E-Mails: Das Elend mit der Signatur

Mails sind die Pest. Mails ohne Signatur sind die Oberpest. Ich bekomme berufliche viele, viele Mails pro Tag, bestimmt an die 80, wenn nicht sogar mehr. Die meisten von Privatleuten, die sich als Pressewarte von Vereinen betätigen. Meine Erfahrung lehrt: Bei etwa einem Viertel bis einem Drittel ist eine Rückfrage nötig. In vielen Fällen beginnt damit das Googeln nach der Telefonnummer des Absenders. Das würde mir eine ordentliche Signatur ersparen.

Es ist beinahe schon der Klassiker. Irgendwer schickt eine Mail mit seinem Anliegen, und dabei geht es in Redaktionen meistens um kurzfristige Anliegen. Doch eine wichtige Information fehlt, oder es geht um einen Freitag, den 13, der aber in diesem Monat ein Freitag, der 14. ist. Solche kleinen Irrtümer kommen vor, wollen aber geklärt sein. Oder, wie heute, es wird ein Termin abgemacht mit denselben Leuten, einmal um 10.30 Uhr und einmal um 11.30 Uhr. Was stimmt nun?

Nach Diktat verreist

Eine Telefonnummer zum Nachfragen gibt es nicht. Eine Mail zurück mit der Nachfrage bleibt unbeantwortet. Vermutlich schaut der Absender der Ursprungsmail nur einmal pro Woche in sein Postfach, und auf dem Smartphone empfängt er schon gar keine Mails. Auch diese Erfahrung habe ich schon gemacht: Je weniger affin zu elektronischer Kommunikation die Leute sind, desto öfter schicken sie Mails ohne Signatur. Außerdem käme ich nach dem Absenden einer Mail auf die Idee, nach einiger Zeit, also ein paar Stunden vielleicht, nochmal ins Postfach zu gucken. „Nach Diktat verreist“ funktioniert auch in der elektronischen Kommunikation eher mittelmäßig.

Dass eine Signatur bei manchen Leuten nicht vorkommt, ist durchaus verständlich. Wer sowieso nur in seinen Programmen herumstochert, der wird sich erst recht nicht um das Einrichten einer Signatur kümmern. Na gut, wenn es nicht automatisch geht, dann ließen sich die Telefonnummern noch per Hand unterbringen. Und dann gerne alle, also nicht nur eine Festnetznummer.

Mein Klagelied über Mail-Signaturen wird offenbar nicht gehört, sonst müsste ich mich nicht beinahe täglich darüber ärgern. Ich verzeihe Mails, die einen Anhang transportieren und in der eigentlichen Mail nicht mehr stehen haben als „siehe Anhang“ oder, auch das gibt es, „s. Anlage“. Ich will gar keine Grüße, kein Hallo oder guten Tag oder Moin. Aber bitte, bitte: Fügt eine Signatur an. Es dankt eine genervte Mailempfängerin.

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