PS-Speicher Einbeck: Streifzug durch die Geschichte der Mobilität

Das ist nicht nur ein Männer-Traum: In Einbeck hat ein Motorrad- und Autosammler seine Fahrzeuge aus mehr als 100 Jahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der PS-Speicher ist nicht nur ein ungewöhnliches Bauwerk, sondern beherbergt auch eine sehenswerte, liebevoll gestaltete Ausstellung. Sie dokumentiert den europäischen Traum – vom Zweirad zum eigenen Auto.

PS-Speicher Einbeck Geschcihte der Mobilität

Der Kaufmann Karl-Heinz Rehkopf hat nicht nur die gemeinnützige Stiftung Kornhaus gegründet, sondern auch Idee und Initiative für dieses Projekt entwickelt. Außerdem brachte er seine Sammlung deutscher Motorräder in die Stiftung ein. Der historische Kornspeicher wurde restauriert und durch moderne Anbauten erweitert. Entstanden ist so ein einzigartiges Gebäude, das eine einzigartige Sammlung beherbergt.

Die Eckdaten

5000 Quadratmeter Ausstellungsfläche
6 Etagen
350 Exponate

Zunächst geht es mit dem Fahrstuhl in die sechste Etage und von dort abwärts immer weiter in Richtung heutiges Automobil und heutiges Motorrad. Den Anfang machen die Fahrräder, beginnend mit der Draisine, und bald tauchen die ersten Motorräder und die ersten Automobile auf. Wer eine Führung mitmacht, hört, wie gefährlich das Fahren damals noch war, unter anderem wegen offener Flammen bei der Zündung, und dass mancher Motorradfahrer schnell einen heißen Hintern bekam.

Überzeugendes Museumskonzept

Aber auch ohne Führung bleibt der Besucher nicht ahnungslos vor den Exponaten stehen. Alle sind ausführlich erklärt, das Museumskonzept überzeugt genauso wie die Gestaltung der einzelnen Räume. Stets den Zeiten angemessen, in denen die Fahrzeuge entwickelt, gebaut, verkauft und gefahren wurden. So steht das Prachtstück der Ausstellung, ein Horch vom Typ 350, vor dem großen Foto einer historischen Straße der 1920er-Jahre, die Wehrmachtfahrzeuge des zweiten Weltkriegs vor der Kulisse brennender Städten und die Campingbusse der 1970er-Jahre im Grünen. Neben den 50er-Jahre-Autos steht eine Milchbar, neben den 1980er-Jahre-Motorrädern eine Disco. Überall spürt der Besucher, welche Gedanken und welche Mühe sich die Ausstellungsmacher gemacht haben.

Erinnerungen für jede Altersgruppe

Doch der PS-Speicher ist mehr als nur eine Ausstellung. Er ist ein Ort der Erinnerung. Natürlich wird kaum noch ein Besucher dabei sein, der selbst einen Horch gefahren hat oder ein Kommissbrot. Aber der eine oder andere dürfte sein erstes eigenes Auto oder Motorrad entdecken, entweder in der Ausstellung selbst oder in der Sonderschau mit Klein- und Kleinstwagen der Wirtschaftswunderzeit. Ganz hinten steht eine Ente, so eine hatte ich auch mal. Mein allererstes Auto, einen Simca 1000 Rallye 1 habe ich aber leider nicht gefunden. Gesehen habe ich jedoch die Kleinkrafträder, etwa von Zündapp, die die tollen Jungs fuhren, die ich als Teenagerin angehimmelt habe.

Fazit

Eine tolle Ausstellung, nicht nur für Autofans. Es gibt unendlich viel zu sehen und zu entdecken, und es macht Spaß, durch die Geschichte der Mobilität zu schlendern. Für meinen Geschmack haben die Motorräder zwar ein großes Übergewicht, aber das mag anderen gerade gut gefallen. Außerdem ist der PS-Speicher ein Eldorado für Fotografen. Das Fotografieren ist erlaubt, und es macht Spaß, weil es so viele wunderbare Details und so schöne alte Fahrzeuge gibt, Motive satt also.

2 Kommentare

  1. Nur schade, liebe Susanne, dass Einbeck für einen Kurztripp etwas zu weit vom Niederrhein entfernt ist. Und das Schlimme ist, dass Du mir mit Deinem interessant erzählten Beitrag und Deinen Fotos auch noch den „Mund wässrig“ gemacht hast. Eines Tages …. Autos und Motorräder, abtauchen in die Welt der eigenen Erinnerungen, und dazu noch der Leidenschaft Fotografie frönen können – Herz was willst Du mehr.

    1. Lieber Werner,
      leider ist es mit vielen schönen Fotomotiven und schönen Ausflugszielen so, dass sie so weit weg liegen. Wo wäre ich nicht schon überall gewesen, wenn die vielen Kilometer nicht wären.
      Liebe Grüße, Susanne

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