„Das tote Herz“ – ein rasanter Thriller

Ich bin kein Buchblogger. Doch den Autoren des folgenden Thrillers kenne ich von einer gemeinsamen Pressereise, und deshalb habe ich mich bereit erklärt, sein Buch zu rezensieren. Das tote Herz schlägt schnell. Der neue Psychothriller von Rainer Würth ist ein rasantes Buch, ein gruseliges Buch. Es liest sich flott, ist spannend, manchmal rätselhaft und viel zu schnell zu Ende.

Beim Inhalt halte ich mich an den Klappentext, um nicht zu viel zu verraten: Nikolas Kober erhält ein Spenderherz, und danach ist nichts mehr, wie es war. Der Architekt entdeckt immer neue, verstörende Züge an sich. Nur der Leser weiß zunächst, dass Kober das Herz des tödlich verunglückten Serienkillers erhalten hat, der „Fotograf“ genannt wird. Als Kober das letzte, einzig überlebende Opfer des Mörders kennenlernt, steuert die Geschichte wie zwei aufeinander zu rasende Züge auf den Abgrund zu. Das Bild ist nicht umsonst gewählt, Züge spielen eine nicht unwichtige Rolle in dem Thriller.

Rainer Würth schreibt in kurzen Sätzen, sein Buch ist in kurze Kapitel gegliedert, auch die Absätze und Texte zu den unterschiedlichen Protagonisten sind kurz, manchmal nur einen Satz lang. Das gibt der Geschichte Tempo, lässt das tote Herz schnell schlagen, manchmal gar rasen. Der Schreibstil ist lebendig, viele wörtliche Zitate, nur wenige Beschreibungen, wechselnde Innen- und Außenperspektive sorgen für einen unterhaltsamen Lesefluss. Kober, die Hauptfigur, ist Ich-Erzähler, diese Passagen wechseln sich ab mit den aus der Außenperspektive erzählten Schritten des Ermittlers Bruckner und des Psychotherapeuten Peter Stein.

Würth verbindet in seinem Thriller zwei Ebenen, die für sich genommen genug Stoff für einen Roman bieten würden – Organspende und Mord. Und genau das sind die beiden Themen, bei denen die Handlung unrealistisch ist. Der Organempfänger erfährt normalerweise nicht, wer sein Spender war. Das ist auch im Buch so. Aber anders als in der Realität weiß Peter Stein, wer der Spender war. Bruckner hat es für ihn herausgefunden, weil der Therapeut glaubt, über den Empfänger etwas über den Spender zu erfahren. Weder der Leser noch Stein erfährt, wie Bruckner das angestellt hat. Unrealistisch auch, dass gegen einen toten Täter ermittelt wird. Im echten Leben enden Ermittlungen mit dem Ableben des Täters, es sei denn, es kommen weitere Verdächtige ins Spiel.

Aber ein Thriller ist keine Dokumentation, da ist so etwas erlaubt. Auch die Tatsache, dass sich Kober von seiner Herztransplantation überraschend schnell erholt, ist deshalb eine lässliche Sünde.

„Das tote Herz“ ist gute Krimi-Unterhaltung, schnell weggelesen und spannend. Über das Ende will ich nichts verraten, nur dass es überraschend, aber auch folgerichtig ist. Und dass es Platz lässt für Spekulationen.

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