Die Ehe für alle ist angekommen

Ich muss mich korrigieren. Ich bin eines besseren belehrt worden. Die „Ehe für alle“ ist nicht mehr unverständlich. Zum Glück.

Vor zwei Jahren habe ich darüber geschrieben, dass der Begriff „Ehe für alle“ zwar inhaltlich richtig, aber für viele unverständlich ist. Deshalb habe ich ihn, allerdings nur für Schlagzeilen, abgelehnt. Was nützt die beste Schlagzeile, wenn die Leser nicht wissen, was mit ihr gemeint ist?

Der Grundsatz bleibt. Nur die „Ehe für alle“ hat sich geändert. Nicht nur, dass sie jetzt beschlossene Sache ist. Sondern die Bezeichnung hat sich durchgesetzt. Die von mir sehr geschätzte Seite uebermedien.de hat darüber geschrieben, wie es dazu kam.

Die Medien haben nachgezogen. Der Begriff hat die Homo-Ehe längst abgelöst. Die Forderung von vor zwei Jahren, die Medien müssten den Begriff setzen, halte ich jedoch weiterhin für falsch. Es ist nicht Aufgabe der Medien, Lobby-Arbeit zu betreiben. Wenn andere es machen und sich Bezeichnungen ändern, ist es aber an Zeitungen, Radio und Fernsehen, dem zu folgen und die eingeführten Begriffe zu verwenden. Das Festhalten an überkommenen Bezeichnungen ist genauso falsch wie das Vorpreschen bei neuen Begriffen.

Das erfordert von Nachrichtenmachern eine gute Beobachtungsgabe. Schon das ist ein Grund, warum sie draußen, auf der Straße und unter den Menschen sein müssen. So wie ich es damals mit einer Abstimmung gemacht habe. Ich wette, das Ergebnis würde heute ganz anders als noch vor zwei Jahren ausfallen. Die meisten, wenn nicht alle, wüssten, was mit der „Ehe für alle“ gemeint ist.

Das „für alle“ kann jetzt sowieso wegfallen. Ehe allein reicht völlig aus, egal, ob Mann und Frau, Mann und Mann oder Frau und Frau heiraten.

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