gedacht
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Warum ich mich nicht bei Instagram anmelde
Es muss Schluss sein. Kein neuer Account, keine neue Plattform, Schluss, aus. Ich will nicht mehr. Oder anders gesagt: Was ich tue, will ich richtig machen oder gar nicht. Und deshalb werde ich mich nicht bei Instagram anmelden. Niemals. Und auch sonst nirgendwo mehr.
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Wir Sprachnörgler geben niemals auf
Es ist ein immerwährender Kampf, mein täglich Brot seit Jahren: Ich durchforste Texte auf falsches Deutsch, falsche Bezüge, entschwurbele Schwurbeldeutsch und beseitige Sprachmacken. Bei uns im Journalismus heißt das redigieren, bei anderen Spracharbeitern heißt es anders. Ich jedenfalls tue es, gebe nicht auf in diesem Kampf für gutes und richtiges Deutsch. Niemals. Andere tun es auch nicht. Spracharbeiterinnen dürfen Wörter kneten, müssen sogar. Wir sind die Polizistler der Aufmerksamkeit + Genauigkeit. https://t.co/vtAEPfKfTu — Petra van Cronenburg (@buchfieber) October 12, 2015
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Fluch und Segen des Online-Schreibens
Print macht Probleme, die online nicht kennt. Jeder, der mal für eine Tageszeitung gearbeitet hat, kennt das: Eine Zeitungsseite ist endlich, und alles, was darauf gedruckt werden soll, muss in Form gebracht werden. Das nennt sich Layout, hat zwar wenig Außenwirkung, kann aber mitunter kompliziert sein. Ein Problem, dass sich beim Online-Publizieren nicht stellt. Aber dafür hat das Schreiben fürs Netz andere Tücken.
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C’est kwitsch! Die Kitsch-Freiheit der Hobbyfotografen
Mein französischer Schwager weiß nach mehreren Spaziergängen mit mir in Deutschland ziemlich genau, was Kitsch ist. Jean-Marie hat einen Blick dafür entwickelt und kommentiert annähernd oder eindeutig kitschige Artefakte vom Gartenzwerg bis zu Glitzerschuhen gerne mit dem empörten Ausruf „C’est kwitsch!“ So viel zu seinen Deutschkenntnissen. Bei Durchsicht der für später gesicherten Blogtexte in meinem Feedreader bin ich auf einen Artikel des Fotografiemagazins fokussiert.com gestoßen, der für die Fotografie die Frage stellt „Was ist Kitsch – und wer entscheidet das?“
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Euphemismus-Tretmühle: Wann wird das Wort „Mensch“ negativ besetzt?
Ich hätte es wissen müssen: Unsere Gesellschaft ist so auf Wörter fixiert, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis jemand den Begriff Flüchtling an den Pranger stellt. Es gibt jetzt die Forderung, nicht mehr Flüchtling zu sagen, sondern Mensch auf der Flucht. Eine Wandlung, die bereits der Begriff Behinderter erfahren hat. Immer mehr setzt sich die Bezeichnung Mensch mit Behinderung durch. Diejenigen, die das vertreten, argumentieren, damit sei der Mensch in den Mittelpunkt gerückt, nicht die Behinderung – oder eben die Flucht.
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Unbeantwortet: Was ist falsch an der St.-Marien-Kirche?
In Lübeck und Rostock heißt sie Petrikirche, in Hamburg St. Petri. Dass lässt sich übertragen auf Marienkirche und St. Marien, Michaeliskirche und St. Michaelis und Andreaskirche und St. Andreas. Was nicht geht, ist St.-Petrikirche oder St.-Andreaskirche, auch wenn es immer wieder vorkommt. So habe ich es gelernt und so halte ich es seit Jahrzehnten.
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Kultur ist . . . das ganze pralle Leben
Es ist eine ganz große und doch eine ganz einfach zu beantwortende Frage, die Tanja Praske auf ihrem Blog stellt. „Kultur ist für mich . . . „ hat sie ihre Blogparade zum Kulturbegriff überschrieben. Auf die Blogparade bin ich über den Text gestoßen, den Norman in seinen Notizheften gibt. Seine Antworten kommen meinen ziemlich nahe, auch ich pflege für mich eher einen vielleicht als altbacken verrufenen Kulturbegriff. Aber ich will es doch noch einmal andersherum versuchen.
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Homo-Ehe ist verpönt – aber was ist die Alternative?
Der Volksentscheid in Irland hat das Thema in Deutschland wieder auf die Agenda gesetzt: Gleichgeschlechtliche Partner sollen die Ehe genauso eingehen können wie nicht gleichgeschlechtliche Paare, mit allen Rechten und Pflichten. Damit ist das Wort Homo-Ehe zurück auf die Zeitungsseiten und in die Medien gelangt. Doch es ist angeblich verpönt, soll durch „Ehe für alle“ ersetzt werden. Aber ist das verständlich für alle? Und passt es in eine Schlagzeile?
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Man könnte es auch sein lassen. Warum also fotografieren?
„Warum fotografierst du?“ hat Calvin Hollywood einen seiner mittlerweile seltenen Blogposts überschrieben (seit er nicht mehr täglich schreibt, schreibt er viel besser und tiefsinniger). Eine interessante Frage, die auch in einem Blogpost mit dem Titel „Ich bin nur ein Amateurfotograf“ vom Licht(in)former Michael Gelfert eine Rolle spielt. Es lohnt sich, einen Moment darüber nachzudenken. Warum fotografieren wir also?
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Sozial schwach: Ein schwacher Begriff für ein komplexes Thema
Etwa acht Prozent der deutschen Bevölkerung, so eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, gelten als arm, sozial schwach, asozial, als sogenanntes Prekariat. Egal, wie sehr sich der Staat in Sachen Bildung, Jugend- und Sozialbetreuung bemüht, diese Quote schwankt nur leicht nach oben oder unten, bleibt aber grundsätzlich stabil. Unabhängig davon kommt diese Gruppe häufig in Medienberichten vor. Aber wie soll man sie nennen? Darf man frank und frei sagen, um wen es sich hier handelt, oder müssen beschönigende und damit schonende Begriffe her?























