Brille online

Eine Brille tragen zu müssen ist ein potentielles Armutsrisiko. Mit zunehmendem Alter umso mehr, denn eine ordentliche Gleitsichtbrille bei gleichzeitiger starker Kurzsichtigkeit ist beim Optiker – ob um die Ecke oder von einer großen Kette – kaum unter ein paar hundert Euro zu haben. Meine erste Gleitsichtbrille war so teuer wie vor fast 30 Jahren mein erstes Autos. Zugegeben, die Preissteigerungsrate eingerechnet, gibt es für diesen Preise heute nur noch einen Schrotthaufen. Trotzdem, knapp 1000 Euro für eine Brille hinblättern zu müssen, nur damit man lesen kann und trotzdem nicht gegen jeden Laternenmast läuft, ist schon bitter.

Woher der Preis kommt, ist mir ehrlich gesagt, ziemlich schleierhaft. Ich weiß, dass ein Brillengestell in der Herstellung weit unter 100 Euro kostet. Ich weiß zwar auch, dass gute Gläser teuer sind, ab sooo teuer? Kunststoff, hochbrechend, entspiegelt, versiegelt, getönt, dafür muss man schon ziemlich tief ins Portemonnaie greifen.

Wagnis Online-Optiker

Es gibt eine Alternative. Online-Optiker. Wagen oder nicht? Ich habe es gewagt. Gut, für die angepriesenen 79 Euro ist eine Gleitsichtbrille für meine Werte – oben -6,5, unten +4,5 – auch dort nicht zu haben. Aber für 169 Euro. Der Versuch war’s mir wert. Falls es schief gegangen wäre, hätte ich eine Ersatzbrille gehabt. Die brauche ich sowieso. Also habe ich mich bei einem Online-Optiker angemeldet. Habe mein Foto hochgeladen (gut, dass es niemand sonst zu sehen bekommt) und mir online eine Brille angepasst. Werte laut Verordnung des Augenarztes eingegeben. Einer davon, den des Pupillenabstandes, sollte man vorher von einem Optiker feststellen lassen. Das habe ich dann doch nicht gemacht, kann ja schlecht zum Optiker gehen und sagen „Messen Sie mal meinen Pupillenabstand, damit ich mir eine Brille im Internet bestellen kann.“ Zum Glück war der Pupillenabstand im alten Brillenpass eingetragen. So sehr, dachte ich, könne mein Gesicht wohl kaum auseinander gegangen sein.

Alles gut

Bestellung abgeschickt. Gewartet. Brille angekommen. Made in China. Aufgesetzt. Passt, sieht gut aus, ich kann gut sehen. Alles bestens. Ergo: Auch Blindfische müssen nicht verarmen, wenn sie eine neue Brille brauchen. Jetzt bleibt nur noch die Frage, warum es nicht auch hierzulande, beim Optiker um die Ecke, etwas billiger geht als für den Preis eines 30 Jahre alten Autos.

Fazit: Ich werde auch meine nächste Brille online kaufen. Der Preis ist unschlagbar, das Ergebnis stellt mich rundherum zufrieden.
Gekauft habe ich meine Brille bei http://www.my-spexx.de/

Das Thema beschäftigt auch andere Blogger:

http://steffis-welt-der-wunder.blogspot.com/2011/07/misterspex-brillen-online-kaufen.html

http://kathiskreativsammlung.blogspot.com/2011/07/brillen-online-bestellen-mister-spex.html

http://violett-seconds.blogspot.com/2011/05/brillen-online-bestellen.html

http://www.cafeglobal.at/index.php/brille-online-anprobieren-und-bestellen

 

Brauchen wir Schulfotografie?

Vier Jahre Grundschule, vier Jahre lang jedes Jahr das selbe Spiel: Das Kind kommt heim, erzählt, dass morgen der Fotograf komme, es gut frisiert und gekleidet sein müsse. So sicher wie das Amen in der Kirche kommt nach dem Besuch des Schulfotografen eine Mappe mit ein paar Porträts in Sepia, ein paar in Farbe, zwei Bögen mit selbstklebenden Winzlings-Passfotos, ein Klassenbild und eine Rechnung über einen Betrag irgendwo zwischen 16 und 29 Euro. Das Geld sei abgezählt in einem Briefumschlag mit Name und Klasse des Kindes abzuliefern. Dazu der Hinweis, die Bilder müssten nicht gekauft werden (aber gut und richtig sei es doch).

Zugegeben, die Fotos haben mir immer gefallen, das Kind ist aber auch sehr fotogen. Ein wenig geärgert habe ich mich jedes Mal über die Selbstverständlichkeit, mit der der Kauf vorausgesetzt wird. Mit jedem Jahr habe ich das Mäppchen stärker aussortiert, mehr Bilder zurückgehen lassen und mich über die, die ich behalten habe, gefreut. Mein Verhältnis zu Schulfotografie ist gespalten.

Sinn oder Unsinn?

Brauchen wir jedes Jahr neue Fotos? Eigentlich nicht. Ich bin selbst Fotografin, fotografiere mein Kind oft und gern. Andererseits weiß ich selbst, wie gern ich auch nach 30 oder 40 Jahren noch meine Klassenfotos, die Gruppen- und Einzelfotos von der Konfirmation und vom Tanzstunden-Abschlussball (das gab es in meiner Jugend noch) herauskrame. Und wie gern meine Tochter diese alten Bilder betrachtet, nicht ohne die Bemerkung, wie seltsam unsere Kleidung und Frisuren damals aussahen.

Insofern ist meine Einstellung zu Schulfotos gespalten. Damit bin ich offenbar eine Ausnahme, denn eine Untersuchung der TNS Infratest Sozialforschung hat eine überwiegende Zufriedenheit der Eltern mit diesen Bildern festgestellt (http://www.bvds-ev.de/files/Studie.pdf). Aber elf Prozent der Befragten fühlte sich auch unter Kaufzwang gesetzt.

Warum macht die Schule das?

Für die Schule sind die Fotoaktionen Aufwand. Trotzdem machen es fast alle. Denn die Schulen haben etwas davon, werden von den Unternehmen mit Sach- oder Geldleistungen unterstützt. Die wenigsten Eltern wissen davon. Mehrfach diskutiert wurde in den vergangenen Jahren, ob diese Art der Unterstützung etwas mit Vorteilsnahme oder Bestechung zu tun hat, denn der Markt ist hart umkämpft. Schulfotografen, die den Zuschlag an einer Schule bekommen, haben dort das Monopol, und was einmal gut funktioniert, ändern beide Seiten nicht.

Etwas merkwürdig ist es in meinen Augen aber, dass die Schule sich zum Erfüllungsgehilfen der Fotografen macht: Unterrichtszeit wird zur Verfügung gestellt, die Kinder klassenweise vor die Kamera geschickt, das Geld eingesammelt.

Der BGH hat kürzlich einen Freispruch des Landgerichts Hildesheim aufgehoben. In dem Verfahren waren zwei Schulfotografen vom Vorwurf der Bestechung freigesprochen worden. Das sah der BGH anders, nun muss in Hildesheim neu verhandelt werden. Einwand des BGH unter anderem: Es sei nicht von Belang, ob“der Abschluss eines derartigen Vertrages schulverwaltungsrechtlich überhaupt zulässig ist.“ Tatsächlich haben die Kultusverwaltungen der Länder nichts gegen die Schul-Fotografen-Symbiose.

Es gibt eine Alternative

Heutzutage gibt es in jedem Haushalt einen Fotoapparat oder zumindest ein Fotohandy. Sollen die Eltern ihre Kinder doch selbst fotografieren. Und für die Schule gilt – und das deckt sich mit meiner Erfahrung – das Klassenfotos nur dann einen Sinn haben, wenn dazu alle Namen der abgebildeten geliefert werden. Und das kann nur ein Jahrbuch oder etwas ähnliches, in dem Klassenfotos und Namen verzeichnet sind. Am Gymnasium unserer Tochter gibt es so etwas. Das macht mehr Arbeit, bringt aber allen mehr. Dann kann getrost auf die Schulfoto-Mappen verzichtet werden.

Heike von Köln-Format hat mit einem Artikel „Lieber Kindergartenfotograf“ das Thema ganz anders dargestellt – sehr amüsant und lesenswert.

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Tee oder Kaffee?

Kaffee ist der Deutschen liebstes Heißgetränk. Der Verbrauch liegt pro Jahr und Kopf bei 146 Liter oder 6,1 Kilogramm (Quelle: http://www.das-kaffee-lexikon.de). Abgeschlagen ist der Tee dagegen mit 700 Gramm. Die Frage nach Kaffee oder Tee ist aber mehr als nur die nach dem Lieblingsgetränk

Ich bin von Haus aus Teetrinker. Schwarztee mit Zucker und Milch kam in meinem Elternhaus täglich auf den Tisch. Ich mochte und mag ihn bis heute. Kaffee fand ich immer bitter und wenig schmackhaft.

Ich habe begonnen, Kaffee wegen der Wirkung zu trinken. Den passionierten Teetrinker putscht sein Lieblings zugetränk nicht mehr auf. Um den ungeliebten Kaffeegeschmack zu überdecken, habe ich Zucker und Milch hinzu gegeben. Kaffee schwarz war und ist mir ein Gräuel. Irgendwann habe ich wegen der Kalorien den Zucker weggelassen, auf Milch könnte ich nie verzichten. Im Laufe der Jahre ist der Kaffee in meiner Wertschätzung aber immer weiter gestiegen, und heute trinke ich ihn etwa fünf Mal so oft wie Tee. Daran haben die vielen neuen Kaffeesorten und -zubereitungsarten einen nicht unerheblichen Anteil.

Ich habe aber auch geschmeckt, dass Kaffee, wie er in Deutschland angeboten wird, nur das halbe Aroma bietet. Wie gut Kaffee schmecken kann, habe ich auf Bali erlebt, wo die Bohnen in zwei Stunden mit einer von Hand gedrehten Trommel geröstet werden, oder in Costa Rica, wo Kaffee-Zubereitung ein Lehrberuf ist und ein Kaffee-Sommelier zu hohen Ehren gelangt.

Seit ich so viel Kaffee trinke, ist Tee ist für mich etwas besonderes geworden. Mit Tee verbinde ich Lebensart, ich trinke ihn, wenn ich Zeit habe, das Teetrinken zu zelebrieren. Tee muss für mich frisch zubereitet sein, möglichst mit locker treibenden Teeblättern, zur Not auch mit Beuteln, aber das ist nur der halbe Genuss. Tee will in netter Umgebung genossen werden, am liebsten Zuhause, und mit viel Zeit. Er ist nun mal die leckerere Variante aller Heißgetränke. Am liebsten Schwarztee in Reinform, gern auch als Earl Grey mit Bergamotte, mal in der zarten Variante des Darjeeling oder in der kräftigen des Ostfriesentees. Nur mit grünem Tee konnte ich mich nie anfreunden. Meinen größten Teegenuss erlebte ich in Pakistan, wo kräftiger Tee mit Zucker zehn Minuten in einem Kessel über offenem Feuer in Milch gekocht, dann abgeseiht und serviert wird. So etwas Gutes habe ich nie wieder zu trinken bekommen.

Tee oder Kaffee? Die Antwort hat für mich nichts mit dem Getränk, sondern etwas mit der Situation zu tun. Am Morgen, im Büro, bei Konferenzen und Gesprächen muss es Kaffee sein. Daheim gibt es nur eine Antwort: Tee.

 http://www.tee-kompendium.de/index.html

http://www.teeverband.de/frames.html

Biopreis auf Rekordniveau

Benzin wird teurer, wenn der Ölpreis steigt. Biodiesel wird teurer, wenn der Biopreis steigt?

Könnte man denken, wobei Bio für das biologisch erzeugte Grundprodukt steht. Nur: Der Preis für Raps schwankt zwar, aber lange nicht so sehr und lange nicht so nachhaltig nur nach oben wie der Mineralölpreis.

Und doch: Der Sprit aus der Erde zieht den Preis für den Sprit vom Acker mit nach oben. Steigt der Benzinpreis um zehn Cent, geht auch der Preis für Biodiesel um etwa die gleiche Summe nach oben. Und niemand kann erklären, warum. Oder? Weiß jemand die Antwort?

Fragende Biodiesel-Fahrer werden gern damit abgespeist, dass die Erzeugung von Biodiesel Energie kostet und mit steigenden Energiepreisen auch der Biodiesel-Preis nach oben gehe. Das kann ich kaum glauben. Tatsache aber ist: Biodiesel kostet heute so viel wie Superbenzin noch vor ein paar Monaten. Gerade erst ist der Preis pro Liter auf 1,37 Euro, kurz darauf auf 1,39 Euro gestiegen und geht manchmal sogar über 1,40 Euro. Immer noch günstig gegenüber dem Erdöl-Sprit, aber für diesen Super-Preis hätte ich mir  vor Monaten noch eine andere Tankstelle gesucht.

Die Wiederkehr des Augenlichtes

Über 35 Millionen Menschen auf der Welt sind blind. 90 Prozent von ihnen leben in Entwicklungsländern. Viele können nach einer Operation wieder sehen, denn sie leiden unter dem grauen Star (Katarakt), einer Trübung der Linse. Doch oft fehlen Wissen und Geld, um diese Krankheit zu heilen. Hinzu kommt, dass Hospitäler und Fachärzte für die Landbevölkerung in Entwicklungsländern kaum erreichbar sind. Die Christoffel Blindenmission (CBM), eine freie Dienstgemeinschaft von Christen unterschiedlichen Glaubens, hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen Menschen zu helfen. Mitten im ghanaischen Busch, in Agogo, macht ein deutscher Augenarzt Blinde wieder sehend.

Afia Birago (63) kann wieder sehen. Zweieinhalb Monate lang war die Bäuerin blind, konnte nur hell und dunkel unterscheiden. Einzelheiten ihrer Umgebung blieben ihr verborgen. Die Farmerin aus der Brong-Ahafo-Region in Ghana konnte ihre Felder nicht mehr bestellen, nicht mehr kochen, keine weiten Wege mehr gehen. Eine Katastrophe in einem Land, in dem die Mehrheit der Menschen von dem lebt, was auf Feldern wächst, die weit entfernt von ihrem Zuhause liegen. Afia Birago, Mutter von acht Kindern, leidet am grauen Star. Der deutsche Augenarzt Klaus Ellendorff hat ihr das Augenlicht zurückgegeben.

Afia Biragos Tochter Akna Adowaa (42) hat ihre Mutter ins Hospital von Agogo (25 000 Einwohner) gebracht. Das vor über 60 Jahren von den Baseler Missionaren gegründete Krankenhaus, drei Stunden von der Hauptstadt Accra entfernt, ist im ganzen Land und über die Grenzen Ghanas hinaus berühmt. Wegen seiner gut ausgestatteten Augenabteilung, an der seit 1964 europäische Augenärzte arbeiten. Finanziert wird der Einsatz des Arztes von der Christoffel Blindenmission, Betreiber des Krankenhauses ist die Presbyterian Church of Ghana.

Wie Afira Birago kommen täglich rund 100 Kranke in die Augensprechstunde des Agogo Hospitals. Die Menschen hier leiden unter Grauem Star oder Glaukom, hohem Augeninnendruck, der die Sehnerven bis zur Blindheit zerstört, auch Grüner Star genannt. Tumore kommen ebenso vor und Flussblindheit, ausgelöst durch den Stich der Kriebelmücke, die an schnell fließenden Gewässern lebt.

Anders als in Europa oder Nordamerika kommen die Menschen in Ghana erst zum Arzt, wenn es gar nicht mehr anders geht. Kein Wunder, sind doch die Ansprüche an das Sehen in den Entwicklungsländern längst nicht so hoch. Kaum jemand liest – 40 Prozent der Menschen sind Analphabeten – oder sieht gar fern. Die wenigsten Dörfer sind bisher an das Stromnetz angeschlossen.

Im Gegensatz zum Glaukom, bei dem der Arzt nur retten kann, was noch nicht zerstört ist, gelingt es Ellendorff und seinem Team bei den Katarakten, den Menschen ihr verlorenes Augenlicht wiederzugeben. Bei Afia Birago hat der Arzt Grauen Star an beiden Augen festgestellt. Sogar mit bloßem Auge lassen sich die weißen, eingetrübten Pupillen in ihren braunen Augen erkennen. Gleich für den nächsten Morgen wird die Patientin auf die Operationsliste gesetzt.

Was der Operateur zu tun hat, klingt simpel, ist aber kompliziert. Das Auge wird am Rand der Hornhaut eröffnet, die getrübte Linse mit einem vereisten Stäbchen angefroren und herausgezogen. Danach wird wieder zugenäht. Eine filigrane Arbeit, die viel Fingerspitzengefühl und eine ruhige Hand erfordert. Operiert wird unter dem Mikroskop. Bei Afia Birago wird zunächst die getrübte Linse eines Auges entfernt.

Drei Tage später: Der Optiker des Krankenhauses passt Afia Birago ihre neue Brille an, die er aus Rohlingsgläsern und Brillengestellen selber herstellt. Dicke Gläser mit über zehn Dioptren ersetzen die entfernte Linse. Afia Birago kann wieder sehen. Zunächst nur auf einem Auge, beide Augen operieren zu lassen, war ihr zu teuer, denn die Operation muss aus eigener Tasche bezahlt werden. Eine Krankenversicherung gibt es in Ghana nicht.

Deutlich ist die getrübte Linse zu erkennen.
Deutlich ist die getrübte Linse zu erkennen.

Erst wenn die Operation des ersten Auges gelungen ist, die Patienten den Erfolg im wahrsten Sinne des Wortes sehen können, entschließen sich viele, auch das zweite Auge operieren zu lassen. Diese OP ist etwas teurer. „Weil die Menschen dann nicht mehr blind sind“, erläutert Ellendorff.

Afia Birago hat das Krankenhaus nach zehn Tagen verlassen. Ohne fremde Hilfe. Sie hat ihren Weg wieder klar vor Augen.

Afia Birago und ihre Tochter Akna Adowaa (links)
Afia Birago und ihre Tochter Akna Adowaa (links)
Die Operation erfolgt unter dem Mikroskop.
Die Operation erfolgt unter dem Mikroskop.

Anmerkung: Dieser Artikel ist 1994 erschienen. Dr. Klaus Ellendorff praktiziert inzwischen als niedergelassener Augenarzt in Lüneburg. Seinen Platz in Agogo haben andere Augenärzte eingenommen. Außerdem hat er während seiner Zeit in Ghana einheimische Ärzte ausgebildet, die seine Arbeit fortführen.


Seit vier Jahren gibt es eine Krankenversicherung in Ghana, die etwa 40 Prozentder Bevölkerung haben und die für einen Großteil der Behandlung zahlt.


Die Patienten in Afrika erhalten mittlerweile statt dicker Brillen Kunstlinsen, wie es in Europa und Nordamerika schon lange üblich ist.

 

Weitere Informationen über die Arbeit der Christoffel Blindenmission:
www.cbm.de
Das Agogo Presbytarian Hospital
http://www.agogopresbyhospital.org/?q=node/21

Trachtengruppen

Sind wir nicht alle in bisschen uni-form? Nur in Uniform wollen wir nicht mehr auftreten, die Zeiten sind doch längst vorbei. Einheitslook, von der Mode diktiert, ist „in“, auch wenn’s keiner wahr haben will. Aber verordneter Einheitslook? Gar noch mit allerlei klirrendem Schmuck in Form von Orden und Ehrenzeiten verziert. Nein, bitte nicht! Oder doch?

Zwei despektierlich mitunter auch als Trachtengruppen bezeichnete Vereinigungen halten im Norden immer noch die Fahne hoch – wörtlich. Schützenvereine und Feuerwehren. Offenbar sind grünes und blaues Tuch, militärisches Gehabe, zackiges Marschieren und Ehren-Gedöns doch noch attraktiv genug, damit beide Organisationen nicht der Hauch eines Zweifels an ihrem Auftreten anfliegt. Wäre da nicht die eine oder andere leise, aber vernehmliche Klage über Nachwuchssorgen. Dass sich die Reihen lichten, ließe sich bei den Schützen ja noch unter Zeitgeist abbuchen. Bei der Feuerwehr wird’s gefährlich. Brandgefährlich. Bisher verbuchen die Wehrführer die mancherorts magere Besetzung noch unter mangelnder Begeisterung fürs Ehrenamt oder schieben sie den Arbeitgebern in die Schuhe, die sich angeblich oder wirklich immer schwerer tun, ihre Mitarbeiter fürs Gemeinwohl frei zu stellen. Das mag ja so sein. Doch hinter vorgehaltener Hand gibt auch mancher Feuerwehrmann zu, dass etwas weniger Trachtengruppen-Folklore und etwas mehr Trachten nach Modernität auch einer Feuerwehr gut tun würde.

Ganz und gar grummelig werden einigen Feuerwehrleuten, wenn es ans Ehren geht. Die Großen behängt man, die Kleinen lässt man – zum Einsatz – laufen. Oder anders ausgedrückt: Die sich nachts auf kalter Straße zur Rettung von Menschenleben den A . . . aufreißen, gehen beim Verteilen der Orden oft leer aus. Wie einst beim Militär.

 

Unzufriedenheit mit der eigenen Feuerwehr thematisiert ausführlich dieser Artikel:

http://www.fwnetz.de/2011/07/12/ich-bin-mit-der-gesamtsituation-unzufrieden/

 

Querflöte versus Klarinette

„Wie klingt eine Klarinette am schönsten? Leise knisternd im Kamin.“ Als ich diesen zugegeben bösen Witz das erste Mal gehört habe, wusste ich sofort, wer ihn sich ausgedacht hat: ein Querflötist oder eine Querflötistin. Und ich lag richtig. Der Witz beschreibt ein Phänomen, das ich nicht erklären kann. Es ist aber offenbar weit verbreitet, weil es mir viele Instrumentalisten und Musikhörer bestätigt haben.

Meine Behauptung: Wer Querflöten-Töne mag, mag keine Klarinetten-Töne. Und umgekehrt.

Ich liebe den Ton der Querflöte. Er ist rein, klar, seines Klangfarbe hat etwas Leichtes, das jedoch nicht der Tiefe entbehrt. Das ist keine Tiefe, die dumpf ist, die Angst macht, sondern eine, die ein wames Vibrieren in mir auslöst, und die dem hellen, reinen Klang etwas Gehaltvolles gibt. Besser kann ich es nicht erklären.

Ich mag den Ton der Klarinette nicht. Er ist mir zu näselnd, es schwingt etwas in ihm mit, das mir unangenehm ist. Das mich nicht innerlich jubilieren lässt, sondern mein Zwerchfell verknotet. Besser kann ich es nicht erklären.

Was aber besonders verwunderlich ist: Ich mag den Klang der Oboe, des Fagotts und des Saxophons, obwohl ihr Klang wie der der Klarinette von Rohrblättern erzeugt wird.

Ich weiß, dass es Menschen gibt, die den Klang meiner geliebten Querflöte nicht mögen. Die ihn zu scharf, zu schrill, zu hell finden. Fragt man sie, wie ihnen Klarinetten-Klänge gefallen, geben sie sofort ihre Begeisterung für dieses Instrument kund.

Fazit: Querflöte oder Klarinette ja, Querflöte und Klarinette, das geht offenbar nicht zusammen.

 

Wer es selber prüfen möchte, hier gibt es Klangbeispiele:

http://www.sander-saxophon.de/klangbeispiel.htm

 

Und hier ein paar schöne Musikerwitze:

http://www.mv-flein.de/witze.htm

 

 

Für alle Querflöten-Liebhaber gibt’s diese Seite:

http://www.flutepage.de/blog/2011/05/16/klassische-musik-und-internet/

 

 

Applaus und Akkord

Eines vorweg: Ich bin bekennender Fan von klassischer Musik und kenne mich mit den Gepflogenheiten klassischer Konzerte aus. Ich weiß aber auch, dass ich damit ziemlich einsam auf weiter Flur stehe. Für viele ist klassische Musik genau das, was ich einst als bissigen Witz las: Klassik – tote Musik für halbtote Zuhörer.

Genau das ist es aber nicht. Es ist eine Musik, die einen mitreißt oder in sich versinken lässt. Und dann kommt er, der Moment, in dem der verzückte Zuhörer  harsch aus seinem Hingerissensein gerissen wird: Wenn nach dem ersten Satz geklatscht wird. Zögernd fallen etliche weitere Zuschauer ein, wenn das Applaudieren beginnt. Bald macht sich Verlegenheit breit, das Klatschen erstirbt schnell, der Dirigent hebt die Hände zum nächsten Einsatz. Zugegeben, ich übertreibe ein bisschen, aber so kommt es mir halt oft vor.

Wann darf ich im klassischen Konzert klatschen? Grundsätzlich, zumindest in unserem Kulturkreis, nicht zwischen den Sätzen. Wohl aber zwischen den einzelnen Werken. Wer unsicher ist, schließe sich der Masse an. Ein innerer Applausometer hilft, zwischen falschem, weil magerem Beifall, und dem echten, frenetischen Applaus zu unterscheiden.

Dass Klassik still genossen wurde, war nicht immer so. Zu Mozarts Zeiten wurde im Opernhaus getratscht, gelacht,  gepöbelt – nicht über die Musik. Die war damals häufig das, was heute die Musik im Kaufhaus ist. Kulisse, Hintergrundbeschallung. Lag es vielleicht daran, dass niemand richtig hingehört hat, dass Mozart zu Lebzeiten keine Anerkennung seiner Musik fand. Seit Gustav Mahler änderte sich das, die Zuhörer lauschten der Musik, würdigten die Leistung der Künstler. Und hörten auf, zwischen den Sätzen zu klatschen.

Zu Recht, wie ich finde. Ein Werk, auch wenn es nach Sätzen gegliedert ist, ist eine geschlossene Einheit, Satz baut auf Satz auf. Die Linie wirkt nur ungebrochen. Und noch ein Argument gegen das Klatschen zwischen den Sätzen, das mir als Laien-Chorsängerin einfällt: Beginnt ein Chorstück mit dem vollen Choreinsatz auf der allerersten Zählzeit, braucht der Chorist die Tonart des vorangegangenen Satzes, um seinen Ton zu finden. Wie soll das gehen, wenn zwischendurch Applaus den Akkord überstimmt? Fatal, wenn der Chor den nächsten Einsatz harmonisch vergeigt.

Wenn  der letzte Ton verklungen, das Werk zumeist mit einem furiosen Finale zu Ende gebracht ist, dann darf applaudiert werden, am besten frenetisch. Aber bitte erst nach dem letzten Ton und einer ein paar sekündigen Stille, der Stille der Ergriffenheit. Wenn applaudieren trotz aller angeführten Argumente zwischen den Sätzen durchaus noch hinnehmbar ist, ist eines meiner Ansicht nach eine Todsünde: In die letzten Töne hinein laut „Bravo“ zu rufen oder schon loszuklatschen. Aber das tun sowieso nur Leute, denen es beim Konzertbesuch nicht um die Musik geht. Denn das ist ein Phänomen, das vor allem bei Benefizkonzerten auftritt.

Ein lesenwerter Artikel der Berner Zeitung von vor einem Jahr würde übrigens eifrig kommentiert: Die Klatschpolizei hört alles.

 

http://tt.bernerzeitung.ch/kultur/klassik/Die-Klatschpolizei-hoert-alles/story/19448559

 

Das Poesiealbum – ein Zeitdokument

„Deutsch sein heißt gut sein, treu sein und echt!“

Das schrieb der damals 23-jährige Lehrer Curt Frege in das Posiealbum, das sein Bruder Johannes, mein Großvater, gerade geschenkt bekommen hatte. Ein in Leder gebundenes Büchlein mit Verschluss und in Gold geprägten Buchstaben auf dem Einband. Ein Büchlein, das sich heute in meinem Besitz befindet und eine traurige Geschichte erzählt. Aber auch eine Geschichte von unendlicher Sorgfalt, von der Kunst der schönen Schrift und davon, sich für Freunde viel Mühe zu geben. Die Einträge in dem Buch sind kleine Kunstwerke.
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