Die Steuer-ID-Post-Verschwörung

Ich sehe eine große Verschwörung zwischen Steueridentifikationsnummer und Deutscher Post. Und die geht so: Zum 1. Januar wollen Banken und die Familiengeldkasse unsere Steuer-ID wissen. Die müssen wir dort angeben, damit wir weiter in den Genuss eines Steuervorteils beziehungsweise einer Zahlung kommen. Passt doch prima, dass wir auf diesem Wege noch unsere alten Briefmarken verbrauchen können, bevor am 1. Januar ein höheres Porto gilt.

Die Steueridentifikationsnummern unserer Familie liegen seit Jahren ordentlich abgeheftet, aber niemals angesehen im Steuerordner. Das Finanzamt will sie offenbar nicht wissen, denn bei der Steuererklärung gebe ich immer die Steuernummer an. Das reicht dem Amt offenbar. Jetzt plötzlich erlebt die Steuer-ID aber eine unerwartete Renaissance. Plötzlich will sie fast jeder haben.

Da sind zunächst die Banken. Ohne Steuer-ID verlieren Freistellungsaufträge mit dem Jahreswechsel ihre Gültigkeit. Sprich: Wer seine Steuer-ID nicht nachreicht, muss alle seine Zinsen versteuern.

Auch die Familienkassen wollen die Steuer-ID haben. Nur wenn die Nummer der Eltern und des Kindes vorliegt, gibt es demnächst noch Kindergeld. So richtig informiert worden sind Eltern darüber nicht, es gab nur diese  Pressemitteilung, die einige Medien veröffentlicht haben.

Nun gilt es aber rasch, das eine oder andere Briefchen zu schreiben. Meine Banken waren so vorausschauend, schon mal ein Formular für die Angabe der Steuer-ID zu schicken. Beim Zurücksenden verbrauche ich dann die alte Briefmarken. Schließlich hat die Deutsche Post das Briefporto zum 1. Januar von 62 auf 70 Cent erhöht. Die Restmarken gegen nun für das Mitteilen der Steuer–ID drauf. Ist doch praktisch, oder? Das haben sich die Steuer-ID und die Deutsche Post fein ausgedacht.

Übrigens, wer seine Steuer-ID verbummelt oder gar nicht erst bekommen hat, kann sie hier anfordern.

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