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	Kommentare zu: Nackter Mais: das gestellte Pressefoto	</title>
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		<title>
		Von: Susanne		</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyropro/nackter-mais-das-gestellte-pressefoto/#comment-47863</link>

		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Oct 2015 07:36:57 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://pyrolim.de/?p=7314#comment-47863</guid>

					<description><![CDATA[Lieber Micha,

danke für Deinen ausführlichen Kommentar. Deine Sicht, dass ich hier eine industrielle Landwirtschaft romantisiert hätte, kann ich so nicht nachvollziehen. Der Trecker ist echt, der Fahrer ist echt, das Feld ist echt, der Mais ist echt. Das einzige, was ich arrangiert habe, ist der eine Maiskolben rechts im Vordergrund. Alles andere ist sozusagen out of cam und zeigt eine Maisernte, wie sie hier bei uns jetzt jeden Tag zu sehen ist. Die Kolben kommen auch nicht auf den Tisch des Verbrauchers, sondern das Häckselgut wird siliert und dient im Winter als Viehfutter - oder es kommt in die Biogas-Anlage. Insofern ist das Foto mit Ausnahme des eigenen Kolbens eine Darstellung der Wirklichkeit.
Allerdings, und da gebe ich Dir Recht, ist jedes Foto ein Stückchen manipulierte Wirklichkeit. Das gilt auch für Dein Beispiel vom Phantasieland in Brühl. Du wolltest die Künstlichkeit dieses Ortes darstellen, eine Künstlichkeit, die andere vielleicht gar nicht empfunden hätten. Also hast Du Deinen Blickwinkel auf das Bild übertragen - und damit, um beim Beispiel der Kinder zu bleiben - vielleicht deren Illusionen zerstört.
Was Pressefotos angeht, so glaube ich, dass der Leser durchaus in der Lage ist, gestellte Fotos von ungestellten zu unterscheiden. Man denke nur an die sehr weiter verbreiteten Gruppenfotos. Niemand käme auf die Idee, die als vollkommen dokumentarisch anzusehen. Das gilt auch für vieles andere, was täglich für Medien abgebildet wird. Wir wissen nicht einmal, ob das berühmte Selfie von Angela Merkel und dem Flüchtling genau so stattgefunden hat. Meine Vermutung: Es war so, aber es ist für die Fotografen noch einmal wiederholt worden. Wetten?

Liebe Grüße,
Susanne]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Micha,</p>
<p>danke für Deinen ausführlichen Kommentar. Deine Sicht, dass ich hier eine industrielle Landwirtschaft romantisiert hätte, kann ich so nicht nachvollziehen. Der Trecker ist echt, der Fahrer ist echt, das Feld ist echt, der Mais ist echt. Das einzige, was ich arrangiert habe, ist der eine Maiskolben rechts im Vordergrund. Alles andere ist sozusagen out of cam und zeigt eine Maisernte, wie sie hier bei uns jetzt jeden Tag zu sehen ist. Die Kolben kommen auch nicht auf den Tisch des Verbrauchers, sondern das Häckselgut wird siliert und dient im Winter als Viehfutter &#8211; oder es kommt in die Biogas-Anlage. Insofern ist das Foto mit Ausnahme des eigenen Kolbens eine Darstellung der Wirklichkeit.<br />
Allerdings, und da gebe ich Dir Recht, ist jedes Foto ein Stückchen manipulierte Wirklichkeit. Das gilt auch für Dein Beispiel vom Phantasieland in Brühl. Du wolltest die Künstlichkeit dieses Ortes darstellen, eine Künstlichkeit, die andere vielleicht gar nicht empfunden hätten. Also hast Du Deinen Blickwinkel auf das Bild übertragen &#8211; und damit, um beim Beispiel der Kinder zu bleiben &#8211; vielleicht deren Illusionen zerstört.<br />
Was Pressefotos angeht, so glaube ich, dass der Leser durchaus in der Lage ist, gestellte Fotos von ungestellten zu unterscheiden. Man denke nur an die sehr weiter verbreiteten Gruppenfotos. Niemand käme auf die Idee, die als vollkommen dokumentarisch anzusehen. Das gilt auch für vieles andere, was täglich für Medien abgebildet wird. Wir wissen nicht einmal, ob das berühmte Selfie von Angela Merkel und dem Flüchtling genau so stattgefunden hat. Meine Vermutung: Es war so, aber es ist für die Fotografen noch einmal wiederholt worden. Wetten?</p>
<p>Liebe Grüße,<br />
Susanne</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: emden09		</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyropro/nackter-mais-das-gestellte-pressefoto/#comment-47834</link>

		<dc:creator><![CDATA[emden09]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Oct 2015 14:01:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Hallo Susanne,

vielleicht bin ich aus meiner persönlichen Geschichten ein wenig zu sehr von Pressemanipulationen geprägt, um Deinen Beitrag ganz unwidersprochen hinzunehmen.

Wir sprechen hier von einer industrialisierten Form der Landwirtschaft, die Lebensmittel zu m.E. ungesunden Industrieprodukten macht. Hier nun das Produkt so darzustellen, wie es der Verbraucher *nach* der industriellen Verarbeitung kennt ist natürlich schon eine Form der Manipulation und gaukelt ihm ggf. eine Form der Landwirtschaft vor, die es so heute nicht mehr oder kaum nch gibt.

Dazu kommt natürllich, dass die Maiskolben an der Pflanze nach oben wachsen und sich nichteinmal nach unten bigen, wenn der Bauer sie auf dem Feld verrotten lässt. Dass man hier in Sachen Pflanzenwelt unbedarften Personen oder speziell gerade Kindern ein falsches Bild in den Kopf pflanzt, eben weil das Bild ja ohne Deinen Zusatztext veröffentlich wird, ist unschön. 

Ich habe mich als Kind sehr geärgert, wenn ich z.B. Texte in der Zeitung las und dann die Worte in Schreibweise oder Trennung so übernahm und das vom Lehrer als Fehler angestrichen wurde. Klar kommt dann der Redakteur und sagt, wir sind hier kein &quot;Ersatzduden&quot; aber natürlich schleicht sich so eine Schreibweise/Bild in den Kopf und bleibt dort in einer gweissen Weise haften. Gerade das &quot;nach unten Biegen&quot; verstehe ich daher nicht. Zumal der Kolben ja auch aufrecht hätte entblättert werden können.

Nicht dass wir uns falsch verstehen. Ich selbst bin ein großer Fan von künstlerisch verfremdeten Fotos. Ich betrachte es als meine künstlerische Aufgabe, eine Welt darzustellen wie sie nicht ist (wenn ich das auch meist in entlarvend (ggf. angedeutet surrealistischer) Weise zu tun pflege. Aber speziell sei ich &quot;Warphotographer&quot; von Christian Frei über die Arbeit von James NAchtwey gesehen habe bin ich in Bezug auf Pressefotos erneut stark sensibilisert. Dort wird gezeigt, mit welch zynischer Skrupellosigkeit die Readktion des Stern bestimmte Fotos auswählt, um die Aussage einer geplanten Bildstrecke zu stützen. Dabei wäre es m.E. Aufgabe der Redaktion, die geplanten Aussage in Frage zu stellen, wenn sie nicht ohne zynische Auswahl des Bildmaterials zu stützen ist und dem Leser ein differenziertes Bild an Hand der Unterschiedlichkeit des zur Verfügung stehenden Bildmaterials zu vermitteln. (den Film kanns DU gerne bei mir ausleihene, wenn Du ihn nicht kennst).

Wenn also die industrialisierte Landwirtschaft das Produkt im Ernteprozess nicht mehr sichtbar macht, wäre es m.E. die Aufgabe des Pressefotografen, der das Produkt zeigen will, an die Stelle des Vearbeitungsprozesses zu gehen, an der das Produkt sichtbar wird. Ja, das ist evtl. mühsamer und ja, das Bild wird sicher nicht so romantisch und evtl. nicht so toll werden, wie das Bild, das Du hier präsentierst. Aber es kann eben auch nicht dazu verwendet werden, dem unbedarften Verbraucher ein romantisiertes Bild einer vermeintlich heilen bäuerlichen Welt &quot;unterzujubeln&quot;.

Ich selbst stand übrigens vor genau diesem Dilemma, als ich im letzten Jahr die Möglichkeit bekam, einen Blogartikel über eine komplett künstliche Welt - das Phantasialand in Brühl zu schreiben und zu photographieren. Ich entschied mich damals, dass die Bilder eben genau diese gestellte Künstlichkeit entlarven sollten. Ob sie das taten, muss jeder selbst beurteilen.

herzlichen Gruß
Micha]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Susanne,</p>
<p>vielleicht bin ich aus meiner persönlichen Geschichten ein wenig zu sehr von Pressemanipulationen geprägt, um Deinen Beitrag ganz unwidersprochen hinzunehmen.</p>
<p>Wir sprechen hier von einer industrialisierten Form der Landwirtschaft, die Lebensmittel zu m.E. ungesunden Industrieprodukten macht. Hier nun das Produkt so darzustellen, wie es der Verbraucher *nach* der industriellen Verarbeitung kennt ist natürlich schon eine Form der Manipulation und gaukelt ihm ggf. eine Form der Landwirtschaft vor, die es so heute nicht mehr oder kaum nch gibt.</p>
<p>Dazu kommt natürllich, dass die Maiskolben an der Pflanze nach oben wachsen und sich nichteinmal nach unten bigen, wenn der Bauer sie auf dem Feld verrotten lässt. Dass man hier in Sachen Pflanzenwelt unbedarften Personen oder speziell gerade Kindern ein falsches Bild in den Kopf pflanzt, eben weil das Bild ja ohne Deinen Zusatztext veröffentlich wird, ist unschön. </p>
<p>Ich habe mich als Kind sehr geärgert, wenn ich z.B. Texte in der Zeitung las und dann die Worte in Schreibweise oder Trennung so übernahm und das vom Lehrer als Fehler angestrichen wurde. Klar kommt dann der Redakteur und sagt, wir sind hier kein &#8222;Ersatzduden&#8220; aber natürlich schleicht sich so eine Schreibweise/Bild in den Kopf und bleibt dort in einer gweissen Weise haften. Gerade das &#8222;nach unten Biegen&#8220; verstehe ich daher nicht. Zumal der Kolben ja auch aufrecht hätte entblättert werden können.</p>
<p>Nicht dass wir uns falsch verstehen. Ich selbst bin ein großer Fan von künstlerisch verfremdeten Fotos. Ich betrachte es als meine künstlerische Aufgabe, eine Welt darzustellen wie sie nicht ist (wenn ich das auch meist in entlarvend (ggf. angedeutet surrealistischer) Weise zu tun pflege. Aber speziell sei ich &#8222;Warphotographer&#8220; von Christian Frei über die Arbeit von James NAchtwey gesehen habe bin ich in Bezug auf Pressefotos erneut stark sensibilisert. Dort wird gezeigt, mit welch zynischer Skrupellosigkeit die Readktion des Stern bestimmte Fotos auswählt, um die Aussage einer geplanten Bildstrecke zu stützen. Dabei wäre es m.E. Aufgabe der Redaktion, die geplanten Aussage in Frage zu stellen, wenn sie nicht ohne zynische Auswahl des Bildmaterials zu stützen ist und dem Leser ein differenziertes Bild an Hand der Unterschiedlichkeit des zur Verfügung stehenden Bildmaterials zu vermitteln. (den Film kanns DU gerne bei mir ausleihene, wenn Du ihn nicht kennst).</p>
<p>Wenn also die industrialisierte Landwirtschaft das Produkt im Ernteprozess nicht mehr sichtbar macht, wäre es m.E. die Aufgabe des Pressefotografen, der das Produkt zeigen will, an die Stelle des Vearbeitungsprozesses zu gehen, an der das Produkt sichtbar wird. Ja, das ist evtl. mühsamer und ja, das Bild wird sicher nicht so romantisch und evtl. nicht so toll werden, wie das Bild, das Du hier präsentierst. Aber es kann eben auch nicht dazu verwendet werden, dem unbedarften Verbraucher ein romantisiertes Bild einer vermeintlich heilen bäuerlichen Welt &#8222;unterzujubeln&#8220;.</p>
<p>Ich selbst stand übrigens vor genau diesem Dilemma, als ich im letzten Jahr die Möglichkeit bekam, einen Blogartikel über eine komplett künstliche Welt &#8211; das Phantasialand in Brühl zu schreiben und zu photographieren. Ich entschied mich damals, dass die Bilder eben genau diese gestellte Künstlichkeit entlarven sollten. Ob sie das taten, muss jeder selbst beurteilen.</p>
<p>herzlichen Gruß<br />
Micha</p>
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		<title>
		Von: Sabienes		</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyropro/nackter-mais-das-gestellte-pressefoto/#comment-47817</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sabienes]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Oct 2015 08:04:54 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://pyrolim.de/?p=7314#comment-47817</guid>

					<description><![CDATA[Ich sag ja: Ein Bild lügt mehr, als tausend Worte! 
LG
Sabiene]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sag ja: Ein Bild lügt mehr, als tausend Worte!<br />
LG<br />
Sabiene</p>
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