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	<title>Kunst Archive - Pyrolirium</title>
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		<title>Kurzer Spaziergang durch die Schmidt-Rottluff-Allee</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jul 2026 14:36:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="525" height="350" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Schmidt-Allee-Titel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Die Karl-Schmidt-Rottluff-Allee in Sierksdorf im Frühjahr." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" fetchpriority="high" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Schmidt-Allee-Titel.jpg 525w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Schmidt-Allee-Titel-150x100.jpg 150w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" /><p>Sierksdorf an der Ostsee ist ein beliebter Ferienort. Das wusste auch der Maler Karl Schmidt-Rottluff zu schätzen. Von 1951 bis 1973 verbracht er dort die Sommer. Daran erinnert die Schmidt-Rottluff-Allee. In Wahrheit heißt die Allee Seehofallee. Der berühmte Expressionist und Mitbegründer der Künstlergruppe Brücke, Schmidt-Rottluff hat sie in einem Gemälde festgehalten. Es entstand 1956, ist aber im Stil des Expressionismus gehalten, mit dem der Maler berühmt wurde. Wer auf seinen Spuren wandeln möchte, kann einen kurzen Spaziergang durch die Allee unternehmen. Sie ist nur wenige Meter lang und mündet am Hotel Seehof. Direkt dahinter liegt die Ostsee. Grünes Denkmal für Karl Schmidt-Rottluff Sierksdorf setzt seinem berühmten Sommerfrischler mit der Allee ein Denkmal. An ihrem Beginn steht ein kleines Plakat mit dem Bild der Seehofallee darauf. Das Original hängt in der Städtischen Kunstsammlung Chemnitz. In Chemnitz-Rottluff ist der Maler geboren worden, später hat er eine Zeit lang dort gewohnt. Vor allem aber hat er immer wieder Zeit an der Ostsee und der Nordsee verbracht und dort die Landschaft gemalt, darunter die Steilküste und den Strand von Sierksdorf. Außer mit der Allee würdigt der Ort den Künstler mit einem bemalten Stromkasten am Beginn der Allee. Darauf abgebildet ist Karl Schmidt-Rottluff zwischen Bäumen mit einer Palette und einem Pinsel in der Hand. Er trägt einen Strohhut und sieht recht jung aus. Dabei war er bereits 67 Jahre alt, als er das erste Mal nach Sierksdorf kam. Im Haus des Gastes gibt es zudem eine Dauerausstellung. Hinter der Allee geht&#8217;s weiter Wer die Schmidt-Rottluff-Allee in Sierksdorf hinuntergewandert ist und Lust auf einen längeren Spaziergang hat, der biege an ihrem Ende nach rechts oder links in den Gartenweg ab. Da gibt es schöne Häuser zu sehen. In regelmäßigen Abständen führen Stichwege zur Steilküste. Über Treppen geht es an den Strand. Wer links abbiegt, kann über einen Rundweg und die Straße Vogelsang wieder zurückkehren zum Beginn der Schmidt-Rottluff-Allee. Spätestens dann ist klar, warum der Maler diesen Ort so gemocht hat. Heute lebt noch ein anderer bekannter Künstler, der Schauspieler, Autor, Musiker und Maler Armin Mueller-Stahl in Sierksdorf. An der Steilküste besitzt er ein Haus mit Atelier und Bilderwerkstatt. Mueller-Stahl ist Ehrenbürger des Landes Schleswig-Holstein und mittlerweile 95 Jahre alt. Ich mag es, auf den Spuren berühmter Maler zu wandeln und zu wandern. Kunst war immer meine Leidenschaft. Deshalb hat mir mein Besuch kürzlich in der Liebermann-Villa in Berlin so gut gefallen. Und wenn es keine Villa gibt, reicht eben auch eine Allee.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/kurzer-spaziergang-durch-die-schmidt-rottluff-allee/">Kurzer Spaziergang durch die Schmidt-Rottluff-Allee</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="525" height="350" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Schmidt-Allee-Titel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Die Karl-Schmidt-Rottluff-Allee in Sierksdorf im Frühjahr." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Schmidt-Allee-Titel.jpg 525w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Schmidt-Allee-Titel-150x100.jpg 150w" sizes="(max-width: 525px) 100vw, 525px" />
<p class="wp-block-paragraph">Sierksdorf an der Ostsee ist ein beliebter Ferienort. Das wusste auch der Maler Karl Schmidt-Rottluff zu schätzen. Von 1951 bis 1973 verbracht er dort die Sommer. Daran erinnert die Schmidt-Rottluff-Allee.</p>



<span id="more-14743"></span>



<p class="wp-block-paragraph">In Wahrheit heißt die Allee Seehofallee. Der berühmte Expressionist und Mitbegründer der <a href="https://dresden-magazin.com/kultur/120-jahre-kuenstlergruppe-bruecke/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Künstlergruppe Brücke</a>, Schmidt-Rottluff hat sie in einem Gemälde festgehalten. Es entstand 1956, ist aber im Stil des Expressionismus gehalten, mit dem der Maler berühmt wurde. Wer auf seinen Spuren wandeln möchte, kann einen kurzen Spaziergang durch die Allee unternehmen. Sie ist nur wenige Meter lang und mündet am Hotel Seehof. Direkt dahinter liegt die Ostsee.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Grünes Denkmal für Karl Schmidt-Rottluff</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sierksdorf setzt seinem berühmten Sommerfrischler mit der Allee ein Denkmal. An ihrem Beginn steht ein kleines Plakat mit dem Bild der Seehofallee darauf. Das Original hängt in der Städtischen Kunstsammlung Chemnitz. In Chemnitz-Rottluff ist der Maler geboren worden, später hat er eine Zeit lang dort gewohnt. Vor allem aber hat er immer wieder Zeit an der Ostsee und der Nordsee verbracht und dort die Landschaft gemalt,  darunter die Steilküste und den Strand von Sierksdorf.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Schmidt-Allee-Bild.jpg" alt="" class="wp-image-14750" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Schmidt-Allee-Bild.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Schmidt-Allee-Bild-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Schmidt-Allee-Bild-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Am Beginn der Schmidt-Rottluff-Allee zeigt ein Plakat, wie der Künstler den Ort sah.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Außer mit der Allee würdigt der Ort den Künstler mit einem bemalten Stromkasten am Beginn der Allee. Darauf abgebildet ist Karl Schmidt-Rottluff zwischen Bäumen mit einer Palette und einem Pinsel in der Hand. Er trägt einen Strohhut und sieht recht jung aus. Dabei war er bereits 67 Jahre alt, als er das erste Mal nach Sierksdorf kam. Im Haus des Gastes gibt es zudem eine Dauerausstellung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hinter der Allee geht&#8217;s weiter</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer die Schmidt-Rottluff-Allee in Sierksdorf hinuntergewandert ist und Lust auf einen längeren Spaziergang hat, der biege an ihrem Ende nach rechts oder links in den Gartenweg ab. Da gibt es schöne Häuser zu sehen. In regelmäßigen Abständen führen Stichwege zur Steilküste. Über Treppen geht es an den Strand. Wer links abbiegt, kann über einen Rundweg und die Straße Vogelsang wieder zurückkehren zum Beginn der Schmidt-Rottluff-Allee. Spätestens dann ist klar, warum der Maler diesen Ort so gemocht hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute lebt noch ein anderer bekannter Künstler, der Schauspieler, Autor, Musiker und Maler Armin Mueller-Stahl in Sierksdorf. An der Steilküste besitzt er ein Haus mit Atelier und Bilderwerkstatt. Mueller-Stahl ist <a href="https://www.landtag.ltsh.de/nachrichten/25_12_16_mueller_stahl_/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ehrenbürger des Landes Schleswig-Holstein</a> und mittlerweile 95 Jahre alt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich mag es, auf den Spuren berühmter Maler zu wandeln und zu wandern. Kunst war immer meine Leidenschaft. Deshalb hat mir mein <a href="https://pyrolim.de/pyropro/liebermann-villa-am-wannsee-im-mai-ganz-wunderbar/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Besuch kürzlich in der Liebermann-Villa in Berlin</a> so gut gefallen. Und wenn es keine Villa gibt, reicht eben auch eine Allee.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/kurzer-spaziergang-durch-die-schmidt-rottluff-allee/">Kurzer Spaziergang durch die Schmidt-Rottluff-Allee</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Laeiszhalle Hamburg &#8211; eintauchen in eine andere Zeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jun 2026 16:30:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Laeiszhalle.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Die Laeiszhalle am Johannes-Brahms-Platz in Hamburg" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Laeiszhalle.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Laeiszhalle-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Laeiszhalle-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Ich habe vor kurzem die Laeiszhalle in Hamburg besucht. Es war ein Ausflug in großbürgerliche Zeiten. Die Halle ist ein schönes Beispiel für Neobarock. Lange Jahre war die Laeiszhalle die maßgebliche Konzerthalle in Hamburg. Dann war irgendwann nach langer Bauzeit die Elbphilharmonie fertig und die Laeiszhalle rückte in die zweite Reihe. Heute gehören Laeiszhalle und Elbphilharmonie vom Konzertangebot zusammen. Architektonisch könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Ich mag moderne Architektur, aber ich mag auch Reminiszenzen an die Vergangenheit, wie sie die Laeiszhalle darstellt. Eine Reise in die Vergangenheit Ich habe im Großen Saal die 3. Sinfonie von Gustav Mahler gehört, gespielt von Laien. Vom ersten Ton an hat mich die Akustik überzeugt. Die wussten schon damals, wie man Konzerthallen so baut, dass der Klang ideal und ganz wunderbar ist. Hinzu kommt, dass die Laeiszhalle viel fürs Auge bietet. Sie zu besuchen, ist eine Reise in die Vergangenheit. Wer durch Foyer, Wandelhalle und über den Aufgang zum Großen Saal schlendert, sieht so viele wunderbare Details. Das fängt schon bei den Wegweisern an, etwa zu den Toiletten. Entworfen und von 1904 bis 1908 erbaut von den Architekten Martin Haller und Emil Meerwein, ist die Laeiszhalle ein typisches Beispiel für großbürgerliche Architektur ihrer Zeit. Ihren Namen verdankt sie ihrem Finanzier, dem Hamburger Reeder Carl Laeisz. Er wollte der Stadt „eine würdige Stätte für die Ausübung und den Genuss edler und ernster Musik“ schenken. Das ist ihm gelungen. Carl Laeisz ist noch auf andere Weise berühmt geworden: als Reeder der sogenannten Flying-P-Liner. Alle seine Fachtsegler hatten einen Namen, der mit P begann. Unter anderem gehörten die Peking, die Pamir und die in Lübeck-Travemünde liegende Passat dazu. Viel Deko in der Laeiszhalle Zurück zur Laeiszhalle. Ich habe neben der Musik die Atmosphäre dieses besonderen Ortes genossen. Was den einen vielleicht zu viel überbordende Dekoration ist, hat mir ausnehmend gut gefallen. Viel Stuck, viel Ornament, viel Gold. Besonders beeindruckend ist der Große Saal mit mehr als 2000 Plätzen und zwei Rängen. Im Inneren der Laeiszhalle sind eine Reihe von Musiker-Büsten aufgestellt. Draußen huldigen zwei Kunstwerke Johannes Brahms, der maßgeblich in Hamburg gewirkt hat. Vor der Halle steht die große Bronzeskulptur &#8222;Hommage an Brahms&#8220; von Maria Pirwitz. Seitlich von der Konzerthalle ist der Brahms-Kubus aus Rosengranit von Thomas Darboven aufgestellt. Er zeigt auf vier Seiten vier Lebensabschnitte des Komponisten. Beide Skulpturen stammen aus dem Jahr 1981 und beide sind genauso Ausdruck ihrer Zeit wie die Laeiszhalle. Solche stilistischen Spannungen finde ich immer sehr gelungen und sehenswert. Der Besuch in der Laeiszhalle war für mich nicht nur ein akustischer Genuss, sondern auch ein optischer und atmosphärischer. Die Fahrt nach Hamburg hat sich dafür allemal gelohnt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/laeiszhalle-hamburg-eintauchen-in-eine-andere-zeit/">Laeiszhalle Hamburg &#8211; eintauchen in eine andere Zeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Laeiszhalle.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Die Laeiszhalle am Johannes-Brahms-Platz in Hamburg" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Laeiszhalle.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Laeiszhalle-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Laeiszhalle-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Ich habe vor kurzem die Laeiszhalle in Hamburg besucht. Es war ein Ausflug in großbürgerliche Zeiten. Die Halle ist ein schönes Beispiel für Neobarock. </p>



<span id="more-14718"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Lange Jahre war die Laeiszhalle die maßgebliche Konzerthalle in Hamburg. Dann war irgendwann nach langer Bauzeit die <a href="https://pyrolim.de/pyropro/endlich-in-der-elbphilharmonie/" type="link" id="https://pyrolim.de/pyropro/endlich-in-der-elbphilharmonie/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Elbphilharmonie </a>fertig und die Laeiszhalle rückte in die zweite Reihe. Heute gehören Laeiszhalle und Elbphilharmonie vom Konzertangebot zusammen. Architektonisch könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Ich mag moderne Architektur, aber ich mag auch Reminiszenzen an die Vergangenheit, wie sie die Laeiszhalle darstellt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Reise in die Vergangenheit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe im Großen Saal <a href="https://pyrolim.de/pyropro/grosses-konzerterlebnis-die-3-sinfonie-von-gustav-mahler-von-laien-gespielt/" type="post" id="14684" target="_blank" rel="noreferrer noopener">die 3. Sinfonie von Gustav Mahler gehört</a>, gespielt von Laien. Vom ersten Ton an hat mich die Akustik überzeugt. Die wussten schon damals, wie man Konzerthallen so baut, dass der Klang ideal und ganz wunderbar ist. Hinzu kommt, dass die Laeiszhalle viel fürs Auge bietet. Sie zu besuchen, ist eine Reise in die Vergangenheit. Wer durch Foyer, Wandelhalle und über den Aufgang zum Großen Saal schlendert, sieht so viele wunderbare Details. Das fängt schon bei den Wegweisern an, etwa zu den Toiletten.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="528" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Laeiszhalleklo.jpg" alt="" class="wp-image-14719" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Laeiszhalleklo.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Laeiszhalleklo-150x99.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Laeiszhalleklo-768x507.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Laeiszhalleklo-500x330.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Keine schnöden Schilder, sondern fein gemalt: Wegweiser in der Laeiszhalle.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Entworfen und von 1904 bis 1908 erbaut von den Architekten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Haller_(Architekt)">Martin Haller</a> und <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Emil_Meerwein">Emil Meerwein</a>, ist die Laeiszhalle ein typisches Beispiel für großbürgerliche Architektur ihrer Zeit. Ihren Namen verdankt sie ihrem Finanzier, dem Hamburger Reeder Carl  Laeisz. Er wollte der Stadt „eine würdige Stätte für die Ausübung und den Genuss edler und ernster Musik“ schenken. Das ist ihm gelungen. Carl Laeisz ist noch auf andere Weise berühmt geworden: als Reeder der sogenannten <a href="https://blog.sbb.berlin/acht-schwestern-die-letzte-aera-der-grossen-frachtsegler/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Flying-P-Liner</a>. Alle seine Fachtsegler hatten einen Namen, der mit P begann. Unter anderem gehörten die Peking, die Pamir und <a href="https://pyrolim.de/pyropro/priwall-in-travemuende-wie-sich-ein-ort-veraendern-kann/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">die in Lübeck-Travemünde liegende Passat</a> dazu.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Viel Deko in der Laeiszhalle</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück zur Laeiszhalle. Ich habe neben der Musik die Atmosphäre dieses besonderen Ortes genossen. Was den einen vielleicht zu viel überbordende Dekoration ist, hat mir ausnehmend gut gefallen. Viel Stuck, viel Ornament, viel Gold. Besonders beeindruckend ist der Große Saal mit mehr als 2000 Plätzen und zwei Rängen. </p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2sjcNir"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55339967427_2b78d85cdb_c.jpg" alt="Laeiszhalle Hamburg" width="800" height="600" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Der Große Saal in der Hamburger Laeiszhalle mit dem Prospekt der Walcker-Orgel.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2sjcNiw"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55339967432_be87c66311_c.jpg" alt="Laeiszhalle Hamburg" width="800" height="600" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Der Treppenaufgang zum großen Saal.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2sjcNiS"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55339967452_e9a6ab8447_c.jpg" alt="Laeiszhalle Hamburg" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Das Foyer.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2sjiCva"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55341105139_e9a6ab8447_c.jpg" alt="Laeiszhalle Hamburg" width="800" height="600" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Am großen Treppenaufgaben erinnert eine Art Altar aus Marmor an die Stifter der Halle.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Im Inneren der Laeiszhalle sind eine Reihe von Musiker-Büsten aufgestellt. Draußen huldigen zwei Kunstwerke Johannes Brahms, der maßgeblich in Hamburg gewirkt hat. Vor der Halle steht die große Bronzeskulptur &#8222;Hommage an Brahms&#8220; von Maria Pirwitz. Seitlich von der Konzerthalle ist der <a href="https://sh-kunst.de/thomas-darboven-brahms-kubus/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Brahms-Kubus</a> aus Rosengranit von Thomas Darboven aufgestellt. Er zeigt auf vier Seiten vier Lebensabschnitte des Komponisten. Beide Skulpturen stammen aus dem Jahr 1981 und beide sind genauso Ausdruck ihrer Zeit wie die Laeiszhalle. Solche stilistischen Spannungen finde ich immer sehr gelungen und sehenswert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Besuch in der Laeiszhalle war für mich nicht nur ein akustischer Genuss, sondern auch ein optischer und atmosphärischer. Die Fahrt nach Hamburg hat sich dafür allemal gelohnt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/laeiszhalle-hamburg-eintauchen-in-eine-andere-zeit/">Laeiszhalle Hamburg &#8211; eintauchen in eine andere Zeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Liebermann-Villa am Wannsee: Im Mai ganz wunderbar</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 May 2026 14:51:29 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Liebermann-Titel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Liebermann-Villa am Wannsee mit Birken im Vordergrund." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Liebermann-Titel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Liebermann-Titel-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Liebermann-Titel-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Ich habe einen Termin in Berlin genutzt, um die Liebermann-Villa am Wannsee zu besuchen. Mitte Mai ist der Garten besonders schön. Ich wollte schon immer mal in die Liebermann-Villa, seitdem sie seit 2006 für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Aber Berlin liegt für uns nicht um die Ecke. Umso mehr habe ich mich jetzt über die Möglichkeit gefreut, auf dem Weg in die Berliner Innenstadt einen Abstecher zum Wannsee machen zu können. Eines der kleinsten Museen Deutschlands Die Liebermann-Villa liegt am Ende der recht kurzen Colomierstraße, die von der Straße Am Großen Wannsee abzweigt. Die Parkmöglichkeiten sind begrenzt, aber mit Glück gibt es noch einen Platz am Straßenrand mit Parkscheibenregelungen für zwei Stunden. Das reicht für die Liebermann-Villa. Schließlich gelten Villa und Garten als eines der kleinsten Museen Deutschlands. In dem es aber viel zu sehen und zu genießen gibt. Im ehemaligen Gärtnerhäuschen sind Kasse und Museumsshop untergebracht. Von dort geht es zunächst auf die Rückseite der Villa mit Gemüsegarten und Staudengarten. Bei unserem Besuch blühten Bellis, also Tausendschön, und Stiefmütterchen im Staudengarten in voller Pracht. Im Gemüsegarten waren die Salatpflanzen gesetzt, für mehr war es offenbar noch zu kalt. Aber die Bohnenstangen standen bereits. Der Weg führt anschließend in die Villa selbst mit Dokumentationszentrum und Café Max im Erdgeschoss und Liebermanns Atelier im Obergeschoss. Unten erfährt der Besucher alles über den berühmten Maler, ober hängen etliche seiner Bilder, darunter auch solche, die vom Garten am Wannsee inspiriert wurden. An die 250 Bilder malte Liebermann in seinem Atelier im Sommerhaus. Liebermann liebte den Birkenweg Zwischen Villa und See schließt sich der berühmteste Teil des Gartens an. Eine große Rasenfläche führt zum Wasser, links davon liegt, von der Villa aus gesehen, der Heckengarten, rechts der Birkenweg. Der Blick vom See zur Villa mit den Birken dazwischen gehört wohl zu den bekanntesten Gartenbildern des Malers. Natürlich habe ich versucht, genau diesen Blick im Foto festzuhalten. Ebenso wie Pavillon und Steg direkt am Wasser und den wunderschönen Heckengarten. Es gibt wohl kaum eine bessere Zeit als den Wonnemonat Mai, um Villa und Garten zu besuchen. Das junge Grün macht die Anlage besonders attraktiv. Das Wetter war durchwachsen, sodass das Spiel von Licht und Schatten, erzeugt von Sonne und schnell ziehenden Wolken, die Szenerie besonders ansprechend machte. Kein Wunder, dass der Künstler dieses doch sehr feudale Domizil so liebte. Garten und Villa fallen stilistisch etwas auseinander. Während das Haus im damals etwas rückwärtsgewandten klassizistischen Stil erbaut wurde, ist der Garten einer der ersten und bekanntesten Reformgärten. Inspiriert vom Architekten Hermann Muthesius und Liebermanns Freund, dem Museumsleiter und Kunstpädagogen Alfred Lichtwark, einem ausgewiesenen Anhänger des Landhausgartens, ließ der Maler sein Grundstück nach neuen Erkenntnissen gestalten. Die praktische Arbeit übernahm der spätere Stadtgartendirektor von Berlin, Albert Brodersen. Zwischen Geometrie und Landschaft Der Reformgarten ist eine Abkehr vom Landschaftsgarten und eine schöne Mischung aus geometrisch angelegten Klostergärten, Bauerngärten und natürlich erscheinenden Bereichen. Das Birkenwäldchen gab es schon, bevor der Garten angelegt wurde. Liebermann ließ es stehen und in die Gestaltung einbeziehen. Vieles andere wurde neu angelegt. Der Garten sollte gestaltet sein wie das Haus: mit mehreren unterschiedlich gestalteten Räumen. Ein schönes Beispiel dafür sind die Heckengärten im Liebermann-Garten. Ich bin froh, dass ich endlich mal Garten und Villa besuchen konnte. Ein paar hundert Meter weiter steht an der Straße Zum Großen Wannsee das Haus der Wannsee-Konferenz. Leider reichte die Zeit nicht mehr für einen Besuch. Der muss nun bis zur nächsten Berlinreise warten. Wenn ich mal wieder ein Gartendenkmal besuchen möchte, habe ich immerhin hier ganz in der Nähe den Malenter Kurpark. Auch ein bedeutender Ort der Gartenarchitektur, bei dem Architektur und Gartenarchitektur ebenfalls mit großen Namen verbunden sind.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/liebermann-villa-am-wannsee-im-mai-ganz-wunderbar/">Liebermann-Villa am Wannsee: Im Mai ganz wunderbar</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Liebermann-Titel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Liebermann-Villa am Wannsee mit Birken im Vordergrund." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Liebermann-Titel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Liebermann-Titel-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Liebermann-Titel-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Ich habe einen Termin in Berlin genutzt, um die Liebermann-Villa am Wannsee zu besuchen. Mitte Mai ist der Garten besonders schön.</p>



<span id="more-14660"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wollte schon immer mal in die Liebermann-Villa, seitdem sie seit 2006 für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Aber Berlin liegt für uns nicht um die Ecke. Umso mehr habe ich mich jetzt über die Möglichkeit gefreut, auf dem Weg in die Berliner Innenstadt einen Abstecher zum Wannsee machen zu können. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Eines der kleinsten Museen Deutschlands</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Liebermann-Villa liegt am Ende der recht kurzen Colomierstraße, die von der Straße Am Großen Wannsee abzweigt. Die Parkmöglichkeiten sind begrenzt, aber mit Glück gibt es noch einen Platz am Straßenrand mit Parkscheibenregelungen für zwei Stunden. Das reicht für die Liebermann-Villa. Schließlich gelten Villa und Garten als eines der kleinsten Museen Deutschlands. In dem es aber viel zu sehen und zu genießen gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im ehemaligen Gärtnerhäuschen sind Kasse und Museumsshop untergebracht. Von dort geht es zunächst auf die Rückseite der Villa mit Gemüsegarten und Staudengarten. Bei unserem Besuch blühten Bellis, also Tausendschön, und Stiefmütterchen im Staudengarten in voller Pracht. Im Gemüsegarten waren die Salatpflanzen gesetzt, für mehr war es offenbar noch zu kalt. Aber die Bohnenstangen standen bereits.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2scWHXY"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55269127186_edde081f2e_c.jpg" alt="Liebermann-Villa Berlin-Wannsee" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Blick über den Staudengarten und den noch recht kahlen Gemüsegarten zur Villa.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Weg führt anschließend in die Villa selbst mit Dokumentationszentrum und Café Max im Erdgeschoss und Liebermanns Atelier im Obergeschoss. Unten erfährt der Besucher alles über den berühmten Maler, ober hängen etliche seiner Bilder, darunter auch solche, die vom Garten am Wannsee inspiriert wurden. An die 250 Bilder malte Liebermann in seinem Atelier im Sommerhaus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Liebermann liebte den Birkenweg</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen Villa und See schließt sich der berühmteste Teil des Gartens an. Eine große Rasenfläche führt zum Wasser, links davon liegt, von der Villa aus gesehen, der Heckengarten, rechts der Birkenweg. Der <a href="https://liebermann-villa.de/ausstellungen/max-liebermann-der-birkenweg/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Blick vom See zur Villa mit den Birken dazwischen</a> gehört wohl zu den bekanntesten Gartenbildern des Malers. Natürlich habe ich versucht, genau diesen Blick im Foto festzuhalten. Ebenso wie Pavillon und Steg direkt am Wasser und den wunderschönen Heckengarten.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2scXUR7"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55269358904_7292698992_c.jpg" alt="Liebermann-Villa Berlin-Wannsee" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Blick von der Liebermann-Villa zum Wannsee: rechts die Birken, links die Heckengärten.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt wohl kaum eine bessere Zeit als den Wonnemonat Mai, um Villa und Garten zu besuchen. Das junge Grün macht die Anlage besonders attraktiv. Das Wetter war durchwachsen, sodass das Spiel von Licht und Schatten, erzeugt von Sonne und schnell ziehenden Wolken, die Szenerie besonders ansprechend machte. Kein Wunder, dass der Künstler dieses doch sehr feudale Domizil so liebte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Garten und Villa fallen stilistisch etwas auseinander. Während das Haus im damals etwas rückwärtsgewandten klassizistischen Stil erbaut wurde, ist der Garten einer <a href="https://www.monumente-online.de/de/ausgaben/2022/3/Buergerliche-Gartentraeume.php" target="_blank" rel="noreferrer noopener">der ersten und bekanntesten Reformgärten</a>. Inspiriert vom Architekten <a href="https://museumderdinge.de/ueber-uns/deutscher-werkbund/akteurinnen-des-deutschen-werkbunds/hermann-muthesius/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hermann Muthesius</a> und Liebermanns Freund, dem Museumsleiter und Kunstpädagogen <a href="https://projekt-gutenberg.org/authors/alfred-lichtwark/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Alfred Lichtwark</a>, einem ausgewiesenen Anhänger des Landhausgartens, ließ der Maler sein Grundstück nach neuen Erkenntnissen gestalten. Die praktische Arbeit übernahm der spätere Stadtgartendirektor von Berlin, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Brodersen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Albert Brodersen</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwischen Geometrie und Landschaft</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Reformgarten ist eine Abkehr vom Landschaftsgarten und eine schöne Mischung aus geometrisch angelegten Klostergärten, Bauerngärten und natürlich erscheinenden Bereichen. Das Birkenwäldchen gab es schon, bevor der Garten angelegt wurde. Liebermann ließ es stehen und in die Gestaltung einbeziehen. Vieles andere wurde neu angelegt. Der Garten sollte gestaltet sein wie das Haus: mit mehreren unterschiedlich gestalteten Räumen. Ein schönes Beispiel dafür sind die Heckengärten im Liebermann-Garten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin froh, dass ich endlich mal Garten und Villa besuchen konnte. Ein paar hundert Meter weiter steht an der Straße Zum Großen Wannsee das Haus der Wannsee-Konferenz. Leider reichte die Zeit nicht mehr für einen Besuch. Der muss nun bis zur nächsten Berlinreise warten. Wenn ich mal wieder ein Gartendenkmal besuchen möchte, habe ich immerhin hier ganz in der Nähe den <a href="https://pyrolim.de/pyropro/mein-lieblingsort-der-malenter-kurpark/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Malenter Kurpark</a>. Auch ein bedeutender Ort der Gartenarchitektur, bei dem Architektur und Gartenarchitektur ebenfalls mit großen Namen verbunden sind.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2scWHY9"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55269127196_fab58baf6b_c.jpg" alt="Liebermann-Villa Berlin-Wannsee" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Pavillon (links) und Steg im Garten der Villa am Wannsee.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2scWHYu"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55269127216_c170949d63_c.jpg" alt="Liebermann-Villa Berlin-Wannsee" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Heckengarten mit Sonnenuhr.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2scXqqP"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55269263303_3e283abdf9_c.jpg" alt="Liebermann-Villa Berlin-Wannsee" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Großer Raum im Erdgeschoss der Liebermann-Villa.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2scXqqU"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/55269263308_fc1f392086_c.jpg" alt="Liebermann-Villa Berlin-Wannsee" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Ausstellung im Obergeschoss, unter anderem mit Gartenbildern.</figcaption></figure>
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		<title>Shoppen im Alster-Einkaufszentrum: Klamotten und Kunst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Mar 2025 17:47:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[erlebt]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="528" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Skulpturen.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Der Mimir-Brunnen von Zoyr vor dem Alster-Einkaufszentrum in Hamburg" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Skulpturen.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Skulpturen-150x99.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Skulpturen-768x507.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Skulpturen-500x330.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Ich war mit dem erwachsenen Kind im Alster-Einkaufszentrum in Hamburg: Das Kind wollte shoppen, ich habe Kunst geguckt. Und mich an eine andere Figur erinnert. Es war der Wunsch des erwachsenen Kindes. Sie wollte vor ihrem Geburtstag mit Mutter shoppen gehen. Natürlich mit dem Hintergedanken, dass Mama zahlt. Klar, dass ich ihr den Wunsch nicht abschlagen wollte. Nun ist shoppen so gar nichts, was ich freiwillige und gerne mache. Aber ich habe mich breitschlagen lassen. Ziel war das Alster-Einkaufszentrum in Hamburg mit 240 Geschäften unter einem Dach. Kunst vor der Tür zum Einkaufszentrum Bei so viel Kommerz und fast so vielen Klamottenläden musste ich zwischendurch eine Atempause haben. Also raus vor die Tür des Haupteingangs auf der Seite, die ich vorher gar nicht gesehen hatte, weil der Parkplatz auf der Rückseite liegt. Und da standen sie: Drei große Figuren in roten Kleidern. Das war etwas für mich. Kind guckt Klamotten, Mutter guckt Kunst. Acht Meter hoch sind die androgynen Figuren. Sie sollen eine Familie darstellen. Alle tragen rote Kleider, stehen im Halbrund auf einem Sockel und sind einander teilweise zugewandt. Das Kunstwerk heißt Mimir-Brunnen, Mimor steht in der nordischen Mythologie für Weisheit. Wasser habe ich allerdings keines gesehen, wahrscheinlich war es noch für das Winterhalbjahr abgestellt. Geschaffen hat das Kunstwerk Zoyt, mit bürgerlichem Namen Hans-Peter Conen. Mit haben die überlebensgroßen, überschlanken Figuren sehr gut gefallen. Sie passen dorthin vor diesen kühlen Einkaufspalast, diese Kunstwelt unter Dach. Warum nicht Kunst davor stellen? Und wenn, dann bitte solche, die so ins Auge fällt wie die von Zoyt, und nicht irgendwo verschämt in einer Ecke versteckt wird. Übrigens passen die schlanken Figuren sehr gut zu den Klamotten-Läden im Einkaufszentrum. Was da angeboten wird, ist mitunter so winzig, dass ich manchmal gedacht habe, in der Kinderabteilung gelandet zu sein. Offenbar ist gerade wieder extrem knappe Kleidung en vogue. Kleidung für androgyne Figuren wie die vor der Tür. Erinnerung an Adam und Eva Zurück zur Kunst: Die hohen Skulpturen erinnern mich an eine andere, die einst vor dem Einkaufszentrum Sophienhof in Kiel stand: &#8222;Adam und Eva&#8220; des dänischen Bildhauers und Performancekünstlers Bjørn Nørgaard. Elf Meter hoch, zeigt sie zwei aus Granit geformte Figuren, die sich einander zuwenden. Umschlossen sind sie von einem Käfig aus Bronze. Die Figur stand früher in einer Ausbuchtung des Sophienhofes und wurde 1999 an das östliche Ufer des Germaniahafens versetzt. Schade, dass diese eindrucksvolle und für mich stets etwas geheimnisvolle Figur vom Einkaufszentrum entfernt wurde. Konsumtempel brauchen es meiner Meinung nach, solche ins Auge fallenden Kunstwerke vor ihren Toren zu haben. Als Gegengewicht zum Kommerz. Und damit ich etwas zu gucken habe, wenn ich es drinnen nicht mehr aushalte und an die frische Luft muss.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/shoppen-im-alster-einkaufszentrum-klamotten-und-kunst/">Shoppen im Alster-Einkaufszentrum: Klamotten und Kunst</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="528" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Skulpturen.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Der Mimir-Brunnen von Zoyr vor dem Alster-Einkaufszentrum in Hamburg" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Skulpturen.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Skulpturen-150x99.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Skulpturen-768x507.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Skulpturen-500x330.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Ich war mit dem erwachsenen Kind im Alster-Einkaufszentrum in Hamburg: Das Kind wollte shoppen, ich habe Kunst geguckt. Und mich an eine andere Figur erinnert.</p>



<span id="more-14050"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Es war der Wunsch des erwachsenen Kindes. Sie wollte vor ihrem Geburtstag mit Mutter shoppen gehen. Natürlich mit dem Hintergedanken, dass Mama zahlt. Klar, dass ich ihr den Wunsch nicht abschlagen wollte. Nun ist shoppen <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/shoppen-ist-nicht-jedermanns-sache/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">so gar nichts, was ich freiwillige und gerne mache</a>. Aber ich habe mich breitschlagen lassen. Ziel war das Alster-Einkaufszentrum in Hamburg mit 240 Geschäften unter einem Dach.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kunst vor der Tür zum Einkaufszentrum</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei so viel Kommerz und fast so vielen Klamottenläden musste ich zwischendurch eine Atempause haben. Also raus vor die Tür des Haupteingangs auf der Seite, die ich vorher gar nicht gesehen hatte, weil der Parkplatz auf der Rückseite liegt. Und da standen sie: Drei große Figuren in roten Kleidern. Das war etwas für mich. Kind guckt Klamotten, Mutter guckt Kunst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Acht Meter hoch sind die androgynen Figuren. Sie sollen <a href="https://sh-kunst.de/zoyt-mimir-brunnen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">eine Familie darstellen</a>. Alle tragen rote Kleider, stehen im Halbrund auf einem Sockel und sind einander teilweise zugewandt. Das Kunstwerk heißt Mimir-Brunnen, Mimor steht <a href="https://turid-und-askon.de/glossar/wer-ist-mimir" target="_blank" rel="noreferrer noopener">in der nordischen Mythologie für Weisheit</a>. Wasser habe ich allerdings keines gesehen, wahrscheinlich war es noch für das Winterhalbjahr abgestellt. Geschaffen hat das Kunstwerk <a href="https://zoyt.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zoyt</a>, mit bürgerlichem Namen Hans-Peter Conen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit haben die überlebensgroßen, überschlanken Figuren sehr gut gefallen. Sie passen dorthin vor diesen kühlen Einkaufspalast, diese <a href="https://pyrolim.de/pyropro/einkaufszentren-die-kunstwelt-unter-dach/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kunstwelt unter Dach</a>. Warum nicht Kunst davor stellen? Und wenn, dann bitte solche, die so ins Auge fällt wie die von Zoyt, und nicht irgendwo verschämt in einer Ecke versteckt wird. Übrigens passen die schlanken Figuren sehr gut zu den Klamotten-Läden im Einkaufszentrum. Was da angeboten wird, ist mitunter so winzig, dass ich manchmal gedacht habe, in der Kinderabteilung gelandet zu sein. Offenbar ist gerade wieder extrem knappe Kleidung en vogue. Kleidung für androgyne Figuren wie die vor der Tür.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erinnerung an Adam und Eva</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück zur Kunst: Die hohen Skulpturen erinnern mich an eine andere, die einst vor dem Einkaufszentrum Sophienhof in Kiel stand: <a href="https://sh-kunst.de/bjorn-norgaard-adam-und-eva/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Adam und Eva&#8220; des dänischen Bildhauers und Performancekünstlers Bjørn Nørgaard</a>. Elf Meter hoch, zeigt sie zwei aus Granit geformte Figuren, die sich einander zuwenden. Umschlossen sind sie von einem Käfig aus Bronze. Die Figur stand früher in einer Ausbuchtung des Sophienhofes und wurde 1999 an das östliche Ufer des Germaniahafens versetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schade, dass diese eindrucksvolle und für mich stets etwas geheimnisvolle Figur vom Einkaufszentrum entfernt wurde. Konsumtempel brauchen es meiner Meinung nach, solche ins Auge fallenden Kunstwerke vor ihren Toren zu haben. Als Gegengewicht zum Kommerz. Und damit ich etwas zu gucken habe, wenn ich es drinnen nicht mehr aushalte und an die frische Luft muss.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/shoppen-im-alster-einkaufszentrum-klamotten-und-kunst/">Shoppen im Alster-Einkaufszentrum: Klamotten und Kunst</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Rezension: &#8222;Wut und Wertung&#8220; von Johannes Franzen</title>
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					<comments>https://pyrolim.de/pyropro/rezension-wut-und-wertung-von-johannes-franzen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jan 2025 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="521" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel-150x98.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel-768x500.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Johannes Franzen hat mit &#8222;Wut und Wertung&#8220; eine Untersuchung darüber vorgelegt, warum wir über Kunst streiten. Am Ende gibt er eine überraschende Antwort. Eins vorweg: Ich bin keine Heidegger-Kennerin. Und habe deshalb gleich nach wenigen Seiten naseweis moniert, dass ein Satz im Buch „Wut und Wertung“ von Johannes Franzen offenbar einen Druckfehler enthält. „Und so entbergen diese Fälle . . .“ Entbergen? Nie gehört. Und ich dachte immer, mir könne in Sachen Sprache niemand mehr etwas vormachen. Entbergen heißt, etwas zeigen, zum Vorschein bringen, und wird offenbar oft mit dem Philosophen Martin Heidegger verbunden. Nachdem ich über den Berg des Entbergens gegangen bin, habe ich „Wut und Wertung“ verschlungen. Für jeden, der sich nur ein Fitzelchen für Kultur interessiert, egal ob klassische oder moderne oder Pop- und Fankultur, ist es eines der erhellendsten Sachbücher der vergangenen Wochen, wenn nicht Monate oder Jahre. Untertitel: „Warum wir über Geschmack streiten“. Oder wie es der Autor formuliert: „Warum hassen wir bestimmte Kunstwerke (Songs, Bücher, Filme, Games etc.)?“ Kleiner Exkurs: Ich hasse „Gott erhalte Franz den Kaiser“ oder genauer das von Haydn 1797 vertonte Gedicht, das der Komponist als für mich nerviges Streichquartett in D-Dur ausgeführt hat. Die Melodie kennen alle, es ist die der deutschen Nationalhymne. Das Quartett ist für mich schwer zu ertragen. Sollte es jemand brillant finden, könnte ich wütend darauf reagieren. Ein Angriff auf uns selbst Und genau mit dieser Reaktion steigt Franzen in das erste Kapitel seines Buches ein. Stell dir vor, du bist auf einer Party und es wird über Filme diskutiert. Du nennst begeistert einen Lieblingsfilm und alle machen deutlich, dass du damit völlig falsch liegst und keine Ahnung hast. Ein Angriff auf unsere Kunst ist immer auch ein Angriff auf uns selbst. Das ist eine der Kernthesen des Buches. Vom Szenario der Filmdebatte auf der Party aus entwickelt Franzen auf 402 Seiten, wie Wut und Wertung schon immer und seit der Digitalisierung noch viel heftiger die Sicht auf Kunst und Kultur bestimmen. Dabei legt er leicht nachvollziehbar das dar, was viele von uns schon immer unbewusst wussten, aber nie so deutlich ausgesprochen oder niedergeschrieben haben. Welche Mechanismen wirkten und wirken, wie über Jahrhunderte erst das Publikum diszipliniert und heutzutage die Künstler und die Rezipienten von Fandoms und Shitstorms beeinflusst werden. Welche damit sogar die professionelle Kritik herausfordern. Jeder kennt die Erzählungen, wie die Zuhörer einst in den Opernhäusern während der Aufführungen gegessen und geredet haben. Und heute: weihevolle Stille vom ersten Moment bis zum letzten. Jeder weiß, wann er im Konzertsaal nicht klatschen darf (nicht zwischen den Sätzen). Hier hat das Kunstparadigma gewirkt, dem Franzen eine ausführliche Darstellung widmet. Hochkultur versus Massengeschmack Es ist die Klassifizierung zwischen Hochkultur und Massengeschmack. Hochkultur will erarbeitet und nicht (nur) genossen werden. Nur Eingeweihte können sie angemessen rezipieren. Und sie muss gegen erfolgreiche Nicht-Kunst verteidigt werden. Nicht das einzige Werkzeug zur Disziplinierung des Publikums. Da sind noch der Kanon und die Schullektüre. Franzens Ausführungen zum Mega-Langweiler „Effie Briest“ von Fontane sind genauso vergnüglich zu lesen wie seine anderen Beispiele. Irgendwo dort findet sich beinahe jeder Leser in der Fülle der aufgeführten Konflikte und Skandale wieder. Dem Elitären folgt die digitale Gegenwart, die einen Großteil des Buches einnimmt. Nicht nur bei im Netz empört verrissener Schullektüre &#8211; „Scheiß drecks Gedicht!“ -, sondern bei Fan-Armeen, der Frage, wer Kultur bewerten darf oder kann bis hin zur Debatte um J. K. Rowlings transphobe Äußerungen und der öffentlichen Reaktion darauf. Franzen macht weder vor Lindemann noch vor Layla halt. Plötzlich haben sich die Machtverhältnisse umgekehrt. Nicht mehr die Hochkultur und ihre Verfechter maßregeln die Rezipienten, sondern das Publikum redet bei der Bewertung von Kunst und Kultur ein gehöriges Wörtchen mit. Was mitunter schwerwiegende Folgen hat. Franzen enthält sich der Wertung Franzen führt für alle seine Thesen viele Beispiele an, nennt Künstler, Werke, Filme, Videospiele. Nicht jeder Leser wird alle kennen, aber für jeden sind welche dabei, von denen er sofort eine Vorstellung hat. Und sei es nur die musikalische Umweltverschmutzung im Supermarkt. Aus diesen Beispielen heraus entwickelt der Autor seine Thesen. Er schreibt verständlich und quält seine Leser meistens nicht mit Fachausdrücken – mal abgesehen vom Entbergen – und Bandwurmsätzen. Nur manchmal schlägt bei seinem Schreibstil doch der Wissenschaftler durch. Und Franzen vermeidet es, selbst Stellung zu beziehen in den Kulturdebatten, die er erzählt. Dafür weist er immer wieder darauf hin, worum es letztlich geht: Emotionen. Die löst nur wahre Kunst aus und nicht die, die zur wahren Kunst erklärt wird. Knackige Kapitelüberschriften wie „Kitsch und Ekel“ oder „Der nervigste Song aller Zeiten“ machen stets Lust aufs Weiterlesen. Ich kann Johannes Franzen nur wünschen, dass möglichst viele Leser das Buch in die Hand nehmen, um es mit Spaß zu lesen. Denn Kunst und Kultur haben einen schweren Stand. Das weiß ich aus meiner alltäglichen journalistischen Arbeit und das kommt nur ganz nebenbei auch im Buch von Franzen vor. Text über Theater und Oper wären aufgrund mangelnder Klicks in Gefahr, immer mehr aus dem Online-Angebot von Zeitungen und Zeitschriften zu verschwinden. „Das klickt nicht“ höre ich selbst oft genug und kann diese Klage nachvollziehen. Die Antwort auf die Kernfrage Ich wünsche Johannes Franzen, dass sein Buch kräftig klickt. Und dass es bei seinen Lesern ebenso oft Klick macht wie bei mir. „Wut und Wertung“* hat mir viel Freude gemacht und Erkenntnis gebracht und ist bereits ein Lieblingsbuch geworden. Am Ende beantwortet er dann noch die Frage, warum wir über Kunst streiten: „Weil es so viel Spaß macht!“ *Amazon-Link</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/rezension-wut-und-wertung-von-johannes-franzen/">Rezension: &#8222;Wut und Wertung&#8220; von Johannes Franzen</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="521" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel-150x98.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-titel-768x500.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Johannes Franzen hat mit &#8222;Wut und Wertung&#8220; eine Untersuchung darüber vorgelegt, warum wir über Kunst streiten. Am Ende gibt er eine überraschende Antwort.</p>



<span id="more-13967"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Eins vorweg: Ich bin keine Heidegger-Kennerin. Und habe deshalb gleich nach wenigen Seiten naseweis moniert, dass ein Satz im Buch „Wut und Wertung“ von Johannes Franzen offenbar einen Druckfehler enthält. „Und so entbergen diese Fälle . . .“ Entbergen? Nie gehört. Und ich dachte immer, mir könne in Sachen Sprache niemand mehr etwas vormachen. Entbergen heißt, etwas zeigen, zum Vorschein bringen, und wird offenbar <a href="http://cartoon.iguw.tuwien.ac.at/christian/technsoz/heidegger.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">oft mit dem Philosophen Martin Heidegger verbunden</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem ich über den Berg des Entbergens gegangen bin, habe ich „Wut und Wertung“ verschlungen. Für jeden, der sich nur ein Fitzelchen für Kultur interessiert, egal ob klassische oder moderne oder Pop- und Fankultur, ist es eines der erhellendsten Sachbücher der vergangenen Wochen, wenn nicht Monate oder Jahre. Untertitel: „Warum wir über Geschmack streiten“. Oder wie es der Autor formuliert: „Warum hassen wir bestimmte Kunstwerke (Songs, Bücher, Filme, Games etc.)?“</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="728" height="993" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Johannes-Franzen.jpg" alt="Johannes Franzen hat mit &quot;Wut und Wertung&quot; ein erhellendes Buch vorgelegt. Foto: Marion Koell" class="wp-image-13968" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Johannes-Franzen.jpg 728w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Johannes-Franzen-110x150.jpg 110w" sizes="auto, (max-width: 728px) 100vw, 728px" /><figcaption class="wp-element-caption">Johannes Franzen hat mit &#8222;Wut und Wertung&#8220; ein erhellendes Buch vorgelegt. Foto: Marion Koell</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Kleiner Exkurs: Ich hasse „Gott erhalte Franz den Kaiser“ oder genauer das von Haydn 1797 vertonte Gedicht, das der Komponist als für mich nerviges Streichquartett in D-Dur ausgeführt hat. Die Melodie kennen alle, es ist die der deutschen Nationalhymne. Das Quartett ist für mich schwer zu ertragen. Sollte es jemand brillant finden, könnte ich wütend darauf reagieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Angriff auf uns selbst</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau mit dieser Reaktion steigt Franzen in das erste Kapitel seines Buches ein. Stell dir vor, du bist auf einer Party und es wird über Filme diskutiert. Du nennst begeistert einen Lieblingsfilm und alle machen deutlich, dass du damit völlig falsch liegst und keine Ahnung hast. Ein Angriff auf unsere Kunst ist immer auch ein Angriff auf uns selbst. Das ist eine der Kernthesen des Buches.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom Szenario der Filmdebatte auf der Party aus entwickelt Franzen auf 402 Seiten, wie Wut und Wertung schon immer und seit der Digitalisierung noch viel heftiger die Sicht auf Kunst und Kultur bestimmen. Dabei legt er leicht nachvollziehbar das dar, was viele von uns schon immer unbewusst wussten, aber nie so deutlich ausgesprochen oder niedergeschrieben haben. Welche Mechanismen wirkten und wirken, wie über Jahrhunderte erst das Publikum diszipliniert und heutzutage die Künstler und die Rezipienten von Fandoms und Shitstorms beeinflusst werden. Welche damit sogar die professionelle Kritik herausfordern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jeder kennt die Erzählungen, wie die Zuhörer einst in den Opernhäusern während der Aufführungen gegessen und geredet haben. Und heute: weihevolle Stille vom ersten Moment bis zum letzten. Jeder weiß, wann er <a href="https://pyrolim.de/pyropro/applaus-und-akkord/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">im Konzertsaal nicht klatschen darf</a> (nicht zwischen den Sätzen). Hier hat das Kunstparadigma gewirkt, dem Franzen eine ausführliche Darstellung widmet.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hochkultur versus Massengeschmack</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist die Klassifizierung zwischen Hochkultur und Massengeschmack. Hochkultur will erarbeitet und nicht (nur) genossen werden. Nur Eingeweihte können sie angemessen rezipieren. Und sie muss gegen erfolgreiche Nicht-Kunst verteidigt werden. Nicht das einzige Werkzeug zur Disziplinierung des Publikums. Da sind noch der Kanon und die Schullektüre. Franzens Ausführungen zum Mega-Langweiler „Effie Briest“ von Fontane sind genauso vergnüglich zu lesen wie seine anderen Beispiele. Irgendwo dort findet sich beinahe jeder Leser in der Fülle der aufgeführten Konflikte und Skandale wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem Elitären folgt die digitale Gegenwart, die einen Großteil des Buches einnimmt. Nicht nur bei im Netz empört verrissener Schullektüre &#8211; „Scheiß drecks Gedicht!“ -, sondern bei Fan-Armeen, der Frage, wer Kultur bewerten darf oder kann bis hin zur Debatte um J. K. Rowlings transphobe Äußerungen und der öffentlichen Reaktion darauf. Franzen macht weder vor Lindemann noch vor Layla halt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Plötzlich haben sich die Machtverhältnisse umgekehrt. Nicht mehr die Hochkultur und ihre Verfechter maßregeln die Rezipienten, sondern das Publikum redet bei der Bewertung von Kunst und Kultur ein gehöriges Wörtchen mit. Was mitunter schwerwiegende Folgen hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Franzen enthält sich der Wertung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Franzen führt für alle seine Thesen viele Beispiele an, nennt Künstler, Werke, Filme, Videospiele. Nicht jeder Leser wird alle kennen, aber für jeden sind welche dabei, von denen er sofort eine Vorstellung hat. Und sei es nur die musikalische Umweltverschmutzung im Supermarkt. Aus diesen Beispielen heraus entwickelt der Autor seine Thesen. Er schreibt verständlich und quält seine Leser meistens nicht mit Fachausdrücken – mal abgesehen vom Entbergen – und Bandwurmsätzen. Nur manchmal schlägt bei seinem Schreibstil doch der Wissenschaftler durch. Und Franzen vermeidet es, selbst Stellung zu beziehen in den Kulturdebatten, die er erzählt. Dafür weist er immer wieder darauf hin, worum es letztlich geht: Emotionen. Die löst nur wahre Kunst aus und nicht die, die zur wahren Kunst erklärt wird.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="520" height="800" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-Buch.jpg" alt="&quot;Wut und Wertung&quot;, das Buch von Johannes Franzen." class="wp-image-13973" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-Buch.jpg 520w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Franzen-Buch-98x150.jpg 98w" sizes="auto, (max-width: 520px) 100vw, 520px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8222;Wut und Wertung&#8220;, das Buch von Johannes Franzen.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Knackige Kapitelüberschriften wie „Kitsch und Ekel“ oder „Der nervigste Song aller Zeiten“ machen stets Lust aufs Weiterlesen. Ich kann Johannes Franzen nur wünschen, dass möglichst viele Leser das Buch in die Hand nehmen, um es mit Spaß zu lesen. Denn Kunst und Kultur haben einen schweren Stand. Das weiß ich aus meiner alltäglichen journalistischen Arbeit und das kommt nur ganz nebenbei auch im Buch von Franzen vor. Text über Theater und Oper wären aufgrund mangelnder Klicks in Gefahr, immer mehr aus dem Online-Angebot von Zeitungen und Zeitschriften zu verschwinden. „Das klickt nicht“ höre ich selbst oft genug und kann diese Klage nachvollziehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Antwort auf die Kernfrage</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wünsche Johannes Franzen, dass sein Buch kräftig klickt. Und dass es bei seinen Lesern ebenso oft Klick macht wie bei mir. <a href="https://amzn.to/4j4mP2g" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Wut und Wertung“</a>* hat mir viel Freude gemacht und Erkenntnis gebracht und ist bereits ein Lieblingsbuch geworden. Am Ende beantwortet er dann noch die Frage, warum wir über Kunst streiten: „Weil es so viel Spaß macht!“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>*Amazon-Link</em></p>
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		<title>Kunst gucken in der Hamburger Kunsthalle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Jul 2024 09:06:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[gesehen]]></category>
		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="600" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Blick in die Hamburger Kunsthalle." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel-150x113.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Was tun, wenn es draußen drückend heiß ist? Ins Museum gehen. Ich habe meinen Plan umgesetzt, mich nochmal genauer in der Hamburger Kunsthalle umzusehen. Kunst gucken bei Hitze lohnt sich. Der Sonntag, 21. Juli 2024, war der weltweit heißeste Tag seit Beginn der Aufzeichnungen. Zwar ist der norddeutsche Sommer dieses Jahr eher durchwachsen, aber selbst hier war es am Sonntag sehr heiß. Da ist ein Museum gerade der richtige Ort, um es etwas kühler zu haben. Schließlich sind Museen klimatisiert, die Ölfarbe soll ja nicht zu weich werden und herunterlaufen (zugegeben, das ist eine Laienansicht). Und da ich mir nach der Kaspar-David-Friedrich-Ausstellung sowieso vorgenommen hatte, die Kunsthalle nochmal zu besuchen, war die Hitze ein guter Anlass. Berühmte Werke der Kunst Was mir gar nicht so klar war: Das Museum beherbergt eine große Anzahl weltberühmter Gemälde. Da ist nicht nur der &#8222;Wanderer über dem Nebelmeer&#8220; von Caspar David Friedrich, der für die Haamburger Ausstellung gar nicht ausgeliehen werden musste, weil er zum Bestand gehört. Zu den herausragenden Werken im Museum zählt unter anderem das berühmte Luther-Porträt von Lucas Cranach d. Ä., der &#8222;Morgendliche Ausritt im Bois de Boulogne&#8220; von Pierre-August Renoir, das Porträt des Kunsthändles Clovis Sagot von Pablo Picasso oder der &#8222;Arabische Friedhof&#8220; von Wassily Kandinsky. Besonders gut gefallen hat mir die Zusammenstellung von niederländischen Kirchenbildern des 17. Jahrhunderts, als Beispiel sei die &#8222;Oude Kerk in Amsterdam&#8220; von Emanuel de Witte genannt. Weitere Favoriten waren für mich der Tischler bei der Arbeit von Julius Wohlers (der leider noch nicht in der Sammlung Online zur Verfügung steht) und &#8222;Charlotte Corinth am Frisiertisch&#8220; von Lovis Corinth. An diesem Bild hat mich der bewegte Pinselstrich faszinierte, die zarten Farben und die Tatsache, dass das Bild aus der Nähe betrachtet genauso faszinierend ist wie wenn man etwas zurücktritt. Ein fantastisches Werk, dessen Darstellung im Internet bei weitem nicht an die Betrachtung des Originals herankommt. Das Original übertrifft jede Abbildung Das ist eben der Unterschied zwischen Original und Abbildung. Natürlich kann ich heute fast alle Gemälde weltweit auf Papier oder Online betrachten. Aber das ist eben nicht dasselbe, als davor zu stehen und es auf sich wirken zu lassen. Nirgends wird das deutlicher als bei den Impressionisten. Bei anderen Werken ist es die schiere Größe des Originals, die den besonderen Eindruck ergibt. Mit solcher schierer Größe beginnt der Rundgang in der Hamburger Kunsthalle, jedenfalls im Altbau. Mittelpunkt ist der Makart-Saal, in dem das 50 Quadratmeter große Bild „Der Einzug Karl V. in Antwerpen“ von Hans Makart (1840-1884) hängt, inmitten von &#8211; ja, das kann man so sagen &#8211; Ölschinken der Historienmalerei. Von dort geht es chronologisch weiter, beginnend mit dem Mittelalter bis hin zur Kunst des 20. Jahrhunderts. Viele Räume sind thematisch gestaltet, wie etwa die bereits erwähnten niederländischen Kirchenbilder. In den Sälen hängen die Bilder vor einem blauen Hintergrund, in den kleineren Räumen vor helleren Wänden. Das Blau hebt die Bilder besonders hervor, ich mag es sehr. Wie überall in der bildenden Kunst, vor allem in der früherer Jahrhunderte, sind auch die Werke in der Hamburger Kunsthalle überwiegend von Männern gemalt worden. Eine der wenigen dort vertretenen Künstlerinnen ist Anita Reé. Die Kunsthalle zeigt einige Selbstporträts von ihr, insgesamt ist die Künstlerin mit 24 Werken vertreten. Von den Nazis diffamiert und ausgeschlossen, nahm sie sich 1933 das Leben. Reé ist auch Teil der queeren Angebote der Kunsthallen-Angebote zur Pride-Week. Solche Angebote gehören offenbar heute zum guten Ton von öffentlichen Einrichtungen. Ebenso Fragen wie die, die unter dem riesigen Markat-Schinken gestellt werden: &#8222;Finden Sie das Gemälde provokativ? Finden Sie es sexistisch?&#8220;. Mit Nummern von Raum zu Raum Sicher ist manches Werk aus heutiger Sicht sexistisch. Ich kann das ausblenden, während ich die Kunst an sich bewundere. Ich habe mich also in der Kunsthalle vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhunderte vorgearbeitet. Eine wunderbare Sammlung. Etwas verwirrend ist allerdings der Rundgang, der sich nicht immer auf den ersten Blick erschließt. Am Ende hat es sich als hilfreicher erwiesen, die Saal- und Raumnummern als Anhaltspunkt zu nehmen. Sie sind auf die Türrahmen geschrieben, und so konnte ich mich von Raum zu Raum hangeln. Zwischendurch fehlten nämlich die Hinweise auf den Rundgang oder waren verwirrend. Insgesamt war es ein wunderbarer Tag mit viel Kunst bei erträglichen Temperaturen. So ein Museumsbesuch ist zu fast jeder Jahreszeit gut. Im Sommer, um es kühler zu haben, im Winter, um dem norddeutschen Schietwetter zu entgehen. Was mich außerdem gefreut hat. Das Museum war nicht nur gut besucht, es waren auch viele junge Leute da. Klassische Kunst ist offenbar etwas für jedes Alter und nicht, wie vielfach vermutet, nur für die Älteren unter uns.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="600" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Blick in die Hamburger Kunsthalle." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel-150x113.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsttitel-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Was tun, wenn es draußen drückend heiß ist? Ins Museum gehen. Ich habe meinen Plan umgesetzt, mich nochmal genauer in der Hamburger Kunsthalle umzusehen. Kunst gucken bei Hitze lohnt sich.</p>



<span id="more-13682"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sonntag, 21. Juli 2024, war der<a href="https://www.rnd.de/wissen/klimawandel-21-juli-war-weltweit-heissester-tag-seit-beginn-der-aufzeichnungen-QURYI3FSDVFQBPTKKJW3OTAYWQ.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> weltweit heißeste Tag seit Beginn der Aufzeichnungen</a>. Zwar ist der norddeutsche Sommer dieses Jahr eher durchwachsen, aber selbst hier war es am Sonntag sehr heiß. Da ist ein Museum gerade der richtige Ort, um es etwas kühler zu haben. Schließlich sind Museen klimatisiert, die Ölfarbe soll ja nicht zu weich werden und herunterlaufen (zugegeben, das ist eine Laienansicht). Und da ich mir <a href="https://pyrolim.de/pyropro/caspar-david-friedrich-in-hamburg-rueckenansicht-mit-rueckenansicht/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">nach der Kaspar-David-Friedrich-Ausstellung</a> sowieso vorgenommen hatte, die Kunsthalle nochmal zu besuchen, war die Hitze ein guter Anlass.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Berühmte Werke der Kunst</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Was mir gar nicht so klar war: Das Museum beherbergt eine große Anzahl weltberühmter Gemälde. Da ist nicht nur der <a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/en/objekt/HK-5161" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Wanderer über dem Nebelmeer&#8220; </a>von Caspar David Friedrich, der für die Haamburger Ausstellung gar nicht ausgeliehen werden musste, weil er zum Bestand gehört. Zu den herausragenden Werken im Museum zählt unter anderem das <a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/de/objekt/HK-119/martin-luther?term=&amp;filter%5Bobj_actuallocation_s%5D%5B0%5D=Alte%20Meister&amp;context=default&amp;position=10" target="_blank" rel="noreferrer noopener">berühmte Luther-Porträt</a> von Lucas Cranach d. Ä., der <a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/de/objekt/HK-1567/morgendlicher-ausritt-im-bois-de-boulogne?term=&amp;filter%5Bobj_actuallocation_s%5D%5B0%5D=19.%20Jahrhundert&amp;start=60&amp;context=default&amp;position=67" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Morgendliche Ausritt im Bois de Boulogne&#8220;</a> von Pierre-August Renoir, das <a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/de/objekt/HK-2986/der-kunsthaendler-clovis-sagot?term=&amp;filter%5Bobj_actuallocation_s%5D%5B0%5D=Klassische%20Moderne&amp;filter%5Bfacet_obj_artistName%5D%5B0%5D=Pablo%20Picasso&amp;context=default&amp;position=0" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Porträt des Kunsthändles Clovis Sagot von Pablo Picasso</a> oder der <a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/de/objekt/HK-2962/arabischer-friedhof?term=&amp;filter%5Bhighlight%5D%5B0%5D=Meisterwerke&amp;start=80&amp;context=default&amp;position=90" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Arabische Friedhof&#8220; von Wassily Kandinsky</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders gut gefallen hat mir die Zusammenstellung von niederländischen Kirchenbildern des 17. Jahrhunderts, als Beispiel sei<a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/de/objekt/HK-202/die-oude-kerk-in-amsterdam?term=&amp;filter%5Bhighlight%5D%5B0%5D=Meisterwerke&amp;start=20&amp;context=default&amp;position=29" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> die &#8222;Oude Kerk in Amsterdam&#8220; von Emanuel de Witte</a> genannt. Weitere Favoriten waren für mich der Tischler bei der Arbeit von Julius Wohlers (der leider noch nicht in der <a href="https://www.hamburger-kunsthalle.de/sammlung-online" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sammlung Online</a> zur Verfügung steht) und <a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/de/objekt/HK-1857/charlotte-corinth-am-frisiertisch?term=Corinth&amp;context=default&amp;position=2" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Charlotte Corinth am Frisiertisch&#8220;</a> von Lovis Corinth. An diesem Bild hat mich der bewegte Pinselstrich faszinierte, die zarten Farben und die Tatsache, dass das Bild aus der Nähe betrachtet genauso faszinierend ist wie wenn man etwas zurücktritt. Ein fantastisches Werk, dessen Darstellung im Internet bei weitem nicht an die Betrachtung des Originals herankommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Original übertrifft jede Abbildung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist eben der Unterschied zwischen Original und Abbildung. Natürlich kann ich heute fast alle Gemälde weltweit auf Papier oder Online betrachten. Aber das ist eben nicht dasselbe, als davor zu stehen und es auf sich wirken zu lassen. Nirgends wird das deutlicher als bei den Impressionisten. Bei anderen Werken ist es die schiere Größe des Originals, die den besonderen Eindruck ergibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit solcher schierer Größe beginnt der Rundgang in der Hamburger Kunsthalle, jedenfalls im <a href="https://pyrolim.de/pyropro/hamburger-kunsthalle-ein-museum-drei-gebaeude/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Altbau</a>. Mittelpunkt ist der Makart-Saal, in dem das 50 Quadratmeter große Bild „Der Einzug Karl V. in Antwerpen“ von Hans Makart (1840-1884) hängt, inmitten von &#8211; ja, das kann man so sagen &#8211; Ölschinken der Historienmalerei. Von dort geht es chronologisch weiter, beginnend mit dem Mittelalter bis hin zur Kunst des 20. Jahrhunderts. Viele Räume sind thematisch gestaltet, wie etwa die bereits erwähnten niederländischen Kirchenbilder. In den Sälen hängen die Bilder vor einem blauen Hintergrund, in den kleineren Räumen vor helleren Wänden. Das Blau hebt die Bilder besonders hervor, ich mag es sehr.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunst1.jpg" alt="Kunst vor blauem Hintergrund in der Kunsthalle Hamburg: Die Netzflickerinnen von Max Liebermann." class="wp-image-13687" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunst1.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunst1-150x113.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunst1-768x576.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kunst vor blauem Hintergrund in der Kunsthalle Hamburg: Die Netzflickerinnen von Max Liebermann.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wie überall in der bildenden Kunst, vor allem in der früherer Jahrhunderte, sind auch die Werke in der Hamburger Kunsthalle überwiegend von Männern gemalt worden. Eine der wenigen dort vertretenen Künstlerinnen ist <a href="https://www.flaneurin.at/wiederentdeckt-die-malerin-anita-ree/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Anita Reé</a>. Die Kunsthalle zeigt <a href="https://online-sammlung.hamburger-kunsthalle.de/de/objekt/HK-2543/selbstbildnis?term=Anita&amp;context=default&amp;position=10" target="_blank" rel="noreferrer noopener">einige Selbstporträts von ihr</a>, insgesamt ist die Künstlerin mit 24 Werken vertreten. Von den Nazis diffamiert und ausgeschlossen, nahm sie sich 1933 das Leben. Reé ist auch <a href="https://www.hamburger-kunsthalle.de/queere-angebote" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Teil der queeren Angebote der Kunsthallen-Angebote zur Pride-Week</a>. Solche Angebote gehören offenbar heute zum guten Ton von öffentlichen Einrichtungen. Ebenso Fragen wie die, die unter dem riesigen Markat-Schinken gestellt werden: &#8222;Finden Sie das Gemälde provokativ? Finden Sie es sexistisch?&#8220;.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mit Nummern von Raum zu Raum</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sicher ist manches Werk aus heutiger Sicht sexistisch. Ich kann das ausblenden, während ich die Kunst an sich bewundere. Ich habe mich also in der Kunsthalle vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhunderte vorgearbeitet. Eine wunderbare Sammlung. Etwas verwirrend ist allerdings der Rundgang, der sich nicht immer auf den ersten Blick erschließt. Am Ende hat es sich als hilfreicher erwiesen, die Saal- und Raumnummern als Anhaltspunkt zu nehmen. Sie sind auf die Türrahmen geschrieben, und so konnte ich mich von Raum zu Raum hangeln. Zwischendurch fehlten nämlich die Hinweise auf den Rundgang oder waren verwirrend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt war es ein wunderbarer Tag mit viel Kunst bei erträglichen Temperaturen. So ein Museumsbesuch ist zu fast jeder Jahreszeit gut. Im Sommer, um es kühler zu haben, im Winter, um dem norddeutschen Schietwetter zu entgehen. Was mich außerdem gefreut hat. Das Museum war nicht nur gut besucht, es waren auch viele junge Leute da. Klassische Kunst ist offenbar etwas für jedes Alter und nicht, wie vielfach vermutet, nur für die Älteren unter uns.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/kunst-gucken-in-der-hamburger-kunsthalle/">Kunst gucken in der Hamburger Kunsthalle</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>Hamburger Kunsthalle &#8211; ein Museum, drei Gebäude</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Apr 2024 16:47:48 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsthalle.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsthalle.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsthalle-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsthalle-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsthalle-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Museen sind nicht nur im Inneren interessant. Oft sind sie es auch von außen. So wie die Hamburger Kunsthalle, die in Wirklichkeit aus drei Kunsthallen besteht. Drei sehr unterschiedlichen. Zum Einlass in die Caspar-David-Friedrich-Ausstellung war ich ein bisschen zu früh da und bin noch ein wenig im Hamburger Regen um die Kunsthalle herumspaziert. Schließlich interessiere ich mich nicht nur für gemalte Kunst, sondern auch für gebaute, also für Architektur. Und da bietet die Kunsthalle eine Menge, denn in Wahrheit besteht sie aus drei Gebäuden, allesamt im Stil der Zeit ihrer Entstehung. Unterschieden werden die drei Teile in Altbau, Erweiterungsbau und Galerie der Gegenwart. Letztere wird auch Kubus genannt, ist aber mehr als das. Ein Gebäude im Stil seiner Zeit Der sogenannte Altbau sieht genauso aus, wie man sich einen Museumsbau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts vorstellt: in Backstein errichtet, im Stil der italienischen Renaissance gestaltet, reich geschmückt mit Medaillons und lebensgroßen Sandsteinfiguren. Das Gebäude wurde 1869 eingeweiht und beherbergt monumentale Gemälde, unter anderem im Makart-Saal das riesige Bild &#8222;Der Einzug Karl V. in Antwerpen&#8220; von Hans Makart (1840-1884). Es trägt den Beinamen &#8222;50 Quadratmeter Zumutung.&#8220; Aber zurück zum Äußeren des Museums. Der Altbau ließ sich für mich zeitlich noch ziemlich genau einordnen, beim sogenannten Erweiterungsbau habe ich mich ein bisschen verschätzt. Ich sah dort Anklänge an die Nazi-Formensprache. Tatsächlich ist er von 1912 bis 1919 errichtet worden. Nicht aus Backstein, sondern im neoklassischen Stil mit einer Muschelkalk-Fassade. Ein moderner Teil der Kunsthalle Auf der anderen Seite des Altbaus ist dann mit der Einweihung 1997 die Galerie der Gegenwart hinzugekommen, wegen seiner quadratischen Gestalt auch Kubus genannt. Dort war der Großteil der Caspar-David-Friedrich-Ausstellung zu sehen. Bemerkenswert ist der Kubus aber nicht nur wegen seiner Form, sondern auch wegen des Podestes, auf dem er steht. Zwischen dem Altbau der Kunsthalle und der Galerie der Gegenwart erstreckt sich eine weite Fläche aus rotem schwedischen Granit, geböschter Sockelbau genannt. Treppen und Rampen führen hinauf. Allerdings hat offenbar der Zahn der Zeit an den Platten genagt, viele wackelten ein bisschen beim Drüberlaufen. Mir hat der Dreiklang der Gebäude mit Altbau, Erweiterungsbau und Galerie der Gegenwart gut gefallen. Da treffen drei Zeitalter der Architektur auf engstem Raum aufeinander. Jeder mag für sich entscheiden, welcher ihm besser oder weniger gut gefällt. Mir gefallen alle drei, jede hat ihren eigenen Reiz. Zwischen Galerie der Gegenwart und Altbau gibt es einen unterirdischen Gang, der beide verbindet. Wer ihn von modern zu alt durchschreitet, kommt am Ende am pompösen Treppenhaus des Altbaus heraus. Spannend zu sehen. Der Gang führt unterhalb des Sockels entlang, der außerdem Parkplätze und die Haustechnik beherbergt. So ist die Verbindung zwischen zwei Teilen der Kunsthalle unter- wie überirdisch gegeben. Insgesamt bieten die drei Bauten 13.000 Quadratmeter Fläche für Ausstellungen und Veranstaltungen. Da lässt sich viel Kunst zeigen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/hamburger-kunsthalle-ein-museum-drei-gebaeude/">Hamburger Kunsthalle &#8211; ein Museum, drei Gebäude</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsthalle.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsthalle.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsthalle-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsthalle-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/kunsthalle-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Museen sind nicht nur im Inneren interessant. Oft sind sie es auch von außen. So wie die Hamburger Kunsthalle, die in Wirklichkeit aus drei Kunsthallen besteht. Drei sehr unterschiedlichen.</p>



<span id="more-13509"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Einlass in die <a href="https://pyrolim.de/pyropro/caspar-david-friedrich-in-hamburg-rueckenansicht-mit-rueckenansicht/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Caspar-David-Friedrich-Ausstellung</a> war ich ein bisschen zu früh da und bin noch ein wenig im Hamburger Regen um die Kunsthalle herumspaziert. Schließlich interessiere ich mich nicht nur für gemalte Kunst, sondern auch für gebaute, also für Architektur. Und da bietet die Kunsthalle eine Menge, denn in Wahrheit besteht sie aus drei Gebäuden, allesamt im Stil der Zeit ihrer Entstehung. Unterschieden werden die drei Teile in Altbau, Erweiterungsbau und Galerie der Gegenwart. Letztere wird auch Kubus genannt, ist aber mehr als das.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2pHhCYk"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/53632120707_110489be46_c.jpg" alt="Kunsthalle Hamburg" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Seitenansicht des Altbaus, rechts ist eine Ecke vom Erweiterungsbau zu sehen.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Gebäude im Stil seiner Zeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der sogenannte Altbau sieht genauso aus, wie man sich einen Museumsbau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts vorstellt: <a href="https://pyrolim.de/pyropro/backstein-der-unterschaetzte-baustoff/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">in Backstein errichtet</a>, im Stil der italienischen Renaissance gestaltet, reich geschmückt mit Medaillons und lebensgroßen Sandsteinfiguren. Das Gebäude wurde 1869 eingeweiht und beherbergt monumentale Gemälde, unter anderem im Makart-Saal das riesige Bild &#8222;Der Einzug Karl V. in Antwerpen&#8220; von Hans Makart (1840-1884). Es trägt den Beinamen &#8222;50 Quadratmeter Zumutung.&#8220;</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="50 QUADRATMETER ZUMUTUNG" width="960" height="540" src="https://www.youtube.com/embed/TFLAtcyi-EE?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Aber zurück zum Äußeren des Museums. Der Altbau ließ sich für mich zeitlich noch ziemlich genau einordnen, beim sogenannten Erweiterungsbau habe ich mich ein bisschen verschätzt. Ich sah dort Anklänge an die Nazi-Formensprache. Tatsächlich ist er von 1912 bis 1919 errichtet worden. Nicht aus Backstein, sondern im neoklassischen Stil mit einer Muschelkalk-Fassade. </p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2pHhCYf"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/53632120702_a52321e73a_c.jpg" alt="Kunsthalle Hamburg" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Der Erweiterungsbau mit seiner hellen Fassade.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Ein moderner Teil der Kunsthalle</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der anderen Seite des Altbaus ist dann mit der Einweihung 1997 die <a href="https://www.architektur-bildarchiv.de/image/Kunsthalle-Hamburg-%28Galerie-der-Gegenwart%29-11755.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Galerie der Gegenwart</a> hinzugekommen, wegen seiner quadratischen Gestalt auch Kubus genannt. Dort war der Großteil der Caspar-David-Friedrich-Ausstellung zu sehen. Bemerkenswert ist der Kubus aber nicht nur wegen seiner Form, sondern auch wegen des Podestes, auf dem er steht. Zwischen dem Altbau der Kunsthalle und der Galerie der Gegenwart erstreckt sich eine weite Fläche aus rotem schwedischen Granit, geböschter Sockelbau genannt. Treppen und Rampen führen hinauf. Allerdings hat offenbar der Zahn der Zeit an den Platten genagt, viele wackelten ein bisschen beim Drüberlaufen.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2pHoXq5"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/53633353424_c3bacae65d_c.jpg" alt="Kunsthalle Hamburg" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Der sogenannte geböschte Sockelbau vor dem Kubus.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Mir hat der Dreiklang der Gebäude mit Altbau, Erweiterungsbau und Galerie der Gegenwart gut gefallen. Da treffen drei Zeitalter der Architektur auf engstem Raum aufeinander. Jeder mag für sich entscheiden, welcher ihm besser oder weniger gut gefällt. Mir gefallen alle drei, jede hat ihren eigenen Reiz. Zwischen Galerie der Gegenwart und Altbau gibt es einen unterirdischen Gang, der beide verbindet. Wer ihn von modern zu alt durchschreitet, kommt am Ende am pompösen Treppenhaus des Altbaus heraus. Spannend zu sehen.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-rich is-provider-twitter wp-block-embed-twitter"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="twitter-tweet" data-width="550" data-dnt="true"><p lang="de" dir="ltr">Treppen in der Hamburger Kunsthalle, mal modern, mal historistisch. <a href="https://twitter.com/hashtag/upstairs?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#upstairs</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/downstairs?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#downstairs</a> für <a href="https://twitter.com/Lose_Gedanken?ref_src=twsrc%5Etfw">@Lose_Gedanken</a> <a href="https://t.co/3WjpM4MEI4">pic.twitter.com/3WjpM4MEI4</a></p>&mdash; Susanne Peyronnet (@Pyrolim) <a href="https://twitter.com/Pyrolim/status/1774697376315294086?ref_src=twsrc%5Etfw">April 1, 2024</a></blockquote><script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script>
</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph"> Der Gang führt unterhalb des Sockels entlang, der außerdem Parkplätze und die Haustechnik beherbergt. So ist die Verbindung zwischen zwei Teilen der Kunsthalle unter- wie überirdisch gegeben. Insgesamt bieten die drei Bauten 13.000 Quadratmeter Fläche für Ausstellungen und Veranstaltungen. Da lässt sich viel Kunst zeigen. </p>
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		<title>Christo und Jeanne-Claude: eine Ausstellung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 May 2023 09:50:58 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Pyropro]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Ausstellung Christo und Jeanne-Claude im Schloss Gottorf in Schleswig." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Schloss Gottorf in Schleswig zeigt eine von den Künstlern autorisierte Ausstellung über Christo und Jeanne-Claude. Sie feiert nicht nur die berühmtesten Werke der Künstler, sondern zeigt auch ihren Weg dorthin und ein beeindruckendes, noch nicht umgesetztes Projekt. Jeder kennt Christo, spätestens seit er den Reichstag in Berlin verhüllt hat. Ich war da und begeistert. Und natürlich habe ich fotografiert, damals, 1995 noch auf Dias. Ich habe sie vor einiger Zeit professionell scannen lassen, aber natürlich sind sie digital lange nicht so brillant wie als Dias. Aber auch so ist mir der verhüllte Reichstag in sehr guter Erinnerung geblieben. Ebenso wie die Verhüllung des Triumphbogens in Paris und die von Pont Neuf, die ich leider beide nur von Bildern kenne. Diese Großprojekte sind natürlich ein wichtiger Baustein der Christo-und-Jeanne-Claude-Ausstellung in Schleswig. Die großen Projekte sind aber nur der Schlusspunkt der Ausstellung. Los geht es mit dem verhüllten VW-Käfer von 1961. Der steht gleich am Beginn des Rundgangs. Bis zu der Ausstellung kannte ich dieses Werk von Christo noch nicht. Christo und Jeanne-Claude in Paris Im weiteren Verlauf der Ausstellung geht es um die frühen Jahre von Christo und Jeanne-Claude, darum, wie sie sich kennengelernt haben. Welche Künstler sie im Paris der 1960er Jahre trafen und von welchen sie inspiriert wurden. Da ist Lucio Fontana zu nennen, der in seine Leinwände hineingeschnitten hat. Von ihm hängt ein Werk in der Ausstellung, das ich wegen seiner blauen Farbe zunächst Yves Klein zugeordnet hätte. Der ist dort mit einer seiner Anthropometrien der Blauen Epoche vertreten, bei dem weibliche Körper den Pinsel ersetzten. Weitere Christo und Jeanne-Claude beeinflussende Zeitgenossen waren Arman, César und Daniel Spoerri. Erstmal etwas Kleines verhüllt Und dann sind da die frühen verhüllten Werke. Ein verhülltes Münztelefon. Verhüllte Zeitschriften und Zeitungen. Von da ist es kein weiter Weg mehr zu den Großprojekten, die ausführlich dargestellt werden. Nicht nur in Fotos und Text, sondern auch mit den Originalzeichnungen, mit denen Christo seine Projekte skizzierte, vorstellte und für sie warb. Ebenfalls dokumentiert ist der lange und steinige Weg zur Verhüllung des Reichstags. Ganz nahe am Eingang der Ausstellung und folgerichtig auch am Ausgang ist dann eines der bisher nicht realisierten Großprojekte dargestellt: &#8222;The Mastaba&#8220;, die Skulptur aus 410.000 liegend gestapelten Ölfässern für die Wüste bei Abu Dhabi. Die unglaubliche Höhe von 150 Metern ist anhand der winzigen Figuren, die rund um das Modell im Sand stehen, vorstellbar. Es ist eine sehr sehenswerte Ausstellung, die das künstlerische Leben von Christo und Jeanne-Claude über die Jahrzehnte dokumentiert. &#8222;Christo und Jeanne-Claude. Paris. New York. Grenzenlos&#8220; ist noch bis zum 3. September 2023 als Sonderausstellung im Schloss Gottorf zu sehen. Wem der Weg zu weit ist, der kann an digitalen Führungen via Zoom teilnehmen. Kosten fünf Euro. Der Eintritt zur Ausstellung kostet für Erwachsene zehn Euro, ermäßigt acht Euro, Familien 21 Euro, Kinder/Jugendliche drei Euro. Ein Kombiticket, das für Erwachsene 15 Euro kostet, gewährt Zutritt zu allen Museen von Schloss Gottorf. Es lohnt sich. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, den ich mir aber nicht gekauft habe. Ich habe mich bereits 1995 in Berlin mit allerlei Lektüre zu den Werken von Christo und Jeanne-Claude eingedeckt.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Ausstellung Christo und Jeanne-Claude im Schloss Gottorf in Schleswig." style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Schloss Gottorf in Schleswig zeigt eine von den Künstlern autorisierte Ausstellung über Christo und Jeanne-Claude. Sie feiert nicht nur die berühmtesten Werke der Künstler, sondern zeigt auch ihren Weg dorthin und ein beeindruckendes, noch nicht umgesetztes Projekt.</p>



<span id="more-13064"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Jeder kennt Christo, spätestens seit er den Reichstag in Berlin verhüllt hat. Ich war da und begeistert. Und natürlich habe ich fotografiert, damals, 1995 noch auf Dias. Ich habe sie <a href="https://pyrolim.de/pyropro/dias-digitalisieren-ich-habe-es-endlich-in-angriff-genommen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">vor einiger Zeit professionell scannen lassen, aber natürlich sind sie digital lange nicht so brillant wie als Dias</a>. Aber auch so ist mir der verhüllte Reichstag in sehr guter Erinnerung geblieben. Ebenso wie die Verhüllung des Triumphbogens in Paris und die von Pont Neuf, die ich leider beide nur von Bildern kenne. Diese Großprojekte sind natürlich ein wichtiger Baustein der Christo-und-Jeanne-Claude-Ausstellung in Schleswig.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel.jpg" alt="Blick in die Christo-Ausstellung in Schleswig mit Foto der Pont-Neuve-Verhüllung." class="wp-image-13065" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/christotitel-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Blick in die Christo-Ausstellung in Schleswig mit Foto der Pont-Neuf-Verhüllung.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die großen Projekte sind aber nur der Schlusspunkt der Ausstellung. Los geht es mit dem verhüllten VW-Käfer von 1961. Der steht gleich am Beginn des Rundgangs. Bis zu der Ausstellung kannte ich dieses Werk von Christo noch nicht.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2oBjuv8"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/52908226697_f66487d8b2_c.jpg" alt="Christo-Ausstellung Schloss Gottorf" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Der verhüllte VW-Käfer.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Christo und Jeanne-Claude in Paris</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im weiteren Verlauf der Ausstellung geht es um die frühen Jahre von Christo und Jeanne-Claude, darum, wie sie sich kennengelernt haben. Welche Künstler sie im Paris der 1960er Jahre trafen und von welchen sie inspiriert wurden. Da ist Lucio Fontana zu nennen, der in seine Leinwände hineingeschnitten hat. Von ihm hängt ein Werk in der Ausstellung, das<a href="https://sammlung.staedelmuseum.de/de/werk/concetto-spaziale-attese" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> ich wegen seiner blauen Farbe zunächst Yves Klein zugeordnet hätte</a>. Der ist dort mit einer seiner Anthropometrien der Blauen Epoche vertreten, bei dem weibliche Körper den Pinsel ersetzten. Weitere Christo und Jeanne-Claude beeinflussende Zeitgenossen waren Arman, César und Daniel Spoerri.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erstmal etwas Kleines verhüllt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann sind da die frühen verhüllten Werke. Ein verhülltes Münztelefon. Verhüllte Zeitschriften und Zeitungen. Von da ist es kein weiter Weg mehr zu den Großprojekten, die ausführlich dargestellt werden. Nicht nur in Fotos und Text, sondern auch mit den Originalzeichnungen, mit denen Christo seine Projekte skizzierte, vorstellte und für sie warb. Ebenfalls dokumentiert ist der lange und steinige Weg zur Verhüllung des Reichstags.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="522" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Reichstag.jpg" alt="Der Reichstag 1995, verhüllt von Christo und Jeanne-Claude." class="wp-image-13068" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Reichstag.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Reichstag-150x98.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Reichstag-768x501.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Reichstag 1995, verhüllt von Christo und Jeanne-Claude (eingescanntes Dia).</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz nahe am Eingang der Ausstellung und folgerichtig auch am Ausgang ist dann eines der bisher nicht realisierten Großprojekte dargestellt: &#8222;The Mastaba&#8220;, die Skulptur aus 410.000 liegend gestapelten Ölfässern für die Wüste bei Abu Dhabi. Die unglaubliche Höhe von 150 Metern ist anhand der winzigen Figuren, die rund um das Modell im Sand stehen, vorstellbar.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2oBjuvo"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/52908226712_15d650b27b_c.jpg" alt="Christo-Ausstellung Schloss Gottorf" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Das Modell für &#8222;The Mastaba&#8220;. Man beachte die kleinen Figuren.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist eine sehr sehenswerte Ausstellung, die das künstlerische Leben von Christo und Jeanne-Claude über die Jahrzehnte dokumentiert. <a href="https://museum-fuer-kunst-und-kulturgeschichte.de/de/christo-und-jeanne-claude-paris-new-york-grenzenlos" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Christo und Jeanne-Claude. Paris. New York. Grenzenlos&#8220;</a> ist noch bis zum 3. September 2023 als Sonderausstellung im Schloss Gottorf zu sehen. Wem der Weg zu weit ist, der kann an <a href="https://schloss-gottorf.de/de/programm?angebote=&amp;zeit=&amp;vart=0&amp;zg=19&amp;sonder=40" target="_blank" rel="noreferrer noopener">digitalen Führungen via Zoom</a> teilnehmen. Kosten fünf Euro. Der Eintritt zur Ausstellung kostet für Erwachsene zehn Euro, ermäßigt acht Euro, Familien 21 Euro, Kinder/Jugendliche drei Euro. Ein Kombiticket, das für Erwachsene 15 Euro kostet, <a href="https://pyrolim.de/pyropro/gottorf-ein-museum-voller-geschichte/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">gewährt Zutritt zu allen Museen von Schloss Gottorf</a>. Es lohnt sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, den ich mir aber nicht gekauft habe. Ich habe mich bereits 1995 in Berlin mit allerlei Lektüre zu den Werken von Christo und Jeanne-Claude eingedeckt. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/christo-und-jeanne-claude-eine-ausstellung/">Christo und Jeanne-Claude: eine Ausstellung</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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		<title>#MeinBlauerReiter: Kunst lieben &#8211; Eine Frage von Alter von Wissen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Jan 2021 17:35:39 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/express1.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/express1.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/express1-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/express1-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/express1-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Blau ist meine Lieblingsfarbe. Kein Wunder, dass ich beim Titel &#8222;Blaue Welten&#8220; aufgemerkt habe. Was das ist, verrate ich etwas später. Diese blauen Welten haben mich dazu inspiriert, über mein Verhältnis zu Franz Marc und zur Kunst im Allgemeinen nachzudenken. Ergebnis: Die Liebe zur Kunst ist im Laufe meines Lebens von Alter und Wissen bestimmt worden und hat sich damit verändert. Irgendwann ist sie bei Franz Marc angekommen und darüber hinaus gewachsen. Ich habe Kunst, vor allem Malerei, immer geliebt. Ich weiß auch genau, woher das kommt. Es gibt zwei Auslöser: Dresden und Tchibo. Dresden deshalb, weil mein Vater von dort stammt und wir als Kinder mit unseren Eltern immer wieder die Stadt besucht haben. Eine Freundin der Familie war dort sogenannte Stadtbilderklärerin, wie es in der DDR hieß, also Fremdenführerin. Sie hat uns ins Grüne Gewölbe mitgenommen, das damals noch nicht wieder im Schloss aufgebaut war. Vor allem aber waren wir mit ihr in der Sammlung Alter Meister. Die Gemälde dort haben mich nachhaltig geprägt. Ich habe sie geliebt und sie mir zu Hause immer wieder in einem Bildband angesehen. Gemälde, die fast jeder kennt Und Tchibo? In dem Kaffeegeschäft gab es schon in meiner Kindheit Waren, die nichts mit Kaffee zu tun hatten. Dort habe ich in den 70er Jahre das Buch &#8222;Die berühmtesten Gemälde der Welt&#8220;* von Manfred Wundram gekauft. Es zeigt 100 der wahrscheinlich bekanntesten Gemälde, die es bis dahin gab. Sie reichen von &#8222;Das Paradiesgärtlein&#8220; eines unbekannten oberrheinischen Meisters bis zu &#8222;Ertrinkendes Mädchen&#8220; von Roy Lichtenstein. Jedes Werk und sein Künstler werden auf einer großformatigen Seite populärwissenschaftlich beschrieben. Als ich das Buch gekauft habe, war es vor allem wegen der Alten Meister. Moderne Kunst, wobei die Moderne für mich vor mittlerweile mehr als 100 Jahren begann, interessierte mich nicht. Auch nicht, als ich mit 20 Jahren das Buch &#8222;Die Expressionisten&#8220; von Wolf-Dieter Dube geschenkt bekam. Diese Malerei sprach mich zunächst gar nicht an. Das Buch blieb lange ungelesen im Schrank. Begegnung mit moderner Kunst Es folgte ein (abgebrochenes) Studium der Kunstgeschichte, das sich zunächst vor allem der Architekturgeschichte widmete und später den regionalen schleswig-holsteinischen Künstlern wie Peter Nagel und Pierre Schumann. Später folgte noch das Funkkolleg &#8222;Moderne Kunst&#8220;. Das hat mir besonderen Spaß gemacht und ich habe viel über die Kunst gelernt, wie sie sich seit Aufkommen der Fotografie und ihrer Befreiung von der Pflicht zur naturgetreuen Darstellung dargestellt hat. Das Funkkolleg und die dazugehörigen 13 Studienbriefe* haben mein Kunstverständnis nachhaltig geprägt. Die Expressionisten und die Farbe Blau Gleichzeitig hat sich meine Liebe zu den Bildern verlagert, weg von den Alten Meistern hin erst zu Goya, mit dem ich mich intensiv beschäftigt habe, dann zu den Impressionisten und schließlich zu den Expressionisten. Da war sie wieder, die Farbe Blau. Beim Blauen Reiter, aber auch bei Franz Marc. Und bei &#8222;Unterwegs durch blaue Welten&#8220;, einem wunderbaren Blogpost von Schauspieler und Regisseur Michael Stacheder. Unser Kontakt beschränkt sich bisher auf Twitter und auf Mails, Michael hat mir mal für einen Blogpost ein Interview zum Thema Persönlichkeitsbildung und Theater gegeben. Ich hoffe, ihn irgendwann mal persönlich zu treffen, aber München ist weit. Vor allem hat mich Michales Text &#8222;Unterwegs durch blaue Welten&#8220; sehr berührt. Nicht nur wegen der Lieblingsfarbe. Michaels jüngstes Projekt, schon unter dem Eindruck und der Belastung durch Corona, ist der Briefwechsel zwischen Franz und Maria Marc unter dem Titel &#8222;Ich will Dich an der Hand führen, um Dir die Wunder der Welt zu zeigen.&#8220; Da ist das Blaue Land, das Murnauer Moos, das nicht nur Franz und Maria Marc, sondern auch Wassily Kandinsky faszinierte. Da ist aber auch der &#8222;Blaue Reiter&#8220;, die Künstlergruppe. Im Almanach &#8222;Der Blaue Reiter&#8220; schreiben die Künstler über Musik, Malerei, Theater. Der Maler der bunten Tiere Der Weg ist nicht weit vom Blauen Reiter zu den blauen Pferden. Franz Marc ist der Maler der bunten Tiere und hebt sich damit von den übrigens Expressionisten ab. Seine Bilder sind ihm stets unzweifelhaft zuzuordnen. Vor allem aber explodieren sie wie die Bilder der anderen Expressionisten förmlich vor Farbe und Intensität. Etwas, was ich erst als Erwachsene schätzen gelernt habe und seitdem sehr liebe. Es war ein langer Weg von den Alten Meistern &#8211; besonders mochte ich den &#8222;Zinsgroschen&#8220; von Tizian &#8211; bis zu den Expressionisten und darüber hinaus. Je älter ich wurde und je mehr ich mich mit Kunst beschäftigt habe, desto näher rückte ich dem 20. Jahrhundert. Ich begann die Expressionisten so sehr zu schätzen wie einst die Alten Meister. Zunächst Kandinsky, der mir aber etwas dadurch verleidet wurde, dass seine Bilder gefühlt überall als Poster hingen. Dann August Macke, den dieses Schicksal ebenfalls ereilt hat, wenn auch nicht so heftig. Franz Marc nahm mit seinen Tierbildern stets eine Sonderrolle ein. Ihm haben Poster seiner Werke, seine mit Füßen getretenen Füchse (als Fußmatte*) nichts anhaben können. Seine Kunst ist unantastbar und einmalig. Ob blau oder nicht. Marcs Tiere sind so zeitlos wie Tiere es nunmal sind. Der Krieg tötet die Kunst Wir wissen nicht, wie sich Franz Marc und August Macke, die beiden Impressionisten, die so jung dem Ersten Weltkrieg zum Opfer gefallen sind, weiterentwickelt hätten. Erste Ansätze hin zu mehr Abstraktion sind erkennbar. Wären sie dem Trend zur ungegenständlichen Malerei gefolgt? Beide haben nur eine sehr kurze Schaffensperiode gehabt, die um so prägender war. Ich bin in meinem Kunstverständnis und meiner Liebe zur Kunst nicht stehengeblieben. Ich habe für mich immer neue Maler aus immer späterer Zeit endeckt. Yves Klein, den Meister des Blaus (da ist es wieder). Wols, dessen &#8222;Blaues Phantom&#8220; mein Lieblingsgemälde ist, Jackson Pollock, Mark Rothko. Maler, deren Werk nur durch Wissen zu verstehen ist. Wer weiß, der liebt und schätzt diese Kunst. Es geht nicht nur ums Gefallen, es geht ums Fühlen, um Geistiges. Malerei ist ein Transportmittel für das Leben da draußen. Das hat Franz Marc gewusst, das ist durch seine theoretischen Schriften belegt. Was die Kunst zur Kunst macht Dieses Wissen, dass Malerei mehr ist als Farbe auf Leinwand, macht die Kunst zur Kunst. Wer weiß, kann es spüren. Dann sind auch die Bilder der Expressionisten mehr als nur die Dekoration, als die sie oft verwendet werden. Trotz aller Begeisterung für den Blauen Reiter, die blauen Welten und die blauen Pferde, muss ich Franz Marc allerdings in einem widersprechen. Im Dezember 1910 charakterisierte er die Farben. Dort heißt es: &#8222;Blau ist das männliche Prinzip, herb und geistig.&#8220; Als Liebhaberin der Farbe Blau finde ich das nicht sehr treffend. Aber was weiß ich schon? *Amazon-Link</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Blau ist meine Lieblingsfarbe. Kein Wunder, dass ich beim Titel &#8222;Blaue Welten&#8220; aufgemerkt habe. Was das ist, verrate ich etwas später. Diese blauen Welten haben mich dazu inspiriert, über mein Verhältnis zu Franz Marc und zur Kunst im Allgemeinen nachzudenken. Ergebnis: Die Liebe zur Kunst ist im Laufe meines Lebens von Alter und Wissen bestimmt worden und hat sich damit verändert. Irgendwann ist sie bei Franz Marc angekommen und darüber hinaus gewachsen.</p>



<span id="more-11530"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe Kunst, vor allem Malerei, immer geliebt. Ich weiß auch genau, woher das kommt. Es gibt zwei Auslöser: Dresden und Tchibo. <a href="https://pyrolim.de/pyropro/cossebaude-gohlis-schellerhau-langhennersdorf-vier-tage-in-sachsen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dresden</a> deshalb, weil mein Vater von dort stammt und wir als Kinder mit unseren Eltern immer wieder die Stadt besucht haben. Eine Freundin der Familie war dort sogenannte Stadtbilderklärerin, wie es in der DDR hieß, also Fremdenführerin. Sie hat uns ins <a href="https://pyrolim.de/pyropro/das-residenzschloss-in-dresden-eines-der-tollsten-museen/">Grüne Gewölbe </a>mitgenommen, das damals noch nicht wieder im Schloss aufgebaut war. Vor allem aber waren wir mit ihr in der <a href="https://pyrolim.de/pyropro/erlebt/alte-meister-wie-ich-lernte-die-fotografie-zu-hassen/">Sammlung Alter Meister</a>. Die Gemälde dort haben mich nachhaltig geprägt. Ich habe sie geliebt und sie mir zu Hause immer wieder in einem Bildband angesehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gemälde, die fast jeder kennt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Und Tchibo? In dem Kaffeegeschäft gab es schon in meiner Kindheit Waren, die nichts mit Kaffee zu tun hatten. Dort habe ich in den 70er Jahre das Buch<a href="https://amzn.to/38T58PX" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> &#8222;Die berühmtesten Gemälde der Welt&#8220;</a>* von Manfred Wundram gekauft. Es zeigt 100 der wahrscheinlich bekanntesten Gemälde, die es bis dahin gab. Sie reichen von &#8222;Das Paradiesgärtlein&#8220; eines unbekannten oberrheinischen Meisters bis zu &#8222;Ertrinkendes Mädchen&#8220; von Roy Lichtenstein. Jedes Werk und sein Künstler werden auf einer großformatigen Seite populärwissenschaftlich beschrieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich das Buch gekauft habe, war es vor allem wegen der Alten Meister. Moderne Kunst, wobei die Moderne für mich vor mittlerweile mehr als 100 Jahren begann, interessierte mich nicht. Auch nicht, als ich mit 20 Jahren das Buch &#8222;Die Expressionisten&#8220; von Wolf-Dieter Dube geschenkt bekam. Diese Malerei sprach mich zunächst gar nicht an. Das Buch blieb lange ungelesen im Schrank.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Begegnung mit moderner Kunst</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es folgte ein (abgebrochenes) Studium der Kunstgeschichte, das sich zunächst vor allem der Architekturgeschichte widmete und später den regionalen schleswig-holsteinischen Künstlern wie <a href="http://www.peternagel.net/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Peter Nagel</a> und <a href="https://www.ln-online.de/Nachrichten/Kultur/Kultur-im-Norden/Skulpturen-von-Pierre-Schumann-in-Gross-Groenau" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pierre Schumann</a>. Später folgte noch das Funkkolleg &#8222;Moderne Kunst&#8220;. Das hat mir besonderen Spaß gemacht und ich habe viel über die Kunst gelernt, wie sie sich seit Aufkommen der Fotografie und ihrer Befreiung von der Pflicht zur naturgetreuen Darstellung dargestellt hat. Das Funkkolleg und <a href="https://amzn.to/387xAhZ" target="_blank" rel="noreferrer noopener">die dazugehörigen 13 Studienbriefe</a>* haben mein Kunstverständnis nachhaltig geprägt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Expressionisten und die Farbe Blau</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig hat sich meine Liebe zu den Bildern verlagert, weg von den Alten Meistern hin erst zu Goya, mit dem ich mich intensiv beschäftigt habe, dann zu den Impressionisten und schließlich zu den Expressionisten. Da war sie wieder, die Farbe Blau. Beim Blauen Reiter, aber auch bei Franz Marc. Und bei <a href="https://michaelstacheder.wordpress.com/2020/12/07/unterwegs-durch-blaue-welten/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Unterwegs durch blaue Welten&#8220;</a>, einem wunderbaren Blogpost von Schauspieler und Regisseur <a href="https://twitter.com/MStacheder" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Michael Stacheder</a>. Unser Kontakt beschränkt sich bisher auf Twitter und auf Mails, Michael hat mir mal für einen Blogpost <a href="https://pyrolim.de/pyropro/theater-im-job-persoenlichkeitsentwicklung-mit-grosser-geste/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ein Interview zum Thema Persönlichkeitsbildung und Theater gegeben</a>. Ich hoffe, ihn irgendwann mal persönlich zu treffen, aber München ist weit.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/express1.jpg" alt="" class="wp-image-11539" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/express1.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/express1-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/express1-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/express1-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>Das Museum Ludwig in Köln zeigt als Teil der Sammlung Haubrich etliche Bilder der Expressionisten.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem hat mich Michales Text &#8222;Unterwegs durch blaue Welten&#8220; sehr berührt. Nicht nur wegen der Lieblingsfarbe. Michaels jüngstes Projekt, schon unter dem Eindruck und der Belastung durch Corona, ist der Briefwechsel zwischen Franz und Maria Marc unter dem Titel &#8222;Ich will Dich an der Hand führen, um Dir die Wunder der Welt zu zeigen.&#8220; Da ist das Blaue Land, das <a href="https://www.dasblaueland.de/Touren/Wanderung-Moos-Rundweg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Murnauer Moos</a>, das nicht nur Franz und Maria Marc, sondern auch Wassily Kandinsky faszinierte. Da ist aber auch der &#8222;Blaue Reiter&#8220;, die Künstlergruppe. Im Almanach &#8222;Der Blaue Reiter&#8220; schreiben die Künstler über Musik, Malerei, Theater. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Maler der bunten Tiere</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Weg ist nicht weit vom Blauen Reiter zu den blauen Pferden. Franz Marc ist der Maler der bunten Tiere und hebt sich damit von den übrigens Expressionisten ab. Seine Bilder sind ihm stets unzweifelhaft zuzuordnen. Vor allem aber explodieren sie wie die Bilder der anderen Expressionisten förmlich vor Farbe und Intensität. Etwas, was ich erst als Erwachsene schätzen gelernt habe und seitdem sehr liebe.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/express2.jpg" alt="" class="wp-image-11537" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/express2.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/express2-150x100.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/express2-768x512.jpg 768w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/express2-420x280.jpg 420w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>August Macke: &#8222;Dame in grüner Jacke&#8220; von 1913.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Es war ein langer Weg von den Alten Meistern &#8211; besonders mochte ich den <a href="https://www.kunstverein-hoyerswerda.de/rezensionen/374-mehr-als-ein-bild-der-zinsgroschen-von-tizian.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Zinsgroschen&#8220; von Tizian</a> &#8211; bis zu den Expressionisten und darüber hinaus. Je älter ich wurde und je mehr ich mich mit Kunst beschäftigt habe, desto näher rückte ich dem 20. Jahrhundert. Ich begann die Expressionisten so sehr zu schätzen wie einst die Alten Meister. Zunächst Kandinsky, der mir aber etwas dadurch verleidet wurde, dass seine Bilder gefühlt überall als Poster hingen. Dann August Macke, den dieses Schicksal ebenfalls ereilt hat, wenn auch nicht so heftig. Franz Marc nahm mit seinen Tierbildern stets eine Sonderrolle ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihm haben Poster seiner Werke, seine mit Füßen getretenen Füchse (<a href="https://amzn.to/2Lh8gwJ" target="_blank" rel="noreferrer noopener">als Fußmatte</a>*) nichts anhaben können. Seine Kunst ist unantastbar und einmalig. Ob blau oder nicht. Marcs Tiere sind so zeitlos wie Tiere es nunmal sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Krieg tötet die Kunst</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wir wissen nicht, wie sich Franz Marc und August Macke, die beiden Impressionisten, die so jung dem Ersten Weltkrieg zum Opfer gefallen sind, weiterentwickelt hätten. Erste Ansätze hin zu mehr Abstraktion sind erkennbar. Wären sie dem Trend zur ungegenständlichen Malerei gefolgt? Beide haben nur eine sehr kurze Schaffensperiode gehabt, die um so prägender war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bin in meinem Kunstverständnis und meiner Liebe zur Kunst nicht stehengeblieben. Ich habe für mich immer neue Maler aus immer späterer Zeit endeckt. <a href="http://www.artnet.de/k%C3%BCnstler/yves-klein/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Yves Klein</a>, den Meister des Blaus (da ist es wieder). Wols, dessen <a href="https://museumsdienst.koeln/2012/04/15/das-blaue-phantom-blau-18/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Blaues Phantom&#8220;</a> mein Lieblingsgemälde ist, Jackson Pollock, Mark Rothko. Maler, deren Werk nur durch Wissen zu verstehen ist. Wer weiß, der liebt und schätzt diese Kunst. Es geht nicht nur ums Gefallen, es geht ums Fühlen, um Geistiges. Malerei ist ein Transportmittel für das Leben da draußen. Das hat Franz Marc gewusst, das ist durch seine theoretischen Schriften belegt.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-photo is-provider-flickr wp-block-embed-flickr"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<a href="https://flic.kr/p/2guiY4p"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://live.staticflickr.com/65535/48234411437_eb9c86bae4_c.jpg" alt="Museum Ludwig in Köln" width="800" height="533" /></a>
</div><figcaption>Monochrom blau: IKB 73 (links) und Blaues Schwammrelief: RE 19, beide von Yves Klein.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Was die Kunst zur Kunst macht</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Wissen, dass Malerei mehr ist als Farbe auf Leinwand, macht die Kunst zur Kunst. Wer weiß, kann es spüren. Dann sind auch die Bilder der Expressionisten mehr als nur die Dekoration, als die sie oft verwendet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz aller Begeisterung für den Blauen Reiter, die blauen Welten und die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Franz_Marc_Blaues_Pferd_1911.jpg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">blauen Pferde</a>, muss ich Franz Marc allerdings in einem widersprechen. Im Dezember 1910 charakterisierte er die Farben. Dort heißt es: &#8222;Blau ist das männliche Prinzip, herb und geistig.&#8220; Als Liebhaberin der Farbe Blau finde ich das nicht sehr treffend. Aber was weiß ich schon?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>*Amazon-Link</em></p>



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		<title>Der unbekannte Franz Schmidt und andere Entdeckungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Nov 2020 17:37:51 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<img width="800" height="450" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bachach.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bachach.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bachach-150x84.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bachach-768x432.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p>Ich bilde mir ein, mich in Sachen Kultur ganz gut auszukennen. Egal ob bildende Kunst oder klassische Musik, da bin ich auf der Höhe. Und doch gibt es immer wieder Künstler, von denen ich noch nie gehört habe und die für mich eine echte Entdeckung sind. So ging es mir mit Franz Schmidt, aber auch mit Else Berg, Charlotte Salomon und Lotte Laserstein. So oft über Social Media gelästert wird, können Twitter oder Facebook doch zu Fundgruben werden. Ohne Twitter etwa hätte ich Franz Schmidt (1874-1939) nie kennengelernt. Wobei der Mann die sogenannte Google-Krankheit hat. Mit dem Namen bist du alles andere als einmalig und stichst bei Google kaum aus der Masse heraus. Wobei der arme Franz Schmidt auch noch mit der Tatsache geschlagen ist, dass es einen berühmten Henker gleichen Namens gibt, ebenso wie einen Architekten, einen Mechaniker, einen Spielwarenfabrikanten und etliche andere. Musikbeschreibungen mit viel Melodie Auf das Unglück, als großartiger Komponist mit einem Allerweltsnamen geschlagen zu sein, weist auch Hofrat Dr. Fandorin hin, dem ich den Hinweis auf Franz Schmidt (den Komponisten) zu verdanken habe. Mehr noch: Der Hofrat hat die Musik Schmidts so wunderbar beschrieben, dass seine Tweets wie Musik klingen. Hier gibt es den ganzen Longread in gut lesbarer Form (auf den Thread-Reader klicken): Die Tweets haben richtig Lust aufs Reinhören gemacht. Der Hofrat hat nicht übertrieben. Dieser Franz Schmidt war ein Künstler und ein Komponist, der es verdient hätte, viel mehr beachtet zu werden. Ich hoffe, er erlebt eine Renaissance, wie sie seit einigen Jahren dem von mir sehr geschätzten Josef Gabriel Rheinberger zuteil geworden ist. Wer Kunst und Kultur liebt, sollte auf Twitter unbedingt H. P. folgen. Dem Account habe ich eine andere Entdeckung zu verdanken: Else Berg. Eine der vielen Künstler und Künstlerinnen, die den Nazis zum Opfer fielen. Der Wikipedia-Eintrag über Else Berg ist eher schmal, offenbar ist nicht viel über sie bekannt. Ich hatte den Namen vorher noch nie gehört. Sie ist genauso eine Neuentdeckung für mich wie Charlotte Salomon, eine Malerin, die ebenfalls dem Holocaust zum Opfer fiel. Oder Lotte Laserstein, die das Dritte Reich in einem Versteck überlebte. Alles Künstlerinnen, die ich ohne Social Media nicht kennengelernt hätte. Und dabei dachte ich immer, ich wüsste über Kunstgeschichte gut Bescheid. Aber diese verfolgten Künsterlinnen waren lange ein blinder Fleck für mich. Eine andere, zu Unrecht vergessene Künstlerin dieser Zeit ist Alice Freifrau von Maltzahn (1883-1973), geborene Alice Marie Ella Markgräfin von Coligny-Petitjean, die allerdings einen ganz anderen Hintergrund hatte. Späte Würdigung großer Künstler Vieleicht liegt es daran, dass ich Jahrgang 1960 bin, mein Kunstgeschichtsstudium 1981 begonnen habe und diese Künstler erst langsam wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt sind. Ebenso wie Felix Nussbaum, über den Dank glücklicher Umstände und seiner Biografie so viel mehr bekannt ist wie über seine Zeitgenossinnen. Wie gerne erinnere mich an den Besuch des Felix-Nussbaum-Hauses bei meiner #tourdemuseum vor einem Jahr. Nehme noch Tipps entgegen Wer weiß, wie viele Künstler und Komponisten noch da draußen sind, von denen ich nichts weiß, die mir aber sehr gefallen könnten. Wenn irgendjemand Tipps für mich hat, nur her damit. Ich bin immer neugierig auf Neues, ohne dabei das Bewährte zu vergessen. Aber an guter Kunst, sei sie in Form von Musik, Bildern, Skulpturen oder Büchern kann man nie genug haben.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/der-unbekannte-franz-schmidt-und-andere-entdeckungen/">Der unbekannte Franz Schmidt und andere Entdeckungen</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<img width="800" height="450" src="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bachach.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="" style="display: block; margin-bottom: 5px; clear:both;max-width: 100%;" link_thumbnail="" decoding="async" loading="lazy" srcset="https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bachach.jpg 800w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bachach-150x84.jpg 150w, https://pyrolim.de/wp-content/uploads/Bachach-768x432.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />
<p class="wp-block-paragraph">Ich bilde mir ein, mich in Sachen Kultur ganz gut auszukennen. Egal ob bildende Kunst oder klassische Musik, da bin ich auf der Höhe. Und doch gibt es immer wieder Künstler, von denen ich noch nie gehört habe und die für mich eine echte Entdeckung sind. So ging es mir mit Franz Schmidt, aber auch mit Else Berg, Charlotte Salomon und Lotte Laserstein.</p>



<span id="more-11425"></span>



<p class="wp-block-paragraph">So oft über Social Media gelästert wird, können Twitter oder Facebook doch zu Fundgruben werden. Ohne Twitter etwa hätte ich <a href="https://www.universaledition.com/franz-schmidt-647" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Franz Schmidt</a> (1874-1939) nie kennengelernt. Wobei der Mann die sogenannte Google-Krankheit hat. Mit dem Namen bist du alles andere als einmalig und stichst bei Google kaum aus der Masse heraus. Wobei der arme Franz Schmidt auch noch mit der Tatsache geschlagen ist, dass es einen<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Schmidt_(Henker)" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> berühmten Henker</a> gleichen Namens gibt, ebenso wie einen Architekten, einen Mechaniker, einen Spielwarenfabrikanten und etliche andere.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Musikbeschreibungen mit viel Melodie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf das Unglück, als großartiger Komponist mit einem Allerweltsnamen geschlagen zu sein, weist auch <a href="https://twitter.com/fandorinmusic" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hofrat Dr. Fandorin</a> hin, dem ich den Hinweis auf Franz Schmidt (den Komponisten) zu verdanken habe. Mehr noch: Der Hofrat hat die Musik Schmidts so wunderbar beschrieben, dass seine Tweets wie Musik klingen. Hier gibt es den ganzen Longread in gut lesbarer Form (auf den Thread-Reader klicken):</p>



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<blockquote class="twitter-tweet" data-width="550" data-dnt="true"><p lang="de" dir="ltr">Read full thread by @fandorinmusic:&#39;(Longread, nur für Musikinteressierte)<br><br>Kann es sein, dass manc…&#39; in single post here  <a href="https://t.co/KChLWmC24m">https://t.co/KChLWmC24m</a></p>&mdash; Susanne Peyronnet (@Pyrolim) <a href="https://twitter.com/Pyrolim/status/1330914623504211969?ref_src=twsrc%5Etfw">November 23, 2020</a></blockquote><script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script>
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<p class="wp-block-paragraph">Die Tweets haben richtig Lust aufs Reinhören gemacht. Der Hofrat hat nicht übertrieben. Dieser Franz Schmidt war ein Künstler und ein Komponist, der es verdient hätte, viel mehr beachtet zu werden. Ich hoffe, er erlebt eine Renaissance, wie sie seit einigen Jahren dem von <a href="https://pyrolim.de/pyropro/seliges-woo-das-werk-ohne-opus/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">mir sehr geschätzten</a> <a href="https://gemeinden.erzbistum-koeln.de/stifts-chor-bonn/service/komponisten/Rheinberger.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Josef Gabriel Rheinberger</a> zuteil geworden ist.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Franz Schmidt Notre Dame Intermezzo" width="960" height="540" src="https://www.youtube.com/embed/U-YUdIyev7w?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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<p class="wp-block-paragraph">Wer Kunst und Kultur liebt, sollte auf Twitter unbedingt <a href="https://twitter.com/Peine01" target="_blank" rel="noreferrer noopener">H. P. </a>folgen. Dem Account habe ich eine andere Entdeckung zu verdanken: Else Berg. Eine der vielen Künstler und Künstlerinnen, die den Nazis zum Opfer fielen.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-rich is-provider-twitter wp-block-embed-twitter"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="twitter-tweet" data-width="550" data-dnt="true"><p lang="de" dir="ltr">Die Malerin Else Berg verweigerte zu Beginn der Besetzung der Niederlande durch die Wehrmacht 1939 das Tragen des Judensterns. Sie wurde im Durchgangslager Westerbork inhaftiert, nach Auschwitz deportiert und am 19. November 1942 im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet. <a href="https://t.co/4bZ1kqGC6H">pic.twitter.com/4bZ1kqGC6H</a></p>&mdash; H.P. (@Peine01) <a href="https://twitter.com/Peine01/status/1329315029318066178?ref_src=twsrc%5Etfw">November 19, 2020</a></blockquote><script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script>
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<p class="wp-block-paragraph">Der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Else_Berg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wikipedia-Eintrag über Else Berg</a> ist eher schmal, offenbar ist nicht viel über sie bekannt. Ich hatte den Namen vorher noch nie gehört. Sie ist genauso eine Neuentdeckung für mich wie <a href="https://charlotte-salomon-grundschule.de/unsere-schule/biografie-charlotte-salomon/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Charlotte Salomon</a>, eine Malerin, die ebenfalls dem Holocaust zum Opfer fiel. Oder <a href="https://www.dasverborgenemuseum.de/kuenstlerinnen/laserstein-lotte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lotte Laserstein</a>, die das Dritte Reich in einem Versteck überlebte. Alles Künstlerinnen, die ich ohne Social Media nicht kennengelernt hätte. Und dabei dachte ich immer, ich wüsste über <a href="https://pyrolim.de/buchsouvenir/buchsouvenir-kunstgeschichte-mit-luecken/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kunstgeschichte</a> gut Bescheid. Aber diese verfolgten Künsterlinnen waren lange ein blinder Fleck für mich. Eine andere, zu Unrecht vergessene Künstlerin dieser Zeit ist <a href="https://pyrolim.de/pyropro/allgemein/die-doppelte-von-maltzan-zwei-kuenstlerinnen-aus-zwei-generationen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Alice Freifrau von Maltzahn</a> (1883-1973), geborene Alice Marie Ella Markgräfin von Coligny-Petitjean, die allerdings einen ganz anderen Hintergrund hatte. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Späte Würdigung großer Künstler</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vieleicht liegt es daran, dass ich Jahrgang 1960 bin, mein Kunstgeschichtsstudium 1981 begonnen habe und diese Künstler erst langsam wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt sind. Ebenso wie Felix Nussbaum, über den Dank glücklicher Umstände und <a href="https://pyrolim.de/pyropro/der-orgelmann-visionen-des-malers-felix-nussbaum/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">seiner Biografie</a> so viel mehr bekannt ist wie über seine Zeitgenossinnen. Wie gerne erinnere mich an den <a href="https://pyrolim.de/pyropro/tourdemuseum-felix-nussbaum-und-felka-platek/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Besuch des Felix-Nussbaum-Hauses</a> bei meiner #tourdemuseum vor einem Jahr. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Nehme noch Tipps entgegen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer weiß, wie viele Künstler und Komponisten noch da draußen sind, von denen ich nichts weiß, die mir aber sehr gefallen könnten. Wenn irgendjemand Tipps für mich hat, nur her damit. Ich bin immer neugierig auf Neues, ohne dabei das Bewährte zu vergessen. Aber an guter Kunst, sei sie in Form von Musik, Bildern, Skulpturen oder Büchern kann man nie genug haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">  </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pyrolim.de/pyropro/der-unbekannte-franz-schmidt-und-andere-entdeckungen/">Der unbekannte Franz Schmidt und andere Entdeckungen</a> erschien zuerst auf <a href="https://pyrolim.de">Pyrolirium</a>.</p>
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