Buchen sollst Du suchen - und fotografieren

Buchen sollst Du suchen – und fotografieren

„Buchen sollst Du suchen, Eichen sollst Du weichen“, rät der Volksmund allen, die im Freien vom Gewitter überrascht werden. Ob es funktioniert und der Blitz sich tatsächlich lieber eine Eiche als eine Buche als Ableiter aussucht, ist umstritten. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald sagt nein. Unabhängig vom Gewitter ruft greenaction.de, die Aktionsseite von Greenpeace, zum Buchen suchen auf. Es geht um eine Kampagne zur Rettung der deutschen Urwälder. Urwald, das bedeutet nicht, dass sich dort Affen an Lianen durch die Wipfel schwingen, wie ich es mir als Kind vorgestellt habe. Mein Urwaldbild war von Büchern und Fernsehsendungen wie Daktari und Tarzan geprägt. Erst später habe ich gelernt, dass es Urwälder auch bei uns gibt. Damit gemeint sind Wälder, die der Natur überlassen sind und nicht zur Holzwirtschaft genutzt werden.


Seit Jahren, beklagt Greenpeace, wird der Holzeinschlag in alten Buchenwäldern vorangetrieben. „Der Urwald von morgen ist in Gefahr“, heißt es bei Greenaction. Greenpeace fordert deshalb:

Sofortiger Einschlagstopp für alle öffentlichen Buchen- und Laubwälder, die älter als 140 Jahre sind, bis ein bundesweites Schutzkonzept umgesetzt ist.
Bis 2020 sollen zehn Prozent der öffentlichen Wälder rechtlich verbindlich aus der forstlichen Nutzung genommen werden.
Ökologische Waldnutzung soll für 90 Prozent der öffentlichen Waldfläche verbindlich festgeschrieben werden.

Um einen Überblick über möglichst viele alte Buchen zu bekommen, ruft Greenaction dazu auf, alte Buchen zu suchen, zu messen, den Finder und den Baum gemeinsam zu fotografieren und das Bild an redaktion@greenpeace.de zu schicken oder es im Greenaction-Account hochzuladen.
Hier gibt es die ersten Fotos.
Hintergrund-Informationen zu den alten deutschen Buchenwäldern gibt es hier.

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2 Kommentare

  1. „Buchen sollst Du suchen, Eichen sollst Du weichen“ wurde uns als Kindern vor > 40 Jahren nicht nur vom „Volksmund“ eingebläut, sondern von unseren (Groß)-Eltern. Quasi auch so etwas wie ein „Volksmund“. Wie oft haben wir trotzdem beim Spielen am Wald bei Unwetter unter der alten knorrigen Eiche Schutz gesucht – wer hört schon auf „die Alten“ …?
    Der Wald selbst, teils gehört er der Kirche, teils der Gemeinde, war ein reiner Nutzwald. Viele Jahre später hat es mir dann immer leidgetan, wenn ich bei Waldläufen „junge“ Buchen u. ä. Bäume gefällt am Wegesrand, bereit für den Abtransport zur Verarbeitung, gesehen habe. Massenverarbeitung.
    Mittlerweile weiß ich, dass bei vielen Verantwortlichen (in meiner „alten Heimat“) ein Umdenken stattgefunden hat. Und so habe ich die Hoffnung, dass meine Enkelkinder Buchen nicht „suchen“ müssen, sondern die schönen Bäume einfach so da stehen und sich entwickeln können. Und dann werden wir auch hier und da wieder „Urwälder“ finden …, o. k. die Enkelkinder ^^

    1. Ja, wirklich große Buchen muss man heute wirklich suchen. Die Buche ist halt einer der beliebtesten Bäume der Forstwirtschaft und der Holzindustrie. Gut vor allem, weil sie einen hohen Heizwert hat. Außerdem kaufen die Chinesen den deutschen Holzmarkt leer, die haben einen großen Hunger nach Holz. Ich hoffe dennoch, dass ein Umdenken stattfindet und wir – oder unsere Enkel – wieder richtig große Buchen sehen werden.

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