Feuerwehrsprech: Glosse frech über Einsatz groß

Feuerwehrsprech: Glosse frech über Einsatz groß

Die Stürme „Elon“ und „Felix“ haben mir als Reporterin unruhige Tage und Nächte beschert. Unablässig, manchmal im Minutentakt, gingen die SMS bei mir ein, mit denen die Leitstelle automatisiert neben den Feuerwehren auch uns Pressevertreter über Einsätze informiert. Diese Nachrichten nennen ein Einsatzstichwort. Beim Sturm war es immer „Unwetter klein“, was im Klartext abgebrochene Äste, umgefallene Bäume oder abgerissene Dachteile bedeutet. Außerdem gibt es noch viele weitere Stichwörter. Interessant aus sprachlicher Sicht ist dabei, dass das Adjektiv immer dem Substantiv nachgestellt wird. Diese Eigenart habe ich mal auf die Schippe genommen.

"Feuer groß" heißt es, wenn ein Großfeuer zu bekämpfen ist.
„Feuer groß“ heißt das Einsatzstichwort, wenn ein Großfeuer zu bekämpfen ist.

Feuer groß schreckt den Rock blau auf, dann kommt Einsatz schwer auf ihn zu. Wer jetzt denkt, ich habe Grammatik falsch, der hat Recht, weiß aber nicht, worum es in diesem Text klein hier geht. Um Klarheit schnell zu schaffen, hier die Erklärung einfach: Je mehr ich mitbekomme, wie unsere Feuerwehren und ihre Leitstelle kommunizieren, umso mehr fällt mir ein Sprachphänomen seltsam auf. Die Retter reden irgendwie kraus, stellen das Adjektiv immer dem Substantiv hintan, und das nicht nur bei der Kommunikation kurz über Pieper oder Funk intern. Sondern mitunter sogar gegenüber Öffentlichkeit breit oder in ihren Pressemitteilungen oder auf ihren Homepages.

Feuer groß, mittel oder klein gehört für eine Feuerwehr zum Alltag, ebenso wie allerlei technische Hilfeleistungen. Angesichts von Elon und Felix, den Tiefdruckgebieten stürmisch, kamen die Einsätze im Minutentakt: Unwetter klein. Genauer: Baum klein auf Dach. Kein Grund für Reporter, in Hast unnötige zu verfallen, da muss schon mehr passieren. Etwa Überflutung groß, Katze hoch (im Baum), Wespennest gefährlich, Ölspur lang oder gar Feuer groß. Dann schicken wir unseren Kollegen Reporter gut und der macht dann Reportage spannend. Dafür schreibt er Deutsch korrekt. Und ich lehne mich zufrieden zurück, weil ich Glosse toll geschrieben habe. Noch einen Tag schön allen.

Nun hoffe ich nicht, dass ich gemacht habe Feuerwehr böse mit diesem Text lustig. Aber das glaube ich nicht, denn das sind Leute humorvoll, da bin ich mir sicher.

Feuerwehrsprech: Glosse frech über Einsatz groß

4 Kommentare

  1. Wo ist denn der Button, flattr wenn man ihn mal braucht? Ich muss dabei immer an meine Zeit im Bundeswehrnachschub denken. Dort hatte ich auch ständig mit Lampe, glüh bzw. Lampe, blink zu tun.

    1. Lieber Jörn,
      danke, dass Du flattr’n würdest, aber für die paar Besucher hier lohnt sich das für mich wirklich nicht.
      Ich kann mir gut vorstellen, dass die Bundeswehr auch sehr hübsche Formulierungen hat, etliche davon kenne ich. Ich werde sie von jetzt an sammeln und demnächst mal hier präsentieren. Aber vorher kommt noch die Bundespolizei an die Reihe.
      LG, Susanne

  2. Meine liebsten Bundeswehr-Worte:

    Besen, kehr (ein gewöhnlicher Besen)
    Lampe, glüh, elektrisch (eine elektrische Glühlampe)
    Papier, photographisch (simples Fotopapier, aus der Zeit der analogen Fotografie)

    und

    Falle, schnapp, für Kleintier, grau, beweglich (die Mausefalle!)

    Der AKüFi-BW (Abkürzungsfimmel der Bundeswehr) zeigt sich auch in so wunderbaren Dingen, wie dem „FF OB/ZB“ (Feldfernsprecher, Ortsbatterie-/Zentralbatteriebetrieb) und meinem persönlichen Highlight, dem „KOM“. Steht für Kraft-Omnibus. Würde jeder Zivilist simpel als „Bus“ abkürzen ;-)

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