Bluccoli und Brotscheiben-Diebe: Notizen aus dem Supermarkt

Ich mag nicht einkaufen. Es nervt mich. Aber immerhin halten Supermärkte mitunter ein paar Überraschungen bereit, die mir das ungeliebte Zusammenraffen und Bezahlen von Waren des täglichen Bedarfs ein wenig angenehmer machen. Auch heute ist mir die lästige Pflicht von ein paar Kopfschüttel-Einblicken versüßt worden.

Dass Stückgut im Supermarkt mitunter Beine bekommt – etwa Spülmaschinen-Tabs oder Tempopackungen -, ist mir schon öfter aufgefallen. Heute aber habe ich eine besonders dreiste Variante dieses Kleinstdiebstahls entdeckt. Aus einer Toastbrotpackung hatte sich irgendjemand ein paar Scheiben mitgenommen. Wie frech kann man sein?

Hier hat der Brotscheiben-Dieb zugeschlagen.
Hier hat der Brotscheiben-Dieb zugeschlagen.

Beim Gang an den Gemüseauslagen entlang ist mir dann ein ganz neue Warenbezeichnung aufgefallen: Bluccoli. Das ist eine Wortkombination aus Blumenkohl und Broccoli. Allerdings findet sich in der Verpackung nicht eine Kombination aus beidem, etwa eine neue Züchtung, sondern es sind einfach nur beide Kohlsorten zusammengepackt worden.

Der Bluccoli, keine neue Gemüsenzüchtung, sondern eine gemeinsame Verpackung.
Der Bluccoli, keine neue Gemüsezüchtung, sondern nur eine gemeinsame Verpackung.

Da hat es der ehemalige Kieler Oberbürgermeister Karl Heinz Luckhardt weiter gebracht. Er hat die Tomatoffel gezüchtet, eine Pflanze, die unterirdisch Kartoffeln ausbildet und oben an der Pflanze Tomaten. Beide sind botanisch verwandt, so dass es geklappt hat. Kein Witz, das wird sogar bei Wikipedia vermeldet. Gegen die Tomatoffel ist der Bluccoli eine glatte Mogelpackung.

Am Gemüseregal habe ich dann die dritte Entdeckung gemacht. Es gibt Spargel. Jetzt. Im Dezember. Ich war immer so froh, dass es noch ein Lebensmittel gibt, das tatsächlich saisonal ist und es auch bleiben wird. Falsch gedacht. Wer möchte, kann im Dezember frischen Spargel kaufen. Eines weiß ich genau: Dieses Gemüse wandert jetzt ganz bestimmt nicht in meinen Einkaufswagen.

Frischer Spargel im Dezember: Das geht gar nicht.
Frischer Spargel im Dezember: Das geht gar nicht.

Und nächste Woche muss ich wieder in den Supermarkt. Mal sehen, ob es wieder irgendeine Überraschung gibt, die mich mit dieser modernen Folter ein klein wenig versöhnt.

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