Sechs Monate Selbstporträt – ermüdet

Es war ein spontaner Entschluss: Am Ende des vergangenen Jahres habe ich mich für das Selbstporträt-Fotoprojekt von Jana und Susan angemeldet. Jetzt, sechs Monate später, ist Halbzeit. Zeit, Bilanz zu ziehen. Zumal Jana und Susan den Teilnehmern im Juni eine kreative Pause verordnet haben. Die ist offenbar auch nötig, denn nach einem starken Beginn hat sich ein wenig Alltag und Ermüdung eingeschlichen. Nicht nur bei mir, auch bei den anderen Teilnehmern,  wie die Zahl der gezeigten Fotos und die Zahl der Aufrufe belegt.

297 Elemente, wie Flickr das nennt, also 297 Fotos, sind bisher in der geschlossenen Flickr-Gruppe eingestellt worden (Stand heute).  Die Schlagzahl neuer Bilder und Fotoaufrufe ist doch in den vergangenen Monaten deutlich gesunken. So langsam bildet sich ein harter Kern heraus, der immer noch eifrig bei der Sache ist. Dazu zählen Peter, der mit besonders witzigen Fotos hervorsticht, Thomas, der weite Wege geht und lange Texte schreibt, und Sven, der kreative Photoshopper, aber auch viele andere. Zu meinen Favoriten gehören auch Clodinchen, Leah Realista und Lichtbildwerkerin Conny. Ihre Selbstporträts werden meine Leser nicht alle sehen können, aber auch ihre anderen Fotos können sich sehen lassen.

Ich bin als Tiger losgesprungen, aber nicht ganz als Bettvorleger gelandet. Brav habe ich versucht, jeden Monat die Aufgabe zu lösen, und das war nicht ganz einfach. Zeitmangel war für mich das Haupthindernis, mehr aus dem Genre Selbstporträt beizusteuern. Ein für mich sehr spannendes Genre, denn bisher hatte ich mich fast nie damit befasst, außer, dass ich immer schon gerne Spiegelbilder von mir gemacht habe. Das war auch die erste Monatsaufgabe, und ein Bild verdeutlicht meine bisherige Blindheit für das Thema Selbstporträt.

Nicht ganz scharf und deshalb nicht eingereicht: Selbstporträt im Spiegel.
Nicht ganz scharf und deshalb nicht eingereicht: Selbstporträt im Spiegel.

Das erste von mir eingereichte Bild ist dann dieses hier:

Fotografenselbstmord im Badezimmer: Erhängen am Kameragurt und dabei immer das Motiv im Blick.
Fotografenselbstmord im Badezimmer: Erhängen am Kameragurt und dabei immer das Motiv im Blick.

Grund zum Fotografenselbstmord hätte es in den  Monaten danach oft gegeben. Es sind wunderbare Selbstporträts, die von den Teilnehmern eingestellt wurden. Ein paar Beispiele gibt es in der Zwischenbilanz von Jana und Susan zu sehen. Da die Fotos allesamt in einer geschlossenen Gruppe gezeigt werden, will und kann ich hier nur meine eigenen zeigen.

Wie oben geschrieben, bin  ich mit viel Schwung an die Sache herangegangen. Das Thema Spiegelbilder im Januar liegt mir auch, und ich habe es mir nicht leicht gemacht. Ich habe bald eine Art Tunnelblick entwickelt und überall Spiegel gesehen. Und so entstand eine Idee, die sich dann in der Umsetzung als besonders schwierig herausstellte: In Reithallen hängen Spiegel, um den Sitz kontrollieren zu können – so ähnlich wie in Ballettstudios, aber reiten ist ja auch eine Art Pferdeballett. Den Spiegel wollte ich unbedingt für ein Selbstporträt nutzen. Der erste Versuch schlug fehl, weil das Pferd nicht in den Spiegel gucken wollte. Also habe ich ein anderes genommen. Cherusker hat alles brav mitgemacht, nur der Spiegel war dreckig. Also wurde er schnell geputzt, bei an die 20 Grad minus ist das Wasser aber sofort darauf festgefroren. Deshalb ist das Bild sehr rustikal geworden. Die Frau wedelt übrigens mit dem Handschuh, um Cherusker aufmerksam zu machen und nett nach vorne gucken zu lassen. Vielleicht versuche ist das mit dem Reithallenspiegel noch einmal. Jetzt friert er nicht mehr zu, geputzt ist er auch, und ich habe gerade Urlaub und Zeit und für morgen Cherusker reserviert.

Das schwierigste Selbstporträt meiner Welt.
Das schwierigste Selbstporträt meiner Welt.

Weiter ging’s mit Themen wie Gegensätze und „Meine Lieben“. Für mich jedes Mal eine Herausforderung, aber eine spannende. Ich bin mit meinen Ergebnissen durchaus zufrieden, obwohl ich sie hinsichtlich Kreativität und Technik im Gegensatz zu den anderen Teilnehmern eher im unteren Mittelfeld sehe.

Gegensätze: Kurzsichtig und scharfsichtig - dokumentiert durch Unschärfe und Schärfe.
Gegensätze: Kurzsichtig und scharfsichtig – dokumentiert durch Unschärfe und Schärfe.
Meine Lieben: Es muss ja nicht immer das Gesicht sein, das selbstporträtiert wird.
Meine Lieben: Es muss ja nicht immer das Gesicht sein, das selbstporträtiert wird.

Wie geht es weiter? Morgen gibt es die neue Aufgabe von Jana und Susan. Ich bin schon sehr gespannt. Vorher werde ich noch Bilder nachreichen aus der kreativen Pause im Juni. Es müssen keine Selbstporträts sein, und da ich dank eines Tutorials von Pixeltuner Jonathan ein bisschen mehr als üblich mit Photoshop hantiert habe, gibt es vielleicht das eine oder andere Foto davon zu sehen. Außerdem neu für mich: fotografieren mit I-Phone und Tadaa. Da geht noch was in Sachen neue Kreativität.

Und hier gibt es noch ein paar Links zum Thema Selbstporträt:

Selbstporträts fürs Profilbild

Selbstporträts erfolgreich aufnehmen

10 Tipps für gute Handy-Selbstporträts

Selbsterfahrung: Ein Jahr lang jedes Wochenende ein Selbstporträt

Sammlung ungewöhnlicher Selbstporträts

Das Selbstporträt-Challenge-Blog

Selbstporträt-Sammlung der FC

Optimalen Schärfepunkt finden

4 Kommentare

  1. Hallo Susanne,

    lauter schöne und originelle Bilder! Auch die verlinkten älteren gefallen mir, ich kann garkeinen Favoriten finden, u.a. weil ich ja nicht die speziellen Begleitumstände kenne. Gibts bald mehr?

    Gruß WIlfried

  2. Wie schön, Du bist immer noch dabei – ich habe ja gleich nach dem ersten Monat aus Zeitmangel aufgegeben… überhaupt renne ich der zeit nur noch hinterher und dachte mal, ich wäre gut trainiert. aber sie ist doch noch um einiges schneller und ausdauernder im Davonlaufen :( Tja, manchmal kommt es anders, als man gedacht/gehofft hat…

  3. Also ich hatte mich ja auch angemeldet bei dem Fotoprojekt, habe aber noch kein Foto hochgeladen. Nicht weil ich keine hätte… sie sind mir zu persönlich. Bin am überlegen die Fotos neu zu gestalten und dann endlich mal hochladen.

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