Schietwetter oder die Kunst, ein Fotomotiv zu finden

Draußen pladdert unablässig der Regen aufs Land. Es ist seit Tagen trüb und grau. Die Vegetation sieht genauso traurig aus wie die Wegesränder. Fotomotive im Freien? Fehlanzeige. Was bleibt? Mit der Kamera durch die eigenen vier Wände ziehen.

Omas Tischkultur

Ich bin normalerweise draußen mit der Kamera unterwegs. Beruflich sowieso, da fotografiere ich vor allem Motive, auf denen Menschen zu sehen sind. Für Fotonetzwerke wie Flickr sind die natürlich nicht geeignet, das scheitert schon daran, dass ich den meisten Menschen kaum erklären kann, was das ist, um ihr Einverständnis einzuholen. Das funktioniert nur ganz selten und ist oft lediglich mit viel Hin- und Hergemaile zu machen. Auch wenn ein Motiv wie die Wurst werfende Frau in Fotonetzwerken gut ankäme, ist mir das doch zu mühsam.

Auf der Suche nach guten Fotomotiven bleiben da nur Landschaft, Natur und Architektur. Es lebe die Panoramafreiheit. Bei Dauerregen und Wintergrau fällt diese Möglichkeit allerdings aus, von einigen Ausnahmen mal abgesehen.

Regentag
Manchmal gibt sogar Dauerregen ein gutes Motiv ab, aber das ist selten.

Was also tun, wenn einen an solchen Tagen die Fotografierlust überkommt. Kamera nehmen und durchs Haus streifen. Und dann das beste daraus machen. Ich besitze kein Studio, keine spezielle Beleuchtungstechnik, um Alltagsgegenstände ins rechte Licht zu rücken. Ich muss nehmen, was da ist. Es findet sich immer etwas, was sich in Pose setzen lässt, auch wenn es oft ein paar Versuche braucht, bis mir das Bild gefällt.

Immer dankbar sind Musikinstrumente. Ich spiele Querflöte. Die zeigt was her. Glänzend mit vielen Klappen, da lässt sich doch fotografisch etwas draus machen. So vielleicht?

Querflöte

Die Küche ist auch immer ein guter Anlaufpunkt, wenn es um Fotomotive geht. Vor allem, wenn dort gerade gekocht wird. Gemüse ist besonders dankbar, knackig und bunt.

Gemüse

Ebenfalls immer wieder lohnend ist ein Griff ins Bücherregal. Vor allem, wenn dort alte Bücher stehen, vielleicht sogar mit Lesebändchen. Hier war es ein Gesangbuch aus den 1910-er Jahren, das mir gute Dienste als Modell geleistet hat. Ich musste ein bisschen herumprobieren, dann präsentierte es sich so, wie ich es haben wollte.

Lesebändchen, zerlesen

Manchmal gibt auch das Nähkästchen schöne Fotomotive her. Meines ist prall gefüllt mit allerlei Garn, diversen Kästchen mit Knöpfen, sortiert nach Farben und Formen, und mit Nähwerkzeug. Wenn ich so darüber nachdenke, habe ich das viel zu selten für Fotomotive geplündert. Gerade mal ein Maßband habe ich bisher abgelichtet.

30 Zentimeter

Meine Ausbeute an Home-Fotos ist nicht wirklich groß. Der Wetterbericht hat für die nächsten Tage erneuten Dauerregen angesagt. Vielleicht sollte ich wirklich mal wieder mit der Kamera durchs Haus ziehen. Da sind noch so viele schöne Dinge zu entdecken. Nicht nur im Nähkästchen.

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