Eine Idee muss her: I-Tüpfelchen für Landschaftsfotos gesucht

Wenn es um Landschaftsfotografie geht, haben wir norddeutschen Landeier ein Problem: Es fehlen die spektakulären Landmarken. Keine schneebedeckten Berge am Horizont, keine Täler mit Weitblick, ziemlich viel Flachland. Das einzige, was Akzente setzt, sind mächtige Bäume und – ein paar Kilometer weiter – das Meer. Also müssen Accessoires her, I-Tüpfelchen für den Blick des Betrachters. Aber woher nehmen?

Schön, aber nicht spektakulär: Feld in Norddeutschland mit Knick.
Schön, aber nicht spektakulär: Feld in Norddeutschland mit Knick.

Vielleicht ist es mein Zeitungsfoto-Blick, der mich immer dieses I-Tüpfelchen suchen lässt. Wenn wir Schmuckfotos fürs Blatt machen, müssen fast zwingend Menschen darauf sein, zur Not gehen noch Tiere. Das habe ich verinnerlicht, und so versuche ich immer, den Fotos solche Ankerpunkte fürs Auge zu geben. Das gelingt manchmal per Zufall, einem der schönsten ist das Headerbild dieses Blogs zu verdanken. Allerdings klappt das mit dem Zufall nicht immer. Deshalb muss man nachhelfen. Als jetzt der Raps blühte, habe ich mein Kind mit einem Regenschirm (ich hatte beim letzten Kauf extra eine Knallfarbe gewählt) ins Rapsfeld geschickt. Das Argument, einen Regenschirm bei Sonnenschein aufzuspannen, sei sinnlos, habe ich mit dem Wort Sonnenschirm weggewischt. Das Ergebnis meiner Rapsbilder kann sich sehen lassen, finde ich.

Nun ist der Raps verblüht, dafür wiegen sich die jungen Grannen der Gerste so schön im abendlichen warmen Licht, dass es Zeit wird, wieder die Felder zu fotografieren. Es fehlt nur noch das I-Tüpfelchen. Die Idee mit dem Schirm ist verbraucht. Was also tun? Gerade läuft auch bei uns in der Gegend die Aktion „Offene Ateliers“. Eines der Symbole dazu sind rote Stühle. Das war mir schon eingefallen, als ich über die Gerstenfelder gegrübelt habe. Ein roter Stuhl im lichten, grünen Korn – wenn das kein Ankerpunkt fürs Auge ist. Jetzt muss ich nur noch sehen, wo ich so einen roten Stuhl herkriege und wie ich ihn so platzieren kann, dass er im Feld zu sehen ist. Und vielleicht findet sich ja noch jemand, der darauf Platz nimmt.

Eine andere Idee hatte ich, als ich eine Frau mit einem riesigen Strauß Flieder am Straßenrand stehen sah. Der Strauß verdeckte ihren Kopf, so dass es aussah, als hätte sie einen üppigen Schopf aus lila Flieder. Auch das ließe sich vielleicht im Gerstenfeld realisieren.

Ich werde mich am Wochenende aufmachen, die Gerste zu fotografieren. Irgendeine Idee wird mir schon noch kommen. Warmes Abendlicht haben die Meteorologen versprochen. Und bei der nächsten Landschaftsfoto-Arie hoffe ich mal, dass die Erntemaschinen schon auf den Äckern sind. Die liefern das I-Tüpfelchen gratis.

3 Kommentare

  1. Mir gefallen die natrürlichen Bilder besser, der rote Sonnenschirm imRapsfeld ist mir zu künstlich. So ist nicht das Leben. Wenn, dann eine Mohnblüte am Rapsfeldrand.

  2. Liebe Lore, liebe Sabienes,
    das sieht man mal wieder, wie unterschiedlich die Geschmäcker sind. Eure beiden Kommentare sind komplett konträr. Mir geht es so wie euch, mal finde ich die natürlichen Fotos schöner, mal die anderen. Die Rapsserie gehört allerdings zu meinen Lieblingsbildern, nachdem ich jahrelang langweilige Rapsbilder gemacht habe.

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