Diesel: Suchen nach der Schadstoffklasse

Ich fahre Diesel. Das ist hier auf dem Lande so üblich. Außerdem lohnt es sich für mich bei etwa 30000 Kilometern jährlicher Fahrleistung. Doch jetzt ist die Diesel-Krise da und mit ihr die große Verunsicherung.

Mein Diesel hat einen Rußfilter und trägt eine grüne Plakette. Damit wähnte sich mich auf der sicheren Seite. Und jetzt das. Der allererste Griff nach den Nachrichten der jüngsten Zeit ging also zu den Fahrzeugpapieren. Welche Schadstoffklasse hat mein Diesel? Das ist gar nicht so einfach zu beantworten.

Die Schadstoffklasse steht nicht einfach so da. Ich habe zwar etwas gefunden, was annähernd etwas mit dem Wort Euro und Abgas zu tun haben könnte: WW.AHK LT. EGTG/ABE*STUFE PM 5 AB TAG UR EMMISSIONSKLASSE: 22.05.2009* Klarheit bringt das aber nicht.

Wie immer in solchen Fällen hilft Google weiter. Die Schafstoffklasse, habe ich dort herausgefunden, befindet sich unter Schlüsselnummer 14.1. Da steht: 0469. Aha. Sehr erhellend. Die Übersetzung musste ich mir dann wieder im Internet zusammensuchen. Wichtig sind die hinteren beiden Ziffern, und die sagen, dass mein Kolossos, wie ich ihn liebevoll nenne, die EURO-4-Norm erfüllt. Das ist offenbar gar nicht gut, wie mich die Nachrichten von gestern lehrten.

Kein Software-Update, keine Nachrüstung und vielleicht demnächst ein Fahrverbot. Das alles droht meinem Auto, das zwar schon weit über 100 000 Kilometer auf dem Buckel hat, aber sonst gut in Schuss ist. Das Vorgänger-Dieselmodell habe ich mit 280 000 Kilometern verkauft und hoffte, das jetzige Modell werde sich als ähnlich langlebig erweisen. Nun macht mir vielleicht die Politik einen Strich durch die Rechnung.

Das kann ich sogar ganz gut verstehen. Lebte ich in Stuttgart oder einem anderen Großstadtkessel, litte auch ich unter dem Schadstoffausstoß. Hier bei uns im norddeutschen Flachland ist das etwas ganz anderes. Abgesehen davon, dass es keine Stadtkessel gibt, pustet der Seewind alles weg, bevor es sich auf die Lungen oder die Bronchien legen kann.

Auf dem platten Land hat der ältere Diesel also hoffentlich noch eine Überlebenschance. Zumindest so lange, bis es genug E-Tankstellen gibt und der Umstieg auf schadstofflose Autos auch Vielfahrern wie mir möglich ist. Wenn ich allerdings sehe, wie lange wir bereits auf schnelles Internet warten, habe ich in den Infrastrukturaufbau in der Provinz wenig bis gar kein Vertrauen mehr.

Bleibt also die Hoffnung. Dank etwas Recherche weiß ich jetzt aber zumindest, dass ich bei Nachrichten über die Euro-4-Norm aufmerken muss.

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