Besuch am Abend

Üblicherweise hängen sie am Horizont, schweben am Abendhimmel dahin, irgendwo weit weg: Heißluftballons, selten schön, weil mit Werbung beschriftet, aber doch immer faszinierend. Um wie viel faszinierender sind sie aus der Nähe. Glück hat, wer hinterm Haus einen Acker hat, der sich als Landeplatz anbietet. Dass der Ballon landen will, ist zunächst nicht offensichtlich. Als sei er gestrandet, hängt er mit dem Korb in der Ackerfurche, die geblähte Seide rund und  schön am Abendhimmel. Noch einmal und noch einmal gibt der Kapitän Feuer, strömt Gas in die Hülle, denkt der Beobachter, das Gefährt wolle abheben, könne es aber nicht. Und dann senkt sich der bunte Ballon langsam zu Boden. Ein Mann springt aus dem Korb, greift eine Leine, zieht, zieht, und die Seide fällt auf die Seite und in sich zusammen. Die Landung ist geglückt. Nun noch ein Anruf beim Begleitfahrzeug, Position durchgeben, dann einer beim Landwirt, dem der Acker gehört, falls es Schäden gegeben hat. Und keine halbe Stunde später sind Ballon und Korb im Hänger verstaut. Der Acker liegt wieder da, als wäre nichts geschehen.

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