Lesen oder gucken – was soll ein Blog bieten?

„Du schreibst immer so viel“, hat mir eine Kommentatorin vor kurzem hier hinterlassen. Stimmt, das ist schließlich meine Profession. Mein Blog hier besteht aus viel Text und aus vielen Fotos – weil ich die Fotografie nun mal sehr mag. Aber ich schreibe auch gerne, und vieles kann man mit Worten einfach besser rüberbringen als mit Bildern. Also, was muss ein Blog bieten? Mehr Text, mehr Bilder oder von jedem etwa gleich viel?

Ich versuche es mal mit einer Selbstdiagnose. Ich habe 254 Blogs in meinem Feedreader. Ganz schön viele, aber einige sind ziemlich inaktiv, da ist die Masse nicht so schlimm. Ein- bis zwei Mal am Tag gucke ich den Reader durch. Bei allem, was mich interessiert, bleibe ich hängen, der Rest wird schnell durchgescrollt. Wie schneiden nun die reinen Bilderblogs und wie die Textblogs ab?

Der Google-Reader bietet eine nette Statistik. Da steht bei mir, dass ich in den vergangenen 30 Tagen 53 Artikel angeklickt und 35 mit einem Sternchen markiert habe. Was nicht heißt, dass ich den Rest nicht gelesen habe. Gerade bei reinen Textbeiträgen reicht es ja, den Text im Reader zu lesen. Aber nehmen wir nur mal diese Zahlen. Bei den angeklickten Artikeln sind vor allem längere Textbeiträge dabei. Einzig ein Fotoblog sticht heraus. Ähnlich ist es mit den markierten Artikeln. Wobei sich hier die längesten Texte verbergen – zum späteren Lesen. Spitzenreiter ist allerdings ein Fotoblog, da ich mir Beiträge mit sehenswerten Fotos gerne markiere.

Es gibt also ein deutliches Schwergewicht bei den Textblogs. Das mag an meinen Interessen und an der Zusammensetzung meines Readers liegen. Sehr viele Texte beschäftigen sich mit Journalismus, viele mit Politik, mit Netzpolitik ebenso, aber auch mit Blog-Betriebsanleitungen und Ratschlägen zur Bloggerei. Reine Koch-, Handarbeits-, Deko- oder Modeblogs sucht man in meinem Reader vergeblich. Warum sollten sie da auch drin sein, ich lese ja auch keine Frauenzeitschriften.

Bleibt die Frage an die Leser: Was möchtet ihr? Viel Text? Wenig Text? Lieber mehr Fotos? Oder nur Fotos? Schreibt es mir, aber seid sicher: Ich mache dann doch, was ich mag und will. Aber eure Meinung würde mich schon sehr interessieren und ist mir wichtig.

 

5 Kommentare

  1. Ich bin eher Leser als Gucker. Klar, hin und wieder schaue ich mir auch gerne mal Fotos an. Aber insgesamt scrolle ich die im Reader dann doch meist relativ schnell weg. Meist lese ich im Reader ja eher, um mich zu informieren. Das gelingt mit einem Text meist eher als mit Bildern, auch wenn die manchmal mehr sagen können, als die bekannten tausend Worte.

    Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass ich jeden Text in meinem Reader komplett lese. Dazu würde die Zeit niemals reichen. Aber ich lese jeden Text an; zunächst die Überschrift. Wenn die nicht komplett abschreckt oder ein für mich persönlich uninteressantes Thema ankündigt, lese ich danach auch noch die ersten paar Zeilen / Absätze. Entweder die packen mich dann, oder ich scrolle zum nächsten Artikel. Eine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Aus dem Grund mag ich persönlich auch lieber ungekürzte Feeds. Wenn nach zwei Zeilen im Reader schon eine Zwangskürzung erfolgt, habe ich meistens nicht die Lust, die Seite erst aufzurufen, um entscheiden zu können, ob der weitere Text das Lesen lohnt. Da scrolle ich lieber zum nächsten ungekürzten Feed weiter, um die Zeit dort „besser“ zu investieren.

    1. Hi Sven, Hi Vera,
      genau so wie Ihr halte ich es auch. Deshalb ist es auch so wichtig, gleich zu Beginn eines Blogtextes den Leser zu fesseln, genauso übrigens wie bei Zeitungsartikeln.
      Sven, ich schätze auch die ungekürzten Feeds mehr, deshalb ist die Reader-Statistik auch nicht aussagekräftig. Vieles lese ich im Reader, und das taucht dann in der Statistik gar nicht auf. Ich klicke die Blogs vor allem dann an, wenn ich kommentieren oder die Kommentare ansehen will.
      LG, Susanne

  2. Bei mir ist es eine gesunde Mischung. Ist ein Beitrag interessant, lese ich ihn, auch wenn er mal länger ausfällt. Nur textlastige Blogs mit ellenlangen Texten sind mir dann aber zu langweilig.
    Genau so langweilig wird es mir wenn ich Blogbeiträge mit zig Fotos von ein und derselben Sache sehe.
    Aber das alles ist ja reine Geschmackssache. Es wird für alles seine Leser geben.
    Und wenn mir mal ein Text zu lang oder für mich nicht interressant ist, dann bleibe ich trotzdem dem Blogger treu.
    In erster Linie schreibst Du das oder den Blog für Dich. Und wenn Du gerne und oft längere Texte schreiben möchtest, finde ich das vollkommen in Ordnung.

    Liebe Grüße,
    Vera

  3. Prinzipiell halte ich es so wie Du, liebe Susanne. ich lese viel im FeedReader, srawle den durch und dort wie ich kommentieren möchte bzw. mich mögliche Reaktionen interessieren, klicke ich an und gehe auf den Blog.
    Auch ich schätze deshalb besonders die ungekürzten Feeds – zwar habe ich einige im Reader, die nur die Überschrift haben, aber die Wahrscheinlichkeit, dass ich auf den Blog gehe, ist dann gering.
    Gleichwohl mag ich es, wenn auch ein Foto beim Blogbeitrag ist, wie auch bei den Zeitungsartikeln lockert das auf und unterstreicht das Geschriebene auf eine eigene Art. Deshalb findest Du bei mir oft beides :)
    Insbesondere bei den Bloggern ist es interessant zu beobachten, wie die Fotoansichten zu den geschriebenen Worten passen ;-)

    1. Mir ging es bei meiner Frage vor allem auch darum, welche Art von Blogs Ihr schätzt. Bilder zum Auflockern von Texten standen da eher nicht im Focus, sondern die Frage, ob es lieber textlastige Blogs sein sollen oder reine Fotoblogs. Ich schätzte Textblogs mit Fotodreingabe, reinen Fotoblogs mit fast gar keinem Text kann ich nicht so viel abgewinnen.

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