Equiden und Kameliden aus der alten und der neuen Welt

Ich bin Wortjägerin. Als solche fallen mir immer wieder Wörter und Bezeichnungen auf, die nicht alltäglich sind. Diesmal hat mir die Tierwelt, genauer die Haus- und Nutztierwelt, schöne Wörter beschert.

Wir haben Geflügel gehalten, bis uns die Geflügelpest veranlasst hat, alle Gänse, Enten und Hühner in die Tiefkühltruhe umzusiedeln. Als Tierhalter haben wir unsere Tiere natürlich der Kreisveterinärbehörde und dem TSF, dem Tierseuchenfonds des Landes, gemeldet. Den Erhebungsbogen bekommen wir immer noch, gerade ist er wieder eingetroffen. Überschrift: „Anzeige des Tierbestandes nach § 26 (und §45) Viehverkehrsordnung“.

Seit wann nimmt Vieh am Verkehr teil? Egal. Viel interessanter ist die Auflistung der Tierarten samt Unterkategorien. Rinder und Schweine kennt jeder. Dann geht es weiter mit den Equiden, mit den Unterkategorien Großpferde (ab 148 Zentimeter Stockmaß), Kleinpferde/Ponys und Esel/Maulesel/-tiere, samt den gewerblichen Kategorien Pensionstierhaltung, Reit-/Fahrbetrieb, Stutenmilchproduktion, Equidenzucht und Deckstation. Das mit den Equiden ist nicht so einfach. Da will fein unterschieden werden zwischen Maultier und Maulesel und eine Zucht ist beileibe nicht immer eine Pferdezucht, weil ein Pferdehengst eine Eselstute decken kann.

Weiter geht es mit den Kameliden. Warum die nicht einfach Kamele heißen, ist schon klar, es fallen auch Kamele darunter, die nicht Kamele heißen, etwas Alpakas oder Lamas. Besonders gefallen hat mir die Unterscheidung zwischen Altweltkamelen (Dromedare Trampeltiere) und Neuweltkamelen (Lamas, Alpakas/Vikunjas). Da aber alle Altweltkamele und Neuweltkamele Kamele sind und dann die Unterarten aufgeführt werden, ist mir die Unterscheidung zwischen Alter Welt und Neuer Welt doch rätselhaft.

Kommen wir zum Gehegewild. Da fällt erst einmal alles darunter, was irgendwie unter Hirsch, Reh oder Wildschwein verbucht werden kann. Dann folgen noch die Pfauen. Das ist jetzt lustig. Pfauen leben eigentlich nicht in Gehegen, unsere durften sich frei auf dem Grundstück bewegen. Warum ein Pfau ein Gehegewild ist? Ich weiß es nicht. Ein Pfau ist jedenfalls nach der Viehverkehrsordnung kein Geflügel, darunter fallen aber die Laufvögel Strauß, Pfau und Nandu, die üblicherweise in Gehegen gehalten werden – wenn sie nicht wie in Mecklenburg-Vorpommern ausgebrochen sind und sich jetzt als Wildtiere wohlfühlen (die Nandus).

Am Ende des Erfassungsbogens gibt es noch zwei weitere Kategorien: gewerbsmäßige Nutzfischhaltung und Futtermittelhersteller (auch für den Eigenbedarf). Da gibt es aber keine Unterkategorien. Merke: Ein Karpfen ist genauso ein Fisch wie eine Forelle. Hauptsache er hält sich an die Viehverkehrsordnung.

Merken

Merken

Merken

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This Blog will give regular Commentators DoFollow Status. Implemented from IT Blögg