Kamerahaltung: Bist du Linksdreher oder Rechtsdreher?

Blogs zu lesen, verschafft einem manchmal Einsichten, auf die man auch selbst hätte kommen können. Unabhängig voneinander haben der People- und Fashionfotograf Michael Gelfert und der Photoshop- und Fototrainer Calvin Hollywood sich des Themas Kamerahaltung angenommen. Der eine mit Schwerpunkt auf das Hochformat, der andere auf verwacklungsfreies Fotografieren mit langen Belichtungszeiten. Beide zeigen falsche oder ungünstige Kamerhaltungen und bessere. Anlass für mich, mich selbst mal kritisch zu beobachten.

Thema Hochformat: Ein nach meinem Eindruck von Hobbyfotografen, auch von ambitionierten, häufig vernachlässigtes Thema. Irgendwie gerät dieses Format fast völlig aus dem Fokus. Ich weiß nicht, ob das früher anders war (da fehlte mangels Internet der Überblick). Ich kann es mir heute ein bisschen damit erklären, dass Hochformate bei Online-Fotogemeinschaften und anderen Präsentationen im Internet nicht so gut wirken wie Querformate und oft auch im Vorschaubild oben und unten abgechnitten werden. Auch in der Zeitungsfotografie sind Hochformate eher selten, quer passt einfach besser ins Layout. In den Lübecker Nachrichten sind vor allem sogenannte Schlitzoptiken gefragt – tragende Fotos, die sich ganz flach schneiden lassen. Das Headerfoto in diesem Blog ist ein schönes Beispiel dafür. Es war mal ein Titelfoto, eines, auf das ich heute noch stolz bin.

Was aber, wenn es doch mal ein Hochformat sein soll oder muss, weil es das Motiv einfach hergibt? Wie dann die Kamera halten? Michael hat es in zwei Blogartikeln wunderbar dargelegt, wie die richtige Kamerahaltung und wie die falsche aussieht. Das hat mich darauf gestoßen, mal meine eigene Kamerahaltung im Hochformat genauer unter die Lupe zu nehmen. Und siehe da, ich mache es genauso wie Michael es als richtig empfiehlt.

Ich lasse die Fotos nie in der Kamera drehen. Ich drehe erst bei der Bearbeitung. Und immer, wirklich immer, muss ich das Bild gegen den Uhrzeigersinn, also nach links drehen. Linksdreher halten die Kamera im Hochformat genau richtig. Bist du Rechtsdreher, machst du zwar nichts falsch, verbiegst dich aber, und das sieht man dann vielleicht auch am Bild. Ich habe vor dem Schreiben dieses Textes mit der Kamera vor dem Bildschirm gesessen und die beiden von Michael dargelegten Haltungen ausprobiert. Bei der Rechtsdreher-Haltung habe ich mich gefühlt, als müsste ich als Rechtshänder mit links schreiben. Um das Drehen nach links und rechts geht es übrigens auch bei der Kamerahaltung im Hochformat. Die richtige Haltung findet, wer die Kamera nach links dreht.

Dreh1

Kamerahaltung ist aber mehr, als nur Linksdreher oder Rechtsdreher zu sein. Das zeigt Calvin Hollywood sehr schön ein diesem Video. Der Mann, dessen Daumenhaltung mir gar nicht gefällt – hochgereckter Daumen ist nicht so meins, aber das weiß er ja -, hat es in Sachen Kamerahaltung drauf. Gerade bei längeren Belichtungszeiten, wenn die Gefahr des Verwackelns groß ist, sind seine Tipps sehr wertvoll. So mit der Kamera zu kuscheln, wie er es macht, das habe ich bisher nicht ausprobiert. Ich meine die Szene, bei der er das Objektiv auf den angewinkelten Arm legt. Vieles andere kenne und mache ich natürlich, aber die Sache mit den Ellenbogen war mir neu.

Allerdings hat Calvin das Video im sommerlichen Schottland gedreht. Ich brauche die langen Belichtungszeiten aus der Hand meistens im bitterkalten norddeutschen Winter, also in der dunklen Jahreszeit. Da ich eine fürchterliche Frostbeule bin, nützen alle Tipps leider gar nichts. Vor lauter Zittern ob der Kälte kriege ich die Kamera sowieso nicht ruhig gehalten – ob im Hoch- oder Querformat. Den ultimativen Tipp, wie sich das Kältezittern unterdrücken lässt, habe ich bisher noch nicht gefunden. Da hilft nur, den Fotoapparat aufzulegen oder ein Stativ zu benutzen.

Und ihr? Seid ihr Linksdreher oder Rechtsdreher und kuschelt ihr manchmal mit der Kamera?

5 Kommentare

  1. Ich habe an meinen Kameras immer einen Batterie- und Hochformatgriff, sprich: Die Kamera liegt immer satt und man hat die Haupt-Bedienelemente gedoppelt und daher immer an derselben Position.

    1. So ein Griff hilft natürlich sehr, die Kamera gut zu halten. Unabhängig davon plädiere ich dennoch fürs Linksdrehen. Andersherum fühlt es sich einfach falsch an. Aber das ist meine persönliche Meinung und gilt vielleicht nur für Rechtshänder.

      1. Ich wollt grad sagen: Ist das nicht davon abhängig ob man selbst Links- oder Rechtshänder ist und ist es nicht total egal wie rum man dreht, Hauptsache man ist mit dem Ergebnis zufrieden?

        Ich habe da eher ein ganz anderes Problem: Bei mir sind die Bilder im Querformat teilweise schief, so dass man das Gefühl hat, der Inhalt rutscht zur Seite weg. Hast du da auch ein paar Tipps auf Lager?

  2. Hallo Jasmin, das scheint ein typisches Digikam-Problem zu sein, kommt immer wieder vor. Da läuft schon mal die Ostsee aus. Ich rücke solche Bilder mit PS gerade. Vielleicht wissen ja die Experten, die hier vorbeischauen, ob man das Problem an der Kamera beheben kann.

  3. Hallo Susanne, ich bin ein ebenfalls Linksdreher.
    Man kommt hat besser an die Knöpfe !
    Aber Hochformat wird dank Smartphones ja auch noch unterstützt, nicht jeder hält sein Handy schräg wenn er nen Foto macht viele lassen es einfach hochkant.

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