Das Kauderwelsch der Feministinnen

Das Anliegen mag ja richtig und wichtig sein. Aber warum benutzen die, die sich gegen Sexismus und sexuelle Übergriffe einsetzen, so unverständliche Worte. Ständig muss ich irgendetwas googeln, das ich nicht verstehe. Schade, so grenzen sich die Sprecherinnen, vor allem die Feministinnen, von der Welt da draußen völlig ab. Filterbubble durch Worte.

Catcalling und Upskirting sind die beiden neuesten Worte, die ich gelernt habe. „Frankreich hat heute ein Gesetz gegen sexuelle Belästigung beschlossen. Damit können nun auch Catcalling, Upskirting und Online-Stalking mit Bußgeldern und Haftstrafen geahndet werden“, meldet Deutschlandfunk Nova. In dem Beitrag wird mit dürren Worten erklärt, was Upskirting ist. Von Catcalling außer in der Überschrift kein Wort. Online-Stalking kriege ich noch selber hin.

Dabei verbirgt sich hinter den harmlos klingenden Namen etwas für Frauen sehr schlimmes. Zumindest hinter Upskirting. Es besagt, dass Fremde einer Frau den Rock hochheben, um mit dem Smartphone zwischen ihre Beine zu fotografieren. Fies. Eklig. Ja, es kann sogar traumatisierend sein. Keine Frau sollte gegen ihren Willen auf diese Weise entblößt werden. Deshalb ist es völlig richtig, das dieses übergriffige Verhalten ein Straftatbestand sein soll. Zu Recht kämpfen nicht nur Feministinnen dagegen. Jeder sollte solches Verhalten verurteilen, wenn möglich unterbinden und es sollte auch bestraft werden.

Etwas anders sieht es beim Catcalling aus. Das würde ich in meiner Naivität erst einmal mit Katzenrufen oder Katzen anlocken übersetzen. Was soll daran schlimm sein? Gemeint ist jedoch verbale Belästigung. Dazu zählen hinterher pfeifen,  aber auch anzügliche Sprüche oder Gesten. Warum das mit niedlichen Katzen in Verbindung gebracht wird, erschließt sich mir nicht. Unangenehm ist es für die betroffenen Frauen allemal.

Reden in Rätseln

Beide Verhaltensweisen fallen unter Street Harassment – Alltagssexismus auf der Straße. Auch so ein Wort, das erst einmal erklärt werden muss. So ging es mir ebenfalls mit Rape Culture, Body Shaming, Cisgender, Hepeating und Mansplaining, um nur einige zu nennen. Für alle musste ich mir erst einmal Erklärungen zusammensuchen. Offenbar lassen sich Kernbegriffe des Feminismus aller Spielarten nur auf Englisch ausdrücken.

Nun könnte man mir vorwerfen, keine Ahnung zu haben. Andererseits scheinen diese Begriffe wie Pilze aus dem Boden zu schießen. Immer neue, immer andere, und ich hechele stets hinterher, um sie zu verstehen. Benutzen würde ich sie nie. Denn ich will verstanden werden.

Wenn Sprache spaltet

Manchmal beschleicht mich der Verdacht, die Kreise, die sie inflationär benutzen, legen es darauf an, sich verbal von anderen abzugrenzen. Wie sollen ihre berechtigten Anliegen jemals Eingang in den gesellschaftlichen Diskurs finden, vielleicht sogar etwas verändern, wenn alle außerhalb der Blase nur Bahnhof verstehen? Macht sich niemand die Mühe, die Begriffe so ins Deutsche zu übersetzen, dass auch Oma Mackeprang versteht, was gemeint ist?

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