gedacht
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Kurze Saison der weißen Eier
Nun ist Ostern schon so gut wie vorbei, und flugs haben die weißen Eier ausgedient. Der Deutsche liebt braune Eier, nur einmal im Jahr greifen die meisten zu weißen Eiern. Kurz vor Ostern, wenn die Eier gefärbt oder bemalt werden, erleben weiße Eier ihre Hoch-Zeit. Und damit auch jeder weiß, wofür sie gut sind, steht es sogar auf der Packung.
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Der „Tatort“: deutsche Biotope jenseits des eigenen Kirchturms
Sonntagabend, 20.15 Uhr, „Tatort“-Zeit: Die ganze Familie ist auf dem Sofa versammelt, in Köln jagen Schenk und Ballauf ein durchgeknalltes junge Pärchen. Ein Tatort-Film aus einer mittlerweile Jahrzehnte dauernden Reihe. Dieser Tatort ist aber eher untypisch. Er spielt nur zum Teil in einer heilen Welt aus Designerhäusern, dicken Autos und schönen Menschen. Der größte Teil spielt in der Hochhaus-Siedlung Köln-Porz. Gegensätzlicher können Welten nicht sein.
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Stimmt das falsche Frauenbild doch?
Jüngst an der Supermarkt-Kasse. Während der Wartezeit blickte ich versonnen auf das Zeitschriftenregal an der Seite. Und verstand die Welt nicht mehr. Wer liest das alles? Sind die Interessen von Frauen wirklich so eingeschränkt, wie es die Abteilung „Frauen/Unterhaltung“ vorgaukelt? Beauty, Promis, Kochen und sonst nichts? Das kann doch nicht sein. Ist es aber offenbar doch.
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Wörter als Waffen: wortgewaltige Windkraftgegner
Wer sich mit Sprache beschäftigt, der weiß, dass mit Wörtern Stimmung gemacht wird. Ein sehr schönes Beispiel dafür liefern gerade die Windkraftgegner. Da werden Windräder zu etwas viel schlimmerem.
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Gutmensch – eine gute Wahl
Die 1991 gegründete sprachkritische Aktion „Unwort des Jahres“ hat ihr aktuelles Unwort gekürt: Gutmensch. Ein Wort mit langer Geschichte und eines, dass sehr unterschiedlich verstanden wird und wurde. Als Unwort des Jahres 2015 ist es eine gute Wahl. Als Unwort anderer Jahre wäre es ein schlechtes Wort gewesen. Denn Gutmensch hat eine Wandlung hinter sich.
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Gute Vorsätze: Nur noch Spaghetti aus artgerechter Haltung
Neues Jahr, neue Vorsätze. Ich will besser auf mein Essen achten, Heutzutage muss man als problembewusster Verbraucher sehr genau aufpassen, was auf den Teller kommt. Niemals dürfen Hausfrau oder Hausmann vergessen, was sie mit dem Servieren eines bestimmten Gerichtes anrichten könnten.
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Silvester – Tag des erhobenen Zeigefingers
Morgen ist Silvester. Feiern ist Pflicht, und natürlich wird wieder viel Geld in Form von Feuerwerk in die Luft geschossen. Der letzte Tag des Jahres ist nicht nur der Tag der schönen, aber sinnlosen Knallerei, sondern auch geprägt von erhobenen Zeigefingern. In diesem Jahr noch mehr als sonst.
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Gefunden oder aufgefunden: Ich finde keine Antwort
Aufgefunden ist ein seltsames Wort. Verwendet wird es offenbar nur bei Toten. Wer die Formen des Verbs finden genauer beobachtet, dem wird es auffallen.
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Die Steuer-ID-Post-Verschwörung
Ich sehe eine große Verschwörung zwischen Steueridentifikationsnummer und Deutscher Post. Und die geht so: Zum 1. Januar wollen Banken und die Familiengeldkasse unsere Steuer-ID wissen. Die müssen wir dort angeben, damit wir weiter in den Genuss eines Steuervorteils beziehungsweise einer Zahlung kommen. Passt doch prima, dass wir auf diesem Wege noch unsere alten Briefmarken verbrauchen können, bevor am 1. Januar ein höheres Porto gilt.
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Kein Einsatz für die Weihnachtspolizei
An diesem Wochenende gibt es bei uns bereits etliche Weihnachtsmärkte und Adventsbasare. Dabei ist doch heute erst Toten- oder Ewigkeitssonntag. Über die eiligen Weihnachtsmärkte habe ich mich hier schon einmal aufgeregt. Ich will diese Litanei nicht noch einmal anstimmen. Aber etwas anderes bewegt mich in diesem Zusammenhang. Wie wichtig sind uns Rituale, wie wichtig der strukturierte Jahresablauf, und ist das nicht völlig unmodern und unzeitgemäß?





























