Gehört die Zauberflöte zur Allgemeinbildung?

Praktikant bei einer Tageszeitung, Anfang 20, Student, wird losgeschickt zu einer Aufführung von Mozarts „Zauberflöte“. Nein, er soll keine großartige Musikkritik schreiben, sondern nur einen Benefiztermin am Rand in Bild und ein paar Zeilen festhalten.

Frage an den jungen Mann: „Zauberflöte, schon mal gehört?“ Ja, davon habe er schon mal gelesen. „Ich meine, schon mal gehört, die Musik?“ Nein, meint er, bisher nicht. Ich trällere ihm kurz das Auftrittslied von Papageno, das Vogelfängerlied, vor. Nein, das kenne er nicht.

Niemand wird ernsthaft bestreiten, dass es zu einer umfassenden Allgemeinbildung gehört, schon einmal im Leben ein Gedicht von Schiller gelesen, ein Stück von Brecht oder von Shakespeare gesehen, ein Gemälde von Dürer oder Picasso betrachtet zu haben. Zu wissen, worin sich eine romanische und eine gotische Kirche unterscheiden und zu erkennen, ob ein Garten im französischen oder im englischen Stil angelegt ist. Nur die klassische Musik, die wird offenbar komplett ausgeblendet. Ein Abiturient muss nicht wissen, wie ein Bruckner-Sinfonie klingt. Aber er sollte schon einmal die „Zauberflöte“ gehört und nicht nur von ihr gehört haben. Er sollte den Unterschied zwischen Bach und Mendelssohn-Bartholdy heraushören und ein Instrument, zumindest eine Instrumentengruppe am Klang unterscheiden können.

Musikbildung, das heißt nicht Hiphop von Rock unterscheiden zu können. Ich wünsche mir, dass klassische Musik wieder hipper wird. Damit ich dem nächsten Praktikanten nicht wieder die „Zauberflöte“ erklären muss.

 

Mutters neues Schuljahr

Der erste Tag im neuen Schuljahr ist da. Nun beginnen sie wieder, die Leiden einer Schulkind-Mutter. Jeden Tag zu Kloppenburg, sorry, das heißt jetzt Rossmann, und unweigerlich kommt dann auch der Kampf mit der Klebefolie.

Tag 1: Anruf im Büro. Mama, ich brauche ein Heft DIN A 4, liniert mit Rand mit blauem Umschlag, ein Heft DIN A 5 kariert ohne Rand mit gelbem Umschlag und ein Heft DIN A 4 kariert ohne Rand mit rotem Umschlag, dann eine blaue und eine gelbe Sammelmappe und einen grünen Schnellhefter, außerdem einen Collegeblock. Also rein in die Schlange all der Schulkinder und Mütter, die ihre Listen abarbeiten. Eine Liste gibt es allerdings ab Klasse 6 bei uns nicht mehr, sondern mit jeden Tag der Woche mit jedem neuen Fach eine neue Anforderung, was umgehend und bis zum nächsten Tag zu kaufen sei.

Tag 2 bis 5: Anruf im Büro. Wahlweise werden benötigt ein Vokabelheft und noch ein Vokabelheft, ein Notenheft DIN A 4 – das erfordert einiges an Sucharbeit – ein Bleistift Härte A oder B oder AB, dann noch einmal ein Heft DIN A 4 liniert ohne Rand, diesmal mit einem gelben Umschlag, und ein Heft DIN A 5 liniert ohne Rand mit grünem Umschlag, dazu noch einmal zwei Schnellhefter, einer blau, einer grün, und zwei Sammelmappen, was auch nichts andere ist als ein Schnellhefter, das  muss man nur wissen.

Irgendwann zwischen Woche 1 und Woche 3: Jeden Tag kommt das Kind mit einem anderen Lehrbuch nach Hause. Und jeden Abend hockt Mutter auf dem Fußboden und kämpft mit selbstklebender Einschlagfolie und Schere. Denn merke: Das Kaufen von Heften und das Einschlagen von Büchern hat immer, ich betone immer, von einem Tag auf den anderen zu erfolgen. Ob das die Lehrerin will oder das Kind, bleibt schleierhaft.

Doch seid getrost, ihr gestressten Mütter, irgendwann ist jedes Heft vorhanden und jedes Buch eingeschlagen, und dann beginnt das Schuljahr richtig und die Probleme nehmen nicht ab, sondern sehen nur anders aus. Schule ist und bleibt halt ein Abenteuer, nicht nur für die Kinder.

 

Schmerzhafte Erziehung

Was tun, wenn öffentlich einem Kind von einem Elternteil Schmerzen zugefügt werden? Wann darf, wann muss man einschreiten?

Ein großer Flohmarkt in einer mittelgroßen Kreisstadt. Eine typische Familie – Vater, Mutter, Sohn, Tochter – bummelt zwischen den Ständen entlang. Die Mutter bleibt ein wenig zurück, der Vater geht mit den Kindern, das Mädchen ist etwa acht bis zehn Jahre alt, voraus. Plötzlich scheint es, als ob der Sohn, etwa 12, 13 Jahre alt, irgendetwas falsch gemacht hat. Der Vater herrscht ihn an, greift dann seinen Unterarm und drückt zu. Zunächst sieht es so aus, als fasse er seinen Sohn nur am Arm, um dessen Aufmerksamkeit zu erregen. Doch dann drückt er immer weiter zu, so lange, bis dem Jungen die Tränen in die Augen steigen. Dann schickt der Vater sein Kind davon: „Geh ein paar Meter weg.“

Wenig später. Die Mutter geht mit ihrem weinenden Sohn Arm in Arm hinter Vater und Tochter her.  Zwei Frauen an einem Flohmarktstand sprechen die beiden an. „Das war ja wohl etwas heftig für einen Vater.“ Die Mutter zuckt die Achseln, sagt, da müsse sie wohl mal mit ihrem Mann reden.

Was ist das richtige Verhalten in dieser Situation? Sofort eingreifen? Dem schmerzhaft ausgeübten Erziehungsrecht des Vaters in den Arm fallen? Niemand hat es getan. Einzig die beiden Frauen haben eine Bemerkung gemacht, die vermutlich gar keine Wirkung hat. Allem Anschein nach duldet die Mutter das Verhalten des Vaters oder sie ist – was unwahrscheinlicher erschien – machtlos dagegen. Vielleicht heißt sie es sogar gut.

Mir geht der Junge geht mehr aus dem Kopf. Ich weiß nichts über diese Familie, aber es sieht so aus, als sei der schmerzhafte Würgegriff des Vaters nicht zum ersten Mal erfolgt. Ich war über den Vorfall, der sich ein paar Meter von mir entfernt ereignete, erst so perplex, dass ich gar nicht reagieren konnte. Und dann war es zu spät.

Ich hätte etwas sagen müssen.

 

 

Kleine Anleitung für IPTC-Köpfe

IPTC – das ist der internationale Standard für das Speichern von Bildinformationen und Urheberrechten.

http://de.wikipedia.org/wiki/IPTC-NAA-Standard

Jeder, der für Zeitungen arbeitet oder seine Fotos anderen Medien anbietet, sollte sie mit IPTC-Köpfen versehen. Einerseits, um den chronisch unter Stress stehenden Redakteuren die Arbeit zu erleichtern und damit vor anderen Fotografen die Nase vorn zu haben. Andererseits, um die Urheberrechte am Bild zweifelsfrei festzuschreiben.

Hier meine kleine Anleitung für das Anlegen von IPTC-Köpfen in Photoshop und XnView zum Herunterladen oder Ausdrucken:

IPTC-Anleitung

Wer mehr lesen möchte:

http://www.koschel.it/fotografie/iptc-daten/

http://www.bildbetextung.de/

Ausführliche FAQ zu Urheberrechten bei Fotos:

http://hoesmann.eu/rechtsgebiete/urheberrecht/faq-foto-und-urheberrecht/#109

Sintflut der Fotos

Ein kleines Erlebnis im Urlaub: In der Barbarossa-Höhle am Kyffhäuser kaufe ich eine Eintrittskarte und für zwei Euro eine Fotogenehmigung. Anmerkung auf der Rückseite: Fotografieren bitte nur ohne Blitz, die Veröffentlichung der Bilder ist untersagt (so die Kurzform, das Ganze war deutlich ausführlicher ausgeführt). Also rein in die Höhle, 1600 Asa eingestellt, Gorillapod unter die Kamera geklickt und fotografiert. Alle anderen haben auch auf den Auslöser gedrückt, auf den ihrer Handys oder Minikameras,  und immer schön geblitzt dabei. Der junge Geologe, der durch die Unterwelt führte, hat’s einfach so hingenommen.

Ritschratschclick im Digitalzeitalter

Ich  möchte ja nicht wissen, wie diese Fotos aussehen? Die Hälfte davon dürfte nicht zu gebrauchen sein, ähnlich denen, wenn ein Konzertbesucher vom obersten Rang der Kieler Ostseehalle mit dem eingebauten Blitz seiner Minikamera die Bühne ablichtet. Was mir aber noch bemerkenswerter erscheint ist die Frage, wer sich diese Fotos wann und vor allem wie oft anschaut. Wir ertrinken in Fotos. Seitdem kein Film mehr gekauft und eingelegt werden muss und jedes Foto so schnell wieder gelöscht werden kann wie es gemacht wurde, wird fotografiert als gäbe es nichts anderes mehr auf der Welt. Die Sintflut der Bilder ist weitaus größer als die echte. Wer braucht diese Fotos? Wer will diese Fotos? Sie sind Wegwerfware geworden.

Klick-Klick-Klick

Zugegeben, auch ich fotografiere viel. Und vor allem jedes Motiv mehrmals. Als Fotografin für Zeitungen hat man das einfach so drin, jedes Motiv vielfach aus vielen Blickwinkeln. Früher wurden davon Kontaktabzüge gemacht und einzelne mit Lupe und fotografischem Blick ausgesucht. Heute macht die Masse das Bild. Klick-Klick-Klick, und alles, was nichts taugt, wird weggeworfen. Oder auch nicht, denn auch das Aussortieren will gelernt sein. Von beiden Phänomenen will ich mich nicht freisprechen.

Mindert die Masse den Wert?

Was macht das massenweise Fotografieren mit den Bildern? Wie beliebig werden sie? Meine Theorie: Millionen von Fotos versauern auf Festplatten, nachdem sie kurz gezeigt und besehen wurden, etwa nach Urlaubsreisen. Wenn sie dem Fotografen wichtig sind, bitte sehr, soll er sie horten. Einige hunderttausend Bilder finden den Weg ins Internet, in Fotocommunitys oder auf Blogs (darunter auch Fotos von mir). Ambitionierte Hobbyfotografen zeigen hervorragende und herausragende Bilder. Eine Leistung, die mich oft staunen lässt.

Und dann gibt es noch Fotos, die ragen heraus. Wer sehen kann, wird sie finden und für gut befinden und sie im Gedächtnis behalten. Es sind Nadeln im Heuhaufen der Massenfotografie. Zeitlose Dokumente, wunderschöne Bilder, auf Chip gebannte Weisheiten. Fotos, die im Kopf des Fotografen entstanden und im Kopf des Betrachters bleiben.

Die universelle Sprache der Fotografie

Solche Fotos gab es schon immer. Sie sind nicht umsonst heute als Kunstwerke anerkannt, man denke nur an Bilder von Edward Steichen, Alexander Rodtschenko, Robert Capa, Henry Cartier-Bresson, Alfred Stieglitz oder August Sander.

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_bedeutender_Fotografen

Ihre Bilder sprechen eine universelle Sprache, die bis heute gilt. Viele andere, weniger bekannte Fotografen machen Bilder, die in Qualität und Aussage hervorragend sind. Ich wünsche diesen Bildern, dass sie nicht von der Sintflut der Fotos, die das digitale Fotozeitalter prägen, hinweggespült werden. Es erfordert geübte Betrachter und die Lust an guten Fotos, die Spreu vom Weizen zu trennen. Nicht nur in unserer von Bildern geprägten Welt, sondern vor allem und das ganz besonders auf der eigenen Festplatte.

Ausführliche Gedanken zum „digitalen Bildvergessen“ hat sich Andreas Schelske 2005 beim zweiten Symposium der Deutschen Gesellschaft für Photographie und des Fachbereichs Gestaltung der Georg-Simon-Ohm Fachhochschule Nürnberg gemacht.

Gedanken und Tipps zum Fotos sortieren gibt’s hier:

http://www.foto-howto.de/praesentieren/ordnung-das-aussortieren-der-fotos/

 http://www.goldmann.de/bilder-aussortieren_tipp_127.html

 

 

 

 

Erlebnis Hotel

Wenn einer eine Reise tut . . . Na klar, dann kann er was erzählen. Wer eine Reise tut, ist auf fremde Betten angewiesen. Üblicherweise auf ein Hotel. Das kann zum Erlebnis werden, zumal, wenn man auf eigene Faust in Feriengebieten unterwegs ist und vorher kein Zimmer gebucht hat. Ich habe in einer Woche Deutschlandtour drei Kategorien von Hotels kennen gelernt: unmögliche, äußerst angenehme und oberspießige.

Unmöglich:

Am Main, die als Ort der Nachtruhe auserkorene Kleinstadt ist gerade Ziel einer Massen-Fahrradtour, alle Zimmer ausgebucht. Die freundlichen Damen der Tourist-Information empfehlen, einen Ort weiter nachzufragen. Etwa bei einem Weingut, das auch Fremdenzimmer vermietet. Anruf, Auskunft: Ja, wir haben noch ein Zimmer frei, allerdings ohne Dusche und Toilette, die liegen auf dem Flur, Sie sind aber die einzigen Benutzer. Na gut, mag gehen für ein, zwei Nächte. Also hin. Zimmer ansehen? Nein, es wird gerade fertig gemacht, Sie können gleich einziehen. Wir sind ein- und gleich wieder ausgezogen: ein gebrauchtes Pflaster unterm Bett, eine Erdnuss im Polster des durchgesessenen Sessels, verschwitzte Bettwäsche und ein zusammengeknüllter Zettel in der Ecke. Das alles für 50 Euro die Nacht. Nein Danke.

Äußerst angenehm:

Also noch einen Ort weiter gezogen. Veitshöchheim am Main, sieben Kilometer vor Würzburg. Es ist ein Doppelzimmer für uns frei. Perfekt. Der Gastgeber empfängt uns herzlich, fragt, ob wir Würzburg besuchen wollen, drückt uns auf unser Ja prompt einen Stadtplan von Würzburg, einen von Veitshöchheim, den Fahrplan der Mainschifffahrt mit den Abfahrtszeiten nach Würzburg in die Hand, empfiehlt uns einige gute Speiselokale im Ort, zeigt uns ein pieksauberes und großzügig eingerichtetes Zimmer – 71 Euro die Nacht für zwei –, druckt uns am nächsten Tag flugs einen Busfahrplan aus und serviert am nächsten Morgen ein exorbitantes Frühstücksbüffet mit Lachs und Tomaten-Mozzarella und allem Drum-und-dran. Einziges Manko: Das Haus liegt nicht gerade ruhig, gegenüber flitzt der ICE über eine Hochbahntrasse, und bei brütender Hitze wird es nachts unruhig, wenn die Fenster offen sind. Abgesehen davon ein höchst empfehlenswertes Haus.

Es ist das Hotel und Gästehaus am Rokokogarten in Veitshöchheim:

http://www.hotel-am-rokokogarten.de

Die Namen der beiden durchgefallenen Häuser will ich hier höflich verschweigen.

Oberspießig:

Weg vom Main, hin zum Edersee. Waldeck. Wieder Zimmersuche. Angesichts der Erfahrung am Main rufen wir in einem Haus an, bitten, das Zimmer zunächst besichtigen zu dürfen. Die Dame am Telefon gibt sich schmallippig, weist uns dann aber an, zu kommen. Von Anschauen ist nicht mehr die Rede, sie drückt uns die Zimmerschlüssel in die Hand und bemerkt noch: „Da Sie nur eine Nacht bleiben, muss ich fünf Euro Aufschlag pro Person berechnen.“ Na dann. Macht88 Euro pro Nacht für zwei Nasen. Das Haus ist aufwändig, aber stillos eingerichtet, strotzt vor Nippes, das Bad ist braun gefliest und auf dem Flur hängt wie früher in Kinderheimen üblich ein Gong. Wird damit zu den Mahlzeiten gerufen? Wir werden es nie erfahren. Denn die Damen gibt uns zu wissen, das Haus sei zwar auch ein Restaurant, man habe aber an diesem Tage so viele Hausgäste, an die 40, dass es nicht möglich sei, für zwei weitere Personen zu kochen. Wir mögen uns zum Essen in ein anderes Restaurant begeben. Wir fühlen uns so schnell als Gäste zweiter Klasse, halt keine Hausgäste, sondern NUR Übernachtungsgäste. Der Eindruck, in ein Kinderferienheim mit strengen Sitten geraten zu sein, setzt sich beim abendlichen Kauf eines Viertels Wein für den zimmereigenen Balkon fort: „Aber Glas und Karaffe wieder runterbringen“, wird mir mit auf den Weg gegeben. Selbstverständlich.

Merke: Nicht überall ist der Gast Gast. Er fühlt sich manchmal wie ein zu schröpfendes Wesen und manchmal wie zurechtgewiesen. Aber es gibt eben auch Orte, wo Gastfreundschaft noch genauso verstanden wird.

Zahltag für den Schulbus

Nun ist es soweit: Der 1. August ist in Schleswig-Holstein für alle Eltern, deren Kinder mit dem Bus zur Schule fahren, Zahltag. Ich habe gerade 122 Euro an den Schulverband überwiesen. Dafür, dass mein Kind jeden Tag 16 Kilometer mit dem Bus zur Schule fährt und nachmittags wieder zurück, zwei Mal unterwegs umsteigen und die meiste Zeit im Bus stehen muss.

Eingebrockt hat uns das die Landesregierung. Nach dem vor einigen Jahren ein erster Versuch, die Eltern an den Schulbuskosten zu beteiligen, gescheitert war, ist der zweite Anlauf gelungen. Die Kreistage haben zähneknirschend die Elternbeteiligung beschlossen. Weil ihnen der Zuschuss aus Kiel gestrichen wurde und weil sie die Kosten von mehreren hunderttausend Euro sonst selbst hätten tragen müssen. Da die öffentliche Hand überall am Rand der Pleite vorbeischrammt, blieb nur, die Eltern zur Kasse zu bitten.

Zugegeben, 122 Euro im Jahr oder zehn Euro pro Monat sind nicht allzuviel. Es geht aber ums Prinzip. Nicht nur, dass vor Jahrzehnten die Schulen auf dem Land geschlossen und stattdessen Schulzentren in den größeren Orten gebaut wurden. Alle Eltern bekamen gesagt, als Gegenleistung würden ihre Kinder kostenlos zur Schule gefahren. Eine Zusage, die lange gehalten hat. Nein, mit dem Zahltag 1. August 2011 ist auch ein Damm gebrochen. Bildung ist auf dem Land nicht mehr kostenlos. Auch wenn kein Schulgeld erhoben wird, das Busgeld will bezahlt sein, und Eltern haben keine Wahl. Alle Kinder müssen mit dem Bus zur Schule fahren, egal, welche weiterführende sie besuchen. Einzige Alternative wäre ein Fahrdienst der Eltern, aber das kostet Zeit und ist bei den hohen Spritpreisen sicher nicht günstiger.

Die Zeit des kostenlosen Schulbusses dürfte damit ein für alle Mal vorbei sein. Es gibt kein Zurück mehr, was einmal eingeführt ist, wird nicht wieder abgeschafft. Jeder, der das glaubt, ist naiv. Bleibt nur die Frage, wie lange die jetzige Elternbeteiligung hält, wann sie erhöht wird und was vielleicht noch an Eigentbeteiligung kommt.

Und noch ein Gedanke bewegt mich: Wenn ich schon zahlen muss, kann ich dann nicht wenigstens ein kleines bisschen mehr Komfort für mein Geld und für mein Kind erwarten?

Das schreibt die Landes-Elternvertretung dazu:

http://elternvertretungen.blogspot.com/2011/02/eltern-warnen-politiker-eine.html

Beten online ist wie Bloggen

Beten ist wie Bloggen.  Zwiesprache mit jemandem halten, der kein Zwiegespräch führt, sondern irgendwo da draußen ist. Vielleicht antwortet er und  schickt einen Kommentar. Ober aber er klickt meine Wort einfach nur an, liest sie und bewegt sie im besten Fall in seinem Herzen.

Für den der betet, bloggt oder gar online betet aber sind alle drei Wege eine gute Möglichkeit, die Gedanken zu schärfen. Was will ich sagen? Was bewegt mich? Was wünsche ich mir? Nur wer sein Inneres versucht, in Wort zu fassen, hat genug durchdacht, was ihn bewegt.

Da lob ich mir die Seite www.evangelisch.de

Nicht nur, dass das Hansische Druck- und Verlagshaus (HDV), eine 100%ige Tochtergesellschaft des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik gGmbH (GEP), hier ein umfassendes Online-Angebot bereit hält, dass weit mehr als nur evangelische Christen interessiert. Die Seite bietet auch die Möglichkeit, bloggend zu beten oder betend zu bloggen. Einfach so, für jeden, dem danach ist und ohne Anmeldung. Ein Ort, um Gebete zu allen Katastrophen dieser Welt, aber auch für das eigene kleine Leben zu hinterlassen, für die Ordnung der eigenen Zwiesprache mit Gott und zum Nachbeten für andere.

http://gebet.evangelisch.de/

Warum Annan Kofi heißt

Kofi heißt nicht nur der ehemalige UN-Generalsekretär Annan mit Vornamen, Kofi ist ein sehr häufiger Vorname in Ghana, in abgewandelter Form in ganz Westafrika. Ghana kennt eine besondere Art der Vornamen-Vergabe. Je nach Wochentag erhalten Mädchen und Jungen ihre Vornamen.

Wie heißt Ihr auf ghanaisch? Hier die Liste:

  • Wochentag – männlich – weiblich
  • Montag  – Kwadwo, Kojo, Jojo – Adjoa Adzo Ejo
  • Dienstag – Kwabena Kobina Ebo – Abenaa, Abla
  • Mittwoch – Kwako, Kweku Kuuku – Akua, Ekuwa, Aku
  • Donnerstag – Yaw, Ekow – Yaa, Yaaba
  • Freitag – Kofi, Fiifi, Yoofi – Efua, Afua Afi
  • Sonnabend – Kwame, Kwamena, Ato – Ama, Aba, Awo
  • Sonntag – Kwesi, Akwasi, Siisi – Esi, Akosua, Kisi

Also wissen wir jetzt: Kofi Annan wurde an einem Freitag geboren.

Seine Geburtsstadt ist Kumasi, die von den Ghanaern liebevoll mit der Kurzform K’si bezeichnet wird.

Die jeweils ersten Namen der Liste sind übrigens die Hauptnamen für den jeweiligen Wochentag der Geburt, alle weiteren nur Abwandlungen. Sind mehrere Söhne oder Töchter einer Familie am selben Tag geboren, werden sie durchnummeriert: Kofi der erste, der zweite, der dritte . . .

Alternativ werden Kinder nach den Umständen ihrer Geburt benannt, also etwa Piesie (Stammhalter) oder Atta (Zwilling).

http://de.wikipedia.org/wiki/Akan-Vorname