Bubble Blog: Die Blogger in ihrer Blase

Blogger lesen gerne Blogs übers Bloggen. Ich jedenfalls. Und ich glaube, das geht auch anderen so. Das beweisen die Zugriffszahlen und die Kommentare hier auf meinem Blog. Sie sind am höchsten, wenn ich etwas schreibe, was sich mit dem Bloggen, Problemen des Bloggens oder des Blogs oder mit den Kommentaren beschäftigt. Leben wir Blogger in einer Blogger-Bubble, in die andere nicht hinein kommen und hinein kommen wollen?

Ich weiß noch, wie es mir ging, als ich vor nun gut drei Jahren  hier mit dem Bloggen begann. Plötzlich verstand ich, was dieses Bloggen ist und interessierte mich für andere Blogs. Ich legte mir einen Feedreader an, begann Blogs zu abonnieren, und mein besonderes Augenmerk lag neben Blogs zu meinen Interessengebieten – Journalismus, Fotografie, Kunst und Kultur – auf Blogs, die sich mit dem Bloggen beschäftigen. Einerseits trieb mich der Gedanke, dort noch etwas lernen zu können. Andererseits interessierte mich, mit welchen Problemen sich andere Blogger herumschlagen müssen.

Im Jahr drei meiner Bloggerei sollte man eigentlich denken, das Interesse an Blogger-Themen habe sich gelegt. Falsch gedacht. Irgendwie springe ich auf das Blog und Bloggen im Reader und auch sonst immer noch an wie der berühmte Pawlowsche Hund auf das Glöckchen. Ich habe einen regelrechten Lesereflex bei diesen Themen entwickelt.

Ich habe mir vorgenommen, hier auf meinem Blog darüber zu schreiben, was mich interessiert und bewegt. Die Nabelschau einer Bloggerin sollte es  nicht sein. Aber immer mal wieder drängt es sich förmlich auf, übers Bloggen an sich zu schreiben. Das tue ich immer mit einem etwas schlechten Gewissen, weil ich denke, dass diese Artikel Nichtblogger nicht interessieren. Und dann stelle ich überrascht fest, dass gerade diese Artikel gut laufen. Weil die meisten Blogleser offenbar selbst Blogger sind und den von mir beschriebenen Lesereflex besitzen? Bevor ich selbst begann zu bloggen, wusste ich weder so genau, was ein Blog ist, noch habe ich mich darum gekümmert. Wollte ich etwas wissen, habe ich es gegoogelt und bin mal auf ein Blog, mal auf eine normale Webseite gestoßen. Ich habe nicht mal den Unterschied bemerkt.

Ich denke, so geht es vielen nicht bloggenden Lesern. Das Prinzip eines Online-Tagebuches, wie es Blogs nun mal sind, ist außerhalb der Blogger-Bubble kaum jemandem präsent. Das merke ich immer daran, wenn ich Links zu Blogposts im Freundeskreis herumschicke. Die Leuten reagieren oft erstaunt, dass auf meiner Website plötzlich ein neuer Artikel steht. Auf die Idee, hier regelmäßig vorbeizuschauen, kommen sie gar nicht. Nach dem Motto: Was da steht, habe ich doch schon gelesen.

Ich weiß nicht, wie wir Blogger die Blase sprengen können, in der wir uns bewegen. Besucher, die über Suchmaschinen kommen, werden uns kaum regelmäßig lesen. Die Stammleserschaft, ob groß oder klein, die sich jeder von uns aufbaut, besteht, da bin ich sicher, zum größten Teil aus Bloggern. Der einzige Weg, auf dem ich meines Wissens nicht bloggende Stammleser regelmäßig erreiche, ist die E-Mail-Benachrichtigung über neue Texte. Das ist für mich der Königsweg aus der Blogger-Blase. Manchmal bringt auch ein Tweet mit einem Reizwort nichtbloggende Leser.

Wie seht ihr es? Sitzen wir Blogger wirklich in einer Blase, oder sehe ich zu schwarz. Täusche ich mich, oder sind Blogger die treuesten Leser anderer Blogger? Gerade dann und vor allem, wenn die übers Bloggen schreiben? Ich freue mich auf Kommentare.

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