Das Deppenzeichen der Intellektuellen

Kürzlich – wie man sieht ein paar Tage vor Ostern – landete eine Mail aus Bregenz in meinem Postfach. „Bregenzer Garten.Kultur.Tage starten zu Ostern“ wurde dort angekündigt. Mal abgesehen davon,  dass ich nicht für die Reiseredaktion arbeite, Bregenz am anderen Ende der Republik liegt und damit auch nicht  im Erscheinungsgebiet der Lübecker Nachrichten, enthält die Mail für mich außer der Auswahl der falschen Adressaten noch ein anderes Ärgernis: ein neues Deppenzeichen.

Über das Deppen-Apostroph, das Deppen-Leerzeichen und die Binnenmajuskel habe ich mich hier ja schon hinreichend ausgelassen und geärgert. Dass die Kirchengemeinde meines Herzens am Sonntag  ihr KirchenFORUM einweiht, muss ich notgedrungen schlucken. Ich war an der Entscheidung über diese Schreibweise nicht beteiligt. Nun sehe zunehmend ein neues Deppenzeichen auftauchen, das ich für mich als Deppenzeichen der Intellektuellen bezeichne, weil es noch selten ist und den Hauch des Neuen, Besonderen hat: der Deppenpunkt. Statt eines Kopplungsstriches scheint es zunehmen schick oder „stylisch“ – auch so ein schreckliches Wort – zu sein, einen Punkt zu setzen. Siehe Bregenzer Garten.Kultur.Tage. Merke: Der letzte Punkt ist ein Satzzeichen, die restlichen sind die Deppenzeichen.

Die Bregenzer sind übrigens ziemlich kreativ, was krause Schreibweisen angeht. Das zeigen die beiden Screenshots von der aktuellen Startseite.

 

 

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