genervt
Alltägliches, das einem das Leben schwer macht
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Die große Gängelmaschine
Erst die Raucher, jetzt die Dicken: Wieder gehen angebliche oder wirkliche Experten daran, andere Menschen zu einem besseren und gesünderen Leben zu verdonnern. Mehr Sport, weniger Essen, und das, was auf den Teller kommt, sollte handverlesen sein. Der stete Tropfen der Appelle und Vorschriften für richtiges und gutes und gesundes Verhalten verfehlt seine Wirkung nicht: Die Gängelei wird zum Volkssport.
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Sprache, die vernebelt
Sperrig, verlogen, geschraubt: Behörden verwenden Wörter, die nicht nur umständlich und kompliziert sind, sondern auch das verbergen, was sie ausdrücken wollen. Wer täglich mit Verwaltungsvorlagen, Tätigkeitsberichten und Mitteilungen von Ämtern zu tun hat, weiß, wovon ich rede. Hier eine kleine Sammlung von Euphemismen, denen ich gnadenlos ihre wahre Bedeutung zukommen lasse. Besonders kreativ ist auf dem Gebiet der Bedeutungsvernebelung die Agentur für Arbeit.
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Fremdschämen für den Bettina-Mob
Ich schäme mich. Ich leide unter extremem Fremdschämen, und der Anfall ist so heftig wie noch nie in meinem Leben. Was bilden sich die Leute eigentlich ein, die meinen, öffentlich jemanden anderen herabwürdigen, niedermachen, in Grund und Boden stampfen zu können? Wo bleibt der Anstand, wo das Mitgefühl für eine Frau, die nur ihren Namen und ihre Reputation schützen will? Warum können sich so viele Menschen nicht mehr einfühlen in die Gefühle anderer? Ich stehe fassungslos und angewidert vor dem Kübel Dreck, der im Internet über Bettina Wulff ausgeschüttet wird. Überlegt sich denn niemand von denen, die da schütten, wie er selbst sich in dieser Situation fühlen würde?
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Facebook – eine Spamschleuder?
Der Blick auf die Blogbesuche hat mir heute gelinde gesagt einen Schock versetzt. Die Zahl der Seitenaufrufe ist exorbitant in die Höhe geschnellt. Schön. Schön? Nix da. Der Blick auf die Spamkommentare hat mich eines besseren belehrt. 98, so viele wie noch nie. Auch Antispam-Bee meldet extrem viele Spammer. Und alle kommen über Facebook, verlinken auf Facebook-Profile mit Nummern statt Namen. Das hatte ich vor einigen Monaten schon einmal. Ist Facebook eine Spamschleuder? Offenbar ja, anders kann ich mir das nicht erklären. Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
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Keine Fotos: Hausverbot beim Großfeuer
Das habe ich in 30 Jahren als Fotoreporterin noch nicht erlebt: Bei einem Großbrand ist das Hausrecht angewendet und mir das weitere Fotografieren beziehungsweise der Aufenthalt am Brandort untersagt worden. „Keine Fotos mehr“ lautete die Ansage einer Frau, die sich später als Hausbesitzerin zu erkennen gab, und jeden weiteren Aufenthalt auf ihrem Grundstück untersagte. Alles Argumentieren half nichts, sie holte sich die Polizei zu Hilfe, die das Hausrecht durchsetzte. Bleibt für mich die Frage: Ist das Hausrecht ein Megarecht, das die Berichterstattung über ein öffentlich relevantes Thema immer und überall ausbremsen kann? Oder muss das Hausrecht in einem solchen Fall hinter dem Grundrecht der Pressefreiheit und der Freiheit der Berichterstattung…
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Zeit für eine Umstellung
Zwei Mal im Jahr kommt sie auf, die Forderung, die Zeit nicht mehr auf Sommer oder Winter umzustellen. Heute Nacht, besser heute morgen, haben wir die Uhren wieder mal umgestellt, und die nächsten zwei bis drei Tage werden hart. Unsere innere Uhr lässt sich nicht so schnell vor drehen. Die tickt sowieso anders, als es Schule und Beruf erfordern. Eine Klage.
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Frauenquote nein danke!
Der Kalauer ist alt, aber deshalb nicht weniger wahr: „Minderheiten wie Ausländer, Aussiedler, Behinderte und Frauen haben, dürfen, sollen . . .“ Obwohl der Anteil der Frauen an der deutschen Bevölkerung bei 51 Prozent liegt, werden sie häufig als unterrepräsentierte Randgruppe gesehen, für die besondere Vorkehrungen getroffen werden müssen: Frauenparkplätze, Frauenförderung, Frauentag (gerade gewesen) und nun auch noch die Frauenquote für große Unternehmen. Schluss damit. Ich will einfach sein, was ich bin. Ein Mensch.
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Deutsch mit Profi’l
Mir sind letztens alte Zeitschriften-Seiten in die Hände gefallen. Ich hatte sie Ende der 70er-, Anfang der 80-er Jahre aufgehoben, weil mir die Fotostrecken und die Texte darauf so gut gefielen (demnächst hier mehr davon). Was mir beim Lesen angenehm aufgefallen ist: Seitenweise wiesen diese Artikel nicht ein einziges Sprachmätzchen auf – keine Binnen-Majuskeln, keine Deppen-Leerzeichen und keine seltsamen Apostroph-Varianten. Wann nur hat die Unsitte, ganz normale Wörter so zu verhunzen, begonnen?
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Jemand Bedarfe für Verkehre?
Es gibt eine Reihe von Begriffen, die seit längerem oder auch seit Kurzem oft im Plural verwendet werden, obwohl sie an sich schon eine gewisse Menge an etwas bezeichnen. Bei einem Begriff bin ich mir selbst nicht im Klaren, ob der Plural wirklich falsch ist, bei anderen bin ich mir sicher. Es geht um Gelder, Bedarfe und Verkehre.
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Entdeckungsreise im Hotelzimmer
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was . . . suchen. Das Übernachten in fremder Leute Zimmer, im Falle des Reisens sind Hotelzimmer gemeint, stellt ungeahnte Anforderungen an die Findigkeit. Nach dem Einchecken oder später am Abend hat der Kurzzeit-Mieter in seinem neuen Domizil etwas zu suchen.


















