Online-Knöllchen – alles ganz easy

Ich habe ein Knöllchen bekommen. An sich nichts ungewöhnliches. Am Scheibenwischer klebte allerdings kein Überweisungsformular, sondern ein Hinweis auf ein Online-Portal, in dem ich den genauen Vorwurf, die Höhe des Bußgeldes und alle anderen Daten nachsehen konnte.

„Knöllchen online“ heißt der Dienst, der beim Aufruf der Seite knoellchen-info.de erst einmal spartanisch daherkommt. Nicht mehr als eine graue Seite mit zwei Anmeldefeldern und der Möglichkeit, zwischen den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Niederländisch zu wählen. Wer sich dann mit Kennung – steht auf dem Knöllchenzettel – und Kennzeichen anmeldet, wird von einer  Politesse angelächelt.

Die freundliche Dame hält ein weniger freundliches Zettelchen hoch, auf dem alle Wichtige abzulesen ist. Gleich daneben lässt sich entweder der Girocode oder ein Zahlschein aufrufen. Aus dem Zahlschein lassen sich praktischerweise gleich Iban und Aktenzeichen ins Online-Banking kopieren. Alles ganz einfach also.

Ich find’s ja gut, dass die Städte mit der Zeit gehen. Wenn schon ein Knöllchen, dann sollte das Bezahlen wenigstens so leicht wie möglich sein. Und ein einigermaßen stabiler Zettel mit einer Online-Adresse und einer kurzen Kennung ist allemal besser, als ein vom Regen aufgeweichtes Überweisungsformular, von dem man mühsam die Daten abtippen muss. Wer tatsächlich noch über kein Internet verfügt, kann übrigens darauf warten, dass ihm die schriftliche Verwarnung zugesandt wird. Alles easy also.

Auf diese Leichtigkeit werde ich das nächste Mal allerdings gerne verzichten. Und mir nochmal ein paar Regeln ansehen, die ich seit der Fahrschule längst vergessen habe. Zum Beispiel, dass vor einem Haltestellenschild 15 Meter weit Parkverbot gilt und wie viel 15 Meter sind. Da war doch noch soooo viel Platz.

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