Fru Öttenpötter vertellt: Weg mit dem Brunnen

Post vom Kreis. Überraschende Post, die uns Kopfzerbrechen bereitet hat. Die Kreisverwaltung schrieb uns völlig richtig, dass wir einen Brunnen im Garten haben. Der sei nun umgehend zurückzubauen, und zwar von einer Fachfirma. Der Rückbau sei bei der Bau- und Umweltverwaltung anzuzeigen, falls nicht, werde die Behörde eine Fachfirma auf unsere Kosten beauftragen.

Ganter "Caesar" planscht immer gern im mit frischem Brunnenwasser gefüllten Teich.
Ganter „Caesar“ planscht immer gern im mit frischem Brunnenwasser gefüllten Teich.

Erst einmal kam der Schock. Was soll das? Der Brunnen ist ein Grundwasserbrunnen und wird von uns eifrig genutzt, für den 2000 Quadratmeter großen Garten, lange Zeit, in der wir Wassergeflügel hielten, für die Tiere. Gerade erst haben wir einen neuen Druckbehälter für den Brunnen im Keller installieren lassen, eine Investition von um die 1000 Euro. Und das soll alles umsonst gewesen sein? Zumal der Brunnen bereits 40 Jahre existiert.

Das Schreiben von der Kreisbehörde klang ziemlich barsch. Die Dame vom Amt schrieb: „Ich habe aufgrund der geänderten Situation deshalb vorgesehen, dass der Brunnen zurückgebaut wird.“ Aha, sie, also eine Einzelperson, hat das vorgesehen.

Begründet wurde die Rückbau-Anordnung damit, dass wir an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen sind, den Brunnen also nicht mehr brauchen. Wie bitte? Sollen wir die Gartenbewässerung über die Wasserleitung erledigen? Bei der Fläche und dem trockenen Sommer, den wir vergangenes Jahr hatten und der sicher nicht der letzte dieser Art war? Außerdem sind wir schon seit Jahrzehnten an die Wasserleitung angeschlossen, und bisher hat es niemanden gejuckt.

Hinzu kommt: Andere Leute lassen sich Brunnen bohren, wir sollen unseren beseitigen. Mal ganz abgesehen von den Kosten, die eine Fachfirma veranschlagen würde. Außerdem brauchen wir nicht mal eine zweite Wasseruhr, weil wir nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen sind. Warum also das Ganze?

Da wir nicht die einzigen sind, die diesen Brief bekommen haben, beschleicht mich ein Verdacht. Alle im Dorf mit einem Brunnen haben dasselbe Schreiben bekommen. Offenbar arbeitet sich die Behörde Dorf für Dorf durch den ganzen Kreis und schreibt alle Brunnenbesitzer mit diesem Ansinnen an. Immerhin gab es noch die Möglichkeit, sich zu äußern.

Am Ende war alles heiße Luft. Sollten wir den Brunnen zur Gartenbewässerung nutzen, mögen wir das bitte mitteilen. Habe ich sofort gemacht, per Mail. Eine Stunde später kam eine Mail zurück. „Sie können Ihren Brunnen behalten.“ Na bitte, geht doch.

Fru Öttenpötter berichtet hier in unregelmäßigen Abständen über das Leben auf dem Lande.

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