Ahnen in Öl - vom Foto zum eigenen Familienmuseum

Ahnen in Öl – vom Foto zum eigenen Familienmuseum

Ich habe Ahnen. Das ist nichts Besonderes, wer hat die nicht. Ich habe aber sogar eine Ahnengalerie. Nur habe ich sie nicht selber und werde sie nie haben. Denn was bei den britischen Royals mittlerweile gilt, gilt in unserer Familie nicht. Es gibt keine weibliche Thronfolge, und so wird mein Bruder, dritter in der Kinderreihe, aber ältester Junge, die Ahnen eines Tages bei sich aufhängen dürfen. Ich werde mich mit Fotos bescheiden müssen. Oder mir meine Ahnenbilder auf Leinwand ziehen lassen müssen. Das geht heutzutage wie bei einem echten Olgemälde, mit Keilrahmen und allem Drum und Dran.

Aber noch einmal ganz von vorne: Meine Familie verfügt nicht nur über einen nachweisbaren Stammbaum, der bis zum 30-jährigen Krieg zurückreicht. Die Ahnenreihe ist auch mit diversen Ölbildern belegt, die sich im Besitz meines Vaters befinden. Er ist auch nicht das älteste Kind, aber der älteste Sohn seiner Eltern und meiner Großeltern.

Die Ölbilder der Ahnen werden von Generation zu Generation weitergegeben. Sie sind nicht nur sehr hochwertige Gemälde – das haben Expertisen belegt -, sondern auch Zeitzeugen hinsichtlich Mode und Haartracht. So haben sich Generationen von Familienmitgliedern gefragt, ob wohl die Haarrollen der Dame auf dem ältesten der vorhandenen Ölporträts echt waren oder aus Haarteilen bestanden. Hier ist die Matrone mit ihrem Gemahl.

Christiane Sophie (1778-1856), Mutter von 13 Kindern
Christiane Sophie (1778-1856), Mutter von 13 Kindern
Carl Christian Wilhelm (1771-1850) Schulrektor
Carl Christian Wilhelm (1771-1850) Schulrektor

Eine Generation später waren die Mode und die Haarmode deutlich schlichter. Die Dame auf dem Bild ist die Ur-Ur-Ur-Großmutter meiner Tochter, und es gibt Menschen, die behaupten, die beiden sähen sich durchaus ähnlich. Ich finde, die Frau auf dem Gemälde ist sehr schön, auf eine stille und schlichte Art.

Emilie Mathilde, genannt Marie (1827-1906), Mutter von zehn Kindern
Emilie Mathilde, genannt Marie (1827-1906), Mutter von zehn Kindern
Veit Eduard (1810-1884), Lehrer
Veit Eduard (1810-1884), Lehrer

Von ihrem Sohn existiert ebenfalls ein Ölgemälde, allerdings nicht von dessen Frau. Das Bild, das ich sehr mag, ist jedoch nur ein Platzhalter. Und das kam so. Der Mann auf dem Bild, der sogenannte Curt-Opa, hatte sich in Dresden, wo er lebte, von einem bekannten Maler malen lassen. Für die Sitzungen im Atelier des Künstlers machte er sich jedes Mal fein, kämmte den mächtigen Bart und die Haare und zog sich seinen besten Anzug an.

Das Gemälde war längst vollendet, da wurde der Curt-Opa auf der Straße von einem jungen Maler angesprochen. Der Künstler sagte, er würde so gern den Charakterkopf vom Curt-Opa malen, er müsse nachher das Bild auch nicht kaufen. Es gehe ihm nur um das Motiv. Der Curt-Opa ließ sich herab, noch einmal Modell zu sitzen. Allerdings im Alltagsanzug und so, wie er gerade war. Als das zweite Gemälde fertig war, überredete der Maler die Alma-Oma, die Frau vom Curt-Opa, das Gemälde doch zu kaufen. Das erste Bild mit dem fein gemachten Curt-Opa trug den Beinamen „der Geheimrat“, das zweite von dem jungen Maler den Beinamen „der Oberförster“.

Der Oberförster: Curt (1867-1955), Eisenbahnobersekretär
Der Oberförster: Curt (1867-1955), Eisenbahnobersekretär

Am Tag vor der Bombennacht von Dresden im Februar 1945 entschloss sich die Familie, die Gemälde in einen Vorort auszulagern. Da aber nicht alle Bilder in der Straßenbahn mitgenommen werden konnten, wurde nur ein Teil in Sicherheit gebracht. „Der Geheimrat“ blieb zurück und verbrannte im Feuersturm von Dresden. „Der Oberförster“ blieb erhalten.

Christian Gottlob (1715-1781), Bankherr, Foto auf Leinwand
Christian Gottlob (1715-1781), Bankherr, der Mann mit dem roten Turban (Foto auf Leinwand).

Und dann ist da noch der Mann mit dem roten Turban. Der gehört nicht in die direkte Ahnenlinie, sondern in die reiche Nebenlinie von Bankherren aus Leipzig. Das Bild, ein wunderbares Beispiel barocker Porträtmalerei, hängt in einem Museum. Das Exemplar, das der Ahnenreihe im Haus meines Vater einverleibt wurde, steht dem Original jedoch beim Ansehen in fast nichts nach. Das Gemälde wurde fachkundig fotografiert und auf Fotoleinwand gedruckt.

Und so werde ich es auch halten. Ich werde meine Ahnen, die nie bei mir hängen werden, auf Fotoleinwand aufziehen lassen. Nicht ganz die Originale, aber doch sehr nahe dran, wie der Mann mit dem roten Turban im Hause meiner Eltern belegt. Bilder auf Leinwand – eine gute Alternative für ältere Töchter und alle, die sich ihre private Ahnengalerie an die Wand hängen möchten.

Es müssen übrigens nicht immer Ahnen sein, die auf Leinwand gezogen werden. Ich habe mich wegen der Familienbilder ein bisschen mit dem Thema befasst. Jede Art von Kunst, ob modern oder historisch, lässt sich so per Foto in hochwertigen Wandschmuck umwandeln. Der Druck auf Leinwand lässt vergessen, dass sich dahinter nur ein Foto verbirgt. Das Ergebnis ist eine sehr persönliche Wanddekoration. So kommen die eigenen besten Fotos gut zur Geltung, anstatt im Rechner oder im Fotoalbum zu versauern.

Dass immer mehr Menschen diese Art der persönlichen Fotonutzung schätzen, belegen Zahlen. Laut Heise-Foto soll der Markt dieser Fotoprodukte im Jahr 2014 weltweit um 23 Prozent wachsen.

Es muss nur gut gemacht sein, sonst habe ich nachher keine Freude daran. Dafür ist einiges an Vorarbeit des Fotografen notwendig. Genaueres steht hier. Damit das Bild nachher auch wirklich wie ein Gemälde aussieht und nicht irgendetwas im Bild die Freude daran stört. Wer es ganz künstlerisch mag, der verwandelt sein Foto vor dem Drucken auf Leinwand per Photoshop in ein Gemälde. Wie es geht, steht hier.

(Dies ist ein geförderter Beitrag)

Ahnen in Öl - vom Foto zum eigenen Familienmuseum

2 Kommentare

  1. Hallo Susanne,
    zuerst einmal Dank für Deinen Besuch und Deinen lb. Kommentar bei mir, was selbstverständlich einen Gegenbesuch verursachte! ;-)
    Ich habe auch schon ein Foto von mir auf Leinwand drucken lassen und bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Nein, keine ehren-und/oder ruhmvolle Ahnin, einfach ein Foto, das mir besonders geeignet schien.
    Ich gebe Dir völlig recht, auf die Auswahl kommt es an. Nicht jedes Bild eignet sich und (es ist ja auch nicht ganz billig) man sollte schon sorgfältig Motiv und späteren Platz ebenso auswählen.
    Komm gut durch die heißen Tage,
    ♥lichst moni

  2. Hallo Moni,
    natürlich sollte ein Leinwandbild nur den besten Fotos vorbehalten sein, das sehe ich genauso. Aber dann ist es ein toller Wandschmuck – nicht nur für Ahnen. Ich finde es toll, dass es diese Möglichkeit heute überhaupt gibt.

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