Fru Öttenpötter vertellt: Boxenschild und Schilddesign

Ein Pferd hat einen Namen, und der steht üblicherweise auf dem Schild, das außen an seiner Box angeschraubt ist. Ein Boxenschild zu designen, kann aber durchaus kompliziert sein. Davon können wir ein Lied singen, wir haben es gerade hinter uns gebracht.

Holsteiner Wallach, Kopffoto mit Zaumzeug
So guckt unser Lasse auf seinem neuen Boxenschild.

Erst einmal müssen wir das Schild definieren. Es gibt Boxenschilder, Stallschilder und Weideschilder. Über Weideschilder müssen wir hier nicht lange reden, die haben nichts mit den einzelnen Pferden zu tun, warnen nur davor, die Tiere zu füttern und weisen auf Elektrozäune hin, so etwas in der Art. Aber Stallschilder und Boxenschilder wollen fein unterschieden sein. Da geht’s schon lustig durcheinander. Für die einen sind Stallschilder Schilder im Stall, etwa mit der Aufschrift „Haltet den Putzplatz sauber“ oder „Sattelkammer“. Für andere wiederum sind Stallschilder dasselbe wie Boxenschilder. Also die Schilder, die an der Box hängen und darüber Auskunft geben, welches Pferd darin zu finden ist. Um die Verwirrung perfekt zu machen: Die gibt es auch mit der Bezeichnung Stalltafel oder Boxentafel.

Tafel ist treffend. Üblicherweise sind diese Schilder schwarz und werden mit weißer Kreide beschriftet. Aber Achtung: Boxentafeln gibt es auch im Rennsport, und dann stehen etwa die restlichen Runden oder die gefahrene Zeit darauf. Aber bleiben wir im Stall. Die klassische Boxentafel wird auch Abstammungstafel genannt, und wer die Felder darauf sieht, weiß warum. Sie ist auszufüllen mit Name des Pferds, Namen der Eltern und der Großeltern, Name des Besitzers, des Schmiedes und Tierarztes, die drei letzteren möglichst mit Telefonnummer. Das Zuchtgebiet, sprich die Rasse, ist ebenfalls vermerkt.

Wem die klassische Variante zu farblos ist, der hat im Internet viele, viele Möglichkeiten, sich ein individuelles Boxenschild zu gestalten. Und da wird es schwierig. Die einen haben hübsche Vorlagen und bieten die Möglichkeit, bis zu drei Fotos hochzuladen. Deren Verteilung auf der Tafel aber soll beschrieben werden. Wie das? Klingt kompliziert. Ist kompliziert. Ich würde die Fotos lieber mit der Maus in die gewünschte Position ziehen, wie bei einem Fotobuch. Also anderen Anbieter gesucht. Ebenfalls einige ganz nette Vorlagen, und eine, in die das Porträt von unserem Lasse hineinpasst. Er guckt nicht aus dem Bild heraus, sondern von links auf die Schrift. Prima. Aber leider, leider ist zwischen Foto und Schriftfeld noch Platz übrig und nirgends steht, was da hinkommt, ob dieser Streifen weiß bleibt oder was. Also: nächster Versuch, nächster Anbieter.

Dort sind der Phantasie fast keine Grenzen gesetzt. Es gibt die Schilder in rechteckig, oval oder rund, in Anlehnung an Messing-Haustürschilder, mit Wechselrahmen, als Kreidetafel, mit allen möglichen Hintergründen von einer bestimmten Farbe bis zu Strohmustern oder Boxenbrettern, mit Foto links und Foto rechts oder Foto als Hintergrund. Etliche Schriftarten und Farben stehen zur Auswahl. Das ist doch mal was. Angucken kann man sich das Ergebnis seiner Eingaben am Rechner allerdings auch dort nicht. Immerhin: Es gibt vor der Produktion einen Korrekturabzug. Das ist doch schon mal was.

Dann ist da noch die Sache mit dem Namen. Unser Pferd heißt Leonardo, um genau zu sein: Leonardo 807. Er ist ein Landgraf-Enkel, und da die Namen seiner Kinder und Kindeskinder mit L beginnen müssen und es nicht so viele Namen mit diesem Anfangsbuchstaben gibt, ist er eben Leonardo Nr. 809. Da er schon ein bisschen älter ist, dürfte die Zahl der Leonardos mittlerweile auf über 1000 angewachsen sein. Der Rufname ist wegen der Masse der Leonardos denn auch Lasse und eben nicht Leonardo. Reimt sich auch viel besser: Lasse ist Klasse (das stimmt). Was aber auf das Schild schreiben? Den korrekten Namen oder den, unter dem ihn alle kennen. Schließlich soll das Schild auch als Orientierung für die Mitarbeiter im Stall dienen.

Zum Glück ist ja noch das Porträtfoto vom Pferd auf dem Schild, so dass der Name nicht ganz so wichtig ist. Denn es ist dann doch Leonardo 809 geworden. Ein bisschen gelacht haben wir bei der Abstammung. Das steht nun auf der Tafel:

Vater: Linaro
von: Landgraf I
aus der: Tamara
Mutter: Lahra
von: Corofino I
aus der: Dunja III

Jetzt warten wir also auf das Boxenschild oder die Boxentafel oder das Stallschild oder die Stalltafel oder wie immer das Ding heißt. Vier Bohrlöcher haben wir übrigens auch gleich mitbestellt.

Fru Öttenpötter berichtet hier in unregelmäßigen Abständen über das Leben auf dem Lande.

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