Der 60. Geburtstag: Jetzt droht der Seniorenkaffee

Runder Geburtstag: Das ist immer eine Zäsur. Der 30. war für mich ganz schlimm, den 40. habe ich entspannt gesehen, den 50. haben wir groß gefeiert, so dass ich gar nicht zum Nachdenken kam. Jetzt also der 60. Geburtstag. Damit bin ich unweigerlich alt.

Es fühlt sich aber gar nicht so an. Ich fühle mich nicht anders als mit 59 und auch nicht anders als mit 49. Anders als mit 30, ja, aber nicht schlechter. Jedes Alter hat seine Vorteile. Dass jetzt vorne die Zahl 6 steht, kann ich ganz gut verschmerzen.

Der Simca. Ähnlichkeiten mit dem Renault sind rein zufällig.
Mit 18 Jahren und meinem ersten Auto: einem Simca 1000 Rallye 1.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es war, 18 Jahre alt zu werden. Ich stand kurz vor dem Abitur und hatte die ganze Zukunft noch vor mir. Ich habe mich darauf gefreut. Und dann gingen die Jahre ins Land. Es gab ein paar falsche Entscheidungen und viele gute. In der Rückschau gibt es zwei Dekaden, in denen es mir ganz besonders gut ging.

Der große Umbruch

Da war die Zeit zwischen dem 30. und dem 40 Geburtstag. Ein privater und beruflicher Umbruch, die ganz viel Glück im Gepäck hatten. Das Glück, große Reisen zu unternehmen, Reisen nach Ghana, Kamerun und Pakistan, immer auf eigene Faust. Was für Erlebnisse! Aber auch das Glück, den Mann zu finden, mit dem ich seitdem mein Leben teile. Und das ebenso große Glück, ein Kind zu bekommen.

Das Leben plätscherte zwischen 40 und 50 so dahin, wenig Höhepunkte, keine Tiefen. Die zweite großartige Dekade war die zwischen 50 und 60. Ich genieße es, in mir zu ruhen, keinen Moden mehr hinterher laufen zu müssen. Ich habe meinen Stil gefunden, mein Leben eingerichtet, wie es mir gut tut und gefällt. Große und kleine Höhepunkte wechseln sich ab. Es gibt so vieles, was mir Freude macht.

Mit Optimismus in die Zukunft

Darf man mit 60 schon auf sein Leben zurückschauen? Für mich ist es ein guter Blick zurück. Ich habe stets viel Glück gehabt im Leben, bin mit einer stabilen Gesundheit und einem ebenso stabilen Nervenkostüm gesegnet, hatte stets einen Beruf, der mir Freude und Erfüllung gegeben hat, habe nie wirtschaftliche Not gelitten. Es gibt also keinen Grund, diesen runden Geburtstag nicht zufrieden anzunehmen und optimistisch auf die nächsten zehn Jahre zu gucken. Wenn bloß der Seniorenkaffee nicht wäre.

3 Kommentare

  1. Wenn man bedenkt, dass du noch mindestens 6 Jahre und 2 Monate bis zum Erreichen des Rentenalters hast, finde ich den Seniorenkaffee sehr unpassend. Irgendwie ist da in der Gesellschaft was schief gelaufen. Aber die Bahncard gibt es günstiger, das ist angenehm

    1. Genau das mit dem Arbeitsleben und dem Seniorenkaffee habe ich auch in dem oben verlinkten Text geschrieben. Irgendwie ist die Realität bei den Veranstaltern von solchen Treffen noch nicht angekommen.

  2. Moin. Glückwunsch!
    Ähnliche Gedanken hatte ich vor einem Jahr auch. Und ja, ich habe angefangen zurück zu blicken und erfreue mich seitdem immer wieder an meinen Erinnerungen. Dafür sind sie ja da ;)

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