Autofahrers Strafarbeit: Windschutzscheibe putzen

Wichtigste Regel: Transportiere niemals einen Baum im Auto, schon gar nicht, wenn das Auto im Sonnenschein steht. Bäume dünsten Feuchtigkeit aus, und wenn du dich dann abends ins Auto setzt und die extrem beschlagene Windschutzscheibe mit Hand versuchst sauber und ein bisschen trockener zu wischen, hast du das schöne Tropfenmuster drauf. Und das geht nicht weg. Also ist Strafarbeit angesagt.

Die ist sowieso in den Wintermonaten dauernd fällig. Ich weiß nicht wieso und warum, aber eine Windschutzscheibe ist von innen einfach nicht sauber zu kriegen. Dabei rauche ich nicht mal, schon gar nicht im Auto. Aber warum auch immer: ständig liegt irgendein Belag auf der Scheibe. Spätestens wenn der Saugfuß vom externen Navi seine Ringe auf der Scheibe hinterlässt, ist das offensichtlich.

Also putzen. Und das ist Strafarbeit. Küchenrolle, Glasreiniger, los geht’s: Scheibe einsprühen. Der Sprühnebel landet auf der Scheibe, aber auch auf allem, was darunter ist. Das gibt unschöne Flecken. Egal. Küchenrolle nehmen und mit den Verrenkungen anfangen. Ja, den Verrenkungen. Die Scheibe ist so blöd angeordnet, dass immer irgendetwas beim Putzen im Weg ist: das Lenkrad, die Mittelkonsole, der Innenspiegel.

Moderne Autos sind groß, die Scheibe geneigt und kleine Autofahrer wie ich kommen kaum heran. Da hilft es nur, sich zu verknoten. Ein Bein über den Schaltknüppel, dann eine halbe Drehung in der Hüfte und den Oberkörper in die Waagerechte zwängen, den Arm weit ausstrecken. Gut, dass nicht noch ein Schenkel hinter den Gurt muss. Dennoch ist das Putzen der Windschutzscheibe ein Fall für Schlangenmenschen.

Irgendwann ist das letzte Fitzelchen Scheibe poliert. Alles sauber. Aber denkste. Einmal im anderen Winkel geguckt, schon sind wieder Schlieren erkennbar. Das Wegrubbeln dieser Schlieren verursacht andere Schlieren. Dann denkste, du hast es geschafft, und wenn du eine Stunde später lösfährst, der Sonne entgegen, sind schon wieder Schlieren da. Merke: Schlieren sind widerstandsfähig und leben endlos.

Und selbst wenn die letzte wirklich weggewischt ist und die Scheibe glänzt wie neu, dauert es gar nicht lange, und sie ist wieder belegt. Wenn sie das nächste Mal beschlagen ist (das passiert auch ohne Baum), kommt der Reflex, mit dem Handrücken drüber zu wischen, und schon fängt das Spiel von vorne an. Du nimmst dir tagelang vor, mal wieder die Windschutzscheibe zu putzen, greifst zu Küchenrolle und Glasreiniger und übst dich in Verrenkungen. Ergebnis: siehe oben.

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