Fru Öttenpötter vertellt: Weidemann fahren

Vergesst Trecker. Eines der wichtigsten Fahrzeuge bei jedem, der mehr als nur hobbymäßig Landwirtschaft betreibt, ist mittlerweile der Weidemann. Gern wird er auch Hoftrac, so die Typenbezeichnung der Firma Weidemann, oder Hoflader genannt. Für mich ist er der Weidemann, weil ich damit über die Weide fahre.

Den Weidemann zu fahren ist nichts für Sensibelchen. Wer täglich damit unterwegs ist, mag über Koppeln und Paddock brettern, mir ist es nicht immer ganz geheuer, wenn sich das Gefährt in Kurven und auf abschüssigem Gelände zur Seite neigt. Die Firma bescheinigt dem Gefährt, laut Bescheibung einem knickgelenkten Radlader, einen niedrigen Schwerpunkt und große Wendigkeit. Trotzdem nehme ich abschüssige Kurven lieber mit wenig Tempo und viel Gefühl.

Schildkröte und Hase

Wobei Gefühl beim Hoftrac fahren so eine Sache ist. Das Gaspedal will schon kräftig betätigt werden, um die Leistung des Tracs zu entfalten. Der bietet zwei Gänge, mehr habe ich bis jetzt jedenfalls nicht gefunden. Je nach Anforderung Schildkröte oderHase. Als Laie würde ich sie definieren als langsam und stark und eher flott. Von schnell kann beim Weidemann nicht die Rede sein. Eher zweitrangig für den gelegentlichen Gebrauch sind für mich Parameter wie die Kipplastberechnung und die Ganzkörpervibration.

Keine Windschutzscheibe und eine Schaufelhalterung vor dem Kopf: Der Blick vom Weidemann-Fahrersitz.

Der Weidemann kann alles und hat für alles ein Gerät, das sich vorne anbauen lässt. Und so hat sich der Hoftrac mittlerweile eine treue Anhängerschaft erobert. Kaum ein Hof bei uns im Dorf, wo keiner steht. Abgesehen davon, dass es ein wichtiges Arbeitsgerät ist, schätzen viele Bauern den Hoftrac sicher auch als schönes Männerspielzeug.

Das Tempotaschentuch unter den Hoftracs

Hoftracs gibt es natürlich auch noch von anderen Herstellern als von Weidemann, etwa von Schäffer, Striegel oder Fuchs. Allerdings ist es bei Weidemann wie bei Tempo-Taschentüchern. Der Firmenname wird synonym zur Ware gebraucht. Nicht nur, weil der Name so schön zur Aufgabe passt, sondern auch, weil die Firma Weidemann den Hoftrac erfunden hat, wie sie selbst jedenfalls behauptet. Das Unternehmen ist eine Tochter der Wacker Neuson Group.

Alles Details, die mich eher weniger interessierten. Ich fahre ab und zu einen Weidemann, dennoch und trotz alles Beteuerungen ist mir das Ding nicht ganz geheuer. Immerhin: Alles, was gefahren werden kann, muss nicht gelaufen werden. Oder geschoben, wenn es darum geht, mehr oder weniger schwere Lasten zu transportieren, etwa beim abäppeln.

Fru Öttenpötter berichtet hier regelmäßig über das Leben auf dem Lande.

Offenlegung: Ich schreibe hier einfach nur über den Weidemann. Ich habe weder etwas dafür bekommen noch Kontakt zur Firma gehabt. Es liegt am Thema, dass hier ein Unternehmen eine Rolle spielt.

Ein Kommentar

  1. Bei uns im Stall ist das der Thaler. Das Fahren überlassen wir jedoch der Hof-/Stallbesitzerin und dem Stallpersonal. Das ist wohl besser für uns alle

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