Jeggings – nicht mehr als eine Hose

Als Mutter einer halbwüchsigen Tochter lernt man Begriffe, von denen man vorher nicht mal geahnt hat, dass es sie gibt. Wahrscheinlich ist das längst ein alter Hut, aber ich habe gerade eben das Wort Jegging zum allerersten Mal gehört. Mit nach oben verdrehten Augen ob meiner Ahnungslosigkeit haben mich zwei junge Damen um die 12 Jahre darüber aufgeklärt, was das ist. Seltsame Wortschöpfungen finden sich auch sonst beim Einkaufen.

Na gut, ich gebe es ja zu, was Mode betrifft, lebe ich ziemlich hinter dem Berg. Und das, was die beiden Mädels nach einer Einkaufstour aus der Einkaufstüte zogen, sah für mich ganz klar wie eine Jeans aus. Bisschen dünn vielleicht für die Winterkälte, aber eine richtige Jeans. In Denim-Blau, mit zwei Taschen hinten und zwei vorne, schön schmal geschnitten, wie das jetzt offenbar Mode ist und dringend benötigt wird, um die Hosenbeine möglichst faltenlos in halbhohe oder hohe Stiefel zu zwingen. Der Kassenzettel und das am Hosenbund befestigte Schild aus dem Laden bestätigten  die Aussagen der Mädchen. Es handelte sich hier um eine Jeggings, die Kreuzung zwischen einer Leggings und einer Jeans und zurzeit angeblich das Topthema der hiesigen Modewelt. Na, von mir aus. Ich bin bloß froh, dass das Ding wirklich wie eine Hose aussieht und nicht wie eine dieser unsäglichen Leggings, die sich vor allem etwas fülligere Damen gern über ihre kräftigen Beine ziehen. Übrigens gibt es auch die Variante Treggings, das ist die Kreuzung von Trousers und Leggings. Die genauen Unterschiede stehen hier.

Aber nun sage niemand, skurrile Bezeichnungen seien nur der Damenmode vorbehalten. Beim Einkauf im Baumarkt, dem Männerparadies schlechthin, sollten es auch ein paar Gummistiefel für den Herrn des Hauses sein. Gummistiefel, verfügte die Dame an der Auskunft, stünden draußen vor der Tür in einer dieser großen Gitterboxen, in denen gerne Sonderangebote präsentiert werden. An der Kasse gab es dann aber einige Verwirrung, weil der Code für den Scanner an den Stiefeln fehlte. Die Kassiererin war sich aber sicher, dass es sich bei den Tretern nicht um Gummistiefel handelte, auch wenn sie eindeutig so aussehen. Na gut, dann sind es eben Arbeitsstiefel. Weit gefehlt. Die Dinger sind Berufsstiefel. Heißt das jetzt, dass sie nur beruflich getragen werden dürfen?. Oder dass der, der sie trägt, das, was er tut, beruflich tut und nicht hobbymäßig im heimischen Garten oder auf der heimischen Scholle? Und wenn sie doch jemand außerhalb des Jobs trägt, kommt dann die Berufsstiefelpolizei und mahnt: bitte nur im Beruf tragen?

Die Jeggings und die Berufsstiefel tun jedenfalls ihren Dienst. Ist doch völlig egal, wie sie heißen.

Welche seltsamen Warenbezeichnungen und zusammengesetzte Wortschöpfungen kennt ihr noch?

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