gedacht
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Antisemitismus, Rassismus, Feminismus: Die Arroganz der Wissenden
War Wilhelm Busch Antisemit? Darf ich ihn deshalb nicht mögen? Wäre ich auch Antisemitin oder Rassistin, wenn ich vor 100 Jahren gelebt hätte? Darf ich mit meinem heutigen Wissen unseren Ahnen ihre Geisteshaltung vorwerfen? Hätten sie es besser wissen müssen? Und hätte ich es besser gewusst? Fragen, die mir immer wieder durch den Kopf gehen und gerade erst durch Wilhelm Busch neue Nahrung bekommen haben. Sind wir heute, als Wissende, gegenüber unseren Ahnen zu arrogant.
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Wo bleibt das digitale Gedächtnis unseres Lebens?
Ich habe gerade einen Roman mit Rückblenden gelesen. Kriminalfall von heute hängt mit Familienfehde von 1914 zusammen. Am Ende kommen die Ermittler über Tagebücher von damals auf die Spur des Täters. Gleiche Geschichte im Jahr 2114: Der Kommissar kommt mit Hilfe einer alten Festplatte der Familienfehde von 2014 auf die Spur und löst den Fall. Denkbar? Vielleicht. Vielleicht kann dann aber auch niemand mehr eine Festplatte lesen, ihre Daten entschlüsseln. Wo bleibt unser digital gespeichertes Gedächtnis?
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Die alten Säcke, die Jungen und der Platztausch
Ja, ich bin ein alter Sack. Ich sitze seit mittlerweile 26 Jahren auf einer Planstelle in einer deutschen Zeitungsredaktion. Nicht immer auf derselben, aber nach sieben Jahren als Freie in meinen jungen Jahren seitdem fest und angestellt. Ich bin die, die ihren Platz nicht frei macht, den Medienwandel blockiert und den deutschen Journalismus zu Tode aussitzt. Jedenfalls wenn ich dem glaube, was ich manchmal über Journalismus im Netz lese.
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Wie viel Fachsprache darf’s denn sein?
Im Anschluss an meinem letzten Text hier zum Baumkataster hat sich eine kleine Diskussion zum Thema Fachsprache entsponnen. Wie viel Fachausdrücke dürfen in Texten vorkommen, darf man sich darüber lustig machen und haben Fachleute einen Anspruch auf ihre Fachsprache?
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Brauchen Blogartikel Fotos, um erfolgreich zu sein?
Seit einigen Tagen lässt ein Urteil des Landgerichts Köln viele Blogbetreiber hyperventilieren. Es droht mal wieder eine Abmahn-Falle, diesmal geht es um Pixelio-Bilder. Dazu ist an anderer Stelle schon viel geschrieben worden. Ich will in diesem Zusammenhang gerne eine Frage aufwerfen: Braucht ein Blogartikel wirklich Fotos, um Leser anzuziehen und erfolgreich zu sein?
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Lotto – die Sache mit der Gewähr
Nein, Lotto spielen ist nicht gefährlich. Jedenfalls nicht so, wie ich mir das als Kind vorgestellt habe, wenn regelmäßig folgender Satz fiel: „Diese Angaben sind wie immer ohne Gewähr.“ Als Kind kannte ich keine Gewähr, verstand Gewehr und gar nicht, was das mit Zahlen zu tun haben sollte. Inzwischen weiß ich natürlich, dass Gewährleistung gemeint ist und was das ist.
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Wikipedia-Umfrage: Männer und Frauen wie Hund und Katz?
Das kann nicht unwidersprochen bleiben: Anatol Stefanowitsch, der gern und ausgiebig im ungerechten Zorn wider das generische Maskulinum zu Felde zieht, hat sich in einem Beitrag für geschlechtergerechte Sprache im Netzlexikon Wikipedia stark gemacht. Die in dem im Sprachlog erschienenen Artikel „Wikipedia und die starken Männer“ angeführten Argumente sind meiner Meinung nach doch sehr weit hergeholt. Mehr noch: Der Beitrag diskriminiert mich als Frau. Bin ich Hund, bin ich Katze?
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Mit inbrünstiger Begeisterung: Musik und ihre Interpretationsangaben
Musik ist etwas fürs Gemüt. Je nachdem, was der Komponist ausdrücken wollte, löst sie Gefühle in den Menschen aus. Das erfordert aber auch eine richtige Interpretation. Meistens reichen dafür die Tempo- und Dynamikangaben aus, manchmal aber gibt es auch weiterführende Angaben. Und die haben durchaus ihren Reiz über das Musikalische hinaus.
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In Sachen Markus Lanz: Eine Lanze brechen für mehr Anstand
Ich denke schnell, ich spreche schnell, ich schreibe schnell – manche meinen, dass ich schneller schreibe als denke. Ich mag schnell geführte Interviews, den Schlagabtausch zwischen Fragen und Antworten. Nichts nervt mich mehr, als Gespräche, die sich zäh hinziehen und den Zuhörer nicht mitreißen. Deshalb habe ich das Interview, das Markus Lanz mit Ralf Stegner geführt hat, sehr gut gefunden. Lanz hat flott gefragt und oft eingehakt, aber Stegner hat ihm genauso flott Paroli geboten und sich als ebenbürtiger Gesprächspartner erwiesen. Das liegt auch in der Persönlichkeit von Stegner begründet. Auch er denkt schnell und redet schnell.
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Ein etwas bissiger Rückblick: Hater, Zynismus und mehr
Nein, das hier wird kein Jahresrückblick. Es sind einfach nur ein paar Gedanken, die sich mir in den vergangenen Monaten aufgedrängt haben. Die ich aufschreibe, um sie für mich selbst klar im Kopf zu bekommen. Schreiben schärft die Gedanken. Und warum soll ich niemanden an dem teilhaben lassen, was mir durch den Kopf geht? Insofern ist es doch eine Art Ein-paar-Monate-Rückblick.



























