Die Schlacht im Schreibwarenladen

Die Schlacht im Schreibwarenladen

Heute war wieder der Tag des Horrors für Eltern schulpflichtiger Kinder. Am ersten Tag des neuen Schuljahres gab es die obligatorische Einkaufsliste. Mit der Pflicht, das aufgelistete Material möglichst schnell, also heute noch, zu besorgen. Wie Hunderte und Tausende anderer Eltern und aufgeregte Kinder auch. Zeit für die Schlacht im Schreibwarenladen.

Ein Heft A4 liniert mit Rand und rotem Umschlag, ein Heft A4 kariert mit grünem Umschlag, zwei Schnellhefter in Orange, einer in Dunkellila und einer in Helllila und ein Notenheft A4 und ein Vokabelheft A5 – so oder so ähnlich sieht sie aus, die Einkaufsliste, die die Kinder heute in die Hand gedrückt bekamen. Da unser Kind nicht mehr in die Grundschule geht, gibt es morgen, übermorgen und überübermorgen die restlichen Bestellungen. Oder wie es das Kind formuliert: „Morgen kommen noch Franz, Kunst, Geschi, Mathe und Physik.“ Na denn, fröhliches Einkaufen. Zumal sich nun täglich Mütter und Kinder vor dem Ständer mit den farblich sortierten Umschlägen und den Heften aller Größen und Lineaturen drängen, um ihre Einkaufslisten abzuarbeiten.

Diese Listen werfen entscheidende Fragen auf. Warum bitteschön müssen alle Deutschhefte in der Klasse einen grünen und alle Englischhefte einen gelben Umschlag haben? Gut, in der Grundschule, wenn die Kleinen noch nicht lesen können, mag das wichtig sein. An den Farben lässt sich erkennen, welches Heft für welches Fach ist. Spätestens ab der zweiten Klasse sollte aber  jeder Steppke so viel lesen können, dass er erkennt, ob er ein Rechen- oder Schreibheft vor sich hat.

Tja, denkste. „Das ist für die Organisation“, belehrt mich das Kind über die vom Lehrer geforderte Farblehre. „Für wessen Organisation, bitteschön?“ „Na, für unsere, wenn wir den Ranzen packen, damit wir wissen, dass für Deutsch alles in Grün und für Englisch alles in Gelb einzupacken ist.“ Aha. Das Kind kann Bruchrechnung, lernt im fünften Jahr Englisch, im zweiten Französisch, ist alles andere als auf den Kopf gefallen, soll aber nicht ein Deutsch- und ein Mathematikheft sortieren können, ohne dass die vom Lehrer vorgegebene Farblehre hilft. Wer’s glaubt?

Aber es gibt Hoffnung. Auf dem Einkaufszettel stand heute zum ersten Mal eine lang ersehnte Angabe: ein Schnellhefter, Farbe egal. Damit hat die Sucherei und das Gedrängel im Laden endlich ein Ende. Erstbesten Schnellhefter geschnappt, bezahlt, und bloß raus damit und die Schlacht im Schreibwarenladen hinter mir gelassen. So muss das immer sein.

Die Schlacht im Schreibwarenladen

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