Ausgezeichnet: Knebelvertrag für Fotojournalisten ausgetrickst

Jeden Freitag kommt der DJV-Newsletter in mein E-Mail-Postfach. Darin berichtet der Deutsche Journalistenverband darüber, was sich in der Medienszene tut. Ein guter Überblick über die vergangene Woche und oft sehr, sehr interessant. Der jüngste vom Freitag enthielt eine Geschichte, die mir richtig Spaß gemacht hat. Eine kanadische Zeitung hat auf großartige Weise die Forderung nach einem Knebelvertrag für Fotojournalisten ausgetrickst.
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Das gelbe Wasser im Brunnen – ein Motiv, zwei Fotos

Für Fotografen ist es eine Binsenweisheit: Willst du Tropfen sehen, verwende eine kurze Belichtungszeit, friere sie einfach ein. Willst du fließendes Wasser sehen, nimmt eine längere Belichtungszeit, dann verwischen die Tropfen. Das klappt vorzüglich, wie zwei Beispiele, die ich in jüngster Zeit fotografiert habe, zeigen. Die Schwierigkeit war aber in diesem Fall eine andere. Hier erst einmal die Beispielbilder.

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Homo-Ehe ist verpönt – aber was ist die Alternative?

 

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Der Volksentscheid in Irland hat das Thema in Deutschland wieder auf die Agenda gesetzt: Gleichgeschlechtliche Partner sollen die Ehe genauso eingehen können wie nicht gleichgeschlechtliche Paare, mit allen Rechten und Pflichten. Damit ist das Wort Homo-Ehe zurück auf die Zeitungsseiten und in die Medien gelangt. Doch es ist angeblich verpönt, soll durch „Ehe für alle“ ersetzt werden. Aber ist das verständlich für alle? Und passt es in eine Schlagzeile?
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Wer 100 kann, kann auch 30 (Zeilen): kürzen leicht gemacht

„Wer 100 kann, kann auch 30“, lautet ein alter Zeitungsspruch, oder umgekehrt: „Wer 30 kann, kann auch 100.“ Gemeint sind Zeilen, Druckzeilen. Nicht immer kann der Redakteur so lang schreiben, wie er möchte, denn da sei das Layout vor. Spätestens seitdem es Blockumbruch gibt, müssen Inhalt und Zeilenzahl vom Layouter in Übereinstimmung gebracht werden. Da ist es gut, jeden Inhalt auf jede Länge bringen zu können. Manchmal ist es aber auch im Sinne des Textes, ihn zu kürzen.
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Bolzen in B. – Die Kunst, eine Vereins-Pressemitteilung zu schreiben

Eines vorweg: Das hier ist kein Vorwurf und keine Anklage. Es ist nur ein Beispiel. Ein Beispiel dafür, welche Mitteilungen, zumeist von Vereinen, aber auch von lokalen Veranstaltern, täglich in die Lokalredaktionen kommen. Und was am Ende daraus wird, damit es eine richtige Nachricht im Stil einer Nachricht wird, auch wenn die meisten Nachrichten eher Ankündigungen sind und keine wirklichen Nachrichten im Sinne von Neuigkeiten.
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Wie schwer verletzt ist schwer verletzt?

Gerade habe ich hier über den Wert von Unfallopfern geschrieben. Aber wer ist ein Unfallopfer und was bedeutet schwer oder leicht verletzt? Die Polizei unterscheidet Unfälle nach Kategorien, bei denen genau diese Fragen eine Rolle spielen.
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Promovierte Doktoren und doppeltgemoppelte Wissenschaftler

Es gab vor Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, mal einen Leitfaden für Redaktionspraktikanten, ich glaube von der „Drehscheibe“, ich bin mir aber nicht sicher. Darin stand folgender Satz: „Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. Dr. (so ging es noch drei Zeilen weiter) Helmut Kohl lautet die korrekte Bezeichnung für unseren Bundeskanzler.“ Alle Ehrendoktortitel  waren mit drin. Der Satz war deshalb aufgenommen worden, um zu verdeutlichen, warum Doktortitel in der Zeitung grundsätzlich weggelassen werden, es sei denn, es geht um einen Arzt in Ausübung seines Berufes. So habe ich es gelernt, und so ist es schon lange nicht mehr. Was mich zu dieser Exkursion in die Vergangenheit veranlasst, ist aber eine andere Frage im Zusammenhang mit Doktoren aller Art. Nämlich die, ob ein studierter Wirtschaftswissenschaftler eine doppeltgemoppelter Ausdruck ist. Oder anders gefragt: Hat ein Wissenschaftler immer studiert und lässt sich das Wort studiert ersatzlos streichen?
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Wir Aasgeier und Schmeißfliegen: Gedanken zur Katastrophen-Berichterstattung

Gestern war wieder so ein Tag, an dem wir Journalisten uns beschimpfen lassen mussten, weil wir unseren Job gemacht haben. Der Absturz des Fluges 4U9525 mit 150 Menschen an Bord hat den Reflex, über uns herzuziehen, wieder einmal ausgelöst, wie so oft schon. Die, die die Überbringer der Nachricht schlagen, sollten aber wissen, dass es dazu viele Aspekte zu bedenken gibt.
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Verpixeln für Anfänger: Schnurrbärte mit Filzstift

Die Regeln sind eindeutig: Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei haben im Einsatz kein Recht am eigenen Bild. Sie können nicht verweigern, von Pressevertretern fotografiert zu werden, ebenso wenig, wie sie die Veröffentlichung der Fotos verhindern können. Alles kein Problem also, wenn die Presse von Einsätzen berichten will? Grundsätzlich ja. Aber manchmal treibt der angebliche Schutz der Persönlichkeitsrechte schon seltsame Blüten, vor allem, wenn er nicht von der Presse vorgenommen wird.
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Kreativ schreiben unter floskelwolkenlosem Himmel

Was ist eine Floskel? „Als Floskel werden schmückende Ausdrücke, nichtssagende Redensarten sowie unnötige Phrasen bezeichnet“, lautet die Definition, die wortwuchs.net gibt. Die dort angeführten Beispiele treffen nicht ganz das, was sich die Erfinder der Floskelwolke vorgestellt haben. Sie haben unter diesem Titel der Floskel im Sinne von hohler Phrase – schöne Floskel, oder? – den Kampf angesagt. Ein Kampf, der nicht auf allen sprachlichen Feldern zu Recht geführt wird, aber ungemein dazu reizt, in Texten wie diesen mit Floskeln zu spielen.
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