Fotoklau – Abmahnung light hat geholfen

Ich habe eines meiner Fotos im Internet entdeckt und bin erfolgreich dagegen vorgegangen. Ich habe es erst einmal mit einer Art Abmahnung light versucht. Das hat gefruchtet. Offenbar hat sich inzwischen herumgesprochen, das Fotoklau im Internet gar nicht geht und teuer werden kann.

Screenshot von der Webseite mit dem gestohlenen Foto.
Screenshot von der Webseite mit dem gestohlenen Foto.

Auf das Foto bin ich per Zufall gestoßen. Ich habe ein anderes von mir in den Weiten des Web gesucht und bin über das googeln meines Namens und die Bildersuche auf das Foto gestoßen. Der Dieb war immerhin so korrekt, einen Fotovermerk zu schreiben und den Urheber und die Herkunft des Bildes anzugeben. Er hatte es schlicht bei Flickr heruntergeladen.

Nun habe ich alle meine Bilder bei Flickr unter das Copyright „Alle Rechte vorbehalten“ gestellt. Außerdem war das Foto unberechtigt auf der Seite eines Politikers erschienen, und als Journalistin möchte ich neutral bleiben und nicht im Zusammenhang mit einer Partei gesehen werden. Also weg mit dem Bild, und honoriert haben wollte ich es auch.

Nun haben vielfältige Social-Media-Aktivitäten den schönen Effekt, dass sie einem nette und nützliche Kontakte verschaffen. Einen solchen pflege ich seit einigen Jahren zu Karsten Socher, Berufsfotograf aus Kassel und obendrein ein sehr netter Mensch. Karsten hat sich auf seinem Blog Gedanken zum Bilderbezug ohne Erlaubnis gemacht. Außerdem hat er beim Fotografr Michael Omori Gastbeiträge dazu geschrieben. In einem dieser Gastbeiträge gibt es einen Musterbrief, mit dem man sich erst einmal ohne die große Anwaltskeule an Bilderdiebe wenden kann.

Den Musterbrief habe ich auf meine Situation zugeschnitten und per Einschreiben an den Politiker geschickt. Die Reaktion kam prompt. Kaum war der Brief eingetroffen, war das Foto von der Internetseite verschwunden. Außerdem klingelte mein Telefon. Eine Mitarbeiterin des Politikers war dran, entschuldigte sich für „das Versehen“ und kündigte an, dass das von mir geforderte Honorar umgehend überwiesen wird.

Das hat mir zweierlei gezeigt: Das Wissen darüber, wie teuer eine anwaltliche Abmahnung und das unberechtigte Nutzen von urheberrechtlich geschützten Werken sein kann, ist mittlerweile offenbar Allgemeingut. Zum Glück, das wurde auch Zeit. Und vor diesem Hintergrund kommt man ohne viel Aufwand weiter. Ich selbst benutze für dieses Blog nur eigene Fotos, um gar nicht erst in Schwierigkeiten zu kommen. Es gibt genug Beispiele, in denen Leute ungewollt in Urheberrechtsfallen getappt sind und zahlen mussten. Sollte mir das aber doch einmal passieren, hoffe ich, es ebenfalls mit jemandem zu tun zu kriegen, der es erst einmal mit einem einfachen Brief versucht, bevor er zum Anwalt läuft.

Übrigens: Wer Fotos von mir haben möchte, muss nur fragen. An Freunde und befreundete Blogger gebe ich sie gerne kostenlos ab, alle anderen dürfen sie gegen Honorar haben. Ich möchte nur wissen und bestimmen, wo meine Fotos auftauchen und darüber entscheiden, welcher Fotohinweis dazu gestellt wird und ob ich namentlich in diesem Zusammenhang genannt werden möchte.

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