Mein Mädel ist nur eine Schuheimprägniersprayverkäuferin

Mein Mädel ist nur eine Schuheimprägniersprayverkäuferin

Zunächst mal für alle, die oben bei der Überschrift gestolpert sind: Es geht um eine Schuhe-Imprägnierspray-Verkäuferin. Diese leichter lesbare Schreibweise bestätigt meine Begeisterung für Kopplungsstriche. Darum soll es hier aber gar  nicht gehen. Sondern um ein seltsames Phänomen im Schuhgeschäft, das ich schon seit Jahren beobachte.


Gestern habe ich Schuhe gekauft. Frauen machen das manchmal, meistens sogar sehr gerne. Ich auch, und wenn ich mal Zeit habe, stromere ich durch die Läden. Mit Glück ist bald auch das richtige Modell in der richtigen Größe gefunden. Ging gestern ganz fix, ich wusste, was ich wollte, und fand es gleich. Dann zur Kasse. Und dort der Schock: Der Pflichtsatz jeder Schuhverkäuferin kam nicht.

Gefühlte 99 Prozent aller Schuhverkäuferinnen fragen beim Bezahlen: „Darf es noch ein Pflegemittel sein?“ Oder etwas drängender: „Dazu sollten Sie noch ein Imprägnierspray nehmen, damit sie lange Freude an Ihren Schuhen haben.“ Ich habe sogar mal an einer Schuhladen-Kasse gestanden, auf deren Tresen ein Kinderschuh aus Wildleder und ein viereckiges Wasserglas, eine Art Mini-Aquarium, standen. Die Verkäuferin tauchte bei jedem Kunden den Schuh ins Wasser, das perlte spurlos ab, und dann zauberte die Dame die entsprechende Dose mit Imprägnierspray heraus.

Gestern nun: Kein einziger Hinweis auf ein Pflegemittel. Die Verkäuferin gehört offenbar zu den ein Prozent, die nichts anpreisen. Sie empfahl mir zwar eine Einlegesohle, wegen der dünnen Sohle der Schuhe, aber offerierte mir keine. Sehr angenehm. Ich kaufe nicht oft Schuhe, aber wenn ich jedesmal der Empfehlung fürs Pflegemittel gefolgt wäre, hätte ich heute eine ganze Batterie davon.

Übrigens: Das Imprägnierspray – welcher Art auch immer – gibt es um die Ecke im Drogeriemarkt für ein Viertel des Preises, den sie im Schuhgeschäft dafür haben wollen. Das ist bei den Einlegesohlen wahrscheinlich genauso.

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