelette oder Geld werden nie aufgefunden, sondern immer gefunden oder &#8211; beim Dinosaurierskelett &#8211; entdeckt. Eine Erklärung könnte sein, dass das Wort aufgefunden dem Polizeideutsch entsprungen ist und sich deshalb für Todesfälle eingebürgert hat. Aber das ist nur eine Vermutung, die durch nichts belegt ist. Ergo: Ich habe keine Lösung dafür aufgefunden, warum Tote nie gefunden werden. Jedenfalls sprachlich nicht.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/gefunden-oder-aufgefunden-ich-finde-keine-antwort/">Gefunden oder aufgefunden: Ich finde keine Antwort</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Aufgefunden ist ein seltsames Wort. Verwendet wird es offenbar nur bei Toten. Wer die Formen des Verbs finden genauer beobachtet, dem wird es auffallen.<br />
<span id="more-7450"></span></p>
<p>Eine Google-Suche bestätigt meinen Eindruck. Die ersten Einträge beschäftigen sich alle mit tot aufgefundenen Menschen, meistens Vermissten. Ganz unten auf der ersten Suchseite wird dann noch in einem <a href="https://plus.google.com/111012938963581893708/posts/hpUfp5gdKR7" target="_blank">Google+-Eintrag</a> von Markus aus Lübeck ein Seeadler tot aufgefunden. Ganz selten wird mal jemand bewusstlos aufgefunden. Aber das ist eine Ausnahme.</p>
<p>Warum Tote nicht gefunden, sondern aufgefunden werden, selbst wenn sie zuvor als Vermisste gesucht werden, ist mir schleierhaft. Ich habe keine Erklärung dafür, warum das Wort aufgefunden in fast allen Fällen nur in diesem Zusammenhang verwendet wird, alle andere verlorenen Dinge aber gefunden und nicht aufgefunden werden. Verlegte Schlüssel, Dinosaurierskelette oder Geld werden nie aufgefunden, sondern immer gefunden oder &#8211; beim Dinosaurierskelett &#8211; entdeckt.</p>
<p>Eine Erklärung könnte sein, dass das Wort aufgefunden dem <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/2012/die-polizeiperson-befuhr-die-strassenkruemme/" target="_blank">Polizeideutsch</a> entsprungen ist und sich deshalb für Todesfälle eingebürgert hat. Aber das ist nur eine Vermutung, die durch nichts belegt ist. Ergo: Ich habe keine Lösung dafür aufgefunden, warum Tote nie gefunden werden. Jedenfalls sprachlich nicht.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/gefunden-oder-aufgefunden-ich-finde-keine-antwort/">Gefunden oder aufgefunden: Ich finde keine Antwort</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Wie schwer verletzt ist schwer verletzt?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2015 18:12:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gelernt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyrocontra]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gerade habe ich hier über den Wert von Unfallopfern geschrieben. Aber wer ist ein Unfallopfer und was bedeutet schwer oder leicht verletzt? Die Polizei unterscheidet Unfälle nach Kategorien, bei denen genau diese Fragen eine Rolle spielen. Es gibt sechs Kategorien. Und die Polizei wäre keine Behörde, würde sie dafür nicht Abkürzungen finden. Kategorie 1 ist ein VU P,  Kategorie 6 ein VU S1. Die ersten Zahlen bezeichnen die statistische Kategorie, die anderen Zahlen-Buchstaben-Kombination die fachliche, also polizeiliche Kategorie. VU steht für Verkehrsunfall. Kategorie 1 (VU P): Mindestens ein am Unfall Beteiligter wurde  getötet. Kategorie 2 (VU P): Mindestens ein Beteiligter wurde mindestens 24 Stunden in einem Krankenhaus behandelt. Kategorie 3 (VU P): Mindestens ein Mensch erlitt leichte Verletzungen, die nur ambulant behandelt werden mussten. Kategorie 4 (VU S1 oder S2): Unfallursache war eine Straftat (Trunkenheit am Steuer) oder eine Ordnungswidrigkeit, für die ein Bußgeld fällig ist, außerdem musste mindestens ein Auto  abgeschleppt werden. Kategorie 5 (VU S1, S2): Straftat oder Ordnungswidrigkeit ja, aber alle Autos konnten weiterfahren und niemand hatte Alkohol oder Drogen genommen. Kategorie 5 (VU S3): Unfälle mit unbedeutender oder geringfügiger Ordnungswidrigkeit, die nicht von der Polizei aufgenommen werden müssen (was in vielen Gegenden auch nicht mehr geschieht). Kategorie 6 (VU S1): Alkohol- oder Drogeneinfluss bei einem Beteiligten. Kategorie 2 ist für mich besonders unbefriedigend, weil sie so schwammig ist. Wie oft lesen wir in Polizeiberichten oder in der Zeitung, bei einem Unfall sei jemand schwer verletzt worden? Dann stelle ich mir immer Menschen vor, die wegen ihrer Verletzungen an der Schwelle zum Tod stehen (was wiederum lebensgefährlich verletzt heißt). Die Medizin kennt eine andere Definition als die Polizei. Für Mediziner sind  Menschen schwer oder schwerst verletzt, weil sie ein sogenanntes Polytrauma erlitten haben und – so die Definition – durchschnittlich zehn Tage auf der Intensivstation oder 22 Tage stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen. Aus polizeilicher Sicht ist schon jemand schwer verletzt, wenn er länger als nur zur Beobachtung, also mehr als 24 Stunden, im Krankenhaus bleibt. Das ist auch bei einem Beinbruch der Fall, wenn er operiert wurde. Als Unfallopfer ist das schlimm, aber in letzter Konsequenz würde ich sagen: nochmal Glück gehabt. Richtig Glück hat allerdings nur der, der gar keinen Unfall hat. Aber das melden weder die Polizei noch die Zeitung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/wie-schwer-verletzt-ist-schwer-verletzt/">Wie schwer verletzt ist schwer verletzt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade habe ich <a title="Ein Menschenleben ist fast eine Million Euro wert" href="https://pyrolim.de/pyrocontra/2015/ein-menschenleben-ist-fast-eine-million-euro-wert/" target="_blank">hier </a>über den Wert von Unfallopfern geschrieben. Aber wer ist ein Unfallopfer und was bedeutet schwer oder leicht verletzt? Die Polizei unterscheidet Unfälle nach Kategorien, bei denen genau diese Fragen eine Rolle spielen.<br />
<span id="more-6931"></span></p>
<p>Es gibt sechs Kategorien. Und die Polizei wäre keine Behörde, würde sie dafür nicht Abkürzungen finden. Kategorie 1 ist ein VU P,  Kategorie 6 ein VU S1. Die ersten Zahlen bezeichnen die statistische Kategorie, die anderen Zahlen-Buchstaben-Kombination die fachliche, also polizeiliche Kategorie. VU steht für Verkehrsunfall.</p>
<p><strong>Kategorie 1 (VU P):</strong> Mindestens ein am Unfall Beteiligter wurde  getötet.</p>
<p><strong>Kategorie 2 (VU P):</strong> Mindestens ein Beteiligter wurde mindestens 24 Stunden in einem Krankenhaus behandelt.</p>
<p><strong>Kategorie 3 (VU P):</strong> Mindestens ein Mensch erlitt leichte Verletzungen, die nur ambulant behandelt werden mussten.</p>
<p><strong>Kategorie 4 (VU S1 oder S2):</strong> Unfallursache war eine Straftat (Trunkenheit am Steuer) oder eine Ordnungswidrigkeit, für die ein Bußgeld fällig ist, außerdem musste mindestens ein Auto  abgeschleppt werden.</p>
<p><strong>Kategorie 5 (VU S1, S2):</strong> Straftat oder Ordnungswidrigkeit ja, aber alle Autos konnten weiterfahren und niemand hatte Alkohol oder Drogen genommen.</p>
<p><strong>Kategorie 5 (VU S3):</strong> Unfälle mit unbedeutender oder geringfügiger Ordnungswidrigkeit, die nicht von der Polizei aufgenommen werden müssen (was in vielen Gegenden auch nicht mehr geschieht).</p>
<p><strong>Kategorie 6 (VU S1):</strong> Alkohol- oder Drogeneinfluss bei einem Beteiligten.</p>
<p>Kategorie 2 ist für mich besonders unbefriedigend, weil sie so schwammig ist. Wie oft lesen wir in Polizeiberichten oder in der Zeitung, bei einem Unfall sei jemand schwer verletzt worden? Dann stelle ich mir immer Menschen vor, die wegen ihrer Verletzungen an der Schwelle zum Tod stehen (was wiederum lebensgefährlich verletzt heißt). Die Medizin kennt eine andere Definition als die Polizei. Für Mediziner sind  Menschen schwer oder schwerst verletzt, weil sie ein sogenanntes Polytrauma erlitten haben und – so die Definition – durchschnittlich zehn Tage auf der Intensivstation oder 22 Tage stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen. Aus polizeilicher Sicht ist schon jemand schwer verletzt, wenn er länger als nur zur Beobachtung, also mehr als 24 Stunden, im Krankenhaus bleibt. Das ist auch bei einem Beinbruch der Fall, wenn er operiert wurde. Als Unfallopfer ist das schlimm, aber in letzter Konsequenz würde ich sagen: nochmal Glück gehabt.</p>
<p>Richtig Glück hat allerdings nur der, der gar keinen Unfall hat. Aber das melden weder die Polizei noch die Zeitung.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/wie-schwer-verletzt-ist-schwer-verletzt/">Wie schwer verletzt ist schwer verletzt?</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Ein Menschenleben ist fast eine Million Euro wert</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/ein-menschenleben-ist-fast-eine-million-euro-wert/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2015 11:22:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gelernt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyrocontra]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Überall in Deutschland veröffentlichen die Polizeidirektionen im Frühjahr die Verkehrsstatistik des Vorjahres, gemeinhin Verkehrssicherheitsbericht genannt. Am Anfang steht bei vielen der gleiche Text als Einführung, darin unter anderem die Definition einzelner Begriffe und ein Hinweis auf das Straßenverkehrsunfallstatistikgesetz &#8211; puh, was für ein Wort -, das die Polizeidirektionen zu diesem Bericht verpflichtet. Und dann kommen Definition und Wert von Unfallopfern. Zum Wert von Verunglückten und den Kosten von Unfällen gibt es Euroangaben, die die Schäden beziffern. Erst einmal eine typische Behördendefinition. &#8222;Verunglückte bei einem Verkehrsunfall sind alle Personen, die verletzt wurden, einschließlich Mitfahrer.&#8220; Und dann kommen die Unfallkostensätze, die nach den Unfallfolgen berechnet werden. Danach liegt der Kostensatz für einen Getöteten bei 996 442 Euro, für einen Schwerverletzten bei 110 571 Euro und für einen Leichtverletzten bei 4416 Euro. Klingt zynisch angesichts des Leids, dass der Unfalltod oder eine schwere Verletzung über die Unfallopfer und ihre Angehörigen bringen. Dann gibt es noch die Kostensätze für Sachschäden, die bei Unfällen mit Getöteten bei 40 000 Euro liegen und bei Unfällen mit Schwerverletzten bei 19 215. Alle Unfälle ohne Verletzte oder Getötete schlagen bei den Kostensätzen für Sachschäden mit 5643 Euro zu Buche. Aber was wird da berechnet? Das habe ich die BaSt, die Bundesanstalt für Straßenwesen, die den Kostenindex berechnen lässt, gefragt. In die Kosten fließen Komponenten ein, die dem Laien so zunächst gar nicht einfallen würden. Etwa der Aufwand, den die Polizei für die Bearbeitung des Unfalls leisten muss. Oder die Kosten für die Rechtssprechung in der Folge des Unfalls, die Kosten für die Dauer der medizinischen Behandlung und sogar die für unfallbedingte Zeitverluste bei Staus in Folge von Unfällen auf der Autobahn. Zurück zu den Kostensätzen. Unter die für Personenschäden fallen stationäre Behandlung ambulante Behandlung Krankentransportkosten Kosten der Nachbehandlung Hilfsmittel Förderungsmaßnahmen Rehabilitation Pflege Arbeitsunfähigkeit Minderung der Erwerbsfähigkeit Kosten für ärztliche Gutachten Kosten der Polizei Kosten der Rechtssprechung Verwaltungskosten der Versicherer Neubesetzungskosten (der Arbeitgeber für den ausgefallenen Mitarbeiter) Kosten für die Leichenschau, Überführung und Bestattung Ressourcenausfallkosten (abgeleitet aus der entgangenen Wertschöpfung dieser Unfallopfer) außermarktliche Wertschöpfung (unbezahlte Leistungen wie Kinderbetreuung) humanitäre Kosten (Schmerzensgeld) Zu den Kostensätzen für Sachschaden gehören Fahrzeugschaden sonstige Sachschadenskosten (Leitplanken) sonstige adäquat kausale Sachschadenskosten (Bodenaustausch) Verwaltungskosten der Versicherungen Kosten der Polizei Kosten der Rechtsprechung Ressourcenausfallkosten außermarktliche Wertschöpfung Bleiben wir noch ein bisschen bei kalten Zahlen und Statistik am Beispiel der Ressourcenausfallkosten der Getöteten. Sie zu berechnen, ist kompliziert: Man muss die Zeit bestimmen, in der das Unfallopfer ohne den Unfall noch gearbeitet hätte oder in anderer Weise produktiv für die Gesellschaft tätig gewesen wäre. Das hat mit dem Alter zu tun, mit der sogenannten Restlebenserwartung, und damit, ob das Opfer überhaupt erwerbstätig war &#8211; ich vermute mal, Hausfrauentätigkeit fällt nicht darunter. Was noch auffällt: Einige Kosten fallen sowohl unter die Kosten für Personenschäden wie unter die für Sachschäden. Schwer nachzuvollziehen für einen Laien. Die monetären Unfallkosten sind sicher wichtig. Wichtiger aber ist natürlich, das Leid, die Schmerzen und den Verlust zu sehen, den tödliche Unfälle und auch Unfälle mit Schwerverletzten anrichten. Das Geld kommt in zweiter Linie. Zum Glück ist die Zahl der Unfalltoten und der Schwerverletzten in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten kontinuierlich zurückgegangen, bei stetig wachsendem Verkehr. Die Ursache für diesen Rückgang liegt in den passiven Sicherheitssystemen der Autos. Auch die kosten viel Geld. Aber es ist gut angelegtes Geld, viel besser, als die hunderttausende von Euro, die ein Unfall kostet, um noch einmal bei den kalten Geldbeträgen zu bleiben. 3368 Menschen verloren im Jahr 2014 auf deutschen Straßen ihr Leben, rund 389 000 wurden verletzt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/ein-menschenleben-ist-fast-eine-million-euro-wert/">Ein Menschenleben ist fast eine Million Euro wert</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Überall in Deutschland veröffentlichen die Polizeidirektionen im Frühjahr die Verkehrsstatistik des Vorjahres, gemeinhin Verkehrssicherheitsbericht genannt. Am Anfang steht bei vielen der gleiche Text als Einführung, darin unter anderem die Definition einzelner Begriffe und ein Hinweis auf das Straßenverkehrsunfallstatistikgesetz &#8211; puh, was für ein Wort -, das die Polizeidirektionen zu diesem Bericht verpflichtet. Und dann kommen Definition und Wert von Unfallopfern.</p>
<p><figure id="attachment_6924" aria-describedby="caption-attachment-6924" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/unfalll.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-6924" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/unfalll.jpg" alt="Ein schwerer Unfall bedeutete Leid und Schmerz. Er hat aber auch ein finanzielle Dimension." width="800" height="533" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/unfalll.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/unfalll-150x100.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption id="caption-attachment-6924" class="wp-caption-text">Ein schwerer Unfall bedeutete Leid und Schmerz. Er hat aber auch eine finanzielle Dimension.</figcaption></figure></p>
<p><span id="more-6921"></span><br />
Zum Wert von Verunglückten und den Kosten von Unfällen gibt es Euroangaben, die die Schäden beziffern. Erst einmal eine typische Behördendefinition. &#8222;Verunglückte bei einem Verkehrsunfall sind alle Personen, die verletzt wurden, einschließlich Mitfahrer.&#8220; Und dann kommen die Unfallkostensätze, die nach den Unfallfolgen berechnet werden. Danach liegt der Kostensatz für einen Getöteten bei 996 442 Euro, für einen Schwerverletzten bei 110 571 Euro und für einen Leichtverletzten bei 4416 Euro. Klingt zynisch angesichts des Leids, dass der Unfalltod oder eine schwere Verletzung über die Unfallopfer und ihre Angehörigen bringen. Dann gibt es noch die Kostensätze für Sachschäden, die bei Unfällen mit Getöteten bei 40 000 Euro liegen und bei Unfällen mit Schwerverletzten bei 19 215. Alle Unfälle ohne Verletzte oder Getötete schlagen bei den Kostensätzen für Sachschäden mit 5643 Euro zu Buche.</p>
<p>Aber was wird da berechnet? Das habe ich die BaSt, die Bundesanstalt für Straßenwesen, die den Kostenindex berechnen lässt, gefragt. In die Kosten fließen Komponenten ein, die dem Laien so zunächst gar nicht einfallen würden. Etwa der Aufwand, den die Polizei für die Bearbeitung des Unfalls leisten muss. Oder die Kosten für die Rechtssprechung in der Folge des Unfalls, die Kosten für die Dauer der medizinischen Behandlung und sogar die für unfallbedingte Zeitverluste bei Staus in Folge von Unfällen auf der Autobahn.</p>
<p>Zurück zu den Kostensätzen. Unter die für Personenschäden fallen</p>
<ul>
<li>stationäre Behandlung</li>
<li>ambulante Behandlung</li>
<li>Krankentransportkosten</li>
<li>Kosten der Nachbehandlung</li>
<li>Hilfsmittel</li>
<li>Förderungsmaßnahmen</li>
<li>Rehabilitation</li>
<li>Pflege</li>
<li>Arbeitsunfähigkeit</li>
<li>Minderung der Erwerbsfähigkeit</li>
<li>Kosten für ärztliche Gutachten</li>
<li>Kosten der Polizei</li>
<li>Kosten der Rechtssprechung</li>
<li>Verwaltungskosten der Versicherer</li>
<li>Neubesetzungskosten (der Arbeitgeber für den ausgefallenen Mitarbeiter)</li>
<li>Kosten für die Leichenschau, Überführung und Bestattung</li>
<li>Ressourcenausfallkosten (abgeleitet aus der entgangenen Wertschöpfung dieser Unfallopfer)</li>
<li>außermarktliche Wertschöpfung (unbezahlte Leistungen wie Kinderbetreuung)</li>
<li>humanitäre Kosten (Schmerzensgeld)</li>
</ul>
<p>Zu den Kostensätzen für Sachschaden gehören</p>
<ul>
<li>Fahrzeugschaden</li>
<li>sonstige Sachschadenskosten (Leitplanken)</li>
<li>sonstige adäquat kausale Sachschadenskosten (Bodenaustausch)</li>
<li>Verwaltungskosten der Versicherungen</li>
<li>Kosten der Polizei</li>
<li>Kosten der Rechtsprechung</li>
<li>Ressourcenausfallkosten</li>
<li>außermarktliche Wertschöpfung</li>
</ul>
<p>Bleiben wir noch ein bisschen bei kalten Zahlen und Statistik am Beispiel der Ressourcenausfallkosten der Getöteten. Sie zu berechnen, ist kompliziert: Man muss die Zeit bestimmen, in der das Unfallopfer ohne den Unfall noch gearbeitet hätte oder in anderer Weise produktiv für die Gesellschaft tätig gewesen wäre. Das hat mit dem Alter zu tun, mit der sogenannten Restlebenserwartung, und damit, ob das Opfer überhaupt erwerbstätig war &#8211; ich vermute mal, Hausfrauentätigkeit fällt nicht darunter. Was noch auffällt: Einige Kosten fallen sowohl unter die Kosten für Personenschäden wie unter die für Sachschäden. Schwer nachzuvollziehen für einen Laien.</p>
<p>Die monetären Unfallkosten sind sicher wichtig. Wichtiger aber ist natürlich, das Leid, die Schmerzen und den Verlust zu sehen, den tödliche Unfälle und auch Unfälle mit Schwerverletzten anrichten. Das Geld kommt in zweiter Linie. Zum Glück ist die Zahl der Unfalltoten und der Schwerverletzten in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten kontinuierlich zurückgegangen, bei stetig wachsendem Verkehr. Die Ursache für diesen Rückgang liegt in den passiven Sicherheitssystemen der Autos. Auch die kosten viel Geld. Aber es ist gut angelegtes Geld, viel besser, als die hunderttausende von Euro, die ein Unfall kostet, um noch einmal bei den kalten Geldbeträgen zu bleiben.</p>
<p>3368 Menschen verloren im Jahr 2014 auf deutschen Straßen ihr Leben, rund 389 000 wurden verletzt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/ein-menschenleben-ist-fast-eine-million-euro-wert/">Ein Menschenleben ist fast eine Million Euro wert</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Verpixeln für Anfänger: Schnurrbärte mit Filzstift</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2014 08:35:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gestaunt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyrocontra]]></category>
		<category><![CDATA[Feuerwehr]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Regeln sind eindeutig: Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei haben im Einsatz kein Recht am eigenen Bild. Sie können nicht verweigern, von Pressevertretern fotografiert zu werden, ebenso wenig, wie sie die Veröffentlichung der Fotos verhindern können. Alles kein Problem also, wenn die Presse von Einsätzen berichten will? Grundsätzlich ja. Aber manchmal treibt der angebliche Schutz der Persönlichkeitsrechte schon seltsame Blüten, vor allem, wenn er nicht von der Presse vorgenommen wird. Vor einiger Zeit schickte eine Polizeidienststelle Fotos von einem Feuerwehreinsatz, bei dem aus welchen Grund auch immer kein Pressevertreter vor Ort war. Damit niemand erkennen kann, welche Dienststelle das war, habe ich das Foto eine ganze Weile lang liegen gelassen und zeige es erst jetzt. Anders als die Presse, so die Erklärung der Pressestelle dazu, muss die Polizei die Persönlichkeitsrechte wahren, auch die von Einsatzkräften der Feuerwehr. Darüber kann man sicher streiten, aber in diesem Fall ist eine Polizeidienststelle hingegangen und hat versucht, die Gesichter unkenntlich zu machen. Das Ergebnis hat mich nach Luft schnappen und dann laut auflachen lassen. Ich will der Polizei zugute halten, dass sie nicht über die technische Ausstattung von Redaktionen verfügt. Pressemitteilungen müssen schnell raus, deshalb fehlte vielleicht auch die Zeit, nach besseren Möglichkeiten zu suchen. Ich weiß auch nicht, wie die oben gezeigten schwarzen Striche auf das Foto gekommen sind. Ich vermute, sie wurden mit Filzstift auf einen Ausdruck aufgemalt, der dann wiederum eingescannt wurden. Liebe Polizei, vielleicht wäre es hier besser gewesen, die Feuerwehrleute einfach um ihr Einverständnis zu bitten, wenn die Regeln schon so streng sein sollten. Denn welche Zeitung will solche Fotos drucken?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/verpixeln-schwer-gemacht-schnurrbaerte-mit-filzstift/">Verpixeln für Anfänger: Schnurrbärte mit Filzstift</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Regeln sind eindeutig: Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei haben im Einsatz<a href="http://wiki.einsatzleiterwiki.de/doku.php?id=allgemein:pressearbeit" target="_blank"> kein Recht am eigenen Bild</a>. Sie können nicht verweigern, von Pressevertretern fotografiert zu werden, ebenso wenig, wie sie die Veröffentlichung der Fotos verhindern können. Alles kein Problem also, wenn die Presse von Einsätzen berichten will? Grundsätzlich ja. Aber manchmal treibt der angebliche Schutz der Persönlichkeitsrechte schon seltsame Blüten, vor allem, wenn er nicht von der Presse vorgenommen wird.<br />
<span id="more-6287"></span></p>
<p>Vor einiger Zeit schickte eine Polizeidienststelle Fotos von einem Feuerwehreinsatz, bei dem aus welchen Grund auch immer kein Pressevertreter vor Ort war. Damit niemand erkennen kann, welche Dienststelle das war, habe ich das Foto eine ganze Weile lang liegen gelassen und zeige es erst jetzt. Anders als die Presse, so die Erklärung der Pressestelle dazu, muss die Polizei die Persönlichkeitsrechte wahren, auch die von Einsatzkräften der Feuerwehr. Darüber kann man sicher streiten, aber in diesem Fall ist eine Polizeidienststelle hingegangen und hat versucht, die Gesichter unkenntlich zu machen. Das Ergebnis hat mich nach Luft schnappen und dann laut auflachen lassen.</p>
<p><figure id="attachment_6288" aria-describedby="caption-attachment-6288" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/feuerfische.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-6288" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/feuerfische.jpg" alt="Fotoretusche mit ungeeignetem Mittel. Den Namen der Feuerwehr auf dem Rücken des Mannes links habe ich retuschiert. Foto: Polizei" width="800" height="729" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/feuerfische.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/feuerfische-150x136.jpg 150w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption id="caption-attachment-6288" class="wp-caption-text">Fotoretusche mit ungeeignetem Mittel. Den Namen der Feuerwehr auf dem Rücken des Mannes rechts habe ich retuschiert. Foto: Polizei</figcaption></figure></p>
<p>Ich will der Polizei zugute halten, dass sie nicht über die technische Ausstattung von Redaktionen verfügt. Pressemitteilungen müssen schnell raus, deshalb fehlte vielleicht auch die Zeit, nach besseren Möglichkeiten zu suchen. Ich weiß auch nicht, wie die oben gezeigten schwarzen Striche auf das Foto gekommen sind. Ich vermute, sie wurden mit Filzstift auf einen Ausdruck aufgemalt, der dann wiederum eingescannt wurden. Liebe Polizei, vielleicht wäre es hier besser gewesen, die Feuerwehrleute einfach um ihr Einverständnis zu bitten, wenn die Regeln schon so streng sein sollten. Denn welche Zeitung will solche Fotos drucken?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/verpixeln-schwer-gemacht-schnurrbaerte-mit-filzstift/">Verpixeln für Anfänger: Schnurrbärte mit Filzstift</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
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