<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	
	>
<channel>
	<title>
	Kommentare zu: Schlichte Sprache, verständliche Sprache	</title>
	<atom:link href="https://pyrolim.de/pyrocontra/schlichte-sprache-verstaendliche-sprache/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/schlichte-sprache-verstaendliche-sprache/</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Thu, 23 May 2019 07:32:51 +0000</lastBuildDate>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>
	<item>
		<title>
		Von: mimenda		</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/schlichte-sprache-verstaendliche-sprache/#comment-76469</link>

		<dc:creator><![CDATA[mimenda]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 May 2019 10:01:16 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://pyrolim.de/?p=9643#comment-76469</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://pyrolim.de/pyrocontra/schlichte-sprache-verstaendliche-sprache/#comment-76452&quot;&gt;Susanne&lt;/a&gt;.

&quot;Manchmal denke ich sogar, die Texte sollen gerade die ausschließend, die nicht zur eigenen Blase gehören.&quot;

Das scheint mir geradezu ein allgemeines Gesetz zu sein, das einerseits darauf fußt, dass man sich nicht in die Karten oder in den Kochtopf schauen lassen will (da könnte ja jeder sehen, wie schlecht das Blatt ist oder dass man auch bloß mit Wasser kocht). Zum anderen geht es gerade unter den Bedingungen des heutigen Wirtschaftens (immer schneller, höher, weiter, &quot;besser&quot; usw.) auch um Herrschaft, die man durch Verklausulierung dessen zu sichern trachtet, was in Wahrheit Sache ist. 

Das Publikum hat sich dieses Prinzip bereits in erheblichem Maße zu eigen gemacht, insofern die Zahl jener offenbar immer größer wird, die nur noch das für bare Münze halten, was sie glauben wollen. Da ist es egal, wie man schreibt, Hauptsache es trifft den Gegner und kühlt das &quot;Wütchen&quot;.

Die Auseinandersetzung abseits der Blasen ist hingegen zu einem Wettstreit auf Talkshow-Niveau verkommen: wenn da mal jemand Tacheles redet (also Machtstrukturen aufzudecken sucht), fällt die Meute über ihn her. Als Beispiel mag hier Herr Kühnert herhalten, der es kürzlich gewagt hat, ein Fragezeichen an die Heilige Kuh des Kapitalismus zu machen, nämlich an das Eigentum. Obwohl es extrem unwahrscheinlich ist, dass seine Ideen eine Mehrheit finden, reagiert die Politikerklasse, als sei sie von einer Tarantelherde gestochen worden.  

Nach meinem Empfinden liegt das Kind längst im Brunnen. Die veröffentlichte Meinung hat wenig mehr zu tun mit der öffentlichen Meinung. Diese sucht sich ihre &quot;Wahrheiten&quot; immer mehr im Internet, jene hat sich weitgehend zum Werbeorgan der Verhältnisse gemacht und genießt daher kaum mehr Autorität. 

Schreiben in diesen Zeiten scheint mir daher sehr vielen Anforderungen zu unterliegen. Die Ästhetik kommt da als erstes - und notwendig (da sie keinen &quot;Mehrwert generiert&quot;) - zu kurz, wobei ich das außerordentlich bedauere, da ich sie nicht für überflüssigen Schmuck halte, sondern für eines der Werkzeuge der Wahrheit.  Aber das ist ein weites Feld...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/schlichte-sprache-verstaendliche-sprache/#comment-76452">Susanne</a>.</p>
<p>&#8222;Manchmal denke ich sogar, die Texte sollen gerade die ausschließend, die nicht zur eigenen Blase gehören.&#8220;</p>
<p>Das scheint mir geradezu ein allgemeines Gesetz zu sein, das einerseits darauf fußt, dass man sich nicht in die Karten oder in den Kochtopf schauen lassen will (da könnte ja jeder sehen, wie schlecht das Blatt ist oder dass man auch bloß mit Wasser kocht). Zum anderen geht es gerade unter den Bedingungen des heutigen Wirtschaftens (immer schneller, höher, weiter, &#8222;besser&#8220; usw.) auch um Herrschaft, die man durch Verklausulierung dessen zu sichern trachtet, was in Wahrheit Sache ist. </p>
<p>Das Publikum hat sich dieses Prinzip bereits in erheblichem Maße zu eigen gemacht, insofern die Zahl jener offenbar immer größer wird, die nur noch das für bare Münze halten, was sie glauben wollen. Da ist es egal, wie man schreibt, Hauptsache es trifft den Gegner und kühlt das &#8222;Wütchen&#8220;.</p>
<p>Die Auseinandersetzung abseits der Blasen ist hingegen zu einem Wettstreit auf Talkshow-Niveau verkommen: wenn da mal jemand Tacheles redet (also Machtstrukturen aufzudecken sucht), fällt die Meute über ihn her. Als Beispiel mag hier Herr Kühnert herhalten, der es kürzlich gewagt hat, ein Fragezeichen an die Heilige Kuh des Kapitalismus zu machen, nämlich an das Eigentum. Obwohl es extrem unwahrscheinlich ist, dass seine Ideen eine Mehrheit finden, reagiert die Politikerklasse, als sei sie von einer Tarantelherde gestochen worden.  </p>
<p>Nach meinem Empfinden liegt das Kind längst im Brunnen. Die veröffentlichte Meinung hat wenig mehr zu tun mit der öffentlichen Meinung. Diese sucht sich ihre &#8222;Wahrheiten&#8220; immer mehr im Internet, jene hat sich weitgehend zum Werbeorgan der Verhältnisse gemacht und genießt daher kaum mehr Autorität. </p>
<p>Schreiben in diesen Zeiten scheint mir daher sehr vielen Anforderungen zu unterliegen. Die Ästhetik kommt da als erstes &#8211; und notwendig (da sie keinen &#8222;Mehrwert generiert&#8220;) &#8211; zu kurz, wobei ich das außerordentlich bedauere, da ich sie nicht für überflüssigen Schmuck halte, sondern für eines der Werkzeuge der Wahrheit.  Aber das ist ein weites Feld&#8230;</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Marenda		</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/schlichte-sprache-verstaendliche-sprache/#comment-76468</link>

		<dc:creator><![CDATA[Marenda]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 May 2019 09:03:07 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://pyrolim.de/?p=9643#comment-76468</guid>

					<description><![CDATA[Kurz, klar, sachlich und sehr, sehr wahr. Deinen Text sollte sich diese &quot;narrative&quot; Person mal verinnerlichen. 
Vergangene Woche hatten wir eine interne Weiterbildung. Da ging es genau auch um solche Sachen. Und als Lokaljournalistin schaut  man eben doch drauf, dass möglichst alle verstehen, um was es geht, ohne überheblich rüberzukommen und so, dass alle den Artikel lesenswert und informativ finden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kurz, klar, sachlich und sehr, sehr wahr. Deinen Text sollte sich diese &#8222;narrative&#8220; Person mal verinnerlichen.<br />
Vergangene Woche hatten wir eine interne Weiterbildung. Da ging es genau auch um solche Sachen. Und als Lokaljournalistin schaut  man eben doch drauf, dass möglichst alle verstehen, um was es geht, ohne überheblich rüberzukommen und so, dass alle den Artikel lesenswert und informativ finden.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Susanne		</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/schlichte-sprache-verstaendliche-sprache/#comment-76452</link>

		<dc:creator><![CDATA[Susanne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 May 2019 15:23:00 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://pyrolim.de/?p=9643#comment-76452</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://pyrolim.de/pyrocontra/schlichte-sprache-verstaendliche-sprache/#comment-76450&quot;&gt;mimenda&lt;/a&gt;.

Ja, in vielem stimme ich Dir zu. Solche Sätze künden tatsächlich von der Arroganz der Autoren. Und natürlich sind Fachtexte etwas anderes als Zeitungstexte. Selbst da darf das Niveau natürlich nicht zu flach sein, deshalb das von mir beschriebene Kunststück, gleichzeitig verständlich, aber auch stilvoll und mit schöner Sprachmelodie zu schreiben. Dass manche selbst das nicht verstehen, weil sie Defizite haben, lässt sich dann nicht ändern. Insofern ist der Spruch vom doofsten Leser nicht ganz ernst zu nehmen. Zumal gerade die wahrscheinlich keine Leser sind.

Speziell den von mir kritisierten Formulierungen werfe ich vor, dass sie von Leuten stammen, die damit argumentieren, also andere überzeugen wollen. Doch gerade dann muss ich doch so schreiben, dass ich die Adressaten nicht abschrecke. Manchmal denke ich sogar, die Texte sollen gerade die ausschließend, die nicht zur eigenen Blase gehören. Ich habe mich dem Thema schon mal gewidmet. https://pyrolim.de/pyropro/das-kauderwelsch-der-feministinnen/]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://pyrolim.de/pyrocontra/schlichte-sprache-verstaendliche-sprache/#comment-76450">mimenda</a>.</p>
<p>Ja, in vielem stimme ich Dir zu. Solche Sätze künden tatsächlich von der Arroganz der Autoren. Und natürlich sind Fachtexte etwas anderes als Zeitungstexte. Selbst da darf das Niveau natürlich nicht zu flach sein, deshalb das von mir beschriebene Kunststück, gleichzeitig verständlich, aber auch stilvoll und mit schöner Sprachmelodie zu schreiben. Dass manche selbst das nicht verstehen, weil sie Defizite haben, lässt sich dann nicht ändern. Insofern ist der Spruch vom doofsten Leser nicht ganz ernst zu nehmen. Zumal gerade die wahrscheinlich keine Leser sind.</p>
<p>Speziell den von mir kritisierten Formulierungen werfe ich vor, dass sie von Leuten stammen, die damit argumentieren, also andere überzeugen wollen. Doch gerade dann muss ich doch so schreiben, dass ich die Adressaten nicht abschrecke. Manchmal denke ich sogar, die Texte sollen gerade die ausschließend, die nicht zur eigenen Blase gehören. Ich habe mich dem Thema schon mal gewidmet. <a href="https://pyrolim.de/pyropro/das-kauderwelsch-der-feministinnen/" rel="ugc">https://pyrolim.de/pyropro/das-kauderwelsch-der-feministinnen/</a></p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: mimenda		</title>
		<link>https://pyrolim.de/pyrocontra/schlichte-sprache-verstaendliche-sprache/#comment-76450</link>

		<dc:creator><![CDATA[mimenda]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 May 2019 10:17:47 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://pyrolim.de/?p=9643#comment-76450</guid>

					<description><![CDATA[Es geht doch bei Texten stets um eine Zielgruppe. Insofern ist es müßig, so schreiben zu wollen, dass es Ottonormalverseucher und Graf Rotz von der Backe verstehen. Was ich deinem Zitat vorhalte, ist die Wichtigtuerei der Autorin, nicht die Fremdwörter. Ihren Satz hätte sie auch ohne Sinnverlust so formulieren können: &quot;Die Verursacher sollten dafür zahlen, denn sie lassen seit Jahrzehnten die Allgemeinheit dafür aufkommen.&quot; 

Wenn es um fremde Wörter ginge und diesen grunddämlichen Anspruch, alle da abholen zu sollen, wo sie (rum)stehen, dann darf man nicht mal &quot;aufkommen&quot; schreiben, um ein zweites &quot;zahlen&quot; zu vermeiden. Denn schließlich kann man sich heute nicht einmal mehr sicher sein, dass Hinz und Kunz &quot;aufkommen&quot; im Sinn von &quot;für etwas zahlen&quot; verstehen. 

Meine Gedanken zu der Misere sind diese: die meisten Menschen haben Defizite (erlaubt, oder?). Die Funkel-, Gaukel- und Glitzerwelt da draußen zwingt sie, diese bloß nicht sichtbar werden zu lassen. Also behängen sie sich mit Attributen (auch wieder son bescheuertes Fremdwort), die sie besser scheinen lassen sollen als sie sind. Dabei ist es unerheblich, ob ein solches Attribut ein fettes Auto, das neuste Handy, ein toll klingender &quot;Job Title&quot; oder halt ein (hoch)geschraubter Stil ist. Es geht bei all dem um Abgrenzung und Selbsterhöhung, wobei ich mich frage, ob da überhaupt von einem &quot;Selbst&quot; zu reden ist, denn diese ach-so-individualistische Welt leidet offenbar vor allem an der Fremdbestimmung, der sie auch durch noch so grandiose Allüren (muss man das auch erklären? :-)) nicht entgeht.

Texte sollen Menschen mitnehmen, am besten natürlich mitreißen (von wegen &quot;abholen&quot;, obwohl wir Deutsche ja in Bezug auf das Mitreißen dunkelste Erfahrungen gemacht haben). Niemals aber kann man es allen rechtmachen und einen jeden ansprechen. Denn wer so redet oder schreibt, dass es alle verstehen, hat nichts zu sagen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es geht doch bei Texten stets um eine Zielgruppe. Insofern ist es müßig, so schreiben zu wollen, dass es Ottonormalverseucher und Graf Rotz von der Backe verstehen. Was ich deinem Zitat vorhalte, ist die Wichtigtuerei der Autorin, nicht die Fremdwörter. Ihren Satz hätte sie auch ohne Sinnverlust so formulieren können: &#8222;Die Verursacher sollten dafür zahlen, denn sie lassen seit Jahrzehnten die Allgemeinheit dafür aufkommen.&#8220; </p>
<p>Wenn es um fremde Wörter ginge und diesen grunddämlichen Anspruch, alle da abholen zu sollen, wo sie (rum)stehen, dann darf man nicht mal &#8222;aufkommen&#8220; schreiben, um ein zweites &#8222;zahlen&#8220; zu vermeiden. Denn schließlich kann man sich heute nicht einmal mehr sicher sein, dass Hinz und Kunz &#8222;aufkommen&#8220; im Sinn von &#8222;für etwas zahlen&#8220; verstehen. </p>
<p>Meine Gedanken zu der Misere sind diese: die meisten Menschen haben Defizite (erlaubt, oder?). Die Funkel-, Gaukel- und Glitzerwelt da draußen zwingt sie, diese bloß nicht sichtbar werden zu lassen. Also behängen sie sich mit Attributen (auch wieder son bescheuertes Fremdwort), die sie besser scheinen lassen sollen als sie sind. Dabei ist es unerheblich, ob ein solches Attribut ein fettes Auto, das neuste Handy, ein toll klingender &#8222;Job Title&#8220; oder halt ein (hoch)geschraubter Stil ist. Es geht bei all dem um Abgrenzung und Selbsterhöhung, wobei ich mich frage, ob da überhaupt von einem &#8222;Selbst&#8220; zu reden ist, denn diese ach-so-individualistische Welt leidet offenbar vor allem an der Fremdbestimmung, der sie auch durch noch so grandiose Allüren (muss man das auch erklären? :-)) nicht entgeht.</p>
<p>Texte sollen Menschen mitnehmen, am besten natürlich mitreißen (von wegen &#8222;abholen&#8220;, obwohl wir Deutsche ja in Bezug auf das Mitreißen dunkelste Erfahrungen gemacht haben). Niemals aber kann man es allen rechtmachen und einen jeden ansprechen. Denn wer so redet oder schreibt, dass es alle verstehen, hat nichts zu sagen!</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
	</channel>
</rss>
