Lotto - die Sache mit der Gewähr

Lotto – die Sache mit der Gewähr

Nein, Lotto spielen ist nicht gefährlich. Jedenfalls nicht so, wie ich mir das als Kind vorgestellt habe, wenn regelmäßig folgender Satz fiel: „Diese Angaben sind wie immer ohne Gewähr.“ Als Kind kannte ich keine Gewähr, verstand Gewehr und gar nicht, was das mit Zahlen zu tun haben sollte. Inzwischen weiß ich natürlich, dass Gewährleistung gemeint ist und was das ist.

Lotto Lottoschein


Der berühmte Satz steht auch heute noch unter allen Gewinnzahlen, wie ein Blick auf die Seite von „Lotto aktuell“ verrät. „Alle Angaben ohne Gewähr“ ist unter jedem Kästchen mit den Zahlen der aktuellen Ziehungen vermerkt. Aus gutem Grund, schließlich kommen Tippfehler oder Übermittlungsfehler immer wieder vor. Gut, die Webseite ist laut Impressum ein Angebot der Werbegesellschaft Bamberg mbH, und vermutlich werden die Zahlen in irgendeiner Form dorthin übermittelt. Anders bei dem Lotto-aktuell-Heft, das ich gerade im Kiosk gesehen habe. Es wird laut Impressum von der Nordwest-Lotto Schleswig-Holstein GmbH&Co KG herausgegeben, dem Lottoveranstalter höchstpersönlich. Und was steht unten auf den Ergebnisseiten? „Alle Angaben, Ergebnisse und Quoten ohne Gewähr.“ Diese Vorsichtsmaßnahme zieht also sogar der Veranstalter ein.

Nun stelle ich mir mal vor, ich habe sechs Richtige. Wie lange hält dann dieses ohne Gewähr? Wann kann ich tatsächlich sicher sein, gewonnen zu haben? Vermutlich erst, wenn das Geld auf dem Konto ist. Vorher könnte ja immer noch jemandem ein Fehler auffallen, und dann geht der Schuss – womit wir wieder beim Gewehr wären – nach hinten los.

Jahrzehntelang war das „ohne Gewähr“ nicht mehr als eine Floskel, ein allwöchentlich erst einmal, dann mit Einführung des Mittwochslottos im Jahr 1982 zweimal in der Woche gesagter Satz. Bis zum April 2013. Über zwei Millionen Zuschauer beobachteten an einem Mittwoch bei der Ziehung der Lottozahlen, wie sich 47 Kugeln in der Ziehungsmaschine drehten. 47? Ja, richtig gelesen. Zwei Kugeln wollten nicht mitspielen und blieben hängen. Sie wurden nicht in die Trommel geworfen. Doch das Spiel heißt nun mal „6 aus 49“ und nicht „6 aus 47“.  Also wurde noch einmal gezogen, und alle, die nach dem ersten Mal schon geglaubt hatten, das große Los gezogen zu haben, gingen leer aus. Denn der Fehler fiel erst auf, als die sechs Zahlen gezogen waren.

Auch wenn eine solche Panne Seltenheitswert hat und die erste als ungültig erklärte Ziehung in der 60-jährigen Geschichte der deutschen Lottoziehung ist, bleibt es beim Satz mit der Gewähr. Eigentlich finde ich ihn ganz hübsch, sähe ihn aber gerne noch anderweitig eingesetzt. Nach dem täglichen Wetterbericht zum Beispiel.

(Dies ist ein geförderter Beitrag)

Lotto - die Sache mit der Gewähr

Ein Kommentar

  1. Ich spiele seit Jahre kein Lotto mehr. Seit die Gesellschaften die Gewinnmöglichkeiten angeben bin ich Realist geworden. 1 zu 100 Millionen, das ist wirklich eine klare Aussage. Da nehme ich mein Geld lieber für etwas nützlicheres.

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