Orgelmann – Visionen des Malers Felix Nussbaum

Er war ein Visionär: Der Maler Felix Nussbaum (1904 – 1944) hat den Schrecken der Konzentrationslager und den millionenfachen Mord an den Juden gemalt, bevor er ihm selbst zum Opfer fiel. Mark Schaevers Buch „Orgelmann“ hat mir Felix Nussbaum nahe gebracht. Ein Buch, das ich beinahe atemlos gelesen habe.
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Die h-moll-Messe und die Sünd der Welt

Ich sitze viel im Auto. Damit es nicht so langweilig wird, höre ich unterwegs Hörbücher. Meistens Krimis. Dabei habe ich einen Fehler entdeckt, einen sachlichen Fehler. Nicht in der Beweiskette, sondern in der Musik, die eine der Hauptfiguren hört: die h-moll-Messe von Johann Sebastian Bach.


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Bachkantate: Darf man den Text verbessern?

Heute ist Sonntag, heute war Gottesdienst, Kantatengottesdienst. Mein St.-Johannes-Chor hatte bei einer Bachkantate auch ein bisschen was zu singen. Nein, mir war ganz und gar nicht langweilig. Dennoch sind mir im Gottesdienst ein paar Gedanken durch den Kopf gegangen. Überlegungen, wie man mit Text umspringen, wie viel Wahnsinn im Bemühen um gerechte Sprache stecken kann und dass Bach ein Realist war.


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Online zu Orten der öffentlichen Kunst

"Die Lesende" von Karlheinz Goedtke vor der Eutiner Landesbibliothek.

Ich war immer fasziniert von der Idee der Kunst am Bau. Viele Kommunalpolitiker haben darauf geschimpft, wenn sie einen bestimmten Anteil der Bausumme, den sie für neue
Schulen, Krankenhäuser oder Verwaltungsgebäude veranschlagt hatten, für Kunst ausgeben mussten. Doch davon profitieren Öffentlichkeit wie Künstler gleichermaßen. Viele dieser Kunstwerke sind jetzt an einem Ort im Netz versammelt.
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Nicht E und nicht U: Der neue Kulturblick (#kultblick) im Feuilleton

Aufführung der Oper Aida auf der Eutiner Freilichtbühne

Kultur kommt von Kultura und das heißt übersetzt Bearbeitung, Pflege oder Ackerbau. So sagt es die Wikipedia. Heißt im weitesten Sinn: Alles, was der Mensch selbst hervorgebracht hat, im Gegensatz zur nicht veränderbaren Natur. Nun wissen wir längst, dass Gewalt, Krieg und Unterdrückung vom Menschen hervorgebracht werden, aber alles andere als Kultur sind, höchstens Unkultur. Auch wissen wir, dass Natur nicht vom Menschen unveränderbar ist. Was ist also heutzutage Kultur und wie ist unser Blick darauf. „Mein Kulturblick“ heißt die #kultblick-Blockparade des Archäologischen Museums Hamburg. Dafür blicke ich mal auf die Kultur, speziell auf die in der Zeitung.
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Dieses eine Foto

Täglich ziehen in unseren diversen Timelines Texte und Fotos an uns vorüber. Selten bleibt etwas hängen, mir geht es jedenfalls so. Es ist eine Art Hintergrundrauschen. Und plötzlich tritt daraus etwas in den Vordergrund, bleibt hängen, lässt aufmerken. Das ist mir gestern mit einem Foto so gegangen. Einem genialen Foto.
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Kurt Moll: Ein Bass, besser als alle Bässe

Wenn Popgrößen sterben, überschwemmen die R.I.P.-Einträge die Timelines bei Twitter und Facebook. Wenn ein Großer der klassischen Musik stirbt, sind die Reaktionen deutlich verhaltener bis kaum spürbar. Vor einigen Tagen ist Kurt Moll gestorben, gestern wurde es bekannt. Nur wenige haben es zur Kenntnis genommen. Dabei war er ein Bass, der besser war als die meisten Bässe. Diese Stimme, zum Niederknien schön.

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Tolle Idee: die #epochederwoche

Mag über Twitter schimpfen, wer will. Aber manchmal erlebt der Kurznachrichtendienst Sternstunden. Eine davon läuft gerade unter der Überschrift „Kunstgeschichte in 140 Zeichen“. Was für eine wunderbare Idee von Anna Heinzl. Dabei beschränkt sie sich nicht auf Kunstgeschichte allein, sondern wirft auch einen Blick auf die anderen Künste, etwa die Musik oder die Literatur. Beispiele gefällig?
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Bin ich zufrieden mit Maria Stuart?

Amazon-Rezensionen sind eine Sache für sich. Vor allem dann, wenn über den Online-Versand Klassiker gekauft werden. Ich hatte bereits beim Bestellen von Schillers „Maria Stuart“ meinen Spaß, jetzt habe ich ihn noch einmal mit der Bewertungsaufforderung.
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Trüffelschwein der Kirchenmusik: Der Notenverlag Dr. J. Butz

Gerade habe ich hier in Interview mit dem Komponisten Michael Porr aus Leverkusen veröffentlicht. Dabei stellte sich mir auch die Frage, wie ein Komponist von heute für seine Werke einen Notenverlag findet. Von dort aus war es kein weiter Weg zum Verlag Dr. J. Butz in Bonn. Warum also nicht dessen Chef auch noch ein paar Fragen zu diesem Thema stellen?. Verlagsleiter Hans-Peter Bähr (50) hat sie mir ausführlich beantwortet.
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