Die Tiefen des Blogs heben

Die Tiefen des Blogs heben

Bloggen macht Spaß. Zugegeben, nicht immer fällt mir ein Thema ein, über das es sich zu schreiben lohnt, und dann wieder sprudeln die Ideen nur so aus meinem Kopf. Insgesamt gesehen macht es aber viel Spaß, mich hier auszubreiten. Meine Gedanken, meine Ideen, meine Erlebnisse, was ich so alles im Netz gefunden habe, die Musik, die ich mag. Einfach alles, was mich bewegt. Deshalb ist und bleibt das hier auch ein Feld-Wald-und-Wiesen-Blog. Alles gut also? Nicht ganz. Mir ist dieses Blog schlicht zu tief.

Im Mai 2011 habe ich hier den ersten Text veröffentlicht. Seitdem kamen 416 weitere hinzu. Kurze, längere, ganz lange. Viele davon erfolgreich und auf Googles Suchseiten sogar ziemlich weit vorne. Bei „Immenhof Malente verkauft“ steht dieses Blog auf Platz 3, bei „itunes Kreditkarte Betrug“ sogar auf Platz 2. Wer „weiße Häuser Timmendorfer Strand“ eingibt, findet mein Blog bei Google sogar auf Platz 1. Ist doch schön, oder? Google ist nicht alles, aber so etwas freut einen dann doch. Zumal ich immer wieder die Sache mit den Keywords vergesse und meine Überschriften nach journalistischen, nicht nach Google-Vorgaben texte. Ich kann mir das einfach nicht abgewöhnen.

Was mich weniger freut: Es sind so viele Artikel in diesem Blog, die ich mit Herzblut geschrieben habe. Doch je älter sie sind, desto mehr versinken sie in den Tiefen des Blogs. Niemand sieht sie mehr, niemand liest sie mehr. Weil niemand die Begriffe im Netz sucht, unter denen sie zu finden sind. Da ist etwas die Fotografin Susanne Schapowalow, die ich kennenlernen durfte. Oder der skurrile Künstler Ásgeir Jón Emilsson, genannt Geiri aus Island, dessen Haus ich besucht habe. Oder mein Rückblick auf die Steinzeit der Zeitungsfotografie, wie ich sie erlebte. Am Herzen liegen mir auch Artikel wie der vom Hausverbot beim Großfeuer. Hiermit sei daran erinnert.

Ich frage mich oft, wie es meinen Bloggerkollegen geht. Wie bewahrt ihr eure Texte davor, über die Zeitschiene in den Tiefen des Blogs zu versinken? Gibt es Tricks und Kniffe, sie vor der Vergessenheit zu bewahren. Oder liegt es einfach in der Natur des Blogs, dass immer neue Texte die alten Verdrängen und ins Nirwana schieben?

Wer weiterlesen möchte: Eine ausführliche Geschichte des Weblogs steht hier.

Die Tiefen des Blogs heben

6 Kommentare

  1. Hallo liebe Susanne, ich lese immer mal wieder den ein oder anderen Blog.
    Dein Blog ist immer sehr schön zu lesen und vorallem sehr geistreich wie ich finde.
    Ich habe schon oft gesehen das einige Blogs alte Artikel einfach in einem neuen Artikel verlinken bzw einen ganzen Artikel über interessante alte Artikel schreiben in denen sie diese dann verlinken.
    Evt. wäre das ja auch was ? :)

    Grüße Maik

    1. Hallo Maik,
      vielen Dank für das Lob. Ich verlinke bereit intern, das behebt das Problem aber leider nur zum Teil. Aber es ist zumindest schon mal ein ganz guter Ansatz.

      Grüße, Susanne

  2. Hallo Susanne,

    ich für meinen Teil finde alte Artikel durch Google, interne Verlinkungen und die „Ähnlichen Artikel“ unter den aktuellen Beiträgen schon ganz gut integriert und bei manchen Artikeln aus den Anfängen ist man ja doch auch froh, dass sie etwas weniger Präsent sind. ;-)

    Als Tipp kann ich dir Plugins wie „A Year Ago Today“ (http://wordpress.org/plugins/a-year-ago-today/) mit auf den Weg geben, du hast ja noch ein bisschen Platz in deiner Sidebar. ;-) Das Plugin zeigt Artikel an, die vor genau einem Jahr am entsprechenden Tag oder dem Zeitraum rum geschrieben wurde. So hast du zumindest die Artikel von vor einem Jahr nocheinmal an relativ prominenter Stelle.

    Lieben Gruß,
    Leon

  3. Hallo und guten Abend Susanne,

    ich denke, das Problem ist allseites bekannt. Ich lasse mich auch nicht immer von Google leiten und siehe, mein Artikel über Epikur ist sogar bei den Stichworten „Epikur Lehre“ sehr weit oben gelandet. Vielleicht würde es besser sein, aber ich möchte schöne Artikel schreiben, die meinem Herzblut entsprechen. Da es für mich keine Existenzgrundlage bedeutet, werde ich mich da auch nicht von Google diktieren lassen.

    Die alten Artikel sind allerdings ein Problem, dem ich auch schon auf den Grund gegangen bin. Das ist einerseits zu lösen, indem man Zusammenfassungen schreibt, wie Du sie jetzt geschrieben hast, oder aber auch alte Artikel unter neuen Zusammenhängen bringen und verlinken. Dabei muss einem aber klar sein, dass nicht mehr viele darauf klicken werden. Somit ist es das Beste diese Themen meistens noch mal aus anderer Perspektive oder mit anderem Zentrum anzugehen. Ich zumindest schreibe nicht immer alle Aspekte des Themas beim ersten Mal.

    Das sind die einzigen Möglichkeiten, die man hat, um ältere Artikel wieder mehr hochzuheben, oder man macht am Rand des Blogs, eine Rubrik mit den meist gelesensten Artikeln. Dabei sind aber die selteneren älteren nicht dabei.

    Wie man es nimmt. Diese kann man nicht immer auf Platz 1 halten.

    Viele Grüße und einen schönen Abend

    Monika

  4. Liebe Monika,
    klar, alle diese Möglichkeiten versuche ich zu nutzen. Vielleicht muss ich mehr alte Stoffe in neuem Gewand recyceln, das treibe ich noch nicht genug voran. Ansonsten muss ich mich wohl damit abfinden, das manche Perle in den Tiefen der Zeit versinkt.

    Liebe Grüße,
    Susanne

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