Pyrolirium

Aus Mutters Fotoalbum: Die wahre Schwarzweiß-Fotografie

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Schwarzweiß-Fotografie liegt im Trend. Gerade wenn Fotos einen künstlerischen Anstrich bekommen sollen, wählen viele Fotografen Schwarzweiß. Aber sogar in der Hochzeitsfotografie entdeckt man immer wieder Schwarzweiß-Bilder. Möglicherweise ein Umkehrschluss nach einigen Jahrzehnten Farbfotografie. Ich bin kein großer Fan von heutigen Schwarzweiß-Fotos. Alte dagegen mag ich sehr.

Ich habe jüngst in den Fotoalben meiner Mutter herumgestöbert. Zwei im Querformat eingebundene Bücher mit altmodischen Fotoecken, in denen wahre Schätze stecken. Echte Schwarzweiß-Fotos aus einer Zeit, als sich nur ganz wenige Leute Farbfilme leisten konnten oder sie noch gar nicht auf dem Markt waren. Für mich die wahren Schwarzweiß-Fotos. Was mich aber besonders erstaunt, ist die Qualität dieser Bilder. Nicht die der Schwarzweiß-Widergabe, die ist bei manchen Bildern nicht sehr gut. Aber die Art, wie die Motive aufgenommen wurden. Man darf nicht vergessen, dass alle Fotografen dieser Bilder – mit zwei Ausnahmen – Laien waren, Hobbyfotografen, mit Kameras, die nichts mit denen von heute zu tun haben. Keine automatische Belichtungsmessung, kein Autofokus.

Und noch etwas muss man bedenken: Es gab kein Interent, aus dem sich Fotografie-Tipps ziehen ließen. Kein Internet, in dem man beim Bildergucken Anregungen bekam oder Ideen entdeckte, die man selbst umsetzen konnte. Die Familie meiner Mutter hatte einen Bauernhof, da spielten auch Bücher keine große Rolle. Und trotzdem sind den Fotografen Fotos gelungen, die mich heute begeistern. Zugegeben, die Motive waren auch nicht ganz schlecht: ländliche Reitturniere und alte Mütterchen wie aus dem Bilderbuch. Dass das eine oder andere Motiv fürs Foto arrangiert wurde, ist auch nicht zu übersehen. Das alles macht die Fotos für mich zu mehr als reinen Zeugnissen von Familiengeschichte. Aber seht selbst:

Mein Onkel Willi, Jahrgang 1929, im Kleinkindalter.

Mein Onkel Willi, Jahrgang 1929, im Kleinkindalter.

Meine Mutter als Kleinkind.

Meine Mutter, Jahrgang 1935, als Kleinkind.

Dit Tante aus der Nachbarschaft: ländliche Szene, arrangiert in den 1930er-Jahren.

Die Tante aus der Nachbarschaft, 1930er-Jahre.

Mein Lieblingsfoto: Ein kleiner Buttscher auf einem großen Pferd.

Mein Lieblingsfoto: Ein kleiner Buttscher auf einem großen Pferd.

Fahrturnier im Park von Kloster Corvey (1950er-Jahre).

Fahrturnier im Park von Kloster Corvey (1950er-Jahre). Foto: Guido Wedding

Mein Onkel Willi im Park von Kloster Corvey.

Mein Onkel Willi im Park von Kloster Corvey, vermutlich ebenfalls von Guido Wedding.

Meine Mutter auf Adele. Foto aus den 1950er-Jahren.

Meine Mutter auf Adele. Foto aus den 1950er-Jahren.

Mein Großvater Karl - ein Bild, das ich sehr mag.

Mein Großvater Karl – ein Bild, das ich sehr mag.

Autor: Susanne

Susanne Peyronnet *1960 Wurzeln in Niedersachsen Leben in Schleswig-Holstein Redakteurin seit 1981 Hobbys: Reisen, Lesen, Reiten Musik: Klassik, Klassik, Klassik (Ausnahme Kammermusik) Länder: Deutschland, Frankreich

2 Kommentare

  1. Das Foto von der Tante aus der Nachbarschaft hat mich sehr berührt!
    Die Fotografen von damals mussten direkt ein bisschen was über Optik und Technik lernen. Mein Vater hat auch so fotografiert und selbst entwickelt. Ich habe den höchsten Respekt vor solchem Können.
    LG
    Sabienes

    • Liebe Sabienes,
      da hast Du Recht, damals war Fotografie noch deutlich schwieriger als heute. Umso mehr hat mich die Qualität der Bilder erstaunt, zumal sie fast alle von Laien sind. Die Nachbarin gefällt mir auch gut, man sieht deutlich, dass für das Bild alles arrangiert wurde. Übrigens soll die Frau gar nicht so nett gewesen sein, wie sie aussieht. Erzählt jedenfalls meine Mutter.

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