Fru Öttenpötter vertellt: Bauernglatteis auf Nutella-Straßen

Hier auf den Straßen ist vielleicht was los. Also, ich habe hier auf dem Lande ja schon viel erlebt, aber das? Straßen, wie mit Nutella beschmiert. Also dick beschmiert, so, wie sich das Kinder wünschen und Eltern nicht so gerne sehen. Mehr als messerrückendick beschmiert. Und das alles nur wegen Viehfutter und Biogasanlagen.

Es ist Maiserntezeit. Na klar, das kommt jedes Jahr vor, immer im Herbst. Aber diesmal kommt viel Wasser hinzu, das vom Himmel gefallen ist. Dauerregen im Sommer, Dauerregen im Herbst, das kann der beste Boden nicht aufnehmen. Dann schleppen die schweren Schlepper die Erde immer schön auf die Straße.

An einer Ecke war es besonders schlimm. Da fuhren die Trecker mit ihren schweren Ladewagen immer vom Feld auf die Straße, um ihre Last wegzubringen. Das war nicht einfach Erde, die da auf der Straße landete, das waren dicke Brocken Erde. Das macht beim Darüberfahren erst ein schmatzendes Geräusch, und dann bollert es heftig am Unterboden, wenn der Schmodder von den Reifen weg geschleudert wird.

Immerhin war sich der Bauer im Klaren darüber, was er da anrichtete. So viele Achtung- und Schleudergefahr-Schilder wie auf den paar Metern und davor habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen. Außerdem kam ein Hoftrac angefahren mit Schaufel vorne dran und hat den Schmodder beiseite geschoben. Hat nur nicht viel genützt, damit waren nur die dicksten Brocken weg. Den Rest haben dann der Dauerregen und die Autoreifen erledigt. Auf diesem Weg ist der Dreck erst an der Karosserie und am Ende in der Autowaschanlage gelandet.

Ach, was sage ich, Autowaschanlage. Autowaschen ist völlig sinnlos. Hin zur Waschstraße, Auto durchschieben lassen, kurz freuen, dass die Originalfarbe wieder zu sehen ist, und dann ab nach Hause. Da stand dann schon Herr Öttenpötter und wollte wissen, warum ich das Auto nicht habe waschen lassen.

Deshalb fahre ich jetzt regelmäßig zur Tankstelle, um mit dem Scheibenwaschding Scheinwerfer und Rücklichter sauber zu machen. Das muss erstmals reichen, ist aber dringend nötig. Nur so geben die Scheinwerfer wieder genug Licht, um die nächste Nutella-Straße rechtzeitig im Dunkeln sehen zu können.

Böse Stimmen nennen die Schmierschichten auf verdreckten Straßen übrigens Bauernglatteis. Das ist nicht ganz so kalt wie echtes Glatteis, hat aber dieselbe Wirkung.

Fru Öttenpötter berichtet hier jetzt regelmäßig mit mehr oder weniger langen Abständen über das Leben auf dem Lande.

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2 Kommentare

  1. Bauern dürfen doch alles oder?
    In MV werden Strassen regelmäßig, knöcheldick verdreckt.
    Konsequenz ? Null!
    Ich dachte immer „Bauer sucht Frau“ wäre gespielt?

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